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Trainingslehre 2. Praxisanalyse mit einer 28-jährigen Kandidatin

Hausarbeit 2014 19 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Diagnose
1.1 Allgemeine und biometrische Daten
1.2 Leistungsdiagnostik / Ausdauertestung

2 Zielsetzung/ Prognose

3 Trainingsplanung Mesozyklus

4 Literaturrecherche – Effekte des Ausdauertrainings bei Übergewicht

5 Literaturverzeichnis

6 Tabellenverzeichnis

1 Diagnose

1.1 Allgemeine und biometrische Daten

Tab. 1: Datensammlung zu Person X (eigene Darstellung, nach: BIA Körperanalyse und POLAR BodyAgeTest)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der zeitliche Verfügungsrahmen der Testperson beträgt jede Woche 2 Ausdauertrainingseinheit jeweils zwischen 60-90 Minuten.

1.2 Leistungsdiagnostik / Ausdauertestung

1.2.1. Begründung des gewählten Fahrradergometertests

Wie bereits in Tab. 1 dargestellt, ist die Testperson weiblich, 28 Jahre alt, 1, 69 m groß, 67 kg schwer, ihr Körperfettgehalt liegt bei 28,4 % und der Ruhepuls bei 75 S/min. Mit einem BMI von 23,6 kg/m² liegt die getestete Person an der oberen Grenze des Normalgewichtes. Durch einen Taille-Hüft-Quotienten von 0,88 lässt dies auf eine Apfelform schließen. Auch liegt der Blutdruck mit einem Wert von 136/83 mmHg gerade noch im normalen Bereich. Ihre Freizeit wird durch wöchentlich zwei Trainingseinheit Kraftausdauer (ca 45 Minuten), als auch einer Walking-Einheiten im Freien (1,5 Stunden) bestimmt.

Des weiteren sind keine Vorbelastungen oder Verletzungen bekannt.

Die ermittelten Parameter zur Feststellung des Leistungszustandes der Testperson befinden sich allgemein in einem guten Normbereich. Durch die von der Diagnose erhaltenden Daten verfügt die Person über eine mittelmäßig bis gute körperlichen Belastbarkeit und wird durch die langjährige Erfahrung im Handball als moderat bis gut ausdauertrainiert eingestuft.

Anhand der erhobenen Daten ist der HOLLMANN / VENRATH Ausdauertest, der eine Belastbarkeit von 150 Watt voraussetzt,ein geeignetes Testverfahren für die Testperson. Da der HOLLMANN / VENRATH Test auf einem Fahrradergometer submaximal durchgeführt, wird eine Überbelastung ausgeschlossen und gilt als koordinativ anspruchslos. Dies lässt darauf schließen, dass es ein guten Allroundgerät für jeden Sporttyp ist. Des weiteren spricht für diesen Fahrradergometertest, die Normwerttabellen als Bezugssystem zum interindividuellen Leistungsvergleich (vgl. REIß/EIFLER, 2011, S. 82), der geringe Zeitaufwand sowie die einfache Durchführung.

Im Anschluss wird die praktische Durchführung des Tests beschrieben und in Bezug auf die Daten der Person ausgewertet.

Tab. 2: Submaximaler HOLLMANN-VENRATH-Test im Überblick (vgl. Reiß/Eiflers, 2014,S.73)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. TRUNZ 2001; IPN 2004 in REIß/ISRAEL, 2011, S. 75 f.)

Zu Beginn sollte man für die Testperson eine komfortable und optimale Sitzposition auf dem Fahrrad finden, dass heißt, während der Trittphase sollten die Beine nicht ganz durchgestreckt sein und der Oberkörper sollte im Winkel von ca 45 °den Lenker bequem erreichen (vgl. STEMPER, 2006, S.45 f.). Auch ist es wichtig die Testperson vor Beginn auf die Abbruchkriterien ausreichend hin zuweisen.Dann folgt mit Hilfe des festgelegten Belastungsschemas die Durchführung auf dem Fahrradergometer bis zur subjektiven Belastungsgrenze. Minütlich werden die Pulswerte bei Belastungssprüngen dokumentiert, die zum Schluss zur Trainingsherzfrequenz führen. Dank der ermittelten Trainingsherzfrequenz können je nach Ziel die optimalen Frequenzbereiche errechnet werden.

Tab. 3: Testverlauf nach HOLLMANN-VENRATH (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.3. Bewertung der Testergebnisse anhand entsprechender Normwerte

Wie in der Tabelle dargestellt, hat die Testperson vier Belastungsstufen vollständig durchfahren. Bei Stufe 5 mit einem Wert von 190 Watt hat sie jedoch nach einer Minut vorzeitig abgebrochen. Die Voraussetzung, eine Belastbarkeit von mindesten 150 Watt zu treten, hat die Testperson somit erfolgreich erfüllt. Nach der 12. Minute hat sie einen Puls von 143 S/min erreicht,was jedoch noch unterhalb der nach IPN berechneten Pulsobergrenze von 145 S/min liegt. Der Test wurde aufgrund subjektiven Empfindens der Erschöpfung beendet und es wurde dann anhand der erhaltenen Daten auf die Gesamtleistung geschlossen. Mittels der oben aufgeführten Formel (vgl. REIß/ISRAEL, 2011, S. 143) konnte man die bei Abbruch festgestellte tatsächliche Wattleistung von 163 Watt errechnen. Mit ihrer relativen Watt-Soll-Leistung von 2,43 Watt / kg Körpergewicht (163 Watt / 67kg) liegt die Person im guten Durchschnittsbereich, was sich gegenüber dem interindividuellen Leistungsvergleich und den Vorgaben aus der Normtabelle, Relative Watt-Soll-Leistung für Frauen, bei submaximalen Radergometertests (vgl. REIß/EIFLER 2011, S. 84) ergibt. Mit einem Erholungspuls von 123 S/min nach 5 Minuten, befindet sich die Testperson ebenfalls im Soll Bereich. Dieses Ergebnis nach IPN ermöglicht nicht nur die Beurteilung der Ausdauerleistungsfä- higkeit sondern auch die Ableitung von individuellen Trainingsempfehlungen. Mit der Watt-Soll-Leistung lässt sich der Intensitäts- bzw. Belastungsfaktor für die Person X von 0,65 ermitteln, welcher zur Berechnung der Trainingsherzfrequenz (THf) eingesetzt wird. Da für die Testperson eine komplette Ausbelastung auf Grund des gesundheitlichen Risikos oft nicht durchführbar ist, gelangen wir über die KARVONEN- Formel zur individuellen Trainingsherzfrequenz.

Diese Formel ermöglicht unter Berücksichtigung der Ruheherzfrequenz, eine individuell abgestimmte Belastungsdosierung.

Die Probandin trainiert (vgl.REIß/EIFLER, 2011, S. 138: Faustformel zur Vorhersage der maximalen Herzfrequenz) :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die ermittelte Pulsvorgabe 138 S/min definiert ca. die Obergrenze für das allgemeine aerobe Ausdauertraining. Da eins ihrer Ziele der Stressabbau darstellt, kann dieses Ziel sehr gut über die Verfolgung des Pulses kontrolliert werden. Dennoch sind bei der weiteren Entwicklung ihrer Grundlagenausdauer und der Optimierung des Fettstoffwechsels teilweise höhere Intensitäten nötig.

Generell muss die Berechnung der Trainingsherzfrequenz (THf) je nach Leistungsstand, Genetik und Geschlecht unterschiedlich betrachtet werden.

1.3. Gesundheits- und Leistungsstatus der Person

Betrachtet man die Diagnose und die Testergebnisse, kann nun auf die Belastbarkeit von der Testperson geschlossen werden. In Bezug auf das Trainingsprinzip der Altersgemäßheit, so ist die Probandin mit ihren 28 Jahren in einem noch gut zu trainierenden Alter (vgl.NEUMANN/PFÜTZNER/BERBALK, 2005, S. 20 Abb.2). Diese Aussage allein ist jedoch nicht aussagekräftig genug und der Fokus geht vielmehr „nach dem sogenannten biologischem Alter“ (STEMPER, 2006, S.30). Dies wird durch die bisherigen sportlichen Erfahrungen sowie die biometrischen Daten von Person beeinflusst. Die Person X weist auf dem ersten Blick nichts Negatives bezüglich der Trainierbarkeit auf, vielmehr wird diese durch das Handballspiel sowie die neu gewonnenen Kenntnisse im Kraftausdauerbereich begünstigt. Wie bereits erwähnt liegt die Probandin mit einem BMI von 23,6 im Normallbereich, was jedoch durch die Fettmasse von 28,4% (vgl. BIA Körperanalyse) ungünstig ist. Betrachtet man dann noch den Taille-Hüft-Quotienten von 0,88 besteht hier Handlungsbedarf, was durch zielgerechte Trainingsplanung verbessert werden kann. Gesundheitliche Risiken bestehen hier jedoch keine. Potential zur Ökonomisierung ist ebenfalls beim Ruhepuls von 75 S/min vorhanden. Momentan liegt die Person im Normbereich und könnte zwischen 50 – 60 S/min erreichen (STEMPER, 2006, S. 137), was zur Folge hätte, dass ihr Herz-Kreislauf-System optimaler arbeiten könnte. Der Blutdruck von 136/83 mmHg ist zwar leicht erhöht jedoch nicht als leistungshemmend zu betrachten. Versucht man die Werte zu senken, wird der Effekt der gesenkten HfRuhe untermauert.

Anschließend kann in Bezug auf die erarbeiteten Ergebnissen eine individuelle Prognose und Zielvorgabe erstellt werden, wobei bei der die Anstrebungen und Wünsche der

Person X Vorrang haben.

2 Zielsetzung/ Prognose

„Das individuelle Leistungsverhalten ist abhängig vom Anspruchsniveau und der damit verbundenen Erwartungshaltung (…)“ (SPORTUNTERRICHT, 2011). Mit dieser Aussage wird die Wichtigkeit der Zielsetzung bzw. der Prognose im Training untermauert und hervorgehoben.

Im nächsten Schritt der Trainingssteuerung geht man hauptsächlich auf die von Person angegeben Trainingsmotive ein und legt drei Hauptziele fest. Diese Ziele werden nun im Hinblick auf den realistischen Trainingserfolg genau ausformulier

Ziel I (Fettstoffwechseloptimierung):

Erhöhung der VO2max innerhalb der 6 Wochen um 10 %.

Der Fettstoffwechsel ist durch Langzeitausdauertraining mit Intensitäten von 25- 65 % VO2max trainierbar. (vgl. REIß/EIFLERS, 2011, S. 223). Für die Zielsetzung von der Person legen wir jedoch Wert auf die Zunahme der Enzyme zur Fettverwertung, was durch längere Trainingsbelastung erreicht werden kann und die Anteile der freien Fettsäuren am Energieumsatz erhöht. Eine Energiegewinnung während der aktiven Trainingsphasen setzt aus 1 g Fettsäuren 9,3 kcal frei und ist der Energiegewinnung aus Glykogen mit 4,1 kcal pro Gramm weitaus überlegen (vgl. NEUMANN/PFÜTZER/BERBALK, 2005, S.98).

Dadurch wird ihr nicht nur eine bessere aerobe Leistungsfähigkeit im Spiel und im Alltag ermöglicht sondern sie hat gleichzeitig auch bessere Voraussetzungen bezüglich der Gewichtsregulation. Durch das Training kann die Person einen bestimmten Prozentsatz ihrer VO2max länger ausnutzen,was eine besseren Verwertung der maximalen Sauerstoffaufnahme zur Folge hat.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668044265
ISBN (Buch)
9783668044272
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306351
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,3
Schlagworte
trainingslehre praxisanalyse kandidatin

Autor

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Titel: Trainingslehre 2. Praxisanalyse mit einer 28-jährigen Kandidatin