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Blütenherbarium

Blüten unserer Heimat

Studienarbeit 2015 128 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2 1. Aronstabgewächse (Araceae)
1.1 Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)

2. Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
2.1 Wiesen-Glockenblumel (Campanula patula)

3. Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
3.1 Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
3.2 Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)

4. Korbblütengewächse (Asteraceae)
4.1 Kornblume (Centaurea cyanus)
4.2 Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)
4.3 Schaf-Garbe (Achillea millefolium)
4.4 Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)

5. Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
5.1 Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
5.2 Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
5.3 Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera, Dentaria bulbifera)

6. Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
6.1 Gewöhnlicher Gundermann (Glechoma hederacea)
6.2 Goldnessel (Lamium galeobdolon)
6.3 Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

7. Mohngewächse (Papaveraceae)
7.1 Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
7.2 Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas)
7.3 Schöllkraut (Chelidonium majus)

8. Narzissengewächse (Amaryllidaceae)
8.1 Schnitt-Lauch (Allium schoenoprasum)

9. Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
9.1 Acker-Hornkraut (Cerastium arvense)
9.2 Große Sternmiere (Stellaria holostea)
9.3 Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi, Lychnis flos-cuculi)
9.4 Rote Lichtnelke (Silene dioica, Melandrium rubrum)

10. Raublattgewächse (Boraginaceae)
10.1 Blauroter Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum)

11. Rötegewächse (Rubiaceae)
11.1 Gewöhnliches Kletten-Labkraut (Galium aparine)
11.2 Waldmeister (Galium odoratum)

12. Rosengewächse (Rosaceae)
12.1 Gewöhnliche Nelkenwurz (Geum urbanum)
12.2 Knack-Erdbeere (Fragaria viridis)

13.Sauerkleegewächse(Oxalidaceae)
13.1 Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)

14. Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
14.1 Gold-Klee (Trifolium aureum)
14.2 Hopfenklee (Medicago lupulina)
14.3 Inkarnat-Klee (Trifolium incarnatum)

15. Spargelgewächse (Asparagaceae)
15.1 Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

16. Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
16.1 Wechselblättriges Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium)

17.Storchschnabelwächse(Geraniaceae)
17.1 Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)

18. Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
18.1 Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)

19. Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
19.1 Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang
Sammelkalender häufiger Wildfrüchte und -kräuter
Wildkräuterverwendungen
Wildkräuterrezepte
Screenshot

Gefunden1

Ich ging im Walde

So für mich hin,

Und nichts zu suchen,

Das war mein Sinn.

Im Schatten sah‘ ich

Ein Blümchen stehn,

Wie Sterne leuchtend,

Wie Aeuglein schön.

Ich wollt' es brechen,

Da sagt' es fein:

Soll ich zum Welken

Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen

Den Würzlein aus,

Zum Garten trug ich's

Am hübschen Haus.

Und pflanzt‘ es wieder

Am stillen Ort;

Nun zweigt es immer

Und blüht so fort.

(Johann Wolfgang von Goethe)

1. Aronstabgewächse

(Araceae)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Gefleckter Aronstab

Familie: Aronstabgewächse (Araceae)

Beschreibung:Die Familie der Aronstabgewächse, zu der nach neueren Erkenntnissen nun die Familie der Wasserliliengewächse (Lemnaceae) eingegliedert wird (vgl. Seybold, 2011, S. 194), ist mit weit über 100 Gattungen und etwa 3000 Arten relativ groß. Die meist ausdauernd krautigen Pflanzen3, deren „basaler Teil der [Sprossachse] häufig als unterirdisch wachsendes, knollig verdicktes Rhizom ausgebildet ist“ (Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 537), kommen vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten der Erde vor.

- Blätter: Die Aronstabgewächse zählen zu den Einkeimblättrigen Pflanzen. Untypischerweise weisen ihre meist zweizeilig oder wechselständig angeordneten sowie gestielten Blattorgane einen besonders großen Formenreichtum auf. Neben sehr einfachen und ganzrandigen Formen können ebenso fiederschnittige, einfach und mehrfach gefiederte sowie lochartig durchbrochene Blatttypen auftreten. Die Blattnervatur ist häutig netznervig (Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 537 f.; Lüder, 2015, S. 188 f).
- Blüten: Fast alle Aronstabgewächse haben nur kleine, unscheinbare, radiärsymmetrische, meist zwittrige oder eingeschlechtliche4 Blüten, die in der Regel zu einem vielblütigen, kolbigen Blütenstand vereinigt sind. Meist wird dieser von einem relativ großen Hochblatt (Spatha) umhüllt, welches oft auffallend gefärbt ist resp. eine besondere Form aufweist. So bietet es einerseits Schutz, andererseits werden Insekten angelockt. Die teilweise vollständig reduzierte Blütenhülle setzt sich oft aus 2 zwei- oder dreizähligen Kreisen zusammen, wodurch keine Differenzierung in Kelch- und Blumenkrone möglich ist. Die Anzahl der Staubblätter variiert; sie können frei resp. miteinander verwachsen sein. Die Stempel bestehen in der Regel aus drei verwachsenen Fruchtblättern, wobei der oberständige Fruchtknoten meist deutlich zu erkennen ist (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 537 ff.; Seybold, 2011, S. 194).
- Früchte: Aronstabgewächse bilden in der Regel ein- bis vielsamige Beeren aus.

Wissenswertes:Aronstabgewächse sind u.a. durch das Vorkommen ätherischer Öle, Saponinen und Polyphenolen gekennzeichnet (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 537 ff.; Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 72 f.).

1.1 Gefleckter Aronstab

(Arum maculatum)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. Gefleckter Aronstab

Name:Gefleckter Aronstab

(Arum maculatum)

Familie:Aronstabgewächse

(Araceae)

Blütezeit:April - Juni

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3. Gefleckter Aronstab

Beschreibung:Der Gefleckte Aronstab ist eine giftige, ausdauernde krautige Pflanze, die bis zu 60 cm groß wird. Die meist grundständigen oder wechselständigen Laubblätter sind breit pfeilförmig, netznervig5, entgegen der Namensgebung meist ungefleckt, dunkelgrün und lang gestielt. Das große, grünlichweiße Hochblatt (Spatha) stellt in seinem oberen Abschnitt ein flächiges Schauorgan (Helm) dar und bildet in seinem unteren, bauchigen Teil den Kessel, welcher die teils unscheinbaren, bis auf den Stempel resp. die Staubblätter reduzierten Blüten unterhalb des Kolbens umschließt. Durch das innen mit Öltröpfchen besetzte Hochblatt gleiten die Insekten6, die abends vom harnartigen Geruch des Kolbens7 angelockt wurden, in die Kesselfalle und bestäuben die weiblichen Blüten. Erst später platzen die darüber liegenden Staubbeutel auf und beladen das Insekt mit Pollen. Reusenhaare (sterile Blüten) versperren den Insekten bis dahin den Ausgang und verhindern das Eindringen größerer Insekten (vgl. Baltisberger, 2003, S. 203; Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 72 f.; Lüder, 2015, S. 118, 189).

Vorkommen:Den Gefleckten Aronstab kann man in krautreichen Laubwäldern, Auenwäldern, Hecken sowie in Lehm- und Kalkgebieten antreffen; dabei bevorzugt er frische, nährstoffreiche, meist tiefgründige Böden an schattigen Standorten (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 362).

Wissenswertes:Der Verzehr von Blatt und Wurzel kann nach Fleischhauer, Spiegelberger & Guthmann (2014, S. 595) u.a. zu Schüttelkrämpfen, starkem Anschwellen der Zunge bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen des Zentralen Nervensystems führen.

2. Glockenblumengewächse

(Campanulaceae)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4. Wiesen-Glockenblume

Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)

Blütenformel: *K 5 oder (5) B (5) S 5 F (3) unterständig

Beschreibung:Glockenblumengewächse sind meist krautige Pflanzen, nur selten kommen (Halb-)Sträucher oder Bäume vor.

Alle einheimischen Pflanzen dieser Familie (7 Gattungen und etwa 30 Arten) sind „ausschließlich Kräuter oder Stauden“ (Lüder, 2015, S. 452). Insgesamt gibt es 87 Gattungen und 1.950 Arten (vgl. ebd., S. 452).

- Blätter: Die Blätter der Glockenblumengewächse sind stets wechselständig. Ferner sind sie ungeteilt und höchstens gelappt. Die Grundblätter unterscheiden sich häufig von den Stängelblättern8. Nebenblätter sind keine vorhanden (vgl. Seybold, 2011, S. 731; Lüder, 2015, S. 452).
- Blüten: Der Blütenstand ist sehr variabel. Neben Einzelblüten, Trauben und Rispen, kommen auch Ähren und sogar Köpfchen vor; dagegen ist die Gestalt der einzelnen Blüten sehr einheitlich. Die fünf stets miteinander verwachsenen Blütenkronblätter bilden eine glocken-, röhren-, oder trichterförmige Blütenkrone aus, deren Aussehen mehr oder weniger an kleine Glöckchen erinnert. Die fünf Kelchblätter9 können frei oder verwachsen sein und umschließen im unteren Teil die Blütenkrone. Die fünf Staubbeutel können anfangs leicht miteinander verklebt sein; verwachsen sind sie jedoch nicht (vgl. Seybold, 2011, S. 731; Lüder, 2015, S. 453 f.).
- Früchte: Die Frucht ist eine vielsamige Kapsel, die in der Regel aus drei (selten auch zwei oder fünf) unterständigen, miteinander verwachsenen Fruchtblättern10 gebildet wird (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 312; Seybold, 2011, S. 731; Lüder, 2015, S. 454).

Wissenswertes:Die artenreichste Gattung der Glockenblumengewächse ist die Glockenblume (Campanula) mit etwa 250 Arten, deren Blüten stets blau oder violett sind. Ihren Namen hat die Familie aufgrund ihrer glockigen Form (vgl. Lüder, 2015, S. 452).

Die oft helle Farbe am Grunde des Blütenkelches ist eine Anpassung an die Bestäuber, da viele Insekten „bereitwillig ins Helle laufen“ (Lüder, 2015, S. 453).

2.1 Wiesen-Glockenblume

(Campanulaceae)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5. Wiesen-Glockenblume

Name:Wiesen-Glockenblume

(Campanula patula)

Familie:Glockenblumengewächse

(Campanulaceae)

Blütezeit:Mai - Juli

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6. Wiesen-Glockenblume

Beschreibung:Die Wiesen-Glockenblume wächst als zweijährige, krautige Pflanze und wird 30 bis 60 cm hoch11. Die Blätter sind wechselständig und ungeteilt; die kurz gestielten, am Rand gekerbten Grundblätter weisen eine verkehrt eiförmige Form auf; die wenigen Stängelblätter sind lanzettlich und spitz. Nebenblätter sind keine vorhanden.

Der kantige Stängel ist im unteren Bereich kurzhaarig, ansonsten kahl. Die langgestielten, schräg resp. aufrecht stehenden sowie trichterförmigen Blüten (2 bis 3 cm lang) – welche in breit ausladenden, lockeren Rispen stehen12 – sind hell blauviolett und in fünf Kronzipfel13 gespalten, die meist weit auseinanderspreizen. Ferner sind sie immer miteinander verwachsen. Kelch- und Staubblätter sind jeweils fünf vorhanden. Ferner besitzen die seitlichen Blütenstiele über der Mitte zwei Hochblätter.

Als Frucht wird eine Kapsel gebildet (vgl. Haeupler & Muer, 2007, S. 461; Fleischhauer, Spiegelberger & Guthmann, 2014, S. 322 ff.; Beiser, 2014, S. 60 f.; Lüder, 2015, S. 218).

Vorkommen:Die Wiesen-Glockenblume bevorzugt frische, nährstoffreiche, meist kalkarme Böden an sonnigen Standorten und ist daher auf Fettwiesen, Weiden, Wegrändern, in Gebüschen oder auf Brachflächen anzutreffen (vgl. Beiser, 2014, S. 60; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 218).

Wissenswertes:Die Blüten wenden sich stets zur Sonne. Wie bei allen Glockenblumen entleeren die Staubblätter den Blütenstaub bereits in der geschlossenen Knospe (vormännlich) auf die Außenseite des Griffels. In der offenen Blüte liegen sie schließlich leer am Boden und nektarsaugende Insekten – in der Regel Bienen – beladen sich mit dem Blütenstaub, bevor die Narben auseinanderspreizen (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 90; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 218).

3. Hahnenfußgewächse

(Ranunculaceae)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7. Gewöhnliches Scharbockskraut

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Blütenformel: * bis ↓ K 2–∞ B 5–∞ S ∞ F 1–∞ oberständig

Beschreibung:Bei allen Hahnenfußgewächsen (etwa 60 Gattungen mit nahezu 2000 Arten) handelt es sich um Stauden oder Kräuter. Die Waldrebe (Clematis) ist als einziges einheimisches Hahnenfußgewächs hervorzuheben, da es als Liane wächst und zudem – als weitere Besonderheit – gegenständige Blätter besitzt (vgl. Lüder, 2015, S. 272).

- Blätter: Die meist stark gegliederten Laubblätter der Hahnenfußgewächse sind in der Regel wechselständig, seltener gegen- oder grundständig; dabei variiert die Blattform stark: Meist sind sie jedoch handförmig eingeschnitten resp. zusammengesetzt, sie können aber auch ungeteilt sein. Nebenblätter sind bei den Pflanzen in der Regel nicht vorhanden. Es kann jedoch vorkommen, dass Hahnenfußgewächse Nebenblätter vortäuschen oder eine scheidenartig verbreitete Basis besitzen14. Die Blattnervatur ist meist queraderig (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1993, S. 71 f.; Seybold, 2011, S. 364; Lüder, 2015, S. 273).
- Blüten: Die meist zwittrigen Blüten sind – wie die Blütenformel zeigt – sowohl in ihrer Form als auch in ihrem Aufbau sehr variabel. Die meisten Hahnenfußgewächse weisen eine radiärsymmetrische Blüte mit auffällig bunten resp. stark glänzenden15 Kronblättern auf, es kommen aber auch zygomorphe – teilweise gespornte oder helmförmige – Blüten vor. Die Blütenhülle besteht meist aus nur einem Blütenblatt-kreis, der in der Anzahl der Blütenhüllblätter stark variieren kann (vom Perigon bis hin zu Nektar- oder Honigblättern). Diese bilden mit den oft zahlreich vorhandenen sowie freien Staubblättern besonders gestaltete Nektarblätter aus. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus einem oder mehreren stets freien Fruchtblättern, von denen jedes einzelne eine Frucht ausbildet (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1993, S. 71 f.; Lüder, 2015, S. 274 f.).
- Früchte: Die Früchte bilden sich meist zu vielsamigen Balg- oder einsamigen Nussfrüchten aus; nur selten kommen Beerenfrüchte vor (vgl. Lüder, 2015, S. 274).

Wissenswertes:Alle Hahnenfußgewächse sind durch Protoanemonin frisch giftig. Im getrockneten Zustand ist dieser Giftstoff allerdings nicht mehr wirksam (vgl. Lüder, 2015, S. 272).

3.1 Gelbes Windröschen

(Anemone ranunculoides)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8. Gelbes Windröschen

Name:Gelbes Windröschen

(Anemone ranunculoides)

Familie:Hahnenfußgewächse

(Ranunculaceae)

Blütezeit:April - Mai

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Abb. 9. Gelbes Windröschen

Beschreibung:Das Gelbe Windröschen ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die bis zu 20 cm hoch wächst. Es gehört zu den ersten Frühjahrsblühern; durch einen stark verdickten Wurzelstock als Überdauerungs- und Speicher-organ, kann es die günstige Lichtperiode vor dem Laubaustrieb der Bäume nutzen und zeitig austreiben. Der Wurzelstock kann Schuppenblätter – seltener auch einzelne Grundblätter – aufweisen, die während der Blütezeit jedoch meist fehlen.

Der Stängel ist bis auf drei kurz gestielte resp. sitzende, bis zum Grund dreiteilig eingeschnittene Stängel- resp. Hochblätter, deren Blattnervatur queraderig ist, blattlos.

Die Hochblätter werden meist von 2 fünf- bis sechszähligen Blüten16 überragt; seltener treten Gelbe Windröschen auf, die nur eine oder drei Blüten besitzen. Gelbe Staubblätter sind zahlreich vorhanden.

Die kleinen Nussfrüchte des Gelben Windröschens tragen ein Anhängsel (Elaiosom), das Lock- und Futterstoffe enthält. Dadurch werden Ameisen angelockt, die die Samen verschleppen und verbreiten (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 22; Lüder, 2015, S. 108, 280; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 266).

Vorkommen:Das Gelbe Windröschen kommt vor allem in feuchten Laub-, Buchen- und Auenwäldern vor. Dabei bevorzugt sie frische, nährstoff- und kalkreiche17 sowie mullreiche Böden. In der Regel kann man sie in großen Gruppen bestaunen (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 266).

Wissenswertes:Das Gelbe Windröschen wirkt durch den Gehalt an Protoanemonin unter anderem haut- und schleimhautreizend (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 266 f.).

3.2 Gewöhnliche Akelei

(Aquilegia vulgaris)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10. Gewöhnliche Akelei

Name:Gewöhnliche Akelei

(Aquilegia vulgaris)

Familie:Hahnenfußgewächse

(Ranunculaceae)

Blütezeit:Mai - Juli

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11. Gewöhnliche Akelei

Beschreibung:Die Gewöhnliche Akelei – auch Gemeine Akelei genannt – erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 80 Zentimetern und wächst als kurzlebige, mehrjährige sowie krautige Pflanze, deren kräftiger Stängel aufrecht und reich verzweigt ist.

Die (grau)grünen, wechselständigen Laubblätter sind an der Unterseite meist behaart. Die unteren Blätter sind zudem lang gestielt, gefiedert und doppelt dreizählig mit dreilappig gekerbten (Teil)Blättchen; die oberen sind hingegen ungestielt. Die lang gestielten, herabhängenden resp. nickenden, meist blauvioletten Blüten (vormännlich) – selten rosa, purpurn oder weiß – setzen sich aus fünf Perigonblättern sowie fünf kronblattartigen, lang gespornten Nektarblättern18 zusammen. Letztere stehen zwischen den eigentlichen Blütenkronblättern und dienen nach Lüder (2015, S. 280) als Schauapparat. Die Staubblätter ragen nur wenig aus der Blüte heraus. Jede von ihnen bringt vielsamige Balgfrüchte hervor, die zur Reifezeit aufspringen und die Samen fortschleudern (Selbststreuer)19 (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 28; Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 64; Haeupler & Muer, 2007, S. 57; Spohn, Golte-Bechtle, Spohn, 2015, S. 220).

Vorkommen:Die Gewöhnliche Akelei kommt in lichten Laubwäldern resp. an Waldrändern, auf Säumen und Wiesen oder in Gebüschen vor; dabei bevorzugt sie vor allem kalkhaltige Böden (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 28; Spohn, Golte-Bechtle, Spohn, 2015, S. 220).

Wissenswertes:In allen Pflanzenteilen – besonders im Samen – ist ein blausäureabspaltendes Glykosid enthalten, das in größeren Mengen u.a. zu Benommenheit und Atemnot führen kann (vgl. Altmann, 2011, S. 20). Hummeln sind nach Düll & Kutzelnigg (2005, S. 64) – bis auf kurzrüsselige Nektardiebe – die Hauptbestäuber der Gewöhnlichen Akelei.

4. Korbblütengewächse

(Asteraceae)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12. Silberdistel20

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Blütenformel: *oder ↓ K 0 bis [B (5) S (5)] F (2) unterständig

Beschreibung:Die Korbblütengewächse – oder kurz: Korbblütler – bilden mit etwa 1300 Gattungen und 21.000 Arten die größte Pflanzenfamilie.

Die einheimischen Korbblütler (circa 80 Gattungen mit 400 Arten) treten „ausschließlich [als] Kräuter und Stauden“ (Lüder, 2015, S. 458) auf; Kletterpflanzen, Sukkulenten, dornige Stauden, Bäume oder Polster-pflanzen stellen jedoch Lebensformen dar, die für ihre Variabilität und Anpassungsfreundlichkeit sprechen (vgl. ebd., 2015, S 458).

- Blätter: Die meist ganzrandigen Blätter sind in der Regel wechselständig, seltener gegenständig. Die Form und Anordnung ist sehr vielgestaltig21 ; man kann die Familie aber aufgrund der zusammengezogenen Blütenstände (Körbchen oder Köpfchen22 ) leicht erkennen. Nebenblätter sind keine vorhanden (vgl. Seybold, 2011, S. 741; Lüder, 2015, S. 458).
- Blüten: Die relativ einheitlichen, ungestielten und oft unzähligen Einzelblüten bilden einen körbchenförmigen Blütenstand, der von zusammengesetzten Hüllblättern, einem Scheinkelch von Hochblättern, umgeben ist. Die Blüten stehen zudem auf einem Köpfchenboden und täuschen eine Einzelblüte vor. Die oft unauffällig gefärbten Tragblätter sitzen als sogenannte Spreublätter zwischen den Einzelblüten auf dem Blütenboden; sie können jedoch auch fehlen. Die zwittrige, selten eingeschlechtliche Blüte ist fünfzählig. Ist diese radiär, handelt es sich um eine fünfzipflige Röhrenblüte; ist sie zygomorph, spricht man von einer Zungenblüte, die aus drei oder fünf miteinander verwachsenen Kronblättern bestehen kann (beide Blütenformen können einzeln resp. zusammen auftreten). Die Kelchblätter, welche sich zur Fruchtreife zum Pappus entwickeln, können fehlen oder als Haarkranz ausgebildet sein. Die fünf fertilen Staubblätter resp. deren Staubbeutel sind zu einer Röhre verwachsen und von den Blütenkronblättern umschlossen (vgl. Lüder, 2015, S. 460 ff.)
- Früchte: Aus dem unterständigen, zweiblättrigen Fruchtknoten bildet sich eine Achäne (Nuss) aus, die mithilfe des Pappus durch den Wind verbreitet wird (vgl. Seybold, 2011, S. 741; Lüder, 2015, S. 458).

Wissenswertes:Aus jeder Einzelblüte geht eine Frucht hervor (vgl. Lüder, 2015, S. 458).

4.1 Kornblume

(Centaurea cyanus)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13. Kornblume

Name: Kornblume

(Centaurea cyanus)

Familie:Korbblütengewächse

(Asteraceae)

Blütezeit: Juni - Okt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14. Kornblume

Beschreibung:Die Kornblume ist eine einjährige, krautige Pflanze, die bis zu 80 cm hoch werden kann. Ihr aufrechter – teilweise verzweigter – Stängel ist weißfilzig behaart23 und weist wechselständige Blätter auf. Die unteren Laubblätter sind oft fiederspaltig mit seitlichen Ausbuchtungen, die oberen schmal-lanzettlich (bis zu 5 mm breit) und ungeteilt. Die einzelnen Körbchen an den Stängelenden sind mit meist fünfzipfligen, trichterförmigen Röhren-blüten (steril) gefüllt. Dabei sind die äußeren, im Vergleich zu den inneren, als Schaublüten vergrößert. Ferner können sie bis zu einem Drittel eingeschnitten sein. Die auffallenden Blüten sind in der Regel blau, sie können jedoch auch rosa oder weiß sein. Die Hüllblätter der Blütenköpfe sind schuppenförmig angeordnet.

Die Staubfäden der Kornblume sind leicht reizbar. Werden sie berührt, entspannen sie sich plötzlich (Zellunterdruck) und ziehen den Staubbeutelring nach unten, indem sie sich knieförmig nach außen biegen. Der feststehende Griffel schiebt dann den nach innen entleerten Pollen aus der Staubbeutelröhre heraus. Als Frucht wird eine Achäne gebildet (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 121; Beiser, 2012, S: 116; Lüder, 2015, S. 469; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 224).

Vorkommen:Die weltweit verbreitete Kornblume ist wärmeliebend; zudem bevorzugt sie mäßig frische, kalkarme, nährstoffreiche und meist leicht saure Böden. Daher ist sie häufig auf Schuttplätzen, Ödland und am Rande von Getreidefeldern verbreitet (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 121; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 224).

Wissenswertes:Früher wurden die Pflanzenfarbstoffe der Kornblume für Tinte, Malerfarben, Kosmetik und Arzneien genutzt.

Noch heute wird sie gegen Hautrötungen und Bindehautreizungen eingesetzt oder wird in Kosmetika verwendet (vgl. Lüder, 2015, S. 469).

4.2 Orangerotes Habichtskraut

(Hieracium aurantiacum)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 15. Orangerotes Habichtskraut

Name:Orangerotes Habichtskraut

(Hieracium aurantiacum)

Familie:Korbblütengewächse

(Asteraceae)

Blütezeit:Juni - Aug.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 16. Orangerotes Habichtskraut

Beschreibung:Das Orangerote Habichtskraut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 50 Zentimetern erreichen kann.

Es können auffallend weißliche, oberirdische Ausläufer vorhanden sein.

Die Grundrosette besteht meist aus wenigen weichen, spateligen sowie stark hell behaarten Blättern. Die Stängelblätter nehmen in zunehmender Wuchshöhe an Größe ab.

Der hohle und behaarte Stängel (die Stängelhaare können zwischen 3 und 6 mm lang werden), der aufrecht wächst und wenige Verzweigungen aufweist, endet mit einer doldigen Traube, bei der die Anzahl der Blütenkörbchen stark variieren kann. Es können 2 bis 25 gedrängte Blütenkörbchen auftreten, die stets aus Zungenblüten bestehen24. Die Blütenkronblätter sind orangegelb bis braunrot, wodurch sich das Orangerote Habichtskraut eindeutig bestimmen lässt25 (vgl. Seybold, 2011, S. 816 f.; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 68 f.).

Vorkommen:Die Pflanze bevorzugt kalkarme, humose sowie saure Böden. Verwildert ist sie u.a. an Weg- und Straßenböschungen sowie an Bahndämmen anzutreffen. Aufgrund der Ausläuferbildung kann man sie oft in größeren Gruppen bestaunen (vgl. Seybold, 2011, S. 816 f.; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 68).

Wissenswertes:Die Gattung der Habichtskräuter ist eine der formenreichsten des Pflanzenreichs. In der heimischen Flora ist sie mit den zwei Untergattungen Hieracium und Pilosella vertreten, „die neben ihren Haupt- und Zwischenarten eine Unzahl von Unterarten, Varietäten [und] Formen umfassen“ (Seybold, 2011, S. 816).

Die Bestimmung wird durch diverse Bastardbildungen zusätzlich erschwert und erfordert nach Seybold (2011, S. 816) sogar ein Spezialstudium.

4.3 Schaf-Garbe

(Achillea millefolium)

a

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 17. Schaf-Garbe

Name:Schaf-Garbe

(Achillea millefolium)

Familie:Korbblütengewächse

(Asteraceae)

Blütezeit:Juni - Okt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 18. Schaf-Garbe

Beschreibung:Die häufig vorkommende Schaf-Garbe wächst als ausdauernd krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 120 Zentimetern erreichen kann26. Der aufrecht wachsende, kantige und meist locker behaarte sowie verzweigte Stängel ist sehr zäh. Die dunkelgrünen Blätter27 sind wechselständig, weisen einen lanzettlichen Umriss auf und sind zwei- bis dreifach fiederspaltig. Die Teilblättchen haben schmale, spitz zulaufende Enden. Der Blütenstand ist eine dichte Scheindolde mit zahlreichen Blüten-körbchen, die 4-10 mm groß werden können28. Die wenigblütigen Körbchen bestehen aus einzelnen, gelblich-weißen sowie vormännlichen Röhrenblüten und 4 bis 6 – in der Regel weißen – Zungenblüten. Es können jedoch auch zart rosarote Blüten vorkommen (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 30; Künkele & Lohmeyer, 2007, S. 50 f.; Beiser, 2014, S. 228 f.; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 176 f.).

Vorkommen:Die Schaf-Garbe ist eine Pionierpflanze, die bis ins Gebirge verbreitet ist. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden, weshalb man sie u.a. auf Wiesen, Weiden und Äckern antreffen kann (vgl. Künkele & Lohmeyer, 2007, S. 51; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 176).

Wissenswertes:Die Schaf-Garbe enthält ähnliche ätherische Öle wie die Echte Kamille, weshalb sie als krampflösende und appetitanregende Heilpflanze geschätzt (vgl. Künkele & Lohmeyer, 2005, S. 30 f.; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 176) und beispielsweise „bei Infektionen des Verdauungskanals eingesetzt“ (Lüder, 2015, S. 68) wird.

Schafe fressen lediglich die Blätter der Schaf-Garbe, weshalb man auf Weiden oft blattlose Exemplare antreffen kann (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 176).

4.4 Wiesen-Margerite

(Leucanthemum vulgare)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 19. Wiesen-Margerite

Name: Wiesen-Margerite

(Leucanthemum vulgare)

Familie:Korbblütengewächse

(Asteraceae)

Blütezeit:Juni - Oktober

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 20. Wiesen-Margerite

Beschreibung:Die Wiesen-Margerite29 – auch Gemeine Wucherblume genannt – ist eine krautige Pflanze, die mehrere Jahre überdauern kann. In dieser Zeit kann sie eine Höhe von 80 Zentimetern erreichen.

An dem meist unverzweigten, kantigen und aufrechten, wenig behaarten Stängel bilden sich spatelförmige Laubblätter aus, die locker wechselständig angeordnet sind. Die oberen, ungeteilten Blätter sind meist kleiner und halbstängelumfassend resp. sitzend, die unteren sind dagegen gestielt und meist grob gezähnt.

Das einzelne, 2-7 cm breite Blütenkörbchen ist lang gestielt und weist einen flachen Blütenboden auf. Dieser enthält 20 bis 25 weiße Zungenblüten (weiblich) und 400 bis 500 gelbe Röhrenblüten (zwittrig).

Die grünen Hüllblätter des Kelches sind länglich-lanzettlich, dachziegelartig angeordnet und haben einen bräunlichen, trockenhäutigen Rand. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Insekten. Die Wiesen-Margerite kann sich jedoch auch selbst bestäuben.

Die Frucht (Achäne) wird entweder durch den Wind oder mithilfe von Pflanzenfressern (Verdauungsverbreitung) verbreitet (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 94; Beiser, 2014, S. 58; Lüder, 2015, S. 481; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 178).

Vorkommen:Die Wiesen-Margerite ist eine typische Wiesenpflanze, die kaum Ansprüche an die Wahl des Bodens stellt; lediglich kühl-nasse oder sehr fette Standorte werden von ihr vermieden. Ansonsten findet man sie u.a. auf Wiesen, Weiden, Äckern oder Wegrändern (vgl. Seidel & Eisenreich, 1998, S. 94; Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 178).

Wissenswertes:Früher wurde die Wiesen-Margerite gegen Erkältungen und zur Wundheilung eingesetzt, da die Wirkstoffe ähnlich sind wie bei der Echten Kamille (vgl. Lüder, 2015, S. 481).

[...]


1 Quelle: Goethe, von J. W. (1827). Gefunden. Aus: Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand (Erster Band). Stuttgart: J. G. Cotta’sche Buchhandlung, S. 26.

2 Die dargestellten Pflanzen der vorliegenden Arbeit sind in alphabetischer Reihenfolge gegliedert. Zunächst erfolgt die Gliederung nach Familien. Innerhalb dieser Familien sind die einzelnen Arten ebenfalls in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Ausschlaggebend sind hierbei jeweils die deutschen Bezeichnungen.

3 Neben Kräutern kommen jedoch auch Schling- und Wasserpflanzen sowie Epiphyten und strauch- resp. baumartige Formen vor (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 537; Seybold, 2011, S. 194).

4 Sind die Blüten eingeschlechtlich, kommen eher einhäusige - seltener zweihäusige - Arten vor (vgl. Benedix, Fukarek & Danert, 1994, S. 538).

5 Die Blattnervatur wird für die Entscheidung ob eine unbekannte Pflanze ein- oder zweikeimblättrig ist herangezogen. Die Blattnerven des Gefleckten Aronstabs verlaufen – nicht wie bei den Einkeimblättrigen üblich – parallel sondern netznervig (vgl. Lüder, 2015, S. 102).

6 Bestäubt wird der Gefleckte Aronstab vorwiegend von Schmetterlingsmücken der Gattung Psychoda (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 73).

7 Der Kolben ist steril und meist violett (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 73).

8 Die Ährige Teufelskralle beispielsweise belegt diese Aussage: Bei ihr sind die Grundblätter herzformartig und gestielt. In Richtung des Blütenstandes werden die Blätter schmaler und sitzen dem Stängel ohne Blattstiel an (vgl. Lüder, 2015, S. 452).

9 Die Kelchblätter bleiben übrigens an der reifen Frucht erhalten (vgl. Lüder, 2015, S. 454).

10 Die Anzahl der Fächer innerhalb der Kapsel entspricht der Anzahl der Fruchtblätter (vgl. Lüder, 2015, S. 454).

11 Die Wiesen-Glockenblume ist nach Lüder (2015, S. 452) vor allem in Süddeutschland verbreitet.

12 Die Blüten der Rapunzel-Glockenblume stehen in schlanker, steif aufrechter Traube resp. Rispe, sodass man beide voneinander unterscheiden kann (Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 218).

13 „Die Blütenkrone kann bis zur Hälfte der ‚Glocke‘ gespalten sein“ (Lüder, 2015, S. 452).

14 Im Gegensatz zu den Rosengewächsen haben die Nebenblätter der Hahnenfußgewächse keine Zipfel oder abstehende Blattteile (vgl. Lüder, 2015, S. 273).

15 Der Glanz wird durch umgebildete, Nektar absondernde Staubblätter hervorgerufen (vgl. Lüder, 2015, S. 275).

16 Das weißblühende Buschwindröschen entwickelt in der Regel nur eine Blüte pro Pflanze (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 172).

17 Das Gelbe Windröschen ist ein typischer Kalkzeiger (vgl. Lüder, 2015, S. 46 f.).

18 Die Nektardrüsen befinden sich in der gebogenen Spornspitze (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 64).

19 Durch den elastischen Stängel und die an der Spitze widerhakig gekrümmten Früchte zählt die Gewöhnliche Akelei zudem zu den Wind- und Tierstreuern (vgl. Düll & Kutzelnigg, 2005, S. 64).

20 Die Silberdistel gehört sowohl zu den Magerkeitszeigern als auch zu den Trockenzeigern, d.h. es handelt sich um eine Zeigerpflanze für stickstoffarme, trockene Standorte. Ferner zeigt die Silberdistel auch basenreiche Böden an (vgl. Lüder, 2015, S. 42 ff.). Da sie sowohl nach Seidel & Eisenreich (1989, S. 56) als auch nach Spohn, Golte-Bechtle & Spohn (2015, S. 182) geschützt ist, wurde sie lediglich fotografiert.

21 Lediglich dreiteilige und fingerförmige Blätter kommen nicht vor (vgl. Lüder, 2015, S. 458).

22 Eine Unterscheidung beider Begriffe ist nach Lüder (2015, S. 459) für die Bestimmung irrelevant, weshalb sie in der vorliegenden Arbeit nicht näher erläutert werden.

23 Auch die Blätter der Kornblume fühlen sich filzig an (vgl. Beiser, 2012, S. 116; Fleischhauer, Spiegelberger & Guthmann, 2015, S. 19).

24 Nach Lüder (2015, S. 465) verraten die fünfzipfligen Blüten, dass es sich um Zungenblüten handelt.

25 Aus der Gruppe der Habichtskräuter ist das Orangerote mit seinen Blütenkronblättern gut zu erkennen; die meisten blühen nämlich gelb (vgl. Spohn, Golte-Bechtle & Spohn, 2015, S. 68).

26 Nach Künkele & Lohmeyer (2007, S. 50) wird sie maximal bis zu 80 cm hoch.

27 Die Blätter wurden früher Augenbraue der Venus genannt (vgl. Künkele & Lohmeyer, 2007, S. 50).

28 Neben der Schaf-Garbe ist der Wasserdost ebenfalls ein Korbblütengewächs, bei dem nur wenige Blüten zu einem Köpfchen zusammengezogen sind, die Einzelblüten vortäuschen. Diese können zudem noch doldenähnlich aussehen und daher für ein Doldenblütengewächs gehalten werden (vgl. Lüder, 2015, S. 103).

29 Nach Lüder (2015, S. 42 f.) ist die Margerite eine Zeigerpflanze für einen stickstoffarmen Standort.

Details

Seiten
128
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668113480
Dateigröße
19.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307931
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd – Naturwissenschaften: Biologie
Note
1,0
Schlagworte
Blütenherbarium Blüten Blütenpflanzen Pflanzen Pflanzenfamilien Wildkräuter Wildkräuterrezepte Sammelkalender Herbarium

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Titel: Blütenherbarium