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Vor- und Nachteile des transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP)

von Niklas Fercher (Autor)

Hausarbeit 2015 32 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Die Theorie des Freihandels

3. Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) im Überblick
3.1. Hintergründe zum Abkommen
3.2 Wesentliche Inhalte des Abkommens
3.3 Vergleich zum CETA-Abkommen

4. Vor- und Nachteile des TTIP-Abkommens
4.1 Vorteile des TTIP-Abkommens
4.2 Nachteile des TTIP-Abkommens

5. Schluss

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1:Landkartenübersicht über die aktuellen Freihandelsabkommen der EU

Abb. 2: Freihandelstheorie von David Ricardo

Abb. 3: Die vier bedeutendsten Wirtschaftsregionen der Welt

Abb. 4: Meinungsbild der deutschen Bevölkerung zum Freihandelsabkommen

Abb. 5: Exporte der deutschen Automobilbranche in die USA

Abb. 6: Unterschiedliche Normen in der Automobilbranche in der EU und den USA

Abb. 7: TOP-10 der am häufigsten verklagten Nationen bis Ende

Abb. 8: Neue Marktchancen für große und kleine Unternehmen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Zuge der Globalisierung und dem daraus zunehmenden internationalen Wettbewerb haben sich die Rahmenbedingungen wesentlich verändert. Der Wettbewerb ist schnelllebiger und intensiver geworden. Insbesondere technische Produkte werden nicht mehr nur in einem Land produziert. Damit der Handel dieser Produkte sowohl für Unternehmen, als auch für Verbraucher finanzierbar bleibt, besteht die Notwendigkeit den Markt zu liberalisieren. Hierzu kann der Abschluss von Freihandelsabkommen beitragen.[1]

In der Europäischen Union (EU) bildet der gemeinsame Binnenmarkt der EU-Mitgliedsstaaten gem. Art. 28 AEUV die Säule der europäischen Volkswirtschaft.[2]

Es ist geregelt, dass es keine Ein- und Ausführzolle zwischen den Mitgliedsstaaten geben darf.[3] Es existiert eine so genannte Zollunion, welchen den Handel innerhalb der EU fördern soll.

Um die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt zu stärken und auszubauen, ist die EU stark daran interessiert mit anderen Ländern, wie beispielsweise den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Freihandelsabkommen abzuschließen.[4]

Durch so ein Abkommen sollen die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA intensiviert werden. 2013 machte der Handel zwischen beiden Wirtschaftsräumen rund ein Drittel des gesamten Welthandels aus.[5] Ebenso entfallen rund 50 % des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf die EU und die USA.[6] Diese Zahlen veranschaulichen die Bedeutung beider Wirtschaftsräume und erklären, weshalb ein Abkommen sinnvoll ist.

Generell hat auch die im Jahr 1995 ins Leben gerufene Welthandelsorganisation (WTO) die Aufgabe sich mit der Regelung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu beschäftigen.[7] Sie soll ebenso Handelshemmnisse aller Art abbauen, um den internationalen Handel zu fördern.[8] Mit Stand von Mai 2015 zählt die Welthandelsorganisation 161 Mitgliedsstaaten.[9] Darunter sind auch alle EU-Mitgliedsstaaten vertreten.

Allgemein hat die EU bereits sehr viele Handelsabkommen verschiedener Arten mit anderen Ländern abgeschlossen.[10] In der unten stehenden Grafik ist auch ersichtlich, dass besonders in Afrika und Süd- und Nordamerika noch zahlreiche Verhandlungen laufen. Im asiatischen Handelsraum hingegen gibt es bis auf wenige Ausnahmen, wie Südkorea, noch kaum Freihandelsabkommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BMEL, Stand: Juni 2015

https://www.bmel.de/SharedDocs/Bilder/Fachbereiche/Landwirtschaft/Markt-Export-Handel/FreihandelsabkommenEU.jpg?__blob=poster&v=16

Abb.1:Landkartenübersicht über die aktuellen Freihandelsabkommen der EU

1.2 Aufbau der Arbeit

Im Hauptteil der Arbeit wird zunächst die Theorie des Freihandels erläutert und erklärt wer die wichtigsten Protagonisten waren. Im Anschluss wird auf das Transatlantische Abkommen im Allgemeinen eingegangen. Hier werden zunächst die Hintergründe des Vorhabens beleuchtet. Anschließend werden die wesentlichen Inhalte des möglichen Abkommens begutachtet. Danach wird noch ein Vergleich zum bereits abgeschlossenen CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada gezogen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit befasst sich mit den Vor- und Nachteilen des Freihandelsabkommens aus Sicht der Europäischen Union.

Der Schluss spiegelt die Bedeutung des Freihandelsabkommens für die Europäische Union wieder und gibt einen kurzen Ausblick auf die weiteren Schritte.

2. Die Theorie des Freihandels

Unter dem Begriff Freihandel wird der Austausch von Dienstleistungen und Gütern verstanden, welcher nicht mit Handelsbarrieren wie Zöllen oder anderen Beschränkungen versehen ist. [11]

Als Pionier des Freihandels zählt der Schotte Adam Smith (1723-1790). [12] Er gilt bis heute als Begründer der klassischen Nationalökonomie sowie der freien Marktwirtschaft. In einem seiner bekanntesten Werke, dem „Wohlstand der Nationen“ aus dem Jahr 1776, nahm Smith ausführlich zu dem Zusammenhang zwischen Im- und Export für die Industrialisierung Stellung. [13] Sein Werk besteht aus fünf Büchern, in welchen er u. a. die Prinzipien der Arbeitsteilung sowie die Funktionen des Geldes und des Finanzsystems beschreibt. [14] Allerdings hatte der Freihandel für Smith sehr unterschiedliche Effekte auf die verschiedenen Klassen und Volkswirtschaften. [15]

Außerdem setzte sich Smith kritisch mit den vorhandenen Handelsschranken auseinander. [16] Sein Werk „Wohlstand der Nationen“ ist auch fast 240 Jahre nach der Erstausgabe aktuell. Er schrieb damals schon über die Angst der Bevölkerung vor der Globalisierung der Märkte. [17] Diese Angst ist nachwievor vorhanden. Außerdem schrieb Smith, dass der Austausch von Waren über Landesgrenzen hinweg keine Gefahr für den Wohlstand von Nationen ist, sondern im Gegenteil eine wichtige Quelle des Wohlstands sei. [18] Für Smith war die internationale Arbeitsteilung gemäß absoluten Kostenvorteilen der Schlüssel zum Erfolg. [19] So sollten u. a. die natürlichen Standortvorteile, die einzelne Länder haben, genutzt werden.

Er brachte als Beispiel an, dass ein Familienvater, welcher weitsichtig handelt, stets dem Grundsatz folgt, niemals etwas herzustellen, was er günstiger kaufen könnte. [20] Er fügte an, dass das Verhalten einer einzelnen Familie für ein mächtiges Königreich kaum falsch sein kann. Wenn ein anderes Land Produkte günstiger herstellen kann als man selbst, ist es im Gegenzug möglich mit einem Teil der in eigener Produktion gefertigten Erzeugnisse zu bezahlen. [21]

Auch der Brite David Ricardo (1772-1823) setzte sich für den Freihandel ein. [22] In seinem Hauptwerk „ Grundsätze der politischen Ökonomie und der Besteuerung” aus dem Jahr 1817, analysierte Ricardo die Verteilungskonflikte im Industriezeitalter.

Außerdem bewies er, dass freier Handel den Wohlstand von Nationen tatsächlich erhöht. [23] Weltbekannt wurde seine Theorie, dass sich Länder auf ihre in der Herstellung kostengünstigsten Produkte spezialisieren sollten. [24] Dies machte er an dem Beispiel der Tuchproduktion von Großbritannien und der Weinproduktion von Portugal fest. Das folgende Bild zeigt die Theorie von Ricardo. Wenn sich Portugal rein auf den Weinhandel und Großbritannien sich auf den Tuchhandel spezialisiert, können beide Volkswirtschaften mehr Mengen an Wein bzw. Tüchern herstellen. [25] Portugal und Großbritannien erwerben dann die nicht selbst produzierten Güter von dem jeweils anderen. So findet ein Tausch statt und jede Volkswirtschaft spart Ressourcen.

[...]


[1] Vgl. Europäische Kommission (2014), Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel-Motor für wirtschaftliches Wachstum, S.4

[2] Vgl. Europäische Kommission (2014), Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel-Motor für wirtschaftliches Wachstum, S.3

[3] Vgl. http://www.aeuv.de/aeuv/dritter-teil/titel-ii/art-28.html

[4] Vgl. Europäische Kommission (2014), Die Europäische Union erklärt: Handel, Freihandel-Motor für wirtschaftliches Wachstum, S.5

[5] Vgl. Presse-und Informationsamt der Bundesregierung (2013), –Broschüre Freihandelszone, S. 10

[6] Vgl. Presse-und Informationsamt der Bundesregierung (2013), –Broschüre Freihandelszone, S. 10

[7] Vgl. Schubert, K. (2011), bpb.de http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18473/welthandelsorganisation-wto

[8] Bundesregierung.de (2013) http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Lexikon/EUGlossar/W/2005-11-16-welthandelsorganisation-wto-.html

[9] Vgl. Bmwi.de (2015) http://www.bmwi.de/DE/Themen/Aussenwirtschaft/Handelspolitik/wto,did=615516.html

[10] Vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2014) https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Markt-Handel-Export/_Texte/BilateraleFreihandelsabkommen.html

[11] Vgl. Schubert, K. (2011), bpb.de http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17504/freihandel

[12] Vgl. Christen C. (2014) Freihandel in Theorie und Praxis, S. 2

[13] Vgl. Christen C. (2014) Freihandel in Theorie und Praxis, S. 2

[14] Vgl. Bofinger, P., FAZ.net (2013) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/die-weltverbesserer/adam-smith-der-segen-des-egoismus-12536505.html

[15] Vgl. Christen C. (2014) Freihandel in Theorie und Praxis, S. 2

[16] Vgl. Bofinger, P., FAZ.net (2013) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/die-weltverbesserer/adam-smith-der-segen-des-egoismus-12536505.html

[17] Vgl. Bofinger, P., FAZ.net (2013) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/die-weltverbesserer/adam-smith-der-segen-des-egoismus-12536505.html

[18] Vgl. Bofinger, P., FAZ.net (2013) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/die-weltverbesserer/adam-smith-der-segen-des-egoismus-12536505.html

[19] Prof. Dr. Van Suntum(2013) S.1

[20] Kruber, K. bpb.de (2008), http://www.bpb.de/publikationen/YDP302,2,0,Theoretische_Grundlagen_des_internationalen_Handels.html

[21] Kruber, K. bpb.de (2008), http://www.bpb.de/publikationen/YDP302,2,0,Theoretische_Grundlagen_des_internationalen_Handels.html

[22] Vgl. Fischer, M. Wiwo.de (2011) http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/david-ricardo-der-freihaendler/5886714.html

[23] Vgl. Fischer, M. Wiwo.de (2011) http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/david-ricardo-der-freihaendler/5886714.html

[24] de/politik/konjunktur/david-ricardo-der-freihaendler/5886714.html

[25] Vgl. Fischer, M. Wiwo.de (2011) http://www.wiwo.Vgl. Fischer, M. Wiwo.de (2011) http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/david-ricardo-der-freihaendler/5886714.html

Details

Seiten
32
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668061521
ISBN (Buch)
9783668061538
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307911
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,7
Schlagworte
TTIP; Freihandelsabkommen EU USA

Autor

  • Niklas Fercher (Autor)

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