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Die Bedeutung des Spiels für die Entwicklung des Kindes

Hausarbeit 2015 21 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spielen und Lernen
2.1 Was ist Spiel?
2.2 Wie Kinder spielen und lernen
2.3 Was Kinder zum Spielen benötigen

3. Klassifizierung von Spielformen
3.1 Die 16 Spielformen
3.2 Spielformen nach Jean Piaget
3.2.1 Übungsspiel
3.2.2 Symbolspiel
3.2.3 Regelspiel
3.3 Das Freispiel

4. Die Bedeutung des Spiels

5. Wie Erwachsene Kinder unterstützen können

6. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

… der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt

(Friedrich Schiller, 1759 - 1805)

Die vorliegende Hausarbeit behandelt die Bedeutung und die Wichtigkeit des Spiels für Kinder. Im Folgenden wird erläutert, wie Kinder lernen und inwiefern das Spielen einen Einfluss auf die kindliche Entwicklung hat und. Ebenso wird benannt, wie das Spielen Kinder zur Weiterentwicklung fördert.

Zudem wird verdeutlicht, wie wir - als Erwachsene - fungieren können, um Kinder beim Spielen begleitend und aufmerksam zu unterstützen.

Abschließend werden die unterschiedlichen Spielformen mit ihren Funktionali-täten dargestellt sowie die notwendigen Rahmenbedingungen, die ein Kind zu einem gesunden Spielen benötigt.

2. Spielen und Lernen

Spielen ist Lernen und Lernen ist Spiel.

(Dr. Armin Krenz)

2.1 Was ist Spiel?

Wir alles wissen, was mit dem Begriff „Spiel“ gemeint ist und dennoch gibt es Schwierigkeiten in der Definition[1]. Obwohl es unterschiedliche Definitionen des Spiels gibt, ist man sich einig über die Wichtigkeit der „freien Handlung“ des Spiels[2]. Zusätzlich übernimmt Pausewang die Definition aus dem Wörterbuch für Pädagogik folgendermaßen[3]: „Das Spiel erfolgt freiwillig, selbstbestimmt und zweckfrei um seiner selbst Willen und frei von äußeren Zwängen. Es findet losgelöst vom Ernst des Alltags statt und aktiviert Fantasievorstellungen. Es ermöglicht in der handelnden Auseinandersetzung (…) Realitätserfahrungen und die Verarbeitung von Alltagsproblemen.“ Ferner betont Pausewang, dass durch das Spiel Lernvorgänge stattfinden, „die für die soziale, kognitive und psychomotorische Entwicklung von großer Bedeutung sind“.

Bis in die heutige Zeit haben sich zwei Grundaussagen von Huizinga und Caillois durchgesetzt, die besagt:

„Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selbst hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des 'Anderseins' als das 'gewöhnliche Leben’.“ [4]

Somit ist Spielen wohl die gesündeste Aktivität, die ein Kind ergreifen kann. Und es scheint, als ob Kinder immer und überall spielen könnten. Denn Spielen ist nicht einfach nur ein Zeitvertreib, sondern laut Dr. Krenz[5] ist das Spiel der Beruf des Kindes - immerhin ist es während des Spiels, das ein Kind seine Kompetenzen erwirbt. Trotzdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass genau diese Aussage umstritten ist, denn laut Pausewang[6] darf Spiel nicht als die Arbeit des Kindes angesehen werden - selbst wenn es für das Kind anstrengend ist. Eine Abgrenzung zwischen Spiel und Arbeit muss deutlich bleiben, da es bei der Arbeit mehr um das Ergebnis und um die Leistung geht. Und auch wenn es beim Spiel oft um ein Ergebnis geht, stehen hier immer noch der Spielreiz und der Spaß im Vordergrund. Und dennoch darf Spielen nicht einfach nur als eine Freizeitbeschäftigung angesehen werden. Dafür ist die Bedeutung des Spielens für eine gesunde physische, psychische und soziale Entwicklung des Kindes zu ausschlaggebend.

2.2 Wie Kinder spielen und lernen

Hierbei ist man sich einig, nämlich dass Spielen und Lernen in einem direkten Zusammenhang stehen. Sie bilden eine Einigkeit, denn Kinder lernen durch Spielen[7]. Es wird sogar deutlich, dass Kinder beim Spielen lernen wollen und daher spielen sie auch ganz bestimmte Spiele, weil sie eben dadurch lernen[8].

Kinder lernen auf ganz unterschiedlichen Arten: Sie ahmen nach, sie probieren aus, sie experimentieren, sie wiederholen, sie üben, sie stellen Fragen und suchen nach Antworten, sie erzählen und hören zu, sie wollen entdecken und sie forschen[9]. Sie möchten ganz genau wissen, wie etwas funktioniert und, ob es ihnen schließlich gelingt. Sie können genau dieselbe Sache immer und immer wieder machen. Fritz spricht hier von einer Vergleichbarkeit mit „dem Mechanismus des Wiederholungszwanges.“[10] Auch haben diese Wieder-holungen eine Art Ritualcharakter, wie Weltzien, Prinz und Fischer bemerken.[11]

Während des Spiels geht es vermehrt um eine aktive Tätigkeit, die sich aus den unterschiedlichsten Lernmöglichkeiten zusammensetzt. Dabei macht das Kind seine eigenen Erfahrungen und wird in seinem Handeln sowie in seinen gedanklichen Annahmen bestätigt. Auf diese Art und Weise ist es, dass Kinder ihre Sichtweisen und Einstellungen entdecken, um ihre Fähigkeiten und Kompetenzen aufzubauen. Daher heißt es, dass Spielen einen bedeutenden Einfluss auf das kindliche Lernpotential hat sowie auf alle Bereiche der kindlichen Entwicklung. Denn hier ist es, dass Kinder elementare Voraus-setzungen für ihre gesamte Bildungslaufbahn erwerben: Konzentrations-fähigkeit, Kreativität und Selbst­ständigkeit. Indem sie etwas bauen oder konstruieren werden ihr Abstraktionsvermögen und ihr logisches Denken gefordert, so wie auch beispielsweise mathematische Fähigkeiten beim Kaufladenspielen entwickelt werden.

Während des Spiels lernen Kinder mit allen Sinnen - das heißt, sie nehmen mit allen ihren Sinnen wahr: Sie hören, sehen, riechen, schmecken, tasten, spüren den eigenen Körper und bewegen sich mit ihrem Körper. Mit allen Sinnen wahrzunehmen ist für Kinder besonders wichtig, damit sie sich körperlich, geistig und emotional gesund entwickeln.

Im Spielen ist es auch, dass Kinder ihre Identität und ihre Persönlichkeit weiter-entwickeln. Sie erwerben Wissen über ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten, aber auch über ihre eigenen Grenzen. Die Sprache, das soziale Miteinander, aber auch Regeln, helfen den Kindern dabei, zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten. Selbst wenn Konflikte auftreten, können diese im Spiel unterschiedlich behandelt und erprobt werden.[12]

Fritz deutet darauf hin, dass das Spiel „eine Fülle von Befriedigungen des Luststrebens möglich macht (z.B. Übernahme attraktiver Rollen wie Vater und Mutter…)“ (…) aber es kann auch „Unangenehmes und Spannungsvolles enthalten (z.B. Arztbesuch, körperliche Strafen, Reise der Mutter).“ (…) Das Spiel beruht sich auf die Erlebnisse des Kindes, welches diese im Spiel verarbeitet[13] Pausewang gibt hierzu ein konkretes Beispiel: „Um Konflikte und Einschränkungen, die das Kind in der Realität verkraften musste, zu verstehen und zu verarbeiten, muss es sie nachspielen dürfen, etwa im Rollenspiel oder durch den Bau eines Turmes, den es umwirft und wieder neu erstellt.“ [14] Weiter weist Pausewang darauf hin, das Kinder im Spiel bestimmte Verhaltensweisen ausprobieren können. Denn selbst weniger schöne Situationen haben im Spiel nicht die Folgen, die sie in der Realität haben würden. Fritz verdeutlicht: „Das Spiel verlockt das Kind, sich mit der äußeren Realität auseinanderzusetzen und sie sich anzueignen. Das Kind kann die äußere Wirklichkeit nicht real erleben, wenn es ihm nicht gelingt, sie mit Hilfe der Spiels nachzuerschaffen und nachzuempfinden.“ [15]

Solch zahlreiche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für das spätere Leben wichtig sind, entstehen aus den eben erwähnten Spielerfahrungen. Erst, wenn das Kind sozusagen ‚ausgelernt’ hat - also wenn die Tätigkeit keinen Lernreiz mehr bietet oder, wenn etwas keinen Spaß mehr macht - erst dann hört das Kind mit dem Spiel auf.[16]

2.3 Was Kinder zum Spielen benötigen

Kinder brauchen nicht unbedingt hochwertiges Spielzeug, wie wir oftmals denken. Denn was im Alltag als Spielzeug fungiert, bleibt der kindlichen Phantasie selbst überlassen. Dinge wie Steine, Töpfe, Löffel oder Eierkartons können das Kind intensiv beschäftigen. Dennoch ist es pädagogisch wichtig Spielmaterial einzusetzen, welches speziell für die Unterhaltung und Förderung der Kinder hergestellt wird. Hierzu gehören elementares Spielzeug, wie beispielsweise Bausteine, Malstifte, Puppen und Schmusetiere, aber auch Brettspiele, Bälle und Hüpfseile.

[...]


[1] Weltzien, D./ Prinz, T./ Fischer, S.: Spiel und kindliche Entwicklung, in: kindergarten heute,
wissen kompakt, Das Spiel des Kindes (2013), S. 6

[2] Dr. Armin Krenz: „Das Spiel ist der Beruf jedes Kindes!“ Das kindliche Spiel als Selbsterfahrungsfeld und Bildungsmittelpunkt für Kinder

[3] Pausewang, Dem Spielen Raum geben, S. 10

[4] Johan Huizinga, Homo Ludens: Vom Ursprung der Kultur im Spiel, 2004

[5] Dr. Armin Krenz: Das Spiel ist der Beruf des Kindes: das kindliche Spiel als Grundlage der Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Kindern im Kindergartenalter

[6] Pausewang, Dem Spielen Raum geben, S. 10

[7] Höke, Julia: Die Bedeutung des Spiels für die kognitive Entwicklung (2011), in: KiTa Fachtexte,

[8] Ebd., S. 13

[9] Höke, J.: Die Bedeutung des Spiels für die kognitive Entwicklung,

[10] Jürgen Fritz, Theorie und Pädagogik des Spiels, Weinheim und München 1993, S. 22

[11] [11] Weltzien, Prinz, Fischer: Spiel und kindliche Entwicklung, S. 10

[12] [12] Weltzien, Prinz, Fischer: Spiel und kindliche Entwicklung, S. 6

[13] Fritz, Theorie und Pädagogik des Spiels, S. 21

[14] Pausewang, Dem Spielen Raum geben, S. 11 ff.

[15] Fritz, Theorie und Pädagogik des Spiels, S. 35

[16] Pausewang, Dem Spielen Raum geben, S. 13

Details

Seiten
21
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668022393
ISBN (Buch)
9783668022409
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303902
Note
1
Schlagworte
bedeutung spiels entwicklung kindes

Autor

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