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Ein "Lernbüffet" zum Themenbereich "Wasser - Gewässer - Gewässerverschmutzung"

Unterrichtsentwurf 1999 31 Seiten

Didaktik - Biologie

Leseprobe

1. Entscheidungen

1.1 Thema der Unterrichtsreihe

Das Leben an und in Gewassern muss geschutzt werden.1

1.2 Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsreihe

Den Schulern sollen grundlegende Kenntnisse uber Gewasser, Gewasserbelastungen und Gewasserschutz ver- mittelt werden. Daruber hinaus sollen sie ihre sozialen und methodischen Kompetenzen verbessern indem sie die Unterrichtsinhalte weitestgehend in Form eines Lernbuffets selbststandig erarbeiten.

1.3 Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsstunde

Indem die Schuler mit Hilfe der Lernmappen Unterrichtsinhalte erarbeiten, erweitern sie ihr Wissen uber den beschriebenen Themenbereich. Sie erschlieBen sich Kenntnisse uber die Moglichkeiten und Auswirkungen von Gewasserbelastungen und uber ein naturschonendes Alltagsverhalten. Desweiteren festigen sie wahrend der selbststandigen Arbeit die wichtigen fachspezifischen Arbeitsweisen Experimentieren, Beobachten, Mikroskopie- ren und Untersuchen. Die Schuler haben durch aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten der verschiedenen Lernmappen die Moglichkeit, sich handlungsorientiert Wissen anzueignen.

1.4 Struktur der Unterrichtsreihe

Bei den aufgefuhrten Unterrichtsstunden handelt es sich immer um Einzelstunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten2

1.5 Unabdingbare Teilziele und besondere Handlungsmoglichkeiten innerhalb der Unterrichtsstunde

- Die Schuler festigen ihre Selbststandigkeit in Denken und Handeln
- Durch die aktiv-handelnde Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt sollen sich die Schulerinnen mit dem Sachverhalt der Stunde identifizieren
- Sie erkennen die negativen Einflusse des Menschen auf den Lebensraum Wasser. Die Lehrziele der einzel- nen Stationen sind in der folgende Tabelle aufgefuhrt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusatzlich

- Uben die Schuler das Arbeiten am Lernbuffet als eine Arbeitsform im Biologieunterricht.
- Lernen die Schuler, sich mit den Mitschulern zu verstandigen und sich auf sie einzustellen.
- Uben sie, in Gruppen zusammenzuarbeiten.
- Werden die Schuler zu einem mehr eigenverantwortlichen handeln "angeleitet"

2. Bedingungsfeldanalyse

Themenunabhangige Lernvoraussetzungen

Am Biologieunterricht nimmt die Klasse 8a der Hauptschule II in Sundern teil. Der Unterricht findet jeweils mittwochs in der 6. (1235 - 1320 Uhr) Stunde im Biologieraum statt.

Die Schuler sind am derzeitigen Unterrichtsstoff interessiert, weil sie die Moglichkeit haben, Sachinformationen eigenverantwortlich zu erschliessen indem sie vielerlei praktische Versuche durchfuhren konnen. Auch die Gruppenarbeit tragt zu diesem Umstand bei. Das Arbeiten in Gruppen wurde in der vorletzten Unterrichtsstunde von den Schulern gewunscht und selbststandig durchgefuhrt.

Die Lerngruppe besteht aus 21 Schulern und Schulerinnen verschiedener Nationalitaten. Bezuglich des Lernver- haltens weisen die Schuler starke Unterschiede in ihrem Lerntempo und ihren Fahigkeiten im schriftsprachlichen Bereich auf. Dieser Umstand macht in anderen Unterrichtsformen ein starkes Differenzieren notig. Auf die heu- tige Stunde und die Unterrichtsreihe bezogen fallt dieser Aspekt durch die arbeitsteilige Gruppenarbeit der Schuler in deren Hand.

Der Biologieraum verfugt leider uber fest verschraubte Tische, sodass gunstige Voraussetzungen in Form von Gruppenarbeitstischen nicht zur Verfugung stehen. Trotzdem sollen die Schuler die Moglichkeit erhalten diese Sozialform im Biologieunterricht kennen zu lernen. Bezuglich des selbststandigen Arbeitens haben die Schuler sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Einigen gelingt es gut, anderen wiederum nicht so gut selbst aktiv zu werden und etwas zur gemeinsamen Arbeit beizutragen.

Die an den Biologieraum unmittelbar angrenzende Biologiesammlung ist umfangreich bestuckt, was sich vor- teilhaft auf die Unterrichtsvorbereitung und -durchfuhrung auswirkt.

Als gunstig erweist sich auch der Umstand, dass der Schulteich der Hauptschule Sundern schnell zu erreichen ist und entsprechend fische Teichwasserproben als Anschauungsmaterial zur Verfugung stehen.

Die Lerngruppe zeigt sich an biologischen Sachverhalten zum grossten Teil sehr interessiert und weist innerhalb des Klassengefuges einen guten Zusammenhalt auf.

Themenabhangige Lernvoraussetzungen

Die Schuler der Lerngruppe haben, obwohl das Thema "Gewasser - Gewasserschutz" ansatzweise, jedoch nicht im Rahmen der Richtlinien des Landes NRW behandelt wurde, einige Vorerfahrungen zum Thema. Dies ist auch durch den Umstand bedingt, dass fur die Schuler dieser Schule in der Jahrgangsstufe 7 kein Biologieunterricht erteilt wird. Die Schuler betreuen das Schulaquarium und kummern sich z.T. auch um die Pflege des Schul- teichs. Dies erweist sich im Zusammenhang mit dem zu behandelnden Thema als sehr gunstig, da die Schuler von erfahrenem Wissen auf ihre Tatigkeit schliessen. Innerhalb der Unterrichtsarbeit stellte eine Gruppe bei- spielsweise Qualitatsmangel des Wassers aus dem Schulaquarium fest (hohe Nitrat- und PH-Werte). Fur diese Gruppe konnte daher auf eigenen Wunsch kurzfristig die "akute" Pflege des Aquariums (Wasserwechsel und erneute Untersuchung) zum Thema gemacht werden.

In den vorangegangenen Stunden hat sich die Lerngruppe mit verschiedenen Inhalten zum Thema "Gewasser" befasst. Ich gehe davon aus, dass die Schuler folgende Voraussetzungen beherrschen:

- Gewassertypen und Abgrenzungen dieser Typen untereinander sind bekannt.
- Nahrungsnetz und -kette wurden fur ein Beispielgewasser erarbeitet.
- Regeln fur ein arbeitsteiliges Arbeiten in Gruppen wurden erarbeitet.
- Abiotische und biotische Faktoren, die ein Leben in und am Gewasser beeinflussen sind erarbeitet worden und bekannt.

3. Didaktische Reduktion

Der didaktische Schwerpunkt liegt in dem eigenverantwortlichen und reflexiven Erarbeiten von Sachinhalten zum Thema "Gewasser - Gewasserschutz". Die Themen des Lernbuffets beschranken sich auf:

- Das Durchfuhren chemischer Wasseruntersuchungen
- Das Durchfuhren biologischer Bestimmungsubungen
- Das Erarbeiten von "gewasserschonenden" Verhaltensregeln
- Das Durchfuhren verschiedener Experimente und Versuche zur Verdeutlichung von Schadstoffeintrag und - minderung in Gewasser
- Erarbeitung von Schadstoffwirkungen auf Gewasser und deren Bewohner
- Bezug des eigenen Alltags- und Freizeitverhaltens auf den Bereich des Gewasserschutz Ich reduziere die uberaus grosse Anzahl von Zielaspekten (vgl. Richtlinien) auf einfache Aspekte, die von der Lerngruppe erfasst werden. Insbesondere die Experimente "Oberflachenspannung" und "Olunfall" lassen die Schuler aus erster Hand erfahren, was passiert, wenn Reinigungs- oder Schmutzmittel in Gewasser eingeleitet werden.

4. Legitimation

Fur die Jahrgangsstufe 8 ist in den Richtlinien des Landes NRW - Hauptschule [1992, 108ff.] ist das Bearbeiten des Themas "Das Leben in und an Gewassern muss geschutzt werden" gefordert. Die Inhalte der zu bearbei- tenden Lernmappen schliessen sich den Darstellungen in den Richtlinien an. Schwerpunktmassig werden fur die Unterrichtsarbeit u.a. die folgenden Themen vorgeschlagen:

- Bedeutung und Nutzung von Gewassern
- Zuordnung von Gewassertypen
- Pflanzen und Tiere in und an dem Wasser
- Sinneseindrucke des Wassers (Wasseruntersuchung)
- Moglichkeiten des Gewasserschutzes
- Physikalische und chemische Untersuchung des Wassers
- Die Nahrungskette als Teil des Nahrungskreislaufs

5. Methodische Entscheidungen

Die Unterrichtsstunde folgt dem Verfahren des angeleiteten Erarbeitens, wobei eine schuleraktive Auseinan- dersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand durch die verschiedenen fachspezifischen Arbeitsweisen in Form des Lernbuffets ermoglicht wird. Die Schuler werden im Rahmen der Arbeit mit Lernmappen in Anlehnung an das Stationenlernen an das selbststandige Erarbeiten von Lerninhalten herangefuhrt. Daher liegen die Ar- beitsauftrage fur die Schulergruppen in Form von Arbeitsmappen an einem zentralen Arbeitstisch bereit, um ein moglichst schulernahes und offenes Arbeiten zu ermoglichen (vgl. Stationenlernen3 BAUER, 1995). Dies hat den Vorteil, dass den Schulern verschiedene Handlungsvarianten ermoglicht werden, um das Thema zu erschlies- sen. Alternativ hatte ein problemorientierter Ansatz gewahlt werden konnen, dann ware jedoch die Fulle an Themenbereichen nicht moglich gewesen.

Weiterhin ist der Klassenraum der Lerngruppe weit von der Biologiesammlung entfernt und das Bereitstellen der umfangreichen Arbeitsmaterialien wurde erschwert. Auch konnen die Schuler und die Lehrperson zur Unter- stutzung des Lernens auf die reichhaltige Biologiesammlung zugreifen.

Die Reihenfolge der zu bearbeitenden Themen kann von den Schulern selbst gewahlt werden.

Das besondere Problem der Sicherung der Lernergebnisse im Rahmen einer weitlaufigen Gruppenarbeit erfolgt im Rahmen einer Schuler-Selbstkontrolle. Die Schuler haben die Moglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse in einer bereitgestellten Losungsmappe zu kontrollieren.

6 Sachstruktur der Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Mit dem Begriff Schüler sind im weiteren Verlauf Schüler und Schülerinnen gemeint. Aus stilistischen Gründen wird auf eine schriftsprach liche Trennung verzichtet.

2 Je nach Lernfortschritt wird die zeitliche Planung der Unterrichtsreihe in diesem Bereich erweitert

3 Beim Stationenlernen werden die Arbeitsauftrage im Arbeitsraum verteilt und "zwingen" die Schuler so zu zusatzlicher Bewegung.

Details

Seiten
31
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638316415
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30367
Note
1.0
Schlagworte
Lernbüffet Themenbereich Wasser Gewässer Gewässerverschmutzung Studienseminar Arnsberg examensstunde

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