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Daniel Bärholtz' "Di Welt-Wollust", Goethes "Das Sonett" und Rilkes "Archaischer Torso Apollos". Interpretationen und Gedichtvergleich

Essay 2014 11 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Die lyrische Überstrukturierung nach Jürgen Link II. Das Sonett

III. Paul Fleming: Bei einer Leichen IV. Gedichtinterpretation
a. Daniel Bärholtz: Di Welt-Wollust
b. Johann Wolfgang Goethe: Das Sonett
c. Rainer Maria Rilke: Archaischer Torso Apollos

V. Gedichtvergleich

VI. Literaturverzeichnis

I. Die lyrische Überstrukturierung nach Jürgen Link

Lyrische Texte, in denen Worte durch Reime, Metrik, Stilfiguren und Semantik miteinander verknüpft sind, nennt man überstrukturiert. Sie können auf der Inhaltssowie auf der Ausdrucksebene analysiert werden.

Das sprachliche Zeichen nach Ferdinand de Saussure ist arbiträr, d.h. nicht durch Lautmalerei entstanden, sondern willkürlich gewählt. Eine Umstellung der Buchstaben innerhalb eines Wortes ist nicht möglich, da ansonsten der Sinn verloren gehen würde. Demnach ist das sprachliche Zeichen linear. Da die Beziehung von Signifikat und Signifikant durch Gesellschaft und Normen konventionalisiert ist, ist jede Bezeichnung an ihren Gegenstand gebunden und unveränderlich.

Die Bedeutung eines Gedichtes erschließt sich durch die Betrachtung der Äquivalenzen und Oppositionen. Analysiert man einen lyrischen Text auf der Ebene des Signifikats (Inhaltsebene), wird zunächst die Denotation, also die geläufigste Grundbedeutung eines Ausdrucks betrachtet. Jeder Ausdruck erzeugt beim Leser unterschiedliche Assoziationen, diese beruhen auf den subjektiven Erfahrungen und können positiv oder negativ konnotiert sein. In Gedichten wird mithilfe von Metaphern, Metonymien und Symbolen eine andere Bedeutung eines Ausdrucks generiert.

Die Ebene des Signifikants bezieht sich auf die phonologischen Äquivalenzen auf der Ausdrucksseite des Zeichens. Dazu gehören Auffälligkeiten des Textes auf der Lautebene, wie z.B. Assonanzen, Alliterationen, Reime, Parallelismen, Rekurrenzen und lautmalerische Worte (Onomatopoetika). Bei der metrisch-rhythmischen Analyse eines Gedichts liegt das Hauptaugenmerk auf der Bestimmung des Versfußes sowie der Silbenklassifizierung. Des Weiteren wird der lyrische Text auf die Einhaltung der festen Form und die Syntax überprüft.

Die Ebene des Signifikants kann die des Signifikats entweder unterstützen, was einen Text stimmig erscheinen lässt (Semantisierung), oder den Inhalt desemantisieren. Dies ist der Fall, wenn besonders viele lautliche Strukturen (z.B. Alliterationen) den denotierten Sinn verschleiern.

II. Das Sonett

Das Sonett ist eine Gedichtform, die im 13. Jahrhundert in Italien entstanden ist und durch Petrarca bekannt wurde. Es besteht traditionell aus zwei Quartetten und zwei Terzetten mit dem Reimschema abba abba cde cde. Das Metrum ist ein fünfhebiger Jambus mit männlicher oder weiblicher Kadenz, oder ein Alexandriner. Inhaltlich sollte das erste Quartett eine These aufstellen bzw. in ein Thema einführen, worauf im zweiten Quartett eine Antithese und in den Terzetten die Synthese, also die Zusammenführung der Gedanken folgt. Das Sonett war in Deutschland vor allem während des Barock eine beliebte Gedichtform und wurde auch im 19. Und 20. Jahrhundert von einigen Lyrikern wiederentdeckt. 1

[...]


1 Vgl. http://barockerlebnis.jimdo.com/literatur-im-barock/das-sonett/, Zugriff: 25.02.14.

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668008748
ISBN (Buch)
9783668008755
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302179
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,7
Schlagworte
daniel bärholtz welt-wollust goethes sonett rilkes archaischer torso apollos interpretationen vergleiche gedichte

Autor

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Titel: Daniel Bärholtz' "Di Welt-Wollust", Goethes "Das Sonett" und Rilkes "Archaischer Torso Apollos". Interpretationen und Gedichtvergleich