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Windkraft für Gartenleuchten. Nachhaltige Verwertung von Plastikabfall

Konzeption eines Projekts für Schüler und Lehrkräfte

Projektarbeit 2015 14 Seiten

AdA Naturwissenschaft und Technik

Leseprobe

Inhalt

1. Praktikable Nachhaltigkeit im Umsetzen von Lehrplanthemen an den Beispielen “Kunststoffe“ und „Technische Systeme“ aus Klasse 6
1.1. Kunststoff - heute Massenware und morgen Massenproblem
1.2. Entsorgung kann auch Nachnutzung sein - eine beobachtete Kreatividee am Gartenweg
1.3. Und noch eine Beobachtungen am Gartenweg - kurzlebige Massenprodukte aus teuren Ressourcen am Beispiel von Garten-Solarleuchten
1.4. Windkraft für Gartenleuchten - Ein geplantes Kombi-Projekt

2. Die inhaltliche Vorarbeit
2.1. Grundlegende Lehrplaninhalte
2.2. Die Stunden vor dem Projektbeginn

3. Das Projekt, Teil 1: „Von der Getränkeflasche zum Windrad“
3.1. Die Projektvorstellung
3.2. Die Projektdurchführung
3.3. Projektreflektion und Ausblick auf Teil 2

4. Anhang

5. Literaturverzeichnis

1. Praktikable Nachhaltigkeit im Umsetzen von

Lehrplanthemen an den Beispielen “Kunststoffe“ und „Technische Systeme“ aus Klasse 6

1.1. Kunststoff - heute Massenware und morgen Massenproblem

Wir leben im Europa des 21. Jahrhunderts einerseits auf einem nie dagewesenen

Entwicklungsstand, was Lebensqualität, Alterserwartung, Vielfalt der Lebensentwürfe und technisches Entwicklungstempo angeht. Auf der anderen Seite wurde auch noch nie so bewusst und kritisch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Menschheitsentwicklung wahrgenommen. Wir leben in einer immer künstlicher und steriler werdenden Umwelt, während zugleich unsere Sehnsucht nach Ganzheitlichkeit, Erhalt der Gesundheit, Einklang mit Natur und Umwelt zunehmen. Nur ein Beispiel davon ist die selbstverständliche Allgegenwart von Kunststoffen in unserer Lebenswirklichkeit. Jede Verpackung strotzt vor Kunststoffen. Selbst die Gurke im Supermarkt ist schon mit einer Folie überzogen. Kunststoffe sind scheinbar nicht mehr wegzudenken aus unserer Lebenswirklichkeit. Zugleich wächst mit jeder Nachricht über die steigende Menge an Plastikmüll1 die Sorge, dass wir unsere Umweltprobleme nicht mehr in den Griff bekommen werden und irgendwann der globale Kollaps droht. „Laut einer Studie, die im August 2014 veröffentlicht wurde, treiben allein 269.000 Tonnen Plastikmüll an der Wasseroberfläche.“2 Und das ist nur die vielbesprochene Spitze des Eisbergs. Denn: Kunststoffe sind langlebig. Extrem langlebig…

1.2. Entsorgung kann auch Nachnutzung sein - eine beobachtete Kreatividee am Gartenweg

Oft kommt da die Meinung auf, man könne ja eh nichts machen. Erst recht nicht in der Schule. Und der Kunststoff sei nun einmal da, und die Politik in der Verantwortung… Dass man mit Kunststoffprodukten auch sorgsam umgehen kann, lernen die Kinder schon in der Grundschule, ja in der Kita. Plastiktüten vermeiden oder mehrfach nutzen, Mehrwegflaschen kaufen, Müll trennen… Damit wachsen unsere Kinder quasi auf und das ist in unserem Land sicher löblich. Dass bei der geordneten Mülltrennung nicht die Kreativität zugleich mit entsorgt wird, dafür können inzwischen unsere sozialen

Netzwerke wie Facebook3 oder Pinterest4 Hilfestellung geben. Oder aber man findet eine umgesetzte Idee am Gartenweg, wie nachfolgendes und in ein Unterrichtsprojekt umgewandeltes Beispiel zeigen soll.

1.3. Und noch eine Beobachtung am Gartenweg -

kurzlebige Massenprodukte aus teuren Ressourcen am Beispiel von Garten - Solarleuchten Ein Ärgernis, welches mich persönlich seit einigen Jahren umtreibt, ist die Kurzlebigkeit von im Handel oft als „Aktionsware“ angebotenen Solar-Gartenleuchten. Neben der oft mangelhaften Bruchfestigkeit der Leuchten stellt vor allem die Plastikoberfläche der Solarmodule ein Alterungsproblem dar: Die Oberfläche der kleinen Solarpaneele „erblinden“, das heißt, durch Sonne und andere Witterungseinflüsse lässt die Fähigkeit schnell nach, die eingebauten Akkus ausreichend nachzuladen. Bei mir zu Hause hieß das in den letzten Jahren: Öfter mal die verbauten AA-Akkus ausbauen und im Haus per Ladegerät nachladen. Fast wollte ich schon die gesamten Lampen wieder verkabeln und ans Netz anschließen, da kam mir die Idee: „Warum nicht mit Windkraft nachladen?“

1.4. Windkraft für Gartenleuchten - ein geplantes Kombi- Projekt

Wir müssen als evangelische Gesamtschule im Aufbau mit einigen Besonderheiten in der Unterrichtsgestaltung leben. Unser Technik-Unterrichtsraum für die 6. Klasse ist momentan noch in einer Behindertenwerkstatt des Augustinerwerkes Wittenberg, wo wir relativ begrenzte Möglichkeiten der Holz- und Kunststoffbearbeitung vorfinden. Umso spannender ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die vorhandenen Ressourcen auszureizen. So sollen aus alten Flaschen und einigen Zusatzmaterialien mit dem wenigen speziellen Werkzeug Arbeitsergebnisse erzeugt werden, die nutzbar sind und den Lehrplanzielen entsprechen. Die Aufgabe soll aufeinander aufbauend sein und mehrere Fachgebiete berühren - auch jahrgangsübergreifend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Die inhaltliche Vorarbeit

2.1. Grundlegende Lehrplaninhalte

Die Hauptzielrichtung liegt klar in der Entwicklung von Handlungskompetenz.

Die 5 Kompetenzbereiche5 sollen während des gesamten Projektes wie folgt gestärkt werden: Verstehen: Funktionen, Prinzipien der Technik kennen, verstehen und anwenden (Funktionsweise von Windrädern) Gestalten: technische Lösungen planen, entwerfen, fertigen, optimieren, prüfen und testen (verschiedene Flaschengrößen und Formen, vertikale vs. horizontale Achse, Anbringung der Flügel usw.) Nutzen: technische Lösungen auswählen, fach- und sicherheitsgerecht anwenden und entsorgen (Umgang mit den Hilfsmitteln, Werkzeug, Resterentsorgung usw.) Bewerten: Technik unter wirtschaftlicher, sozialer, ästhetischer Perspektive bewerten (Nutzen-Kosten-Aufwand unter ökologischem Aspekt betrachten) Kommunizieren: technikrelevante Informationen sach-, fach- und adressatengerecht erschließen, darstellen und austauschen (Funktionsweise, Verbesserung, Optimierung des gebauten Windrades besprechen)

2.2. Die Stunden vor dem Projektbeginn

Die 4 Stunden vor dem eigentlichen Windmühlen-Projekt dienten dem Einstieg in den Bereich Kunststoff, angelehnt an die inhaltliche Vorgabe im Technik-Buch 5/66. Die zwölf Schülerinnen und Schüler der Technikgruppe brachten Dinge aus ihrem eigenen Verbrauchsalltag mit. Übersichten im Lehrbuch sowie ausgedruckte Wikipedia-Seiten7 zum Thema Kunststoff dienten genauso als Grundlage wie meine eigenen Ausführungen aus diversen Internetlexika. So benutze ich auch das eher für Chemie angelegte „Seilnacht“-Lexikon8, welches eine interessante und fachübergreifende Zusammenstellung zum Thema Kunststoffe und ihre Entwicklung bietet. Dann wurden die mitgebrachten Kunststoff-Gegenstände anhand der drei Haupt-Arten Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere zugeordnet, ihre Haupteigenschaften untersucht bzw. gezeigt und vornehmlich in der Theorie die verschiedenen Möglichkeiten der Bearbeitung gezeigt. Ausgehend von der begrenzten Möglichkeit der Kunststoffbearbeitung am momentanen Unterrichtsort wurde der besondere Reiz der Bearbeitung von Thermoplaste durch Wärme deutlich. Des Weiteren erkannten die Schülerinnen und Schüler, dass die Mehrzahl ihrer mitgebrachten Kunststoffprodukte in der Tat aus Thermoplaste besteht. Dann erfolgte eine Vertiefung der Umweltproblematik, vor allem in Bezug auf den Abfall der schnelllebigen Verpackungen aus PET und PE.

3. Das Projekt, Teil 1: „Von der Getränkeflasche zum Windrad“

3.1. Die Projektvorstellung

Zunächst führte ich den von mir selbst im Garten aufgenommenen Filmclip9 mit dem sich drehenden Windrad aus PET-Flaschen vor. Das Modell zeigte ich danach der Gruppe. Im Unterrichtsgespräch wurden Ideen darüber ausgetauscht, was für Zwecke dieses im Garten haben könnte; lustiges Windspiel, Vertreibung von unerwünschten Tieren, Möglichkeit der Stromgewinnung. Dabei wurde die simple und doch effektiv arbeitende Bauweise (geringe Windstärke ausreichend, Wind-Richtung unerheblich) bemerkt.

3.2. Die Projektdurchführung

In einer großen Einkaufstasche aus recyceltem Kunststoff - mit Hinweis auf die durchaus schon vorhandenen Möglichkeiten der Weiterverwendung von Kunststoffen - wurden die leeren und gereinigten PET-Flaschen bereitgestellt. Daneben lag das von mir bereits vorgestellte Modell. Die Arbeitsanweisungen stelle ich nach dem Lehrmodell der TZI (Themenzentrierte Interaktion) nicht als „Arbeitsaufträge“ (Bsp. „Fertige ….an“), sondern formuliere sie als „Ich“-Botschaften. In dieser Perspektive von Differenzierung und Integration10 habe ich es bereits mehrfach erlebt, dass die Schüler und Schülerinnen sich mit neuen Aufgaben gut identifizieren können. Die Aufgabe wird quasi schon durch die Wortwahl zur „eigenen“, obwohl sie von außen kommt. So lautet diese erste

Aufgabe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/

2 http://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/156409/index.html

3 https://www.facebook.com/smarticular?sk=photos

4 https://de.pinterest.com/pin/563794447074597208/

5 http://www.bildunglsa.de/lehrplaene___rahmenrichtlinien/sekundarschule/technik.html

6 Kunststoffe-Werkstoffe unserer Zeit in: Technik/Werken 5/6, Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH, München 2010, ISBN 978-3-637-01042-0

7 http://de.wikipedia.org/wiki/Kunststoff

8 http://www.seilnacht.com/Lexikon/k_gesch.html

9 Eigene Filmdatei

10 Mina Schneider-Landolf, Jochen Spielmann und Walter Zitterbarth (Hg.), Handbuch Themenzentrierte Interaktion, Göttingen 2009, S. 116

Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668018631
ISBN (Buch)
9783668018648
Dateigröße
5.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303120
Note
Schlagworte
windkraft gartenleuchten nachhaltige verwertung plastikabfall konzeption projekts schüler lehrkräfte

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Titel: Windkraft für Gartenleuchten. Nachhaltige Verwertung von Plastikabfall