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Technische Aktienanalyse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 39 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz der technischen Aktienanalyse

2 Charttypen
2.1 Balkenchart
2.2 Charts auf Schlusskursbasis
2.3 Point and Figure Charts
2.4 Candlestick Charts

3 Verfahren zur Bewertung der Entwicklung von Aktienkursen
3.1 Verfahren, die die Entwicklung des Gesamtmarktes bewerten
3.1.1 AD Linie
3.1.2 Short-Interest Index
3.2 Methoden, die die Relation Kurs zu Index als Grundlage haben
3.2.1 Relative Stärke
3.3 Analyseansätze bei Kursverläufen der Aktien
3.3.1 Gleitende Durchschnitte
3.3.2 Trends
3.3.3 Unterstützung und Widerstand
3.3.4 Chartformationen
3.3.4.1 Trendbestätigende Chartformationen Dreiecke, Flaggen, Wimpel
3.3.4.2 Trendumkehrende Chartformationen V-Formationen, Doppeltops und ~Böden, Schulter-Kopf Formation
3.3.5 Candlestickanalyse
3.3.5.1 Formationen mit einer Kerze hammer, hanging man, inverted hammer, shooting star
3.3.5.2 Formationen mit zwei Kerzen dark cloud cover, positive engulfing pattern
3.3.5.3 Weitere Formationen evening star, three white soldiers

4 Wichtige Regeln der technischen Analyse
4.1 Fehlsignale
4.2 Bullen~ und Bärenfallen
4.3 Geschlossene Gaps

5 Kursziele und Stop-Loss Punkte
5.1 Auswahl von Stop-Loss Punkten
5.2 Kursziele aufgrund technischer Analyse

6 Für und Wider der technischen Analyse

7 Fazit 37 Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

1 Relevanz der technischen Aktienanalyse

Die technische Aktienanalyse, die auch als technische Schule oder Charttechnik bezeichnet wird, ist eine Methode der Kursprognose, die sich im Gegensatz zur Fundamentalanalyse nicht auf gesamtwirtschaftliche und unternehmens-spezifische Daten stützt, sondern ihre Erkenntnisse aus der Beobachtung der Kurs~ und Umsatzverläufe der Aktien bezieht.

Auch wenn einige Anleger Vorbehalte gegen Charts haben, so ist doch das Gros der Investoren der Meinung, dass Charts ein wertvolles Hilfsmittel sind.

Charts bieten eine Kurshistorie und gewähren dem potentiellen Investor einen Überblick über die Volatilität.

Investoren, die ihre Anlageentscheidungen aufgrund anderer Informationen – wie zum Beispiel der Fundamentalanalyse- treffen, können Charts sowohl als Hilfsmittel für das Timing als auch für das Money Management verwenden.

2 Charttypen

2.1 Balkencharts

Die gebräuchlichste Darstellung von Kurscharts sind Balkencharts. Bei Balkencharts wird das Tageshoch mit dem Tagestief durch einen senkrechten Strich verbunden, der Eröffnungskurs wird durch einen kurzen waagerechten Strich auf der linken Seite des jeweiligen Balkens dargestellt, der Schlusskurs wird durch einen entsprechenden Strich auf der rechten Seite des Balkens eingezeichnet (vgl. Schwager 1995: S.18).

Ein Balken kann sich auch auf andere Zeiteinheiten beziehen als auf einen Tag, etwa wie im Beispiel auf eine Woche.

Abbildung 1: Balkenchart SAP AG, zwölf Monate

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.Finanztreff.de

2.2 Charts auf Schlusskursbasis

Anhänger von übersichtlichen Grafiken bevorzugen Charts auf Schlusskursbasis, welche sämtlichen Intraday- Daten vernachlässigen und ausschließlich durch die Schlusskurse dargestellt werden. Allerdings sind für viele Chartmuster auch weitere Informationen wie Tageshoch und Tagestief notwendig, so dass die Charts auf Schlusskursbasis lediglich begrenzte Bedeutung für die technische Analyse haben.

Abbildung 2: Chart auf Schlusskursbasis Commerzbank AG, sechs Monate

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.Finanztreff.de

2.3 Point and Figure- Charts

Ziel der Point and Figure Analyse ist es, das Wesen des Marktes, nämlich das Spannungsverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, grafisch festzuhalten und daraus Kursprognosen abzuleiten. Der Grundsatz dabei ist die Konzentration auf das Wesentliche. Das zeigt sich schon durch die einfachen Trendsymbole X und O. Die Besonderheit dieses Charts ist, dass es keine Zeitachse gibt, diese Methode beschäftigt sich quasi nur mit der Nettobewegung von Kursen. Den X und O Symbolen wird ein bestimmter absoluter Wert zugeordnet, etwa 1,5 oder 10 Euro. Alle Kursveränderungen, die unterhalb dieser definierten Größe liegen, werden nicht berücksichtigt. Solange der Kurs steigt, wird für jede Bewegung ein weiteres X angefügt, fällt der Kurs um einen Betrag, der mindestens der zuvor definierten Größe entspricht, so wird eine neue Reihe mit O- Buchstaben angefügt.

Der Vorteil dieser Methode ist die Flexibilität, die es erlaubt, die Chartparameter so zu variieren, dass sie den individuellen Handlungsbedürfnissen entsprechen.

Abbildung 3: Point and Figure Chart Dax, vier Jahre

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.Wallstreetonline.de

2.4 Candlestick Charts

Candlestick Charts fügen dem einfachen Balkenchart eine Dimension und Farbe hinzu. Der Teil des Balkens, der die Spanne zwischen Eröffnungskurs und Schlusskurs darstellt, wird durch einen zweidimensionalen Körper dargestellt, während das Tageshoch und Tagestief als Linien (die Linie nach unten zum Tagestief heißt Lunte, die ~ nach oben zum Tageshoch hin Docht) dargestellt werden. Eine Kerze kann sich auch auf einen anderen Zeithorizont beziehen, im Beispiel auf eine Woche. Der Kerzenkörper ist schwarz, wenn der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs liegt (bei negativem Tagesverlauf). Ist jedoch der Schlusskurs höher als der Eröffnungskurs, ist die Kerze weiß. Candlestick Charts wurden in Japan entwickelt und werden häufig von Daytradern genutzt.

Abbildung 4: Candlestick Chart Softbank, zwölf Monate

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.Finanztreff.de

Abbildung 4: Übersicht über die verschiedenen Kerzentypen

Quelle: www.Tradingplanet.net

3 Verfahren zur Bewertung der Entwicklung von Aktienkursen

3.1 Verfahren, die die Entwicklung des Gesamtmarktes bewerten

3.1.1 AD Linie

Die „Advanced-Decline“ Linie (AD- Linie) ist die grafische Darstellung der Kursveränderungen aller Aktien im Markt im Zeitverlauf. Um die AD-Zahl steigt die AD-Linie, wenn die Anzahl der Kurssteigerungen die der Kursminderungen übersteigt, analog fällt sie, wenn die Kursminderungen überwiegen. Die AD- Linie zeigt vor allem Trendwechsel früh an.

Beispiel:

Zu Beginn der Aufzeichnungen am 02.01.X betrage die AD-Zahl 100. Am folgenden Tag steigen 30 Aktien, 50 fallen. Damit beträgt die Veränderung der AD-Zahl -20, Die AD- Linie fällt gegenüber dem Vortag auf 80.

3.1.2 Short-interest Index

Ein sachliches Argument für die Entwicklung der zukünftigen Aktienkurse in der technischen Aktienanalyse ist die Anzahl der offenen Leerpositionen (short-interest). Der short-interest Index ist in diesem Zusammenhang ein statistisches Mittel, um die Bewegungen der offenen Leerpositionen im Zeitablauf anschaulich darzustellen, in dem die betrachteten Werte prozentual bzw. relativ auf eine Basisgröße bezogen werden, die gleich 100% gesetzt wird. Der Markteinfluss der offenen Leerpositionen ergibt sich daraus, dass sie in jedem Fall zu einem zukünftigen Zeitpunkt gedeckt werden müssen. Sollten hohe Leerpositionen gleichzeitig mit einer Trendwende nach oben zusammenfallen, entsteht durch die steigenden Kurse ein starker Druck auf die Baissiers, ihre Leerpositionen einzudecken, da ihre Verluste ansonsten immer größer werden. Diese Konstellation ist unter dem Namen „short-squeeze“ bekannt und wirkt beschleunigend auf die Aufwärtsbewegung.

3.2 Methoden, die die Relation Kurs zu Index als Grundlage haben

3.2.1 Relative Stärke

Die relative Stärke Methode ist eine Methode der technischen Aktienanalyse, bei der die Branchenindizes mit dem Gesamtindex verglichen werden, um die relativ starken Branchen zu finden. Aus diesen wiederum werden dann die relativ starken Aktienwerte herausgesucht, bei denen gegenüber dem Durchschnitt höhere Kursgewinne zu erwarten sind.

Der relative Stärke Index ergibt sich aus dem Verhältnis von durchschnittlichen Kursgewinnen und Kursverlusten für einen bestimmten Zeitraum und wird als gleitender Durchschnitt aus z.B. den letzten 10 Tageswerten errechnet. Die Werte des relative Stärke Index liegen in einer Spanne zwischen Null und 100.

3.3 Analyseansätze bei den Kursverläufen der Aktien

3.3.1 Gleitende Durchschnitte

Der gleitende Durchschnitt ist ein Verfahren zur Beseitigung unerheblicher Einzelschwankungen bei statistischen Zeitreihen. Damit werden kurzfristige Kursbewegungen geglättet, damit längerfristige Trends besser erkannt werden können. Die gleitenden Durchschnitte werden für bestimmte Zeiträume, z.B. 30, 90 oder 200 Tage aufgestellt. Die 200 Tage gleitende Durchschnittslinie gilt als besonders aussagekräftig, da man an ihr eine längere Trendrichtung und Trendumkehr der Aktienkurse erkennen kann. Bei der technischen Aktienanalyse werden gleitende Durchschnitte zusammen mit den Kursverläufen einzelner Aktien in einem Chart dargestellt.

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Details

Seiten
39
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638321204
ISBN (Buch)
9783638651066
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30976
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
1,0
Schlagworte
Technische Aktienanalyse Finanzierung

Autor

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