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Ursachen und Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit

Hausarbeit 2015 20 Seiten

Medizin - Epidemiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage
1.2 Vorgehensweise

2 Alzheimer-Krankheit
2.1 Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz
2.2 Stadien und Symptome
2.2.1 Frühstadium
2.2.2 Mittleres Stadium
2.2.3 Spätstadium

3 Ursachen
3.1 Cholinerge Hypothese
3.2 Amyloid-Hypothese
3.3 Tau-Hypothese

4 Risikofaktoren
4.1 Genetische Risikofaktoren
4.1.1 Apolipoprotein E
4.2 Rauchen
4.3 Lebensalter
4.4 Depression
4.5 Mangelnde Aktivität
4.5.1 Geringe mentale Aktivität
4.5.2 Geringe physische Aktivität
4.6 Metabolisches Syndrom / kardiovaskuläre Risikofaktoren
4.6.1 Adipositas
4.6.2 Cholesterin
4.6.3 Hypertonie
4.6.4 Diabetes mellitus
4.7 Verletzungen
4.7.1 Schädel-Hirn-Trauma
4.8 Oxidativer Stress
4.9 Entzündungen

5 Prävention / Therapie
5.1 Ursachen behandeln
5.1.1 Acetylcholinesterase-Hemmer
5.1.2 Beta-Amyloid-Immuntherapie
5.1.3 Methylenblau gegen Tau-Fibrillen
5.2 Risikofaktoren ausschalten

6 Fazit und Ausblick

Glossar

Literatur- und Quellenverzeichnis

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Risikofaktoren der neurodegenerativen Alzheimer-Krankheit. Diese häufigste aller Demenzerkrankungen hat nicht nur bei Erkrankten tiefgreifende negative Auswirkungen auf die Kognition, sondern auch physische, soziale und ökonomische Konsequenzen.

Alzheimer ist eine Form der primären Demenzen und lässt sich in ein Frühstadium, ein mittleres Stadium und ein Spätstadium einteilen, wobei die Übergänge dazwischen fließend sind. Nach einem unmerklichen Beginn der Erkrankung kommt es in der zweiten Phase schon zu weitreichenden psychischen und physischen Einschränkungen der Erkrankten, die ihren Höhepunkt in der dritten und letzten Phase finden.

Gegenwärtig gibt es drei Hypothesen zur Ursache von Alzheimer. Ein Mangel an Acetylcholin bei der Reizweiterleitung an den Synapsen gilt als Hauptproblem bei der Cholinergen Hypothese. Bei der anerkanntesten Hypothese, der Amyloid-Hypothese, wird davon ausgegangen, dass sich Beta-Amyloid-Peptide ablagern, sich diese zu Plaques verklumpen und somit den neuronalen Stoffwechsel im Gehirn stören.
Bei der Tau-Hypothese kommt es durch Aggregation von Tau-Proteinen zur Zerstörung des Zytoskeletts und somit ebenfalls zu einer Reizweiterleitungsstörung.

Genetisch ist auffällig, dass Menschen, die ein oder sogar zwei Allele des Apolipoprotein E besitzen, eine hohe bis sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung haben. Rauchen und das natürliche Altern erhöhen diese Wahrscheinlichkeit nochmals. Dies gilt auch für (Late-life-)Depressionen. Adipositas, Hypertonie und der Cholesterinspiegel sind ebenfalls ausschlaggebend für eine spätere Alzheimer-Erkrankung. Da Insulin die Signalübertragung im Gehirn reguliert und die Bildung von Beta-Amyloid-Peptiden beeinflusst, lässt bei Typ-2-Diabetikern mittleren Alters die kognitive Leistung im höheren Alter schneller nach. Auch Schädel-Hirn-Traumata begünstigen die Entstehung von Beta-Amyloid-Peptiden, vornehmlich bei Patienten mit bereits prätraumatischen kognitiven Beeinträchtigungen. Entzündungen im Bereich der Beta-Amyloid-Plaques wirken sich ebenfalls negativ auf die Kognition aus, sowie auch oxidativer Stress, verursacht durch reaktive Sauerstoffspezies. Mangelnde mentale und physische Aktivität zählen gleichermaßen zu den Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit.

Durch Methylenblau gegen die Tau-Fibrillen, Acetylcholinesterase-Hemmer und die Beta-Amyloid-Immuntherapie sind bereits mäßige Erfolge in der Alzheimer-Therapie bzw. -Prävention zu verzeichnen.

Indem die Risikofaktoren ausgeschaltet werden, z. B. durch gesunde Ernährung, Sport und Arzneimittel, lässt sich das Risiko einer Erkrankung weiter minimieren.

Schlagwörter: Alzheimer-Krankheit, Ursachen, Risikofaktoren, Prävention, Therapie

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage

Das Wissen in der Bevölkerung über die Ursachen und vor allem über die Risikofaktoren, die die Entstehung der Alzheimer-Krankheit beim Menschen begünstigen, ist zumeist lückenhaft und unzureichend.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, als Präventionsmaßnahme einen Beitrag zur Alzheimer-Aufklärung zu leisten und somit das Bewusstsein für diese Erkrankung zu schärfen.

Durch die Erklärung der pathophysiologischen Prozesse im Körper und der unterschiedlichen Risikofaktoren soll der Leser sich fragen, ob er oder was er persönlich ändern kann, um seine Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung zu minimieren.

Dies ist auch die zentrale Forschungsfrage: Ist eine Alzheimer-Erkrankung vermeidbar oder lässt sie sich wenigstens hinauszögern? Wie lässt sich das Risiko einer Erkrankung minimieren oder gar ausschalten?

1.2 Vorgehensweise

Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst die Frage geklärt, was überhaupt unter der Alzheimer-Krankheit zu verstehen ist, welche Altersgruppen besonders betroffen sind und welche verschiedenen Auswirkungen diese Krankheit hat.

Nachdem anschließend der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz erklärt wird, werden darauffolgend die drei Stadien der Krankheit mit den entsprechenden Symptomen aufgezeigt.

Die Ursachen mit den anerkanntesten Hypothesen unter Wissenschaftlern werden im dritten Teil behandelt.

Anknüpfend daran werden die unterschiedlichen Risikofaktoren dargestellt und unterschieden.

Welche Maßnahmen zur Vorbeugung nötig sind, welche Therapiemöglichkeiten es gegenwärtig gibt und wie die Risikofaktoren auszuschalten sind, wird im fünften Kapitel geklärt.

Abschließend wird diese Arbeit im Fazit reflektiert und ein Ausblick in die Zukunft gewährt.

2 Alzheimer-Krankheit

Die neurodegenerative nach Alois Alzheimer benannte Alzheimer-Krankheit[1] ist mit über 60 Prozent die weltweit häufigste Form der Demenzerkrankungen bei Menschen über 65 Jahren.[2] [3] Jedes Jahr werden 7,7 Millionen neue Fälle diagnostiziert. Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland ist die Tendenz steigend, da es in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben wird. Die irreversible Krankheit führt zu einer zunehmenden Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit - besonders das Gedächtnis, die Orientierung, das Verhalten und das Sprach- und Urteilsvermögen betreffend. Alzheimer hat physische, psychische, soziale und ökonomische Auswirkungen auf betroffene Familien, Pflegende und Gesellschaft.[4]

2.1 Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Form der Demenz und gehört zu den primären Demenzen, d. h., dass die Ursache der kognitiven Störungen direkt auf Gehirnveränderungen zurückgeht. Zu dieser Gruppe der primären und irreversiblen Demenzen gehören beispielsweise auch die vaskuläre Demenz und die Lewy-Body-Demenz.[5]

Traumata (z. B. Schädel-Hirn-Traumata), Mangelerscheinungen (z. B. durch Vitamin-D-Mangel) und Vergiftungen (z. B durch Drogen oder Medikamente) können eine sekundäre Demenz verursachen.[6]

2.2 Stadien und Symptome

Es gibt drei Stadien von Alzheimer, die jedoch nicht eindeutig voneinander abzugrenzen sind, da der Krankheitsverlauf der Erkrankten zu unterschiedlich ist und die Phasen fließend ineinander übergehen.[7]

Die Dauer von den ersten Symptomen bis zum Tod beträgt im Durchschnitt sieben Jahre.[8]

2.2.1 Frühstadium

Das erste und präklinische Stadium von Alzheimer beginnt schleichend und relativ unmerklich.[9] Gedächtnislücken, Störungen der Sprache und der örtlichen und zeitlichen Orientierung, Stimmungsschwankungen und die Abnahme der Lern- und Reaktionsfähigkeit sind in dieser Phase kennzeichnend.[10]

2.2.2 Mittleres Stadium

In der zweiten Phase ist die Störung des Langzeitgedächtnisses charakteristisch. Die örtliche und zeitliche Orientierung nimmt rapide ab und die Sprache wird zunehmend inhaltsleerer und undeutlich. Die Betroffenen benötigen bereits in diesem Stadium Hilfe bei alltäglichen Aufgaben.[11]

2.2.3 Spätstadium

Im Stadium der Demenz als Folge der Alzheimer-Krankheit sind die Betroffenen vollständig auf Betreuung und Pflege angewiesen.[12] Sie weisen Gangunsicherheit auf oder sind meistens schon bettlägerig. Kommunikation mittels Sprache ist unmöglich. Harn- und Stuhlinkontinenz, Schluckstörungen und Krampfanfälle sind weitere Symptome dieses letzten Stadiums.[13]

3 Ursachen

Die Ursachen der meisten Alzheimer-Erkrankungen sind bislang nicht genügend geklärt. Lediglich ein bis fünf Prozent der Fälle haben eine eindeutige genetische Ursache.[14] Deshalb wird der Fokus der Forschung viel mehr auf die Risikofaktoren gelenkt.[15] Trotzdem gibt es zahlreiche Hypothesen zu den Ursachen, wobei im Folgenden die anerkanntesten und wichtigsten aufgeführt werden.

3.1 Cholinerge Hypothese

Die cholinerge Hypothese geht davon aus, dass das Absterben der Acetylcholin (ACh) produzierenden Neuronen und die dadurch verminderte Synthese dieses Neurotransmitters die Alzheimer-Demenz verursacht.[16] Durch die Einnahme von Acetylcholinesterase-Hemmern wird das Enzym Acetylcholinesterease gehemmt, um so das entstandene Defizit an ACh auszugleichen und die Konzentration dessen an den Neuronen bzw. an den Synapsen zu erhalten beziehungsweise zu steigern.

[...]


[1] Weitere Bezeichnungen der Alzheimer-Krankheit: Alzheimersche Krankheit, Morbus Alzheimer, Alzheimer-Demenz, senile Demenz vom Alzheimer-Typ, präsenile Sklerose.

[2] Vgl. Berchtold, N.C. et al. (1998).

[3] Vgl. Ferri, C. P. et al. (2005).

[4] Vgl. WHO (2015).

[5] Vgl. Engel, S. (2012).

[6] Vgl. Mahlberg, R. (2012).

[7] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (2014).

[8] Vgl. ebd.

[9] Sperling, R. A. et al. (2011).

[10] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (2014).

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. McKhann, G. M. et al. (2011).

[13] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (2014).

[14] Vgl. Alzheimer’s Association (o. J.).

[15] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (2014).

[16] Vgl. Francis, P. T. et al. (1999).

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668015388
ISBN (Buch)
9783668015395
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303158
Institution / Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
1,7
Schlagworte
Alzehimer Alzheimer-Krankheit Ursachen Risikofaktoren Therapie Prävention Medizin Medizinökonomie Ursachen und Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit

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Titel: Ursachen und Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit