Lade Inhalt...

Propaganda zwischen Machtergreifung und Machtsicherung. Analyse von Leni Riefenstahls "Sieg des Glaubens"

Hausarbeit 2013 18 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Leni Riefenstahl
2.1 Riefenstahl vor der Machtergreifung
2.2 Leni Riefenstahls Karriere in der NS-Zeit
2.3 Riefenstahls Leben nach dem Nationalsozialismus

3. Sieg des Glaubens
3.1 Historischer Hintergrund
3.2 Handlung und Ablauf
3.3 Filmische Gestaltung
3.4 Propagandistische Aspekte

4. Weitere Propagandamittel im dritten Reich
4.1 Der Volksempfänger
4.2 Die deutsche Wochenschau

5. Resume

6. Quellen und Literatur
6.1 Quellenangaben
6.2 Weiterführende Literatur

1. Einleitung

Propaganda ist heutzutage ein stark negativ belastetes Wort, doch ursprünglich aus dem lateinischen kommend (lat. propagare: verbreiten, vermehren), hatte zuerst die katholische Kirche Verwendung für den Begriff: Die Sacra Congregatio de Propaganda Fide, von Papst Gregor XV im Jahre 1622 gegründet, war eine Institution zur Verbreitung des katholischen Glaubens.1 Doch schon um 800 gab es erste propagandistische Strömungen, als Literaten und Poeten begannen, ihre Werke nicht mehr in der lateinischen sondern in der deutschen Sprache zu verfassen, damit auch die weniger gebildete Bevölkerung die Chance hatte, diese zu lesen. „Die Volkssprache zur Literatur zu erheben, zur Kunst, darum ging es. Die Aufwertung der Volkssprache sollte den Rang des eigenen Volkes herausstellen.“2 Auch im dritten Reich war Propaganda noch nicht negativ belastet, doch hier fand erstmals eine reine verstaatlichte Monopolisierung statt: Das Propaganda Ministerium unter Josef Goebbels kontrollierte die gesamte Presse, Film und Rundfunk, was zur Folge hatte, dass im gesamten deutschen Reich nur noch Artikel abgedruckt oder Filme gezeigt wurden, die durch das Ministerium freigegeben wurden. Diese Medien wurden genutzt um ideologische und politische Botschaften zu verbreiten, die das Denken des Volkes beeinflussen sollten.

Diese Hausarbeit stellt im ersten Teil die Person Leni Riefenstahl und ihr Leben vor. Riefenstahl schaffte nicht nur viele filmische Werke in der NS-Zeit, sondern führte ihr künstlerisches Schaffen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fort. Im zweiten Teil wird ihr erster propagandistischer Film „Sieg des Glaubens“ vorgestellt, welchen Riefenstahl 1933 im Auftrag der NSDAP beim ersten Reichsparteitag nach der Machtergreifung Adolf Hitlers abdrehte. Im dritten Teil der Arbeit werden noch weitere wichtige Propagandamedien und Maßnahmen des Naziregimes vorgestellt.

2. Leni Riefenstahl

2.1 Riefenstahl vor der Machtergreifung

Helene Riefenstahl wird am 22. August 1902 in Berlin geboren. Nach der mittleren Reife im Jahre 1918 nimmt Riefenstahl Tanzunterricht, im Frühjahr 1919 hat sie ihren ersten Auftritt vor Publikum.3 „Auf Anweisung ihres Vaters verlässt Leni Riefenstahl die Tanzschule und beginnt mit Zeichenunterricht an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Berlin.“4 Ab 1920 arbeitet Leni Riefenstahl „als Bürokraft im Betrieb ihres Vaters“5 und nimmt nebenbei weiter Tanzunterricht in verschiedensten Stilen. Am 26. Oktober 1923 gelingt Leni Riefenstahl der Durchbruch: Nach einem Solo-Tanzabend im Berliner Blüthner-Saal wir sie vom Deutschen Theater unter Vertrag genommen. Nach mehreren Auftritten lernt sie den Filmregisseur Arnold Franck kennen und dieser engagiert sie für seine Bergfilme. Im Jahr 1929 spielt sie in „Die weiße Hölle von Piz Palü“ mit. Dieser ist „einer der erfolgreichsten deutschen Stummfilme.“6 Im Sommer 1931 gründet Riefenstahl die L. R. Studio Film GmbH und dreht ihren ersten, eigenen Film „Das blaue Licht“.7

2.2. Leni Riefenstahls Karriere in der NS-Zeit

Im Mai 1932 lernt Leni Riefenstahl auf eigenen Wunsch Adolf Hitler kennen, welcher „ihr [...] eine Karriere als Regisseurin im kommenden Nazistaat in Aussicht [stellte.]“8 In der darauf folgenden Zeit lernt Riefenstahl einige NS-Funktionäre, wie Göring und Goebbels, kennen. Im Frühjahr 1933 gibt es erste Gespräche über einen „Hitlerfilm“. Im August des selben Jahres dreht sie beim „Reichsparteitag des Sieges“ ihren ersten Propagandafilm „Sieg des Glaubens“, welcher am 1. Dezember desselben Jahres uraufgeführt wird.9 „Es folgten noch zwei weitere: Triumph des Willens und Tag der Freiheit-Unsere Wehrmacht. Diese drei Filme sprechen eine klare Sprache: Riefenstahl machte bereitwillig Propaganda für die Nationalsozialisten.“10

2.3. Riefenstahls Leben nach dem Nationalsozialismus

Nach dem Krieg wird Leni Riefenstahl nach mehreren entnazifizierungs Prozessen im Jahre 1952 als „nicht betroffen“ eingestuft. Im Februar 1954 wird ihr Film Tiefland in Stuttgart uraufgeführt. Die Dreharbeiten hierzu begannen schon 1940, doch auf Grund des Krieges konnte Riefenstahl das Projekt nicht beenden. Im Juli 1956 gründet Leni Riefenstahl die Stern Film GmbH. Es folgten einige Filmprojekte, die sich aber nicht realisieren ließen.11

„1956 [entdeckte sie] ein neues Terrain für sich, das künstlerischen und finanziellen Erfolg versprach: die Fotografie und Afrika, und dort vor allem zwei Ethnien der Nuba im Südsudan: die Masakin Qisar und die Nuba von Kau.“12 Im Dezember 1969 veröffentlicht Riefenstahl ihre erste Fotoserie im Stern mit dem Titel „Leni Riefenstahl fotografierte die Nuba - Bilder die noch keiner sah“.13 1972 beauftragt das Sunday Time Magazine Riefenstahl die Olympischen Spiele in München fotografisch festzuhalten. Ein Jahr später veröffentlicht sie ihren ersten Bildband über das Volk der Nuba. Zu diesem Zeitpunkt hatte Riefenstahl bereits das Tauchen für sich entdeckt. Von da an widmet sie immer mehr Zeit der Unterwasserfotografie und veröffentlicht bis zu ihrem Tod mehrere Bildbände und einen Film. Im August 1987 publiziert Riefenstahl ihre Memoiren. Leni Riefenstahl stirbt am 8. September 2003 in Pöcking bei München.14 Bis heute bleibt sie, auf Grund ihrer Werke in der NS-Zeit, eine der umstrittensten Figuren der deutschen Filmgeschichte.

3. Sieg des Glaubens

3.1. Historischer Hintergrund

Nach der letzten Reichstagswahl am 5. März 1933 erlangte die NSDAP die uneingeschränkte Macht über das Deutsche Reich. Auf Grund des Wahlsieges nannte man den Reichsparteitag im selben Jahr „Parteitag des Sieges“.15 Leni Riefenstahl wird beauftragt, den Parteitag zu filmen. Die Dreharbeiten hierzu finden vom 30. August bis zum 3. September 1933 statt. Schon wenige Monate später, am 1. Dezember, ist die Uraufführung in Berlin.16 „Da jedoch in ,Der Sieg des Glaubens‘ neben Hitler die Spitze der SA, insbesondere deren Chef Ernst Röhm, gezeigt wurde, verschwand der Film nach dem sogenannten [sic!] ,Röhm-Putsch‘ 1934 in der Schublade. Es soll sogar die Anordnung Hitlers gegeben haben, den Film und alle Kopien zu vernichten.“17 So galt der Film „Sieg des Glaubens“ lange Zeit als verloren, bis 1986 eine Kopie entdeckt wurde.

3.2. Handlung und Ablauf

Durch Überblendungen und Schnitte lässt sich der Film in verschiedene Abschnitte unterteilen. Hierbei wird versucht, logische Zusammenhänge beizubehalten und mit Überschriften zu betiteln, sowie die wichtigsten Aspekte der Handlung herauszuarbeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 vgl. Sander, Uwe (Hrsg.), „Handbuch Medienpädagogik“, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, Seite 192, Z. 11ff

2 vgl. Beyer, Susanne, „Poetische Propaganda“, http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/ d-89662043.html (Stand 9.9.2013)

3 vgl. Wunderlich, Dieter, „Leni Riefenstahl“, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 8.9.2013)

4 Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

5 Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

6 Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

7 vgl. Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

8 Markwart Herzog / Mario Leis, „Das ,Leni Riefenstahl-Syndrom‘: Künstlerischer Eigensinn im politischen Kontext“, Edition Text und Kritik, München 2011, Seite 11, Z. 20f

9 vgl. Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

10 Herzog / Leis, „Das ,Leni Riefenstahl-Syndrom‘: Künstlerischer Eigensinn im politischen Kontext“, Seite 11, Z. 25ff

11 vgl. Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

12 Herzog / Leis, „Das ,Leni Riefenstahl-Syndrom‘: Künstlerischer Eigensinn im politischen Kontext“, Seite 15, Z. 5-8

13 vgl. Herzog / Leis, „Das ,Leni Riefenstahl-Syndrom‘: Künstlerischer Eigensinn im politischen Kontext“, Seite 15, Z. 15ff

14 vgl. Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 6.9.2013)

15 vgl. Zelnhefer, Siegfried, „Die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg“, Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 2002, Seite 63-64,

16 vgl. Wunderlich, http://www.dieterwunderlich.de/Leni-Riefenstahl.htm (Stand 7.9.2013)

17 http://www.helmut-schmidt-online.de/Riefenstahl-Homepage/film-Der-Sieg-des-Glaubens.htm (Stand 7.9.2013)

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668027688
ISBN (Buch)
9783668027695
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v304092
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Kommunikatonswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Leni Riefenstahl Filmanalyse Sieg des Glaubens Propaganda Drittes Reich Triumph des Willens Reichsparteitag

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Propaganda zwischen Machtergreifung und Machtsicherung. Analyse von Leni Riefenstahls "Sieg des Glaubens"