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Trainingsplanung für Beweglichkeit und Koordination mit einer 29-jährigen Kandidatin

Dehn- und Gleichgewichtstraining

Hausarbeit 2014 25 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Lösung Aufgabe 1

Lösung Aufgabe 2

Lösung Aufgabe 3

Lösung Aufgabe 4

Lösung Aufgabe 5

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Lösung Aufgabe 1

Tab. 1: Allgemeine und biometrische Daten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lösung Aufgabe 2

Im Rahmen einer Trainingsplanung für ein Beweglichkeits- und Koordinationstraining wird ein manueller Beweglichkeitstest, modifiziert nach Janda (S.36), durchgeführt. Das Ziel dieses Muskelfunktionstests ist die Erfassung von muskulären Dysbalancen und Differenzen in der Beweglichkeit.

Bei dem Test werden folgende Muskelgruppen manuell getestet:

- Brustmuskulatur (M. pectoralis major)
- Hüftbeugemuskulatur (speziell M. iliopsoas)
- Kniestreckmuskulatur (speziell M. rectus femoris)
- Kniebeugemuskulatur (Mm. ischiocrurales)
- Wadenmuskulatur (Mm. triceps surae)

Zur Testausführung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 270) für die Testung der Brustmuskulatur (M. pectoralis major) nimmt der Proband eine Rückenlage auf der Behandlungsliege ein. Die Beine sind dabei angewinkelt, sodass eine Beckenfixierung ermöglicht wird. Zu beachten ist, dass die Füße Kontakt mit der Auflagefläche haben. Der Tester fixiert anschließend den Brustkorb (Thorax) mit der Hand / dem Unterarm durch leichten Zug in diagonaler Richtung von der zu testenden Seite weg. Dabei ist der zu testende Arm im Schultergelenk abgespreizt (abduziert) und außenrotiert. Das Ellenbogengelenk ist 90° gebeugt. Die Position des Oberarmes zum horizontal liegenden Körper weist eine eventuelle Bewegungseinschränkung auf. Bei der Testausführung ist zu beachten, dass das Abheben des Beckens oder eine Hyperlordose in der Lendenwirbelsäule das Testergebnis beeinflussen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Becken und die Lendenwirbelsäule fixiert bleiben. Zur Stabilisierung der Lendenwirbelsäule ist es hilfreich die Bauchmuskulatur anzuspannen. Die Beine bleiben angewinkelt, so dass die Beckenfixation bestehen bleibt.

Testauswertung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 271):

Stufe 0: Keine Beweglichkeitsdefizite; Oberarm erreicht die Horizontale; durch leichten Druck des Testers kann Oberarm unter die Horizontale bewegt werden.

Stufe 1: Leichte Beweglichkeitsdefizite; Oberarm erreicht die Horizontale nicht; durch leichten Druck des Testers kann Oberarm bis zur Horizontale bewegt werden.

Stufe 2: Deutliche Beweglichkeitsdefizite; Oberarm erreicht Horizontale auch durch Druck des Testes nicht.

Zur Testung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 258) der Hüftbeugemuskulatur (M. iliopsoas) nimmt der Proband wieder die Rückenlage auf der Behandlungsliege ein. Das Gesäß des Kunden schließt mit dem Rand der Liege ab. Die Beine sind im Überhang. Der Proband zieht ein angewinkeltes Bein so weit wie möglich zum Körper heran, so dass das andere Bein im Überhang ist. Der Tester beobachtet die Hüftflexion des freien Beines. Die Position des Oberschenkels im Verhältnis zur Körperlängsachse (Hüftbeugewinkel) zeigt dabei die vorhandenen Beweglichkeitsdefizite. Das Abheben des Beckens oder eine Hyperlordose in der Lendenwirbelsäule führen zur Verfälschung des Testergebnis. Sobald das angewinkelte Bein maximal herangezogen wird, findet eine Stabilisierung von Becken und Lendenwirbelsäule statt. Ist es dem Probanden möglich, sein angewinkeltes Bein selbst anzuziehen, so kann der Tester zusätzlich eine freie Hand unter die Lendenwirbelsäule des Probanden schieben und diesen Druck gegen die Hand ausüben lassen. Dadurch kommt es zusätzlich zur Lendenwirbelsäulen-Fixierung.

Testauswertung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 259):

Stufe 0: Keine Beweglichkeitsdefizite; Oberschenkel erreicht Horizontale; durch leichten Druck des Testers kann Oberschenkel unter Horizontale bewegt werden.

Stufe 1: Leichte Beweglichkeitsdefizite; leichte Hüftbeugestellung; durch leichten Druck des Testers kann Oberschenkel bis zur Horizontale bewegt werden.

Stufe 2: Deutliche Beweglichkeitsdefizite; Oberschenkel erreicht Horizontale auch durch Druck des Testers nicht.

Zur Testausführung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 258) der Kniestreckmuskulatur (M. rectus femoris) nimmt der Kunde, wie schon bei den Testungen zuvor, eine Rückenlage auf der Behandlungsliege ein. Das Gesäß des Kunden schließt mit dem Rand der Liege ab. Dabei sind die Beine im Überhang. Der Proband zieht ein angewinkeltes Bein so weit wie möglich zum Körper heran, dabei ist das andere Bein im Überhang. Das hängende Bein wird im maximal möglichen Hüftextensionswinkel durch den Tester fixiert. Anschließend führt der Tester dieses Bein in einen maximal möglichen Kniebeugewinkel. Der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel (Kniebeugewinkel) ist maßgebend für die Testauswertung. Es ist zu beachten, dass ein Abheben des Beckens oder eine Hyperlordose in der Lendenwirbelsäule zur Manipulation des Testergebnis führt. Die Beckenfixierung, sowie die Lendenwirbelsäulen-Fixierung kann wie schon bei der Testung der Hüftbeugemuskulatur erreicht werden. Durch maximales heranziehen des angewinkelten Beines, wird das Becken und die Lendenwirbelsäule stabilisiert. Sobald der Tester eine Hand zusätzlich unter die Lendenwirbelsäule schiebt, kann durch Druckausübung gegen die Hand eine weitere Lendenwirbelsäulen-Fixierung ermöglicht werden. Es muss beachtet werden, dass die Beugung im Kniegelenk nicht durch die Auflagefläche bzw. die Liege behindert werden darf.

Testauswertung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 259):

Stufe 0: Keine Beweglichkeitsdefizite; Unterschenkel hängt senkrecht herab; durch leichten Druck des Testers ist es möglich, die Kniebeugung zu vergrößern.

Stufe 1: Leichte Beweglichkeitsdefizite; Unterschenkel ist leicht nach vorne gestreckt; durch leichten Druck des Testers ist es möglich, einen 90° Kniebeugewinkel zu erreichen.

Stufe 2: Deutliche Beweglichkeitsdefizite; Unterschenkel ist deutlich nach vorne gestreckt; auch durch Druck des Testers wird 90° Kniebeugewinkel nicht erreicht.

Zur Testdurchführung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 261) der Kniebeugemuskulatur (Mm. ischiocrurales) nimmt der Proband eine Rückenlage auf der Behandlungsliege ein. Ein Bein ist angewinkelt. Das gestreckte Bein wird nun vom Tester in die maximal mögliche Hüftflexion geführt (die Patella bleibt bei der Fixierung frei!). Als Messbereich gilt der Hüftbeugewinkel. Bei der Testausführung ist zu beachten, dass ein Abheben des Beckens oder eine Hyperlordose in der Lendenwirbelsäule das Testergebnis manipulieren kann. Aus diesem Grund ist die Fixierung von Becken und Lendenwirbelsäule sehr wichtig. Des Weiteren muss das zu testende Bein unbedingt gestreckt bleiben. Das angewinkelte Bein darf die Ausgangsposition nicht verlassen.

Testauswertung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 262):

Stufe 0: Keine Beweglichkeitsdefizite; die Flexion im Hüftgelenk ist im Ausmaß von 90° möglich.

Stufe 1: Leichte Beweglichkeitsdefizite; die Flexion im Hüftgelenk ist bis zwischen 80-90° möglich.

Stufe 2: Deutliche Beweglichkeitsdefizite; die Flexion im Hüftgelenk ist nur unter 80° möglich.

Zur Testdurchführung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 255) der Wadenmuskulatur (Mm. triceps surae) nimmt der Proband eine Rückenlage auf der Behandlungsliege ein. Ein Bein steht angewinkelt mit dem Fuß auf der Unterlage. Das andere Bein ist gestreckt. Die distale Hälfte des Unterschenkels ragt über das Ende der Liege hinaus. Der Tester greift das Bein mit einer Hand distal am Fersenbein. Die andere Hand ergreift den Fuß von der Fußaußenkante her. Der Tester übt einen Hauptzug an der Ferse aus und zieht distalwärts zu sich heran. Dabei lenkt er mit dem Daumen der anderen Hand den Vorfuß mit leichtem achsengerechten Druck zum Schienbein hin (maximale Dorsalextension). Es ist zu beachten, dass der Druck mit dem Daumen am äußeren Fußrand erfolgen soll. Wird in der Mitte der Fußsohle gedrückt, kann es zu einer reflektorischen Anspannung der Mm. triceps surae kommen, welche das Testergebnis verfälscht. Es reicht nicht aus, nur die Fußsohle zum Schienbein hin zu drücken. Entscheidend ist der zusätzliche Zug an der Ferse. Des Weiteren ist es möglich differenziert den M. gastrocnemius und M. soleus auszuwerten. Sobald die maximale Dorsalextension erreicht ist, wird durch beugen des Kniegelenks das Bewegungsausmaß vergrößert.

Testauswertung (modifiziert nach Janda, 2000, S. 255):

Stufe 0: Keine Beweglichkeitsdefizite; eine Dorsalextension ist mindestens bis zur 0°-Stellung möglich (90° zwischen Fuß und Unterschenkel).

Stufe 1: Leichte Beweglichkeitsdefizite; die 0°-Stellung wird nicht erreicht; eine Dorsalextension ist aber möglich.

Stufe 2: Deutliche Beweglichkeitsdefizite; eine Dorsalextension ist nur bis 10° unterhalb der 0°-Stellung möglich.

Tab. 2: Beweglichkeitstest (modifiziert nach Janda (2002))

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus Tabelle 1 geht hervor, dass Probandin V.P. keinerlei gesundheitliche Einschränkungen hat. Auf Grund der früheren, sowie aktuellen sportlichen Aktivität lässt sich schließen, dass bei der Probandin schon Grundtrainingskenntnisse bestehen. Somit gibt es keinerlei Einschränkungen in der Belastbarkeit und Trainierbarkeit. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse des Beweglichkeitstestes. Es ist zu sehen, dass leichte Beweglichkeitsdefizite der Stufe 1 der beidseitigen Hüftflexoren, sowie der Wadenmuskulatur vorhanden sind. Ebenfalls gibt es starke Einschränkungen (Stufe 2) in der ischiocruralen Muskulatur. Diese Beweglichkeitsdefizite sind sehr wahrscheinlich auf die berufliche Tätigkeit als Verkäuferin im Einzelhandel zurückzuführen. Die Probandin muss den ganzen Tag stehend ihrer Arbeit nachgehen. Dadurch kommt es immer wieder zur gleichen Belastung für ihre Beinmuskulatur (M. rectus femoris, Mm. ischiocrurales, Mm. triceps surae). Es entsteht eine muskuläre Dysbalance als Ausdruck eines motorischen Stereotyps. Die Folgen sind Schon- und Ausgleichshaltungen, welche sich in einer neuromuskulären Störung niederschlagen. Die gelenkumgebende Muskulatur stabilisiert reflektorisch die eingeschränkte Gelenkbewegung. Daraus folgt eine unwillkürliche Einschränkung der physiologisch möglichen Bewegungsamplitude. Schlussfolgernd wird empfohlen, ein Krafttrainingsprogramm im vollem Bewegungsumfang (full range of motion) sowie ein umfassend spezifisches Dehntraining auszuüben.

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Details

Seiten
25
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668071346
ISBN (Buch)
9783668071353
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v308525
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH – Saarbrücken
Note
1,9
Schlagworte
trainingsplanung beweglichkeit koordination kandidatin dehn- gleichgewichtstraining

Autor

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Titel: Trainingsplanung für Beweglichkeit und Koordination mit einer 29-jährigen Kandidatin