Lade Inhalt...

IPO-Prozess und Aktienmarktbeobachtung. Börsengänge von Unternehmen

Seminararbeit 2015 17 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis... II

Abbildungsverzeichnis... III

1 Einleitung... 4

1.1 Underwriter... 7

1.2 Voraussetzungen... 7

1.3 Road Show... 8

1.4 Platzierung... 8

1.5 Aftermarket Management... 9

2 Kurzfristige Aktienmarktreaktion... 9

2.1 Underpricing... 9

2.2 Winner’s Curse Hypothese... 10

2.3 Informationsoffenlegungshypothese... 11

3 Langfristige Aktienmarktreaktionen... 12

3.1 Long-Run Underperformance... 13

Literaturverzeichnis... 15

Literaturverzeichnis (Internet)... 17

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Motive für IPOs nach Brau und Fawcett (2006)... 6

Abbildung 2: Höhe des Underpricing bei IPOs nach Loughran und Ritter (2002)... 10

1 Einleitung

Im Laufe seines Lebenszyklus steht jedes Wachstumsunternehmen früher oder später vor der Entscheidung eines Börsengangs, sobald es sein Wachstum nicht mehr von innen heraus finanzieren kann und die Fremdkapitalkosten zu hoch werden. Das Unternehmen emittiert dabei erstmals öffentlich handelbare Anteile des Eigenkapitals und unterwirft sich damit der Bewertung durch den Markt. Die Motive hierfür sind vielfach und reichen von der Generierung zusätzlicher Eigenmittel bis hin zur Steigerung des Bekanntheitsgrades des Unternehmens (Brau und Fawcett, 2006). Gleichzeitig ist die erstmalige Emission oder Initial Public Offering (IPO) mit einem großen Aufwand verbunden und bedeutet für das Unternehmen weitreichende rechtliche, sowie organisatorische Veränderungen (Haubrok, 2006). Ferner sind die direkten Kosten für den IPO, sowie die Folgekosten der Börsennotierung sehr hoch. Die empirischen Beobachtungen der Aktienperformance am Ausgabetag und im langfristigen Zeitraum stellen die Finanzwissenschaft vor Fragen und bilden bis heute wichtige Forschungsgebiete.

Ziel dieser Bachelorseminararbeit ist die Skizzierung des gesamten IPO-Prozesses und die anschließende Erläuterung der Aktienmarktbeobachtungen. Dazu wird die Arbeit in einen theoretischen, sowie einen empirischen Teil gegliedert. Der theoretische Teil soll dem Leser die Motive und Risiken des IPOs vermitteln und dessen Prozess erläutern. Vorrangig wird hier auf den traditionellen IPO mit dem so genannten Book Building eingegangen. Außerdem werden die formalen Voraussetzungen und einzelnen Schritte des Weges an die Börse aufgezeigt. Der empirische Teil dient der Betrachtung aktueller Forschungsergebnisse hinsichtlich der beobachteten Phänomene am Aktienmarkt, wie dem Underpricing und der Long-Run Underperformance. Es soll beantwortet werden, ob der langfristige Kursverlauf zu den Beobachtungen am Ausgabetag passt. Hierzu wird aktuelle Literatur zusammengeführt und die verschiedenen Theorien zur Erklärung vorgestellt. Motive und Risiken

Die Beobachtung, dass in den ersten Jahren nach einem Börsengang sich der Wert der Aktivposten eines Unternehmens drastisch erhöht (Mikkelson, Partch, und Shah, 1997) lässt vermuten, dass ein IPO den Zweck hat das Wachstum des Unternehmens zu finanzieren. Das erklärt jedoch nicht, weshalb sich das Management explizit für diese Finanzierungsart entschieden hat (Brau, 2010). Im Folgenden werden die Motive für einen Börsengang erläutert und anschließend mögliche Risiken, die mit dem IPO verbunden sind vorgestellt.

Das naheliegende Motiv für einen IPO ist die Aufnahme zusätzlicher Mittel über den Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Anteilen. [1] Diese öffentlich handelbaren Aktien dienen dem Unternehmen als Währungsmittel für zukünftige Akquisitionen. Es konnte empirisch festgestellt werden, dass Unternehmen nach einem Börsengang vermehrt andere Unternehmen kauften (Brau und Fawcett, 2006). Folglich dient ein Börsengang als Grundlage zur Expansion und größeren Investitionen.

Brau und Fawcett (2006) haben in einer Umfrage CFOs aus Börsenunternehmen nach den Motiven einer Börsennotierung befragt und ermittelt, dass die Bestimmung des Unternehmenswertes durch den Markt ein wichtiger Grund für die Entscheidung gewesen ist (siehe Abb. 1). Dieses Ergebnis stützt die frühere Hypothese, dass ein IPO der erste Schritt zum Verkauf des Unternehmens ist (Zingales, 1995). Die Beobachtungen von Brau, Couch und Sutton (2012) zeigen jedoch, dass nur 3% der Unternehmen im ersten Jahr nach Börsengang zum Akquisitions-Ziel anderer Unternehmen wurden.

Ein weiteres wichtiges Motiv ist die Steigerung der Bekanntheit und die Verbesserung des Unternehmensimages. Durch die gestiegene Bekanntheit verbessert sich nicht nur das operative Geschäft, beispielsweise bei Verhandlungen mit Lieferanten, sondern es wird für das Unternehmen einfacher hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen (Haubrok, 2006). Außerdem verbessert sich dadurch die Verhandlungsposition gegenüber Fremdkapitalgebern und die Kreditkosten sinken (Pagano, Panetta und Zingales, 1998).

Weitere Motive sind die Erweiterung der Eigentümerbasis, die Portfoliodiversifikation für Investoren oder die erhöhte Aufmerksamkeit von Analysten (Brau und Fawcett, 2006). [...]


[1] Die Entscheidung eines Börsengangs wird unter anderem mithilfe der Pecking Order Theorie versucht zu erklären (Myers, 1984). Nach dieser Theorie wird ein IPO erst in Erwägung gezogen, sobald Eigen- und Fremdkapitalkosten zu hoch werden.

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668021273
ISBN (Buch)
9783668021280
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303777
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Lehrstuhl für Corporate Finance und Ship Finance
Note
1,3
Schlagworte
Börsengang IPO Underpricing Long Run Underperformance IPO Puzzle Underwriter Road Show Winners Curse Informationsoffenlegungshypothese Information Revelation Aktien Emission Erstausgabe Neuemission IPO Phänomen Aktienmarkt Aktienmarktreaktion Initial Public Offering

Autor

Teilen

Zurück

Titel: IPO-Prozess und Aktienmarktbeobachtung. Börsengänge von Unternehmen