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Texteinführung „Novyj dom“ und Erarbeitung des Gebrauchs der Aspekte

Unterrichtsentwurf 2011 17 Seiten

Russistik / Slavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Unterrichtszusammenhang

2. Sachanalyse
2.1 Grammatik
2.1.1 Bedeutung und Gebrauch der Aspekte
2.1.2 Bildung
2.2 Struktur und Inhalt des Textes
2.3 Wortschatz

3. Didaktische Analyse
3.1 Auswahl
3.2 Abstufung
3.3 Darbietung

4. Lernziele

5. Literaturangaben

6. Verlaufsplan

7. Anhänge

1. Unterrichtszusammenhang

In der Lektion 7 des Buches „OKNO“ werden drei Themen der Grammatik und unterschiedliche Themenbereiche bzw. Sprechabsichten (Textsorten) eingeführt. Die zwei grammatischen Themen sind sehr wichtig und stehen im Mittelpunkt. Das sind zum einen die Vergangenheitsform des Verbs (Präteritum) und der Gebrauch der Aspekte im Präteritum.

Diese Lektion ist in vier Bereiche aufgeteilt. Der erste ist „Kak oni žili“, in dem das Präteritum bearbeitet wird. Danach kommt der Abschnitt „Pogoda i priroda“, in diesem Bereich werden viele neue Wörter und die Landeskunde angesprochen. Mit dem Bereich „W“ „Oni postroili dom“ wird der Gebrauch der Aspekte erarbeitet und geübt. Und im letzten Abschnitt sollen die Schüler ein russisches Märchen lesen.

Die geplanten Unterrichtsstunden im Überblick:

1. Stunde: Texteinführung „Vse bylo lučše“ (Teil I) und Erarbeitung des Präteritums
2. Stunde: Textfortführung „Vse bylo lučše“ (Teil II) und Übungen zur grammatischen Struktur des „Präteritums“
3. Stunde: Texteinführung „Otkrytka“ und Übungen zur Vergangenheitsform von „moč’“
4. Stunde: Texteinführung „Zdorovo na dače!“ und das Lied „Kalinka“
5. + 6. Stunde: Texteinführung „Novyj dom“ und Erarbeitung des Gebrauchs der Aspekte (ausführlich dargestellt)
7. Stunde: Formbildung von unvollendeten und vollendeten Aspekten und Übungen dazu
8. Stunde: Texteinführung „Svin’ja i dub“ und weitere Übungen zum Aspektgebrauch
9. Stunde: Einführung der Modalfrage mit dem Wort „možno“ und Übungen dazu
10. Stunde: Märcheneinführung

2. Sachanalyse

2.1 Grammatik

Der Text „Novyj dom“ ist ein Induktionstext, das bedeutet, dass es im Text grammatisches Material gibt, von den Schülern induktiv erarbeiten sollten. Das neue Thema ist: der unvollendete und vollendete Aspekt der Verben (soveršennyj i nesoveršennyj vidy glagola). Diesen Themenbereich kann man in zwei Abschnitte unterteilen: Bedeutung (Gebrauch) und Formbildung.

2.1.1 Bedeutung und Gebrauch der Aspekte

Einem deutschen Verb entsprechen im Russischen häufig zwei Verben. Das sind ein Verb des unvollendeten und ein Verb des vollendeten Aspekts. Diese beiden Verben unterscheiden sich nicht durch die lexikalische Bedeutung, sondern durch die grammatische. Unvollendete und vollendete Verben bilden ein Aspektpaar, z. B. delat’ – sdelat’. Außerdem gibt es auch Verben, die aufgrund ihrer lexikalischen Bedeutung keinen Aspektpartner haben. Sie heißen einaspektige Verben, z. B. razgovarivat’. Es gibt noch Verben, die beide Aspekte mit einem Verb ausdrücken, so genannten zweiaspektige Verben, z. B. obeščat’.[1]

Die Definition der Aspekte lautet:

„Durch die Aspekte werden bestimmte Merkmale des Handlungsvollzugs unterschieden. Dabei ist der vollendete Aspekt durch ausgeprägte Merkmale charakterisiert: Er kennzeichnet die betreffende Handlung als ganzheitliches Geschehen, das darauf gerichtet ist, seinen Endpunkt – häufig den Abschluss oder das Ergebnis der Handlung – zu erreichen. Diesen Merkmalen des vollendeten Aspekts gegenüber verhält sich der unvollendete Aspekt neutral: Er bezeichnet die betreffende Handlung als solche, ihren Verlauf – häufig ihre unbegrenzte Dauer oder Wiederholung; ob die Handlung ihren Endpunkt erreicht hat oder erreichen wird, wird (als unwesentlich für die betreffende Äußerung) offen gelassen.“[2]

Wenn im Satz mehrere Handlungen aufgezählt werden, „von denen jede ihren Endpunkt erreicht hat, bevor die nächste Handlung erfolgt“[3], wird der vollendete Aspekt verwendet (Nachzeitigkeit der Handlung).

Zur Hilfe bei den Aspektbestimmungen können die Adverbialbestimmungen verwendet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Präsensform des vollendeten Aspektes ist eine Form des Futurums.

2.1.2 Bildung

Die Aspektpaare haben unterschiedliche Bildungsmöglichkeiten, und zwar:

- Die Präfigierung des Verbalstammes: „In der Regel werden aus nichtpräfigierten unvollendeten Verben durch die Präfigierung vollendete Verben gebildet“[4], z. B. pisat’: napisat’. Manchmal führt dies zu einem lexikalischen Bedeutungswechsel, z. B. perepisat’ – abschreiben.
- „Aus nichtpräfigierten unvollendeten Verben werden mithilfe des Suffixes -nu- vollendete Verben gebildet, die dem Ausgangswort die lexikalische Bedeutung des momentanen Charakters der Handlung hinzufügen“[5], z. B. zevat’ : zevnut’ – gähnen.
- Die Suffigierung des Verbalstammes: „Aus (meist präfigierten) vollendeten Verben werden mithilfe der Suffixe -yva- / -iva-, -ja- / -a-, -va- unvollendete Verben gebildet, die die gleiche lexikalische Bedeutung wie das vollendete Ausgangsverb aufweisen und mit diesem ein Aspektpaar bilden“[6], z. B. rasskazyvat’ : rasskazat’ – erzählen.
- Der Stammwechsel: Die Stämme der Verben sind unterschiedlich, aber trotzdem bilden sie ein Aspektpaar, z. B. govorit’: skazat’ – sprechen.

2.2 Struktur und Inhalt des Textes

Wie schon beschrieben wurde, dient der Text als Induktionstext zur Einführung des Aspektsystems. In diesem Kapitel ich den Inhalt und die Struktur des Textes genauer.

Inhaltlich im Text „Novyj dom“ geht es um eine Familie, die den ganzen Sommer auf ihrer Datscha ein neues Haus gebaut hat. Alle Familiemitglieder haben daran teilgenommen. Als gutes Wetter war, haben die Kinder im Wald Beeren und Pilzen gesammelt. Jeden Abend haben sie ein Lagenfeuer gemacht und viel Spaß gehabt.

Den Text kann man in zwei Abschnitte teilen:

1. Im Absatz 1 wird nur der unvollendete Aspekt im Präteritum benutzt. Die Schüler kennen diese Form schon und können den Text verstehen.
2. Im Absatz 2 benutzt man den vollendeten Aspekt, um diese Form einzuführen.

Zum besseren Erkennen des neuen Themas werden beide Aspekte im letzten Satz gegenüber gestellt.

Im Text sind kaum neue Vokabeln vorhanden, außer den neuen Verbformen. Die neuen Vokabeln werden im Abschnitt „Wortschatz“ aufgezählt. Der erste Teil des Textes sollte den Schülern keine Verständnisprobleme bereiten. Im zweiten Teil sind die neuen Formen der Verben vorhanden, aber diese sollten die Schüler erkennen können.

2.3 Wortschatz

Wie schon oben beschrieben wurde, gibt es im Text fast keine neuen Wörter. Alle neuen eingeführten Vokabeln, die im Vokabelverzeichnis stehen, schauen wir uns an:

stroit’ – bauen

fundament – das Fundament (können Schüler von Deutschen ableiten)

inogda – manchmal

tot – jener, der

koster – Lagerfeuer

prazdničnyj – Fest-, Feiertags-

dolgo – lange[7] .

Im Text wird noch eine Redewendung verwendet: „Kto chorošo rabotart, tot i chorošo est.“ – „Wer gut arbeitet, der soll auch gut essen.“ Diese Phrase ist von der Redewendung „Kto ne rabotaet, tot ne est“ – „Wer nicht arbeitet, der darf auch nicht essen“. Diese stammt aus der Zeit der Sowjetunion und wurde erstmals von Lenin 1918 als Vorwurf an die Leute gerichtet, die nicht arbeiten wollten. Diese Wörter konnte damals jeder Arbeiter verstehen[8].

Die Wörter inogda und dolgo sollen die Schüler sich gut merken, weil sie als Signalwörter beim Erkennen der Aspekte weiter helfen werden. Die anderen Signalwörter sind den Schülern bekannt. Das sind vsė leto, kogda (während), každyj večer, vsė vremja, kogda (als), nakonec.

[...]


[1] Vgl. Kirschbaum 2001, „Grammatik der russischen Sprache“, S. 44f.

[2] Ebd., S. 45.

[3] Ebd., S. 46.

[4] Ebd., S. 47.

[5] Ebd., S. 48.

[6] Ebd.

[7] Vgl. Vgl. Ursula Gardeia, Jena u. a., „Modernes Russisch OKNO 1“, S. 217-218.

[8] Vgl. V. Serov, Ėnziklopedičeskij slovar’ krylatych slov i vyraženij. Verfügbar unter: http://www.bibliotekar.ru/encSlov/10/192.htm (31. 03. 2011).

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668038738
ISBN (Buch)
9783668038745
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303562
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Institut für Slavistik
Note
1,3
Schlagworte
texteinführung novyj erarbeitung gebrauchs aspekte

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