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Die Neue Deutsche Literatur interpretieren. Eine Einführung in die Grundlagen der Literaturtheorie

Vorlesungsmitschrift und Zusatz

Vorlesungsmitschrift 2012 8 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Nhd. Verslehre und Metrik

Diese kleine Einführung in die nhd. Lyrik entspricht v.a. den Anweisungen von Martin Opitz (1597-1639), der die erste fnhd.-sprachige Poetik (das buch von der deutschen poeterey) schrieb, in Konkurrenz zur lateinischen Literatur und zur katholischen fnhd.-sprachigen Liedern (s. Literatur und Malerei des Barocks). Darin ist festgestellt: strenge Beachtung des Versmaßes/Metrums (alternierender, natürlicher Wortakzentuation gegen Knittelreim und mhd. Reimpaar-Dichtung) anhand bloßen Silbenzählens kraft Hebung- und Senkung; der mhd. rîm entspricht nun dem Endreim des Verses; Ausgeschlossen sollen die Lehnwörter (Unabhängigkeit von der frz. und it. Kulturen), sowie andere unreine Wortverbindungen und Verkürzungen (Klarheit und Schönheit); Sonett und Alexandriner- Metrum als höchste Form der Dichtung, die eine lebendige Malerei sein soll. Das Gedicht muss einem Ziel dienen und überreden, sowie überzeugen (logos-pathos-ethos/ Beweisführung-Empfindlichkeit-Glaubwürdigkeit) und mithin soll die Dichtung der Rhetorik entsprechen: inventio, dispositio, elocutio, memoria, pronuntiatio/actio (Auffindung der Überzeugungmittel, Struktur des Textes, Wort- und Stilwahl, Auswendiglernenkraft, Äußerung).

Ziel ist es, das beste Gedicht und die beste Mittel zu finden, um die Argumentation zum Erfolg zu bringen.

Allgemeinheiten

Sprechsituation: wer spricht zu wem? Wann? Wo? Und wie (Sprecherhaltung: Ironie, Zorn)?

Der Tropus: Ersetzung des „eigentlichen“ Wortes durch ein „uneigentliches“ Wort

Die Figur: Anordnungsmuster mehrerer Worte, sowie Satzteile, Gedanken, Argumente im Vers oder Satz

Die Metapher (Quintilian, † um 96): Ersetzung von einem Wort durch ein anderes um die Eigenschaften des Bildspenders (Ersetzenden) dem Bildempfänger (Ersetzten) zu geben ≠ Vergleich

Die Metonymie: auch eine Substitution aber mit realer Beziehung zw. dem Bildspender und dem Bildempfänger

Die Synekdoche: Sonderfall der Metonymie > Beziehung von Teil zum Ganzen oder umgekehrt Ausgehend von der Grundform Achilles tötet Hektor mit seinem Schwert lassen sich alle vier Typen des Tropus anwenden:

Metonymie: Achilles tötet Hektor mit seinem Stahl.

Anstelle des Schwertes wird das Augenmerk auf die spezifische Qualität der Waffe gelenkt, in diesem Fall auf das Material der Klinge, nämlich Stahl.(reale Beziehung zw. Klinge und Stahl)

Synekdoche: Achilles tötet Hektor mit seiner Klinge.

Die Klinge ist nur ein Teil des Schwertes (neben Heft und Parierstange), wird hierbei jedoch als scheinbar synonyme Bezeichnung verwendet.

Metapher: Achilles tötet Hektor mit seinem Zorn.

Der Zorn, der nicht aus dem Begriffsfeld Waffe stammt, wirkt romantisierend und schwächt den Akt der Tötung ab. Ironie: Achilles tötet Hektor mit seiner Gnade.

Hierbei wird die Gnade anstelle des gegensätzlichen Begriffs Rache gebraucht, um dadurch chilles’ Tat ins Lächerliche zu ziehen.

der Versfuß: kleinster, wiederholter Bestandteil eines Verses. Jambus xX, Anapäst, xxX, Trochäus Xx, Daktylos Xxx das Versmaß (Metrum): ist, was aus der Wiederholung der Versfüße insgesamt ein Versmaß ergibt.

Der Auftakt: die erste Silbe des Verses ist unbetont (Senkung). Der Vers ist daher auftaktig, hingegen auftaktlos.

Reimforme: Abfolge der Reimendungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kadenz: männlich/stumpf wenn die letzte Silbe des Vers betont ist (Hebung) weiblich/klingend wenn unbetont

es schlug mein Herz geschwind zu Pferde

auftaktig x X x X x X x X x w

Strophenschemen

Die Volksliedstrophe und deren häufige Varianten: (immer Strophen mit jeweils 4 Versen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Limerick: ein Gedicht in 5 Versen aus anapästischem Versmaß. Die beiden Versen am Anfang und der letze Vers sind 3-hebig und gereimt (a). Die beiden inzwischen sind 2-hebig und gereimt (b).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Odenstrophen: sind immer reimlos Alkäische Ode

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Elegische Distichon: ist aus einem Hexameter und einem Pentameter gebaut, oft reimlos und breit

Hexameter: ein 6-hebiger, auftaktloser (trochäischer, bzw. daktylischer) Vers in weiblicher Kadenz

Xx (x) Xx (x) Xx (x) Xx (x) Xx (x) Xx (x) w

Pentameter: ein 6-hebiger, auftaktloser Vers in männlicher Kadenz mit einer festen Zäsur nach der dritten Hebung

Xx (x) Xx (x) X / X xx Xxx X m

Der „Vers commun“: 10 oder 11-silbiger, 5-hebiger, auftaktig-alternierender Vers mit einer festen Zäsur nach der 2. Hebung, 10=männliche Kadenz, 11=weibliche (Endecasillabo)

Der Alexandriner: 6-hebiges, jambisches Versmaß mit fester Zäsur nach der 3. Hebung (6. Silbe) Kann 12-silbig (männliche Kadenz) oder 13-silbig (weibliche Kadenz) sein.

Das frz. und nhd. Sonett besteht aus 14 Alexandriner metrisierten Verszeilen, verteilt in 2 Quartette und 2 Terzette, mit einer (festen) Zäsur in der Mitte des Verses, die ein Oxymoron der Idee (Antithese) deutet, und häufig mit einer Pointe (Spitze) am Ende. Gryphius: Tränen des Vaterlandes, Hofmannswaldau: Vergänglichkeit der Schönheit

Der Blankvers: reimloser, jambischer, 5-hebiger Vers

Shakespeare, Goethe: Iphigenie auf Tauris

Die Stanze: 5-hebiges, jambisches Versmaß mit einer besonderen Reimform: ab ab ab cc Wenn 11-silbig (weibliche Kadenz): der Vers wird Endecasillabo genannt.

Goethe: Faust I und II (Adaptierung des frühneuhochdeutschen Knittelvers, fnhd. knittel : nhd. Reim)

Die Terzine: terza rima in Kettenreim: aba bcb cdc ded - f, wobei der letzte Vers isoliert ist (Schlusszeile) Dante: Die Göttliche Komödie

Die vierfarbige Methode vom Vorlesungsleiter

Sprechsituation

Aufbau

Begriffe

Tropen und Figuren

Entstehungsgeschichte

Verschiedene Arten von Ausgaben eines Textes:

Ausgaben durch den Autor: Editio princeps (erster oder letzter Hand)

Ausgaben durch Herausgeber: Leseausgabe

Studienausgabe

Historisch-kritische Ausgabe

Bei dem zweiten Fall steht immerhin die Frage, ob die Fassung von dem Autor autorisiert wird oder nicht.

Die Leseausgabe schlägt nur eine Möglichkeit vor, den Text zu lesen.

Immerhin bietet die historisch-kritische Ausgabe die höchst wissenschaftliche Fassung eines Textes, auf der alle Beschäftigung mit dem Texte beruhen soll. Sie präsentiert alle authentischen Fassungen sowie Varianten von den frühesten Entwürfen (Textgenese) bis zur Ausgabe letzter Hand und liefert dadurch ein Bild der Entstehungsgeschichte des Textes, im Unterschied mit der Studienausgabe, die sich auf eine begründete Auswahl beschränkt. Sie schlägt übrigens handschriftliche Fassungen in chronologischer Aufreihung und philologische sowie kritische Kommentare vor. Auch mit der Druck- und Schriftgeschichte zu verbinden.

Mehr dazu: Horst Brunner, s.19ff (Karl Lachmanns Textkritik)

LITERATURINTERPRETATION

Während Gottsched (1700-1766) behauptet, dass jede Sache äußere Zwecke habe, stellt der sturm-und-drängische Schiller (1759-1805) die Frage, ob es in dem Objekt etwas Objektives gebe, was ihm die autonome Gesetzmäßigkeit dessen Schönheit lässt, oder ob diese stets von dem inneren ästhetischen Fühlen des Menschen abhängig sei.

Doch erklärt Schiller, sowie Goethe (1749-1822), dass der Mensch (kraft der Erziehung) künstlich schöpferisches Genie zeigt (Prometheus, 1774; die schöne Seele, Novalis: Heinrich von Ofterdingen), und dass jede äußere Sache geschöpft ist. Deshalb ist jedes Kunstwerk autonom und ist da nur für es selbst, und hat keinen Zweck zu erfüllen, wie Gottsched meinte. Das ist die „zweckfreie utonomie der Schöne.“

In dieser Richtung stellen die heutigen Literaturwissenschaftler fest, dass der Leser die wesentliche Instanz des Textes ist. Rezeptions- und Wirkungsästhetik sind infolgedessen von dem Leser abhängig und lassen ihm Erwartungshorizont, sowie Leerstellen (leere Interpretationsräume). Jedenfalls steht nie ein Text ohne dessen Intertextualität, dabei lässt sich von den Wirkungsräumen des Autors und des Lesers bei dem Schreiben und bei dem Lesen prägen. (Karl Spinner)

Als Reaktion auf die ideologische Funktionalisierung von der Literatur und deren Interpretation durch den Nationalsozialismus (Staiger, Kayser) erscheint und beherrscht in den 50. und 60. Jahren der textzentrierte Ansatz der „Textimmanenten Werkinterpretation“. Sie besteht in der Rekonstruktion der Textbedeutungen durch den Leser kraft immanenten Komponenten, in der Interpretation des Textes mit der immanenten Prägnanz der Rezeption des Textes, sowie dessen Wirkung auf den Leser und umgekehrt, wobei der Text als eine offene Einheit betrachtet wird (explication de texte).

Insbesondere lehnt der Dekonstruktivismus diesen Aspekt ab. Dekonstruktivisten, wie Jacques Derrida, negieren die Möglichkeiten elitärer Eindeutigkeit eines Textes und berufen sich auf binäre, pluralische Oppositionen im Texte. Wie die Vertreter der Postmoderne (1970 - Fall der Mauer) zweifeln sie an der Wahrhaftigkeit des Wortes und behaupten dessen Verspieltheit. Der Interpretierende soll ständig die Unentscheidbarkeit des Textes bei der Interpretation im Kopfe behalten, wobei er den Text objektiv und gleichzeitig subjektiv, szientifisch, wie bei postmodernischer Architektur (gegen die FormFolgtFunktion-Architektur des „Bauhaus“) dekonstruiert.

MYTHOS

Jede Geschichte beschäftigt sich mit wörtlichen sowie abstrahierten Begriffen. Am konkretesten steht der Stoff, der der erzählbare Inhalt ist, die sachliche Konstellation aus Figuren, Räumen, Zeiten, Handlugen ohne Hinsicht auf Ideen, Gattungen, Formen, Probleme. Als kleinste bedeutungsvolle Einheit ist das Motiv die Kernidee der erzählten Geschichte. Am abstrahiertesten steht das Thema, die Hauptidee des Textes, wem Motiv und Stoff dienen. Faust-Geschichte-Skala: Faust, Teufelspakt-Motiv, Thema der Welterkenntnis

Der Mythos ist daher der Stoff einer Geschichte, dessen Arbeit als ein Versuch steht, die Welt zu verstehen und zu begründen. Er steht als Kernbegründung aller kultisch-religiösen, sowie politisch-ideologischen oder historisch- sozialen Sache in aller magischen Kultur, im Gegenteil zu zyklisch-historischer Kultur. Seit Hesiod (7.Jh.a) und seinen Theogonie und Werke und Tage versammelt der Mensch Geschichten, damit er eine ganze Geschichte zu schaffen versucht. Diese Mythologie scheint daher historisch fremd aber ist der primitivste Weg zur Historie. Sie mag als Allegorese sein (Odysseusweg = Menschenweg) oder als anagogisch-eschatologische Geschichte (die Bibel). Immerhin wird in der Arbeit des Mythos versucht, dem scheinbaren Chaos eine erzählerische Ordnung zu bringen.

Die Arbeit am Mythos, wie Homer (Aöde des 8. Jh. vor Christo) bei der Versammlung von Mythen (Die Illias, die Odyssee) getan hatte, steht als Versuch, alte Stoffe schriftlich zu überliefern und zu poetisieren, wobei der mündliche Aspekt dieser Stoffe bei der Überlieferung verschwinden können.

Laut Aristoteles (4.Jh.a) ist der Mythos das Ziel der Tragödie. (siehe im Anhang Poetik).

ERZÄHLTHEORIE

Nach Gérard Genette schaltet der Autor den Erzähler als eine Vermittlungsinstanz zwischen die erzählte Handlung und den Leser ein. Hier werden die Haupthinweise der Theorie von Genette über die Erzählung übergegeben, und hauptsächlich dient es hier dem Ziel, den Erzähler zu beschreiben, und die Erzählungsart zu begreifen. Damit werden auch deutsche Begriffen überliefern, hauptsächlich aus dem 1923 Frank Stanzl-Modell. Mithin lässt sich ein Text erstens nach dessen Form und zweitens nach dessen Inhalt untersuchen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. die Narratologie

Der Narrator erfüllt den Platz der Erzählinstanz. Er ist die Stimme des Textes, der Erzähler und ist nicht mit dem empirischen Erzähler, dem Autor zu verwechseln, es sei denn, der Text geht um eine Autobiographie, die der Regel des autobiographischen Paktes von Lejeune (1970) gemäß ist. Ansonsten ist der Erzähler dem Verfasser verschieden.

Die Instanz ist janusköpfig:

- die Instanz kann eine Figur sein, die in dem Texte körperhaft steht. Was kann ich alter Mann euch schon groß erzählen?
- Immerhin steht sie als eine wesentliche Funktion des Textes, zwar der bloße Akt des Sagens. Ein König hatte ein Mädchen, die Yaëlle hieß.

Daher kann die Erzählinstanz an der erzählten Welt, der Diegese Anteil haben oder nicht. Stände der Narrator innerhalb der Diegese, ist er intradiegetisch zu definieren. Ansonsten gehört der Narrator zur der Diegese nicht und ist extradiegetisch zu beschreiben.

Folglich kann die Erzählinstanz als Erzählerfigur auftreten, doch immerhin kann diese Figur nicht in der Geschichte vorkommen. Wäre der Narrator keine Figur der erzählten Welt, steht er in einer heterodiegetischen Postion. Häufig ist der Fall bei Er-Erzählungen (Heterodiegesis).

Sie hatten ihren letztübrigen Nachschub verschossen.

Widrigenfalls kann eine zu der Diegese gehörende Figur gleichzeitig der Erzähler sein, und häufig ist so in den Ich-Erzählungen oder Wir-Erzählungen. In diesem Fall steht der Erzähler homodiegetisch und doch:

Ist der Erzähler die Hauptfigur, bei Autobiographien der Autor, steht er in einer autodiegetischen Position.

Ansonsten ist die erzählende Rand- oder Nebenfigur ein peripherer Ich-Erzähler.

Wir hatten unsere allerletzten Kugeln verschossen.

Mittendrin kann auch die Diegese andere Diegesen erhalten. Daher kann also der Erzähler metadiegetisch sein.

II Mittelbarkeitsmodi

Der Erzähler kann entweder die Geschichte unter einem narrativen Modus oder unter einem dramatischen Modus vermitteln. So kann es unterschieden werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III die Fokalisierung

Die Erzählperspektive repräsentiert das Verhältnis vom Wissen der Erzählinstanz zum Wissen der Figur und die Preisgabe dieses Wissens dem Leser. Ohnedies ist diese Sicht von dem Erzähler auf die Diegese mit der Innensicht einer Figur (Wiedergaben von Wahrnehmungen, Gefühlen der Figur) zu verwechseln. Durch wessen Augen werden die Ereignisse wahrgenommen, ist die Frage, auf die die Fokalisierung antwortet, wennschon durch die Augen einer Figur oder einer wesentlichen Erzählinstanz. Es seien drei Hauptarten des Fokus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wennschon die Ich-Erzählung ein häufiger Anwendungsfall der internen Fokalisierung ist, ist hier nicht generell mit der Homodiegesis zu verbinden (Kafka: die Verwandlung). Freilich ist die Erzähltheorie nicht etwas Festes und im Laufe eines Werkes kann der Verfasser mit den verschiedenen, hier überlieferten Begriffen spielen und alles durcheinander mischen lassen. Häufig wird es ebenfalls festgestellt, dass eine Fokalisierung auch variabel sein kann. In Literatur ist nie fest zu behaupten, sondern immer zu vermuten und vorzuschlagen.

V Zeitbezug

A/ tempo

In einer Erzählung ist die erzählte Zeit = die diegetische Zeit von der Erzählzeit = der ausreichenden Zeit, um die

Diegese zu erzählen, zu unterscheiden. Von deren Verhältnis ist die Erzählgeschwindigkeit abhängig. Bei zeitdeckender Erzählung dauern die beiden gleicherweise. Die Zeit der histoire ist der Zeit des discours ähnlich und ist häufig so in dem Drama.

Außerdem kann das Erzählen zeitraffend sein, wenn die erzählte Zeit (histoire) länger als die Erzählzeit dauert (1 Novelle entspricht 50 Jahren).

Widrigenfalls zeitdehnend (100 Seiten 5 diegetischen Minuten) mit häufigen deskriptiven Pausen (Balzac), sowie Parenthesen, Ausschweifungen, Abschweifungen, oder anderen Zeitdehnungen. Die Zeitraffung ist gewohnheitsgemäß durch Ellipsen eingebaut, aber auch durch Leerstelle.

Die Frequenz eines erzählten Ereignisses ist auch nach dem Zeitverhältnis zu definieren. Geschähe etwas Mal, kann singulativ Mal erzählt werden, oder repetitiv. Eine einmalige Erzählung von n-maligen Ereignissen ist iterativ überliefert.

B/ Chronologie

Auch können die Tempora hin- und herspringen, sowie kann die Erzählung chronologisch oder anachronistisch übergegeben werden.

Durch eine Analepse oder (personale) Rückwendung wird einerseits eine nachträgliche Erwähnung eines Ereignisses in die Erzählung eingebaut, das innerhalb einer Geschichte zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden hat als dem, den die Erzählung bereits erreicht hat, komplett oder elliptisch, sowie vergangenheitsgewiß oder -ungewiß. Dies kann eine Erinnerung einer Figur sein oder ein auktorialer Metakommentar.

Anderseits ist hingegen durch die Prolepse oder (auktoriale) Vorausdeutung ein späteres Ereignis im Voraus erzählt oder evoziert. Dies kann eine Prophezeiung sein, zukunftsgewiß oder nicht.

Stanzl-Ich-Tabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fazit-Tabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Details

Seiten
8
Jahr
2012
ISBN (Buch)
9783668048362
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306829
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Neuere Deutsche Literatur
Note
Schlagworte
Literaturtheorie Genette Mythos Metrik Verslehre Entstehung Interpretation

Autor

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