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Wie viel Zeit bleibt einer Frau für die Arbeit? Eine multivariate Analyse zur Erwerbstätigkeit in Österreich

Forschungsarbeit 2013 27 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Operationalisierung
2.2.1 Die Normalarbeitszeit
2.2.2 Die Teilzeitarbeit
2.2.3 Geringfügige Beschäftigung

3. Methoden
3.1 Hypothesen
3.1 Datensatz und Methode
3.2 Eingrenzung
3.3 Methodisches Vorgehen
a. Abhängige Variablen
b. Unabhängige Variablen

4. Univariate Beschreibung der Merkmale

5. Ergebnisse

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Seit der Jäger und Sammlergesellschaft hat sich viel verändert. Die Arbeit und das „Geld verdienen“ unterliegt einem ständigen Wandel. Vor der Industrialisierung war es üblich, dass die Frau sich zuhause um die Kinder kümmerte und der Mann Erwerbstätig war und das Geld verdiente. Unentgeltlich arbeiteten die Frauen zuhause und kümmerten sich um das Wohl der Familie. Da der Mann für seine Tätigkeit jedoch belohnt wurde (in Form eines Gehalts), nahm seine Arbeit einen höheren Stellenwert an, als die der Frau. Lange Zeit war es Selbstverständlich für eine Frau nicht für ihre Arbeit entlohnt zu werden und sich den Gesellschaftlichen Normen, Pflichten und Werten zu fügen. Einige Ausnahmen gibt es hier jedoch auch, wie Anne McClintock unter Beweis stellt mit der Geschichte von Hannah Cullwick. (McClintock, 1995, S. 132-180). Denn obwohl es zu dieser Zeit, wie bereits erwähnt üblich war, dass die Frau Zuhause bleibt, wollte Hannah Cullwick sich von ihrem Mann für ihre Arbeit entlohnen lassen, und ging später selber einem Beruf nach. Dies stellt jedoch eine Ausnahme dar. Während die Entwicklung der Männer eher linear war, denn Frauen mussten sich mehr „erkämpfen“. Es dauerte sehr lange bis es Frauen möglich war, denselben Berufen nachzugehen wie Männer. Auch wenn Männer in Österreich heutzutage im Durschnitt für dieselbe Arbeit 21% mehr Lohn erhalten als Frauen (Bundeskanzleramt), sind Frauen was das „Recht auf Arbeit“ angeht, mit den Männern gleichgesetzt. Des Weiteren, haben Frauen mit der Doppelbelastung Haushalt vs. Arbeit zu kämpfen, daher stellt sich die Frage:

Wie viel Zeit bleibt einer Frau wirklich für die Arbeit?

2. Theoretischer Hintergrund

Die folgende Arbeit stützt sich auf den Frauenbericht 2010. Dieser besteht aus zwei Teilen „Teil I Statistische Analysen zur Entwicklung der Situation von Frauen in Österreich“ und „Teil II Berichte zu ausgewählten Themen zur Situation von Frauen in Österreich“. Für diese Arbeit, werde ich mich lediglich auf den ersten Teil des Frauenberichts stützen.

Die Erwerbsquote der Frauen stieg von 61,4% (im Jahr 1998) auf 68,6% an. Dieser Anstieg, lässt sich durch den Anstieg an Teilzeiterwerbstätigkeiten erklären. Im Jahr 2008 lag die Teilzeitquote bei 41,5%, und stieg damit um mehr als 10% an (im Jahr 1998 nur 30,7%). Der größte Einschnitt für die berufliche Karriere einer Frau ist nach wie vor die Geburt eines Kindes. 36,3% der zuvor erwerbstätigen Frauen, sind auch 32 oft Arbeitslos. Des Weiteren, zeigt sich nach der Geburt des Kindes ein interessanter Trend. Denn während Frauen meist ihre Arbeitszeit Reduzieren (geringfügige Beschäftigung oder Teilzeitarbeit), ist bei Männern ein verkehrter Trend zu verzeichnen. (Frauenbericht 2010 , S. 127)

2.1 Operationalisierung

Welche Arten von Arbeitszeit gibt es?

Die Arbeitszeit, wird als die Zeit beschäftigt, die man damit verbringt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies wird in den meisten Fällen Vertraglich festgelegt und darf in Österreich nicht mehr als 40 Wochenstunden betragen. Dies wird als Normalarbeitszeit bezeichnet. (Arbeiterkammer). Die Zeit die jeder Mensch zur Verfügung hat, wird meist nach Priorität eingeteilt. Da die Arbeitszeit, die einzige Zeit ist, in der man Geld verdienen kann, wird der Arbeit oftmals eine hohe Priorität zugesprochen.

2.2.2 Die Teilzeitarbeit

Die Teilzeitarbeit ist eine Vereinbarung im Dienstvertrag, bei der man weniger arbeitet als in der Normalarbeitszeit vorgesehen ist. Ein Teilzeit-Arbeitnehmer hat genau dieselben Rechen, Pflichten und Privilegien wie ein Vollzeitangestellter, muss jedoch nicht 40 Wochenstunden arbeiten.

2.2.3 Geringfügige Beschäftigung

In Österreich gilt man als geringfügig Beschäftigt, wenn man pro Monat nicht mehr als 405,98 € verdient. Diese Grenze wird meist von Jahr zu Jahr ein wenig angehoben. Hier handelt es sich um die Grenze aus diesem Jahr (2015). Wie viele Arbeitsstunden gearbeitet werd, wird nicht genau definiert, denn das ist abhängig vom Dienstvertrag. In der Regel sind dis aber zwischen 1 und 10 Wochenstunden.

Bei all diesen Beschäftigungsformen hat der Arbeitnehmer Recht auf 5 oder 6 Wochen Urlaub, Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgelt), sowie Pflegefreistellung und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (Arbeiterkammer).

Die Menschen fordern jedoch immer mehr die Möglichkeit, flexible Arbeitszeiten zu haben (Seifert, 2006). Daher kommen immer mehr verschiedene Beschäftigungsformen dazu (wie zum Beispiel: Freier Dienstnehmer). In den meisten Fällen, sieht man die Arbeitszeit, als Indikator wie viel jemand verdient. Daher wird angenommen, dass ein Vollzeit Angestellter mehr verdient als ein Teilzeit Angestellter. Diese Annahme ist jedoch nicht korrekt, da ein Teilzeit Angestellter einen höheren Stundenlohn haben kann, als ein Vollzeit Angestellter. Dies führt dazu, dass sich sogar Vollzeit Angestellte an der Armutsgrenze befinden können. Ob sich ein Vollzeit Angestellter an der Armutsgrenze befinden kann, hängt nicht nur damit zusammen wie viel dieser Arbeitsnehmer verdient, sondern auch mit der Familiären- und auch der Wohnsituation.

3. Methoden

3.1 Hypothesen

H1: Umso mehr Kinder eine Frau hat, umso weniger arbeitet sie.

Berufstätige Mütter stehen unter einer extremen und ständigen doppel-Belastung. Denn sie sind nicht nur für ihren Beruf verantwortlich, sondern auch für ihre Familie und den Haushalt. Die traditionellen Familienstrukturen sind sehr Wandlungsresistent, und so kommt es, dass sich Frauen mehrheitlich ihrer Familie verpflichtet fühlen, als ihrem Beruf. (Steinbach, 2002)

H2: Je höher die abgeschlossene Bildungsstufe, umso weniger Kinder bekommt eine Frau.

Laut einer norwegischen Studie, bilden sich Frauen, die früh ein Kind bekommen kaum weiter. Dieser Zusammenhang lässt sich ebenfalls in vielen anderen Ländern finden. Daher, verzichten ältere Frauen, die eine bereits abgeschlossene Ausbildung haben tendenziell auf Kinder, oder bekommen sie später. (Die Presse, 2011)

H3: Ledige Frauen sind eher selbstständig als verheiratete Frauen.

Diese Hypothese stützt sich im Gegensatz zu den anderen auf keine bereits vorhandenen Statistiken oder Publikationen. Sie entstand als logische Schlussfolgerung im Laufe der Arbeit. Da ledige Frauen mehr Zeit für Ihre Karriere haben, ist es nicht abwegig, dass sie sich daher Selbstständig machen.

H4: Frauen sind häufiger Teilzeit - oder geringfügig Beschäftigt als Männer.

Die Rolle des männlichen Familienernährers ist an sich nicht mehr entscheidend, spielt allerdings immer noch eine große Rolle. Als Grundhaltung zu einer funktionierenden Ehe gilt vor allem eine enge persönliche Beziehung, nicht mehr der wirtschaftliche Aspekt (Gomilschak, 1996, S. 21). Wir sind demnach der Auffassung, dass Männer tendenziell immer noch die Rolle des Familienernährers einnehmen und daher mehr Stunden arbeiten als Frauen.

Nach dieser konservativen Einstellung und um dem traditionellen Familienbild zu folgen werden verheiratete Frauen eher weniger arbeiten als unverheiratete Frauen.

H5: Alleinerziehende Frauen arbeiten mehr als verheiratete.

Diese Hypothese stützt sich auf folgendes Zitat: „ Alleinerziehende M ü tter sind nicht nur zu einem gr öß eren Teil erwerbst ä tig als verheiratete M ü tter und sie arbeiten auch nicht allein zu einem gr öß eren Anteil Vollzeit. Alleinerziehende Frauen haben auch ung ü nstigere Arbeitszeiten und eine l ä ngere Wochenarbeitszeit. Doppelt so viele alleinerziehende M ü tter wie Frauen, die in einer Partnerschaft leben, arbeiten mehr als 40 Stunden w ö chentlich “ . (Niepel, 2013, S. 70)

3.1 Datensatz und Methode

Ursprünglich hätte als Grundlage für diese Forschungsarbeit der Mikrozensus 2014 4. Quartal ausgewertet werden sollen. Dieser Mikrozensus wird in Österreich jährlich durchgeführt und ist eine der wichtigsten Erhebungen. Für diesen Mikrozensus wurden ca. 20 000 Haushalte befragt. Ein Haushalt bleibt für jeweils fünf Quartale in der Stichprobe. Die Teilnahme an dieser Befragung ist verpflichtend, daher sind die Daten sehr vollständig. Doch selbst nach mehreren Anfragen, wurde dieser nicht zur Verfügung gestellt, daher wurde auf den Mikrozensus von 2013 umdisponiert.

3.2 Eingrenzung

Für diese Arbeit ist es nicht notwendig die volle Anzahl an Daten zu verwenden, daher wird die Stichprobe eingegrenzt. Die Stichprobe wird auf erwerbstätige Frauen, zwischen 20 und 65 eingeschränkt. Die Begründung ist nahe liegend, da es sich in dieser Arbeit um Frauen handelt, und bei der Einschränkung des Alters handelt es sich um das Haupterwerbsalter. Für eine Hypothese wurden jedoch auch die Männer im selben Alter herangenommen.

Für unsere Untersuchung wollen wir die Stichprobe nach mehreren Kriterien begrenzen.

Nach den genannten Einschränkungen bleibt eine Stichprobe von 5045 Personen mit der wir unsere Regression durchführen können. Wenn man die Anzahl der Männer (für H4) miteinberechnet, erhöht sich die Zahl der Stichprobe auf 9072.

3.3 Methodisches Vorgehen

Um die bereits erwähnten Hypothesen zu überprüfen, entschloss man sich für die Lineare Regression. Bei dieser, wird der Zusammenhang zwischen einer unabhängigen und einer abhängigen Variable ermittelt. Hierbei kann es sich um eine, oder mehrere unabhängige Variablen handeln. Wenn es sich um mehrere unabhängige Variablen handelt, spricht man von einer multiplen Regressionsanalye. Die einfache lineare Regressionsgeraden wird mit folgender Formel errechnet: y = a + bx

- "a" gibt den Schnittpunkt durch die Y-Achse an
- "b" ist die Steigung der Geraden

Zu Beginn, werden Haufigkeitszählungen und Kreuztabellen erstellt, um hier nach möglichen Korrelationen zu suchen. Im Anschluss, wird sich der linearen Regression zugewandt. Diese soll die Hypothesen überprüfen, oder widerlegen.

a. Abhängige Variablen

Arbeitszeit [Dstd]

Aus der Variable Arbeitszeit [Dstd] wurden Kategorien gebildet die das verschiedene Ausmaß von Arbeitszeit abbilden sollen [Stunden_rec]. Hierfür wurden die Variable in folgende Kategorien rekodiert: „1 bis 10 Stunden“ - Geringfügig, „11 bis 25 Stunden“ Teilzeit1, „26 bis 35“ Stunden Teilzeit 2 und „über 35 Stunden“ - Vollzeit oder mehr.

b. Unabhängige Variablen

Alter [Balt]

[Alter_rec]. Nur die Altersklassen von 20 bis 65 Jahre wurden für die Analyse beibehalten, da es sich hierbei um das Haupterwerbsalter handelt.

Bildung [xkartab]

Die Variable Bildung wurde durch zusammenfassen verschiedener Bildungsabschlüsse in drei Kategorien geteilt:

- „Niedriger Bildungsabschluss“: Diese Kategorie fasst alle Bildungsabschlüsse bis einschließlich einen Lehrabschluss zusammen. In diese Kategorie fallen auch Personen ohne Bildungsabschluss.
- „Mittlerer Bildungsabschluss“: In diese Kategorie fallen alle AHS oder BHS ähnlichen Schulabschlüsse.
- „Hoher Bildungsabschluss“: In diese Kategorie fallen alle Absolventen einer Universität, Fachhochschule oder ähnliches.

Diese neue Variable wurde [Ausbildung_rec] genannt.

Kinderzahl unter 27 [xkind27]

Für eine Frau spielen ihre Kinder eine große Rolle. Diese ist umso größer, umso jünger der Nachwuchs ist. Für die Untersuchung entschied ich mich für Kinder unter 27, da Eltern für diese in den meisten Fällen noch unterhaltspflichtig sein können. Die Variable wurde rekodiert in [Kind_rec] und wurde aufgeteilt in Personen ohne Kinder, bis hin zu Eltern von bis zu 4 Kindern unter 27.

Alleinstehend [Bfst]

Der Beziehungsstand einer Frau spielt ebenfalls eine große Rolle, daher wird diese ebenfalls mit in die Untersuchung eingeschlossen. Hierfür bildeten die verheirateten Frauen eine eigene Kategorie. In die andere Kategorie fallen alle ledigen, verwitweten oder geschiedenen Frauen. Diese neue Variable wurde [Fam_rec] genannt.

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Details

Seiten
27
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668075528
ISBN (Buch)
9783668075535
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309172
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
Schlagworte
erwerbstätigkeit österreich frauen unentgeltliche arbeit Doppelbelastung Haushalt

Autor

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Titel: Wie viel Zeit bleibt einer Frau für die Arbeit? Eine multivariate Analyse zur Erwerbstätigkeit in Österreich