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Zeit- und Selbstmanagement für Lehrkräfte

Analyse und Ratschläge

Hausarbeit 2015 15 Seiten

Ratgeber - Schule, Bildung, Pädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zeitmanagement
2.1 Zeitmanagement & Burnout
2.2 Methoden für ein gelungenes Zeitmanagement
2.2.1 To-Do-Listen
2.2.2 Die ABC-Analyse
2.2.3 Die ALPEN-Methode
2.3 Zeitmanagement im Unterricht

3 Selbstmanagement

4 Auswertung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der Gegenwart wird Zeit als knappe Ressource wahrgenommen. Man weiß, Zeit ist nicht käuflich, unbezahlbar, relativ, kann nicht gelagert werden, nicht vermehrt werden und ist Leben (Seiwert, L. 2014). Diese offensichtlichen Fakten erzeugen bei vielen Menschen Stress. Zur Kompensation von Stress benötigt man wiederum mehr Zeit. Vielerorts kennt man das Sprichwort „Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei“. Nach dem Empfinden vieler Menschen haben Lehrer kurze Arbeitszeiten und viele lange Ferien. Doch die Realität sieht anders aus. „Lehrer müssen sich wie viele andere Menschen auch sowohl beruflichen als auch privaten Anforderungen stellen.“ (Kliebisch & Melosfski, 2009, S.110). Der Lehrerberuf ist vielfältig und weitreichend. Die Tätigkeit eines Lehrers ist nach Beendigung der Unterrichtszeit in der Schule nicht vorbei, erst dann beginnt die Arbeit, die hinter dem Unterrichten steckt. Es müssen der Unterricht geplant, Klassenarbeiten erstellt, Elterngespräche abgewickelt, Klassenfahrten, AG´s, Projekte organisiert werden und vieles mehr. Diese Aufgaben eines Lehrers, müssen zum großen Teil in privaten Räumen bewältigt werden, da in den Schulen meist nicht in ausreichender Zahl Lehrerarbeitsplätze zur Verfügung stehen.

Das alles führt häufig dazu, dass die schulischen Herausforderungen das private Leben beeinflussen und teilweise verdrängen. Außerdem ist zu beachten, dass Lehrer während des Schuljahres an bestimmte Fristen und die vorgegebenen Schulzeiten gebunden sind. Viele Lehrkräfte fühlen sich mit der Situation und den hohen Anforderungen überfordert. Die ständige Überforderung verursacht nicht selten ein Burnout-Syndrom, welches zur Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung führen kann. Überlastungen im Lehrerberuf können jedoch kompensiert werden, wenn ein gelungenes Zeit- und Selbstmanagement angewandt wird. Durch verschiedene Methoden kann der Alltag strukturiert, optimiert und geplant werden, um wieder neue Zeit für Freizeit, Freunde und Familie zu schaffen und einen Ausgleich zum Schulalltag und den Arbeitszeiten zu haben.

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Zeit- und Selbstmanagement für Lehrkräfte, wobei die Arbeit stärker auf den Teil des Zeitmanagements fokussiert ist. Es wird beschrieben, wie ein gutes Zeitmanagement den Lehreralltag erleichtern kann, die Gefahren eines Burnouts damit verringert und das berufliche Wohlbefinden der Lehrkräfte verbessert.

Das Thema Zeit- und Selbstmanagement gewinnt für Lehrkräfte immer mehr an Bedeutung, da es hilft, den Alltag zu strukturieren und die Arbeitszeit wie auch die Freizeit sinnvoll zu nutzen, um so zu einer höheren Lebensqualität beizutragen.

Ziel der Arbeit ist es unter Beweis zu stellen, dass Zeit- und Selbstmanagement einen hohen Stellenwert im Alltag hat. Es wird aufgezeigt, wie vorrangig Zeitmanagement den Alltag einer Lehrkraft beeinflussen und verbessern kann.

Zunächst wird der Begriff Zeitmanagement definiert und dessen Grundlage erklärt, um eine genauere Vorstellung des Themas zu geben. Anschließend wird dargelegt, warum Zeitmanagement hilfreich im Lehreralltag ist. Im Anschluss daran wird der Zusammenhang von Zeitmanagement und Burnout-Syndrom aufgezeigt und es wird erörtert, wie Zeitmanagement diesem entgegenwirken kann. Danach werden drei verschiedene Werkzeuge für ein gelungenes Zeitmanagement vorgestellt. Abschließend zum Thema Zeitmanagement gibt die Arbeit einen kurzen Einblick dazu, inwieweit Zeitmanagement im Unterricht helfen und angewandt werden kann. Danach wird sich die Autorin kurz mit dem Thema Selbstmanagement auseinandersetzten und schlussendlich eine Auswertung und Einschätzung über den Gebrauch von Zeit- und Selbstmanagement im Lehrerberuf abgegeben.

2 Zeitmanagement

Einsteigend wird die Bezeichnung Zeitmanagement durch Seiwert und Kliebisch und Melosfski definiert. Danach wird ein Kurzeinblick gegeben, wie es zu einer falschen Zeitnutzung und Zeitplanung kommen kann und danach wird auf die Grundlage eines Zeitmanagements eingegangen.

Seiwert definiert Zeitmanagement als „die konsequente und zielorientierte Anwendung bewährter Arbeitstechniken in der täglichen Praxis, um sich selbst und die eigenen Lebensbereiche so zu führen und organisieren (= „zu managen“), dass die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll und optimal genutzt wird“ (Seiwert, 2001, S.20).

Laut Kliebisch und Melosfski ist Zeitmanagement „...die zielorientierte und konsequente Planung der Arbeit in der täglichen Praxis.“ (Kliebisch & Melosfski, 2009, S.114).

Lehrer geraten in ihrem Alltag immer öfter in Zeitnot. Diese Zeitnot entsteht in erster Linie durch eine Arbeitsüberlastung außerhalb der Schule, was sich wiederum durch eine ineffektive Zeitnutzung und Zeitplanung begründen lässt. Gründe für eine ineffektive Zeitnutzung und Zeitplanung können vielerlei Ursprung haben, daher werden hier nur wenige aufgeführt. Probleme, die im Umgang mit Zeit häufig auftreten, können sein, dass man zu viele Termine vereinbart, man den Zeitaufwand unterschätzt oder man keine Zeit für persönliche Pausen einplant (vgl. Kliebisch& Melosfski 2009).

„Beim Zeitmanagement geht es um drei Fragen:

Was ist zu tun ?

Wann ist es zu tun ?

Wie ist es zu tun ?

Zeitmanagement heißt somit, die zur Verfügung stehende Zeit zu beherrschen, statt sich von ihr zu beherrschen lassen.“ (Kliebisch & Melosfski, 2009, S.114f.). Dies kann Zeiträume über Stunden, Tage, Wochen, Monate oder Jahre umfassen. So bekommt man einen Überblick über gegenwärtige und zukünftige Aufgaben und Termine. Ein Vorteil besteht darin, eine festgehaltene zeitliche Struktur transparent zu gestalten. Dadurch hat man die Möglichkeit, Aufgaben zeitlich und räumlich zu bündeln. Zeitmanagement wird dann benötigt, wenn Zeit ineffektiv genutzt wird und Zeit so zu einer knappen Ressource wird (vgl. Kliebisch & Melosfski 2009). Wenn man seine Zeit effektiv nutzt, gewinnt man laut Seiwert in zweifacher Hinsicht: Man steigert Arbeits- und Leistungserfolge und gewinnt mehr Zeit für andere wichtige Dinge, etwa Freizeit, Familie, Freunde, Fitness, denn Zeit ist Leben! (Seiwert 2012). Außerdem ist zu erwähnen, dass ausreichend Zeit für Privates, Familie und Freizeit mindestens so wichtig ist wie ein durchorganisiertes Berufsleben (vgl. Holger Mittelstädt, Rainer Mittelstädt 2011).

2.1 Zeitmanagement & Burnout

Im Folgenden wird der Zusammenhang von Zeitmanagement und Burnout hergestellt. Der Lehrerberuf ist in der Gesellschaft immer weniger angesehen. Die Probleme, mit denen sich Lehrkräfte beschäftigen müssen, wie beispielsweise die Bewältigung des Zeitdrucks, stoßen bei einem Großteil der Bevölkerung auf wenig Verständnis. Die Wertschätzung sinkt bei ansteigenden Anforderungen. Dennoch streben viele junge Menschen den Beruf des Lehrers an. Diese haben meist genaue idealistische Vorstellungen von ihrer Berufswahl und haben Freude an dem Umgang mit Menschen (vgl. Kathrin Zimmermann 2001). Dieser Typ des Lehrers ist, laut Kathrin Zimmermann, besonders gefährdet, emotional und körperlich zu erschöpfen, wenn die hochgesteckten Ziele nicht erreicht werden. „Für den Einzelnen können sich insbesondere Belastungen ergeben, wenn er nicht über die Zeit bestimmt, sondern von Zeitvorgaben beherrscht wird.“ (Kliebisch & Melosfski, 2009, S.110). Die Folgen sind ein Verlust an Zeitübersicht und mangelnde Konzentration für die Arbeit. Daraus ergibt sich Zeitdruck, welcher im Allgemeinen der Auslöser von Stress ist. Stress entsteht, wenn die täglichen Situationen als Überlastung empfunden werden (vgl. Kliebisch & Melosfiski 2009).

Viele Menschen, darunter viele Lehrkräfte, erhalten seit geraumer Zeit und noch vor Erreichen ihrer Altersgrenze die Diagnose Burnout (vgl. Kliebisch& Melosfski 2009). „Burnout ist das Syndrom des Ausgebranntseins, der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung“ (Duden, 2006, S.278). Dieses Syndrom weist auf die Folgen des Zeitstresses hin, der mit dem Fortschreiten der Arbeitsjahre zu körperlichen und seelischen Schäden führt (vgl. Kliebisch & Melosfski 2009). „Burnout wird häufig noch als Schwäche, Versagen oder individuelle Fehlleistung angesehen, obwohl in der Forschung zunehmend akzeptiert wird, dass die Arbeitsbedingungen bei der Entstehung von Burnout eine wichtige Rolle spielen“ (A Rössner-Fischer 2007). Oftmals sind ein fehlender Ausgleich neben der Arbeit und geringe Freizeit der Auslöser. Betroffene fühlen sich ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen, haben Angstzustände, können nicht mehr richtig schlafen und können als Resultat daraus nicht mehr die gewünschte Leistung erbringen (vgl. Brühlmann – Praxis 2007). Die Ursachen für das Ausbrennen liegen nicht nur in dem großen Aufgabenbereich und der übermäßigen Fremdsteuerung durch festgelegte Schulzeiten, sondern auch an der offenen Arbeitszeit und an zusätzlich mental, psychisch und physisch belastenden Faktoren (vgl. Kathrin Zimmermann 2001). Solche zusätzlichen Faktoren nehmen neben der Arbeitszeit weitere Zeit in Anspruch. Dies können, laut Katrin Zimmermann, Elterngespräche sowie Anrufe der Eltern, Weiterbildungen, Konferenzen oder freiwillig gewählte Ämter, wie Streitschlichtung oder AG´s, sein (vgl. Kathrin Zimmermann 2001). Außerdem ist zu beachten, dass die Schulzeit nicht gleich der Arbeitszeit eines Lehrers ist.

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Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668049062
ISBN (Buch)
9783668049079
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306655
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Psychologie
Note
Schlagworte
Zeitmanagement Selbstmanagement Zeiteinteilung Lehrer Schule Ratgeber Burnout

Autor

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