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Brauchen wir mehr Erziehung? Definition, Ziele und Stile von Pädagogik

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 12 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

1. Erziehung im Spiegel der Gesellschaft, Einleitung ... 2

2. Erziehung – Definition, Ziele und Stile ... 3
2.1 Der Erziehungsbegriff ... 3
2.2 Ziel der Erziehung ... 4
2.3 Erziehungsstile ... 6

3. Brauchen wir mehr Erziehung? ... 8

4. Fazit ... 10

Literaturverzeichnis ... 11

1. Erziehung im Spiegel der Gesellschaft, Einleitung.

Diskussionen um „Tigermütter“, wie Amy Chua, zeigen, dass es in unseren westlichen "hochpädagogisierten Gesellschaften eine Unsicherheit darüber [gibt], ob wir unsere Kinder richtig erziehen. Ob wir sie zu viel loben und zu wenig bestrafen, ob wir ihnen zu viel durchgehen lassen und zu wenig erwarten.“1 Der Wandel von „Pflicht- und Akzeptanzwerten (z.B. Gehorsam, Ehrlichkeit und Unterordnung) zu „Selbstentfaltungswerten“ (z.B. Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und freier Wille), vom Norm-orientierten zum Ich-orientierten Selbst- und Weltverständnis“2 scheint in unseren westlichen Gesellschaften vollzogen zu sein. Erziehungsmethoden, wie von Amy Chua beschrieben und angewandt, stoßen im Allgemeinen primär auf Kritik. Dies ist erstaunlich, wenn man sich vor Augen führt, dass eine ‚strenge Hand‘ noch zur Zeit unserer Eltern oder doch spätestens zur Jugendzeit unserer Großeltern als durchaus erstrebenswert und selbstverständlich galt. Heute haben sich sowohl unser gesellschaftliches Selbstverständnis, als auch die Ideale, die wir einem jungen Erwachsenen mit auf den Lebensweg geben wollen, verändert. Die radikalen Methoden, die Frau Chua in ihrem Buch beschreibt und für deren Anwendung sie eintritt, sind somit indirekt auch eine deutliche Kritik an den Werten der westlichen Gesellschaft.

Daher bearbeite ich in der vorliegenden Arbeit die Frage, was ist unter Erziehung zu verstehen? Warum erziehen wir? Welche Ziele sollen mit Erziehung überhaupt erreicht werden? Und schlussendlich, welche Methoden können hierzu angewandt werden? Ist tatsächlich der harte, autoritäre Stil früherer Generationen heute wieder eine wünschenswerte Alternative zu einer Pädagogik, die Freude am Lernen und Selbstregulation höher einstuft, als oft freudlose harte Arbeit allein um des Erfolges Willen?

Auf der Suche nach der Antwort auf dieses Fragenbündel werde ich zunächst klären, was überhaupt unter Erziehung zu verstehen ist und anschließend anhand von Texten von Jesper Juul und Bernhard Bueb zwei unterschiedliche wissenschaftliche Standpunkte zu diesen Fragen aufzeigen.

2. Erziehung – Definition, Ziele und Stile

Wenn man über Erziehung redet, muss zunächst geklärt werden, was man darunter versteht. Je nach gesellschaftlichem und familiärem Kontext lassen sich hier sehr unterschiedliche Definitionen anführen, welche Vorstellungen jeder Einzelne von Erziehung hat.

2.1 Der Erziehungsbegriff

In der Fachliteratur herrscht weitestgehend Einigkeit darüber, was unter dem Begriff der Erziehung zu verstehen ist. Der Wortlaut der zahlreichen Definitionen des Erziehungsbegriffes mag sich unterscheiden, die dahinterstehende Aussage ist in der Regel jedoch identisch. So schreibt Klaus Prange:

„Erziehung besteht der Form nach darin, den Kindern und Heranwachsenden die Welt und das Leben zu zeigen, und zwar zuerst und unausweichlich so, wie wir uns den Kindern zeigen. (…Dies sei die) Darstellung der Welt für diejenigen, die sie noch nicht oder unvollständig kennen. Sie hilft der beim Übergang vom Nicht-Wissen zum Wissen, vom Nicht-Können zum Können [und] vom Nicht-Wollen zum Wollen.“3

Erziehung scheint somit kein klar wissenschaftliches Faktum, sondern eine sehr persönliche Angelegenheit zwischen Erziehendem und Erzogenem zu sein. Ersterer muss sich klar vor Augen führen, welchen Teil der Welt er seinem Zögling näher bringen will, während dieser darauf vertrauen muss, dass ihm wertvolles Wissen vermittelt und dieses ihm auch tatsächlich nützlich sein wird. Brezinka formuliert dies zutreffend, wenn er schreibt, dass Erziehung Handlungen durch Erwachsene seien, durch die Kinder und Jugendliche positiv beeinflusst werden sollten, um eben diese positiven Eigenschaften während ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.4

[...]


1 Pham, Khue: Hat sie Recht? In: Die Zeit. Nr. 10 vom 28. Februar 2014.

2 Vgl. Hofer, Manfred: Familienbeziehungen: Eltern und Kinder in der Entwicklung; ein Lehrbuch. Göttingen u.a. 1992. S. 144.

3 Prange, Klaus: Plädoyer für Erziehung. Baltmannsweiler 2000. S. 225.

4 Vgl. Brezinka, Wolfgang: Erziehung und Pädagogik im Kulturwandel. S. 58.

Details

Seiten
12
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668022331
ISBN (Buch)
9783668022348
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303810
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,5
Schlagworte
brauchen erziehung definition ziele stile pädagogik

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