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Alkoholsucht ab dem Jugendalter. Eine qualitative Interviewstudie

Forschungsbericht

Hausarbeit 2012 19 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Begründung der Fragestellung

3 Uberblick über den Forschungsstand

4 Methodenteil
4.1 Leitfadeninterview
4.2 Qualitative Inhaltsanalyse

5 Beschreibung der Interviewpartner
5.1 Interviewpartner Fall A
5.2 Interviewpartner Fall B
5.3 Interviewpartner Fall C

6 Erhebung der Daten
6.1 Vergleich der drei Interviews
6.1.1 Erster Kontakt mit Alkohol
6.1.2 Suchtentwicklung
6.1.3 Lebensumfeld
6.1.4 Unterstützungsmöglichkeiten
6.1.5 Leben nach der Sucht

7 Fazit
7.1 Schlussfolgerung in Bezug zur Forschungsfrage
7.2 Die Bedeutungen der Ergebnisse für die Soziale Arbeit
7.3 Reflexion des Forschungsprozesses
7.4 Zentraler Erkenntnisgewinn

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema Alkoholsucht ab dem Jugendalter nimmt in der heutigen Gesellschaft einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Dies lässt sich bereits bei den Jüngsten beobachten. Durch die Medien, hört man immer häufiger vom Problemverhalten der nachfolgenden Generation. Die Rede ist von einer Zunahme des Konsums. Erfahrungen mit alkoholischen Getränken sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Fast alle haben schon einmal Bier, alkoholische Mixgetränke und Spirituosen ausprobiert. 1

Die Ergebnisse des bundesweiten repräsentativen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys zeigen, dass schon im Alter vom 11 Jahren knapp 20 % der Jungen und 12 % der Mädchen Alkohol getrunken haben, 45 % der Kinder im Alter von 13 Jahren haben nach selbst Angaben Erfahrungen mit Alkohol. Mindestens einmal pro Woche, trinken 18 % der männlichen Jugendlichen im Alter von 14 Jahren Alkohol. Diese Quote steigt bis auf 67 % der 17 jährigen jungen Männern. Mädchen haben seltener einen regelmäßigen Alkoholkonsum mit 9 % (14 Jahre) bis 40 % (17 Jahre). 2

Dieser Umgang mit Alkohol im Jugendalter führt heutzutage zu einem Trend, der in vieler Hinsicht besorgniserregend ist. Die Jugendlichen experimentieren mit hoch riskanten Trinkmustern, die Anlass zur Sorge geben. Die Folgen der Experimente sind, dass der Alkoholkonsum bei Kinder und Jugendlichen über das Stadium des Probierens hinaus geht und sich zu einem dauernden Verhaltensweise, zum Missbrauch oder zur Abhängigkeit entwickelt.

Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass sich innerhalb von wenigen Jahren die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren, die aufgrund einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, von 9.500 auf 19.500 verdoppelt.

Eltern unterschätzen meistens den Alkoholkonsum ihrer Kinder deswegen entstehen diese negative Folgen.

In dem ersten Abschnitt wird zunächst näher erläutern, wie die einzelnen Schritte zur Hinführung der Forschungsfrage abgelaufen sind und warum wir uns für Personen im Jugendalter entschieden haben, sowie welche Gedanken dieser zu Grunde liegen. Im weiteren Verlauf werde ich auf die Ziele zu sprechen kommen, welche wir bei der Erstellung der Forschungsfrage ausgearbeitet haben. An diesen Zielen werde ich im weiteren Verlauf der Ausarbeitung orientieren. Im Anschluss wird ein aktueller Bezug zu unserer Fragestellung herstellt und anhand von Fakten erläutert, wie der momentane Forschungsstand zu unserer Ausgangsfrage ist.

In dem zweiten Punkt, der Methodik, gehe ich auf die drei Interviews ein. Dort werde ich die Kriterien für unsere Zielpersonen vorstellen und näher beschreiben. Des Weiteren wird unser Vorgehen in Bezug auf die drei Interviews nach der Mayring Methode erläutert und anhand von bestimmten Kriterien reflektiert.

In dem Punkt Vergleich der drei Interviews werde ich die drei Interviews gegenüberstellen und miteinander vergleichen und die jeweiligen Kategorien vorstellen.

In dem letzten Abschnitt, Fazit wird unser Ergebnis vorgestellt und Antworten auf unsere Fragestellungen gegeben. Im Anschluss werde ich die Forschungsarbeit im gesamten Kontext reflektieren und bewerten.

2 Begründung der Fragestellung

Zu Beginn der Diskussion haben wir uns die Frage gestellt, welche Gründe gab es, die zur Alkoholsucht im Jugendalter führten. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gab es? Welche wurden in Anspruch genommen und wie wurden sie von der betroffenen Person eingeschätzt?

Um genau diese Fragestellungen geht es in der folgenden Forschungsarbeit. Ich werde versuchen, diese Fragestellungen zu beantworten und mit Hilfe von bestimmten Zielpersonen Schlüsse aus deren Interviews ziehen.

Wie bereits im Vorfeld beschrieben, ist der Bereich, der Alkoholsucht im Jugendalter in vielen Schichten der Gesellschaft vorhanden. Um Aussagen zu formulieren und keine allgemeinen Thesen aufzustellen, ist es wichtig, die Forschungsfrage auf ein bestimmtes Klientel einzugrenzen. Gegenstand unserer aktuellen Forschungsarbeit ist von Beginn an die Gründe für die Sucht im Jugendalter und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gab.

Dies wurde uns durch das Seminar Forschungswerkstatt – für welche die Forschungsarbeit ausgearbeitet wurde – vorgegeben.

Wir haben uns auf Personen bezogen, die Alkoholsüchtig im Jugendalter wurden, da wir für uns beschlossen haben, im weiteren Verlauf des Studiums unseren Schwerpunkt auf genau diesen Bereich zu legen. Ein Grund besteht darin, dass gerade für Jugendliche der Eintritt in die Alkoholsucht oftmals problematisch ist wie für Erwachsene. Dies wollten wir mit in die Forschungsfrage integrieren.

Des Weiteren suchten wir nach einem aktuellen Bezug für die Forschungsfrage. Für uns kamen die Unterstützungsmöglichkeiten in Frage, da die Gesellschaft die Kosten für Beratung und Behandlung in Suchtberatungsstellen, für stationäre Therapien in Krankenhäusern und psychiatrischen Einrichtungen zu tragen hat. Durch den aktuellen Stand, haben wir uns dafür entschieden, dieses Thema zu bearbeiten. Für uns ist es interessant herauszufinden, welche Gründe es für die Alkoholsucht im Jugendalter gab und welche Unterstützungsmöglichkeiten in der Zeit der Alkoholsucht zur Verfügung standen.3

Nach diesen Überlegungen kamen wir zu folgender Forschungsfrage:

>>Welche Gründe waren ausschlaggebend für die Alkoholsucht im Jugendalter aus der rückblickenden Perspektive von Betroffenen?

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gab es in der Zeit der Alkoholsucht, welche wurden in Anspruch genommen und wie wurden sie aus ihrer Sicht rückblickend eingeschätzt? <<

3 Uberblick über den Forschungsstand

Während unserer Recherchen im World Wide Web und anderer vorhandener Literatur, haben wir versucht Forschungsarbeiten zu finden, die sich mit unserem Thema bereits auseinander gesetzt haben.

Hierbei stellten wir fest, dass vorhandene Forschungsarbeiten sich verallgemeinern. Jedoch fanden wir keine Forschungsarbeit, in welcher sich mit unserer Fragestellung auseinandergesetzt wurde.

Um jedoch einen kleinen Überblick in die Thematik zu geben, haben wir uns auf Studien bezogen, die sich mit der Alkoholabhängigkeit und –missbrauch in der Bevölkerung befassen. Der bisherige, uns bekannte Forschungsstand gibt an, dass sich in Deutschland 2,5 Mio. Alkoholabhängige befinden, von denen jährlich etwa 40.000 an den direkten oder indirekten Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sterben.4

Immer mehr Studien belegen, dass Jugendliche, die übermäßig Alkohol konsumieren, laufen nicht nur Gefahr, sich lächerlich zu machen, sondern ein langfristiger Alkoholkonsum in den jungen Jahren führt zu ernsthafte Folgen für die Gesundheit .

So haben Wissenschaftler jetzt nachweisen können, dass Alkoholmissbrauch im jugendlichen Alter die Grundlage für eine Alkoholsucht im Erwachsenenalter bildet. Verschiedene andere aktuelle Studien zeigen darüber hinaus, dass frühe Erfahrungen mit Alkohol dem Gehirn mehr Schaden zufügen, als bisher angenommen wurde.5

Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass 47 Prozent der Jugendlichen, die schon vor ihrem 14. Lebensjahr anfingen Alkohol zu trinken, irgendwann später in ihrem Leben alkoholabhängig wurden. Bei Menschen, die im Alter von 21 Jahren Alkohol tranken, waren es jedoch nur 9 Prozent. Früher Alkoholkonsum fördert das Abhängigkeitsrisiko: Es kommt auf das Alter einer Person an. Ist die Person bei ihrem ersten Alkoholerfahrungen jung, umso früher setzt eine Abhängigkeit ein.6

4 Methodenteil

Im weiteren Verlauf wird das Leitfadeninterview sowie die Qualitative Inhaltsanalyse beschrieben.

4.1 Leitfadeninterview

Für die Durchführung unseres Interviews haben wir uns für ein Interview mit Leitfaden entschieden. Für uns war es einerseits wichtig, viel über das Leben der Interviewpartner zu erfahren, aber andererseits auch anhand unseres Leitfadens bestimmte Fragen, zu Themengebieten, die für unseren Forschungsprozess relevant sind, zu stellen. Im Vorfeld sind wir davon ausgegangen, dass der Interviewpartner bei einem Interview mit Leitfaden nicht von allem berichten wird, dass für uns wichtig ist, um Ergebnisse für unsere Forschungsfrage zu bekommen. Wir wollten eine freie und ungezwungene Interviewatmosphäre mit unseren Interviewpartnern schaffen. Bei dem Interview haben wir einerseits immer die Möglichkeit, dass Interview zu lenken, aber andererseits auch die Möglichkeit gezielte Fragen zu stellen. Die Samplekriterien für unser Interview waren zu einem, dass sich die Person im trockenen Zustand befindet. Außerdem sind wir im Vorfeld davon ausgegangen, dass Menschen, die nicht Alkoholsüchtig sind, in der Gesellschaft besser dastehen und es im Leben einfacher haben, als Menschen, die mit der Sucht leben.

4.2 Qualitative Inhaltsanalyse

Für die Auswertung der Interviews haben wir die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring verwendet. Dabei haben wir uns entschieden das zusammenfassende Material auf die wesentlichen Aussagen zu reduzieren. Bei der qualitativen Inhaltsanalyse geht es darum, dass das Material auf die Aussagen reduziert wird.7

Zuerst bildeten wir aus ähnlichen Themenpunkten Oberkategorien. Die sortierten Textpassagen in den Oberkategorien wurden von uns paraphrasiert und mit unseren eigenen Worten wieder gegeben. Anschließend haben wir für uns bedeutungslose Paraphrasen aus den Kategorien gestrichen. Die vorhandenen Paraphrasen haben wir zu Kernaussagen vereinigt, sodass gleiche Paraphrasen zusammen geführt wurden. Den Kernaussagen haben wir nun fünf Kategorien zugeordnet. Zum Schluss haben wir geschaut, ob wir mit den nun vorhandenen Kategorien und den in ihnen enthaltenen Kernaussagen, die Aussagen der Interviewpartner widerspiegeln. Unserer Meinung nach erzielten wir durch dieses Vorgehen die für uns bestmögliche Analyse der Transkriptionen.

Da wir uns für drei Interviews entschieden haben, haben wir die Kategorien der einzelnen Interviews anschließend miteinander verglichen.8

5 Beschreibung der Interviewpartner

Wir haben insgesamt 7 Personen interviewt und uns für drei Interviews entschieden. Die Interviewpartner befanden sich alle im trockenen Zustand. Die Suche nach einem geeigneten Interviewpartner fiel uns anfangs nicht leicht, weil wir zunächst keine Personen auffinden konnten, die all unsere Samplekriterien erfüllten. Hinzu kam, dass eine Person, die uns zugesagt hatte, nicht zum vereinbarten Termin erschien und uns auf Nachfrage mitteilte, dass sie doch kein Interesse mehr habe. Danach waren wir etwas unter Zeitdruck und haben über persönliche Kontakte nach Interviewpartnern gesucht.

5.1 Interviewpartner Fall A

An das erste Interview kamen wir durch den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe in Brakel. Wir trafen auf eine Selbsthilfegruppe der „Anonymen Alkoholiker“, die sich einmal die Woche trifft. In Empfang genommen wurden wir von den beiden Ansprechpartnern der Gruppe. Wir stellten uns und unser Forschungsprojekt der Gruppe vor, ebenso klärten wir die Gruppe über die Anonymisierung ihrer Daten auf und das dies eine freiwillige Beteiligung am Interview sei. Im Raum befanden sich ca. 10 Personen, darunter die beiden Ansprechpartner der Gruppe, die die Gruppe über unseren Besuch informierten und erwähnten, dass ihre Anwesenheit während der Interviews freiwillig ist. Jedoch blieben alle 10 Personen fortlaufend anwesend. Als Ruhe einkehrte, fragte ich in die Runde, ob sich jemand bereit erklären würde, ein Interview durchzuführen. Es erklärten sich die Interviewpartnerin, die ebenfalls sofort bereit war das Interview mit mir zu machen. Sie unterschrieb vor Beginn des Interviews den Zettel für die Anonymisierung der Daten. Während des Gesprächs waren keinerlei Störungen, es waren alle ruhig.

Inhaltlich sind die Punkte unserer Forschungsfrage zwar angesprochen worden, jedoch nicht so ausführlich, wie wir uns das erhofft haben. Die Erzählperson ist auch nicht gut auf unsere Fragen eingegangen, dadurch hat sie die Fragen sehr knapp beantwortet und ist gelegentlich von der eigentlichen Frage abgewichen.

Zur Reflexion können wir sagen, dass die Kernpunkte unserer Forschungsfrage weites gehend beantwortetwurden.Im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass wir ein paar Fragen falsch formuliert haben und dadurch dem Interviewpartner Wörter in den Mund gelegt haben. Ein Beispiel hierfür ist: „Wie hat die Unterstützung ihr Leben verändert?“ (Interview A, Z. 60). „Wie hat sich ihr Leben nach der Sucht verändert ?“ (Interview A, Z. 62 – 63).

Außerdem hätten wir die Fragen offener formulieren müssen. So hätten wir der Erzählperson die Möglichkeit gegeben mehr zu erzählen und sie hätte bei ihren Antworten weiter ausholen können. Alles im allem sind wir aber mit dem Verlauf des ersten Interviews nicht zufrieden gewesen,weil die Fragen sehr knapp beantwortet wurden und dadurch haben wir nicht die Informationen für unsere Forschungsfrage bekommen, die wir erwartet haben. Was uns auch nicht gut gelungen ist, war die Länge des Interviews. Wir haben zweimal relativ kurze Interviews durchgeführt. Durch dieses haben wir aber für die Zukunft gelernt und wissen, dass wir uns für folgende Interviews besser vorbereiten müssen.

[...]


1 Vgl.: http://www.feldhausverlag.de/osc/catalog/pdf/3880204772_txt.pdf

2 Vgl.: Kim Bloomfield, Ludwig Kraus, Michael Soyka: Alkoholkonsum und alkoholbezogene Störungen, S. 8,Robert Koch-Institut

3 Vgl.: http://www.feldhausverlag.de/osc/catalog/pdf/3880204772_txt.pdf

4 Vgl.: Kim Bloomfield, Ludwig Kraus, Michael Soyka: Alkoholkonsum und alkoholbezogene Störungen, S. 13,Robert Koch-Institut

5 Vgl.: Alkoholkonsum im Jugendalter bildet Grundlage für Alkoholsucht: http://www.pressetext.com/news/20060707034

6 Vgl.: Alkoholkonsum im Jugendalter bildet Grundlage für Alkoholsucht: http://www.pressetext.com/news/20060707034

7 Vgl.: Girtler, Roland: Handbuch qualitative Sozialforschung,S.728 München und Weinheim 1997

8 Vgl.: Girtler, Roland: Handbuch qualitative Sozialforschung,S.211, München und Weinheim 1997

Details

Seiten
19
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668107106
ISBN (Buch)
9783668107113
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309942
Note
2.7
Schlagworte
Forschungsbericht Alkoholsucht ab dem Jugendalter Sucht

Autor

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