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Interkulturelle und antirassistische Erziehung in der Grundschule

Erfahrungsbericht im Berufspraktium

Praktikumsbericht / -arbeit 2015 35 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rassismus - Ein Definitionsversuch
1.1 Warum Rassismus? - Ein Phänomen der Menschheit?!
1.2 Formen und Ursachen von Rassismus in unserer Gesellschaft

2. Interkulturelle und antirassistische Erziehung

3. Vorurteilsbewusste Pädagogik - „Bilder im Kopf“

4. Unterschiedlichkeit und Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder

5. Klassenprojekt 3a
5.1 Vorstellung der Zielgruppe
5.2 Warum hier? - Meine Motivation und Zielsetzung
5.3 Geplanter Projektverlauf

6. Planung und Durchführung der Gruppeneinheiten

7. Reflexion
7.1 Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Aufwachsen in Deutschland heißt ein Leben in und mit Vielfalt und Verschiedenheit.Dieses Land entwickelt sich zu einer heterogenen, vielfältigen und multikulturellenGesellschaft.Überall treffen wir auf andere Lebensweisen, Traditionen, Kulturen undReligionen.1 Dies erleben Kinder unterschiedlichster Nationalitäten, die in heutigen Grundschulklassen miteinander leben und lernen.

Verstärkt werden wir im Alltag mit Begriffen wie Ausländer, Asylanten, Flüchtlinge, Fremdlinge etc. konfrontiert. Diskussionen um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus kann sich hierzulande kaum noch jemand entziehen.

Vor allem die Begegnung mit dem „Fremden“ scheint ein Konfliktpotential darzustellen. Besorgniserregend sind weit verbreitete Stereotype und ethnische Vorurteile, die Kinder von Erwachsenen übernehmen. Konstruktionen wie „Deutsche“, „Türke“ oder „Ausländer“ tragen (rassistische) ungefilterte Stereotype an die Ohren der Kinder heran. Diese „Wir-und-sie-Unterscheidung“ fördert rassistische Einstellungen und macht eine interkulturelle und antirassistische Erziehung notwendig.2

Nicht nur diese unausweichliche Aktualität löst bei mir eine starke persönliche Betroffenheit aus, sondern auch der schwelende Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und die Missstände, denen vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgesetzt sind. Schon lange beschäftige ich mich mit Ursachen und Auswirkungen von Diskriminierung und Ausgrenzung und suche nach Möglichkeiten der Hilfe für Menschen, die dem Phänomen Rassismus zum Opfer fallen.

Dabei stieß ich während meiner Suche nach einem Thema für meinen Erfahrungsbericht auf eine Dokumentation des ZDF mit dem Titel „Der Rassist in uns“. Darin nahmen rund vierzig Personen an einem Antirassismus-Training teil, dass auf der Arbeit von Jane Elliott, einer amerikanischen Lehrerin, die als Antirassismus-Aktivistin bekannt ist, basiert. Der von Elliott ausgebildete Antirassismus-Trainer und Politologe Jürgen Schlicher führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den „Blue Eyed- Workshop“, den Elliott 1968 für eine Grundschulklasse entwickelt hatte. Er trennte die Gruppe rigoros in Blauäugige und Braunäugige. Er provozierte eine Diskriminierung und Abwertung der Blauäugigen, indem er den Braunäugigen auf absurde Art und Weise eine Überlegenheit und Aufwertung suggerierte.

Dieses Experiment empfand ich als sehr eindrücklich und hochinteressant. Ziel dieses Trainings war, zu zeigen, mit welchen Gefühlen Menschen zu kämpfen haben, die wegen eines beliebigen Merkmals benachteiligt werden. Auf beklemmende Weise wurde demonstriert, wie schnell Menschen zu Opfern oder aber auch zu Tätern werden können.

Dies gab mir den entscheidenden Impuls, dieses Thema in meine praktische Arbeit aufzunehmen. Bereits im Laufe der ersten Monate meiner Tätigkeit in der konnte ich verschiedene Beobachtungen machen, wie einzelne Kinder mit Fremdheit, Andersartigkeit und Ausgrenzung umgingen. Im Allgemeinen gelingt an der Schule ein sehr wertschätzender Umgang, der sich einer bereichernden Vielfalt bewusst ist. Trotzdem konnte ich ein Konfliktpotential unter den Kindern wahrnehmen, wenn es um Anders- und Fremdsein geht.

Eine Situation erschreckte mich sehr: Ein Mädchen mit russischer Herkunft aus der vierten Klasse kam aufgelöst zu mir, weil ein anderes Mädchen aus einer zweiten Klasse zu ihm gesagt hatte: „Meine Mutter und ich mögen sowieso keine Russen.“ Ich versuchte intensiv mit dem jüngeren Mädchen ins Gespräch zu gehen und nachzuforschen, wie sie zu solch einer Aussage kam.

Ein weiteres Beispiel: In der Klasse 3a wurde zu Beginn des Schuljahres durch die Klassenlehrerin die Regel aufgestellt, im Unterricht und auch in den Pausen nur Deutsch zu sprechen. Das heißt, mehrere Kinder mit gemeinsamer Muttersprache sollen sich untereinander nicht in ihrer Sprache unterhalten. In der Klasse 3a, in der ich die Rolle der Bezugserzieherin für die Kinder habe, konnte ich beobachten, dass die Kinder sehr streng mit dieser Regel umgingen. Ständig ermahnten sie sich gegenseitig, kein Albanisch oder Türkisch zu sprechen. In der Folge wurde das Gut der Muttersprache immer mehr abgewertet und ausgegrenzt. Ein Junge meinte zu mir, dass es ihn schrecklich nerve, wenn L. und A. auf Albanisch miteinander reden, weil er nichts davon verstehe und er die beiden eh nicht leiden könne. Der scharfe Blick der Kinder für die gegenseitige Zurechtweisung beschäftigte mich zunehmend. Immer wieder warf ich Argumente ein, die den Wert mehrerer Sprachen bestärken. Ich hielt die Kinder dazu an, sich nicht in ihren Unterschieden zu bekämpfen. Ein Mädchen aus meiner Klasse war ganz aufgelöst, als ein Junge zu ihr sagte, er finde Aserbaidschan blöd. Sie war sehr verletzt und fühlte sich zutiefst beleidigt. Der Junge verstand diese Reaktion nicht. Er versuchte die Beleidung abzustreiten und sich zu rechtfertigen, indem er sagte: „Ich habe doch gar nichts Schlimmes gesagt. Die muss ich ja nicht mögen.“ Ich forderte ihn dazu auf, sich in das Mädchen einzufühlen und sich vorzustellen, wie er empfinden würde, wenn jemand seine spanischen Wurzeln missachten würde. Das fiel ihm sichtlich schwer.

So entwickelten sich für mich erste Zielvorstellungen für und mit den Kindern: zunächst einmal die Vielfalt in der Klasse entdecken; die Kinder für die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sensibilisieren; den Wert und die Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes entschlüsseln; Perspektivwechsel anregen und unterschiedliche Lebenswelten von Kindern in der Klasse sichtbar machen; Benachteiligung, soziale Ungleichheit und Diskriminierung zur Sprache bringen; und vor allem das Verständnis füreinander entwickeln und pflegen.

Im theoretischen Teil meines Erfahrungsberichtes möchte ich mich mit Rassismus, seiner Definition(en), Formen und Ursachen auseinandersetzen. Was ist Rassismus? Woher kommt dieses Phänomen, „dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind und das in der Geschichte zur Rechtfertigung von Völkermord, Sklaverei und Krieg benutzt wurde sowie jahrhundertelang zur Verletzung aller Menschenrechte geführt hat“3 ? Um der vielen Literatur gerecht zu werden, die es zu diesem Thema gibt, müsste ich viele Seiten über die unzähligen Definitionen von „Rassismus“ und „Rasse“ verfassen. Rassismus hängt viel mit Wertungen und Emotionen zusammen. So ist es kaum möglich, akademisch neutral darüber zu schreiben. „Tragweite, Gültigkeit und Erklärungsmacht der jeweiligen Definitionen bzw. Rassismustheorien variieren je nach Deutungsebene und Schwerpunkt.“4 So bedarf es also eines Definitionsversuches, indem ich den Begriff des Rassismus in seinen verschiedenen Aspekten und Facetten zu beleuchten versuche.

Anschließend blicke ich auf die praktischen Möglichkeiten interkultureller und antirassistischer Pädagogik. Dabei untersuche ich beide Begriffe in ihrer Bedeutung und Zielsetzung im Verhältnis zueinander. Außerdem beziehe ich die Vorurteilsbewusste Pädagogik mit ein, die eine bedeutende Rolle in meiner praktischen Arbeit spielt.

Zuletzt bewege ich mich von den methodischen Theorien zur Theorie der vielfältig gelebten Praxis, die sich zum Beispiel fragen könnte, wie Unterschiedlichkeit und Vielfalt in Bezug auf die Kinder in deutschen Tageseinrichtungen aussehen.

In meinem Erfahrungsbericht setze ich mich mit vielen Fragestellungen, Theorien und praktischen Möglichkeiten der Umsetzung auseinander. In meinem theoretischen Teil lasse ich einige „Bilder“ und Fragen aufleuchten, zu denen ich vielleicht nicht immer eine Erklärung oder Antwort finde. In meiner praktischen Umsetzung habe ich einiges ausprobiert, Experimente gewagt, Ideen wieder verworfen und neue Wege entdeckt.

Meinen Leserinnen und Lesern möchte ich es bei all diesen Impulsen, Informationen und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten ermöglichen, eigene „Bilder im Kopf“ zu hinterfragen und Raum geben für eigene neue Gedanken, Lösungen und Ideen.

1. Rassismus - Ein Definitionsversuch

1.1 Warum Rassismus? - Ein Phänomen der Menschheit?

„‚Rasse‘ist ein Ergebnis des Rassismus und nicht dessen Voraussetzung“Philip Cohen

Was ist Rassismus? Woher kommt Fremdenfeindlichkeit? - Die verschiedensten Wissenschaftler haben sich mit diesen Fragen beschäftigt und nach Antworten gesucht. „Von der Verhaltensforschung über die Soziologie bis hin zu Psychoanalyse reichen die Erklärungsversuche.“5 Die spürbaren Folgen von Rassismus „reichen von Vorurteilen und Diskriminierung im Alltag über Sklaverei, Rassentrennung, Rassenhass und der daraus resultierenden Gewalt bis hin zum Völkermord wie […] die Judenvernichtung in der Zeit des Nationalsozialismus.“6

Auf der Suche nach Definitionen fand ich in der Literatur sehr komplexe, schwer verständliche, wissenschaftliche, bemüht neutrale, differenzierte, engagiert-emotionale, moderne oder auch historisch-politische Erklärungsansätze. Bei meiner Recherche habe ich auch extreme Positionen nicht ausgeklammert, etwa das Wahlprogramm der NPD, in dem erklärt wird, warum eine multikulturelle Gesellschaft klar abgelehnt wird und warum Migration und „Asylanarchismus“ Völkermord bedeuten.

Es gibt nicht die eine allgemein gültige Theorie, die Rassismus erklären kann. Der Begriff „Rassismus“ entstand in Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. 1940 formulierte Ruth Benedict, amerikanische Ethnologin, eine erste Definition von Rassismus7: „… das Dogma, dass eine ethnische Gruppe von Natur aus zu erblicher Höherwertigkeit bestimmt. Das Dogma, dass die Hoffnung der Kulturwelt davon abhängt, manche Rassen zu vernichten und andere rein zu erhalten. Das Dogma, dass eine Rasse in der gesamten Menschheitsgeschichte Träger des Fortschritts war und als einzige auch künftig Fortschritt gewährleisten kann.“8 Damals stellte Benedict die Existenz von menschlichen Rassen noch nicht grundsätzlich in Frage. Albert Memmi, französischer Soziologe und Schriftsteller tunesischer Herkunft, definiert Rassismus als verallgemeinernde Wertung existenter oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Rassisten und zum Nachteil und Schaden seines Opfers. Dadurch würden Privilegien und Aggressionen der Rassisten legitimiert.9 Hier wird deutlich, dass die behaupteten Unterschiede zwischen den Rassen und die daraus abgeleitete Abwertung bestimmter Rassen keine empirische Grundlage haben, sondern lediglich bestimmten Interessen dienen.10 Der britische Soziologe Stuart Hall beschreibt Rassismus als „Ausschließungspraxis“, um „bestimmte Gruppen vom Zugang zu kulturellen und symbolischen Ressourcen auszuschließen“11. Demzufolge können Menschen unveränderliche Charaktermerkmale zugeschrieben werden, die ihren gewissermaßen „natürlichen“ sozialen Status festlegen. Ungleichheit stellt sich so als natürlich dar, weil sie angeblich biologisch oder kulturell gebunden ist.12

Der Rassismus an sich ist dabei älter als der Rassismus-Begriff oder jede „Rassenlehre“. Er findet immer statt, „wenn Menschen andere Gruppen zu einer biologisch zusammengehörenden Gruppe erklären, die niedriger, unzivilisierter, fauler oder gefährlicher sei.“13 Im „Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung“ der Vereinten Nationen von 1965 steht: „Rassendiskriminierung ist jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“14 „Den Rassismus“ gibt es allerdings nicht. Rassismus nimmt je nachdem, von wem er ausgeht und gegen wen er sich richtet, andere Formen an.15 Stuart Hall stellt fest, dass Rassismus, wo auch immer er zu finden ist, historisch spezifisch von Epoche, Kultur und Gesellschaftsform abhängig ist. Deswegen sollte seiner Meinung nach nicht von Rassismus, sondern von Rassismen gesprochen werden.16 Daran schließt sich auch der englische Rassismustheoretiker Philip Cohen an. Er sagt sogar, dass sich rassistische Vorstellungskomplexe nach Gruppen unterscheiden.17 So sind bei Arbeitern und Angestellten vermutlich andere rassistische Elemente zu finden als bei Akademikern und Arbeitgebern. „Somit kann Rassismus sowohl klassen- und schichtspezifisch als auch alters- und geschlechtsspezifisch gesehen werden“.18

1.2 Formen und Ursachen von Rassismus in unserer Gesellschaft

Im engeren Sinne meint Rassismus den historischen und biologischen Rassismus. Dem möchte ich den Begriff des kulturellen Rassismus entgegenstellen, der sich etwa in alltäglichen Vorurteilen und Diskriminierungen äußert.19 Gegenwärtig wirkt der Begriff Rassismus durchaus alarmierend und wird häufig (besonders in Deutschland) mit der nationalsozialistischen Rassenlehre in Zusammenhang gebracht. Jedoch hat sich das rassistische Denken der Gegenwart im Vergleich mit dem in der Vergangenheit gewandelt. Heutige Erscheinungsweisen von Rassismus sind nicht mit der staatlich propagierten Rassenlehre der Nazis zu vergleichen. Früher ging der Rassismus von höheren und niederen Rassen aus. Heute stecken hinter rassistischen Aktionen eher soziale Probleme, wie zum Beispiel die kurzsichtige Rückführung fehlender Arbeitsplätze und daraus folgender Arbeitslosigkeit auf die Anwesenheit von Immigrantinnen und Immigranten.20 Ausdrucksformen, die unter der Bezeichnung des Rassismus eingeordnet werden, sind sehr unterschiedlich. Einerseits gehören dazu Gewaltakte wie Anschläge auf Flüchtlingsheime, andererseits reiht sich da auch ein abwertender, häufig völlig unreflektierter Sprachgebrauch ein (wie „Neger“).21 „In diesem gewandelten Rassismus wird nicht mehr die Minderheit, sondern die Andersartigkeit zum entscheidenden Kriterium.“22 Also kann inzwischen dem biologischen Rassismus der kulturelle Rassismus gegenübergestellt werden. Ètienne Balibar, ein zeitgenössischer französischer Philosoph, sieht einen „Rassismus ohne Rassen“ in den europäischen Ländern aufkommen, in denen nicht mehr die biologische Vererbung die vorherrschende Rolle spielt, sondern die Unaufhebbarkeit der kulturellen Differenzen.23 Nach Memmi ist Rassismus „nicht die Feststellung von Unterschieden ethnischer oder biologischer Natur, sondern […] die Bewertung eines Menschen aufgrund dieser Unterschiede und der Instrumentalisierung dieser Bewertung zur Unterdrückung von Menschen oder zur Rechtfertigung von Gewalt gegen sie“24. Die Abgrenzung erfolgt im Interesse der Majorität, der sich die „Fremden“ unterzuordnen haben. Jedem Rassismus liegt Machtungleichheit zu Grunde. Dabei zieht er ein strukturelles Gewaltverhältnis nach sich. Rassistische Zuschreibungen resultieren aus einer Machtposition und werden dadurch sozial wirksam, worunter die Betroffenen leiden müssen.

Rassismus hat nicht nur eine gesellschaftliche Funktion, sondern auch eine psychische. Rassistische Vorstellungen müssen sich sozusagen für den Einzelnen lohnen. Solche Vorstellungen können z.B. ein Gefühl der Überlegenheit hervorrufen und so zu einer Selbstaufwertung führen, oder sie dienen zu einer Art Welterklärung, die den eigenen privilegierten Status rechtfertigt. Die Psychoanalyse sieht im Fremdbild die Kehrseite des Eigenen, ein Produkt der Projektionen eigener verdrängter Impulse. Gerade der Fremde ist in seiner Unbekanntheit als Projektionsfläche perfekt geeignet. Die Psychodynamik der Fremdheitskonstruktion dient der Absicherung des Selbst, indem dem Bild des Fremden all das zugeschrieben wird, was für das Ich bedrohlich erscheint.25

2. Interkulturelle und antirassistische Erziehung

„Menschen werden nicht als Rassisten geboren, sie werden dazu gemacht. Alles, waserlernt werden kann, kann auch verlernt werden.“Jane Elliott

In den letzten drei Jahrzehnten haben sich in der erziehungswissenschaftlichen wie schulpädagogischen Diskussion interkulturelle Lernkonzepte entwickelt. Sie wurden als Antwort auf die gesellschaftlichen Veränderungen formuliert, die vor allem durch Migration gekennzeichnet sind. Dabei gibt es kein einheitliches Konzept.

[...]


1 Vgl. Asser, Silvia 2007/08: Seminararbeit - Interkulturelle und antirassistische Erziehung. GRIN Verlag, S. 3

2 Vgl. ebenda S. 3-4

3 Schirrmacher, Thomas 2009: Rassismus, Alte Vorurteile und neue Erkenntnisse. SCM-Verlag GmbH & Co. KG Holzgerlingen, S.9

4 Asser, Silvia 2007/08: Seminararbeit - Interkulturelle und antirassistische Erziehung. GRIN Verlag, S. 8

5 Riepe, Gerd und Regina 2001:Fremd ist der Fremde nur in der Fremde, Argumente gegen Rassismus. Lamuv Verlag GmbH Göttingen, S. 123

6 Asser, Silvia 2007/08: Seminararbeit - Interkulturelle und antirassistische Erziehung. GRIN Verlag, S. 8

7 Vgl. Schirrmacher, Thomas 2009: Rassismus, Alte Vorurteile und neue Erkenntnisse. SCM-Verlag GmbH & Co. KG Holzgerlingen, S. 13

8 Benedict, Ruth 1940: Race: Science and Politics. Modern Age Books New York, S. 21. In: Schirrmacher 2009, S. 13

9 Vgl. Memmi, Albert 1992: Rassismus. Athenäum Frankfurt/ M., S. 164. In: Schirrmacher 2009, S. 13

10 Vgl. Schirrmacher 2009, S. 13

11 Hall, Stuart 1989: Rassismus als ideologischer Diskurs. In: Das Argument 178, Argument-Verlag Hamburg, Berlin, S. 913 ff. In: Asser 2007/08, S. 9

12 Vgl. Asser 2007/08, S. 10

13 Schirrmacher 2009, S. 19

14 Vgl. Zitat aus „Internationalem Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung“ 1965. In: Schirrmacher 2009, S.19

15 Vgl. Schirrmacher 2009, S. 19

16 Vgl. Hall, Stuart: Rassismus als ideologischer Diskurs. In: Räthzel, Nora 2000: Theorien über Rassismus. Argument-Verlag Hamburg, S.11. In: Schirrmacher 2009, S. 21

17 Vgl. Asser 2007/08, S. 11

18 A.a.O., S. 11

19 Vgl. a.a.O. 2007/08, S. 8

20 Vgl. a.a.O. 2007/08, S. 9

21 Vgl. a.a.O., S. 9

22 A.a.O., S. 9

23 Vgl. Balibar, Ètienne 1989: Gibt es einen „neuen Rassismus“?. In: Das Argument 175, ArgumentVerlag Hamburg, Berlin, S. 369 ff. In: Asser 2007/08, S. 10

24 Asser 2007/08, S. 10-11

25 Vgl. Rommelspacher, Birgit 2002: Anerkennung und Ausgrenzung, Deutschland als multikulturelle Gesellschaft. Campus Verlag GmbH Frankfurt/Main. S. 10

Details

Seiten
35
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668072374
ISBN (Buch)
9783668072381
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307702
Institution / Hochschule
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
interkulturelle erziehung prävention grundschule erfahrungsbericht berufspraktium

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