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Was ist Wahrheit? Demonstratio religiosa bei Joseph Ratzinger

Seminararbeit 2014 22 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhalt

Vorbemerkung zu Autor und Quellenlage 2

Einleitung

1. Fundamentaltheologische Begründung der demonstratio religiosa
1.1. Epistemologische Bedingung von Gottes- und Wahrheitserkenntnis
1.2. Anthropologische Begründung von Gottes- und Wahrheitserkenntnis
1.3. Die Rehabilitierung der Metaphysik und Theologie
1.4. Weisheit als religiös-wissenschaftliche Methode

2. Demonstratio religiosa – Die Gottesfrage
2.1. Evolutionstheorie gegen Schöpfungslehre
2.2. Der Gottesbeweis
2.3. Der Name Gottes als höchste Wahrheit der Philosophie und Theologie

Fazit

Literaturliste

Vorbemerkung zu Autor und Quellenlage

Zum Autor: Joseph Alois Ratzinger, weltweit bekannter Theologe und ehemaliger Papst Benedikt XVI., wurde 1927 in Deutschland geboren, 1951 zum Priester geweiht und war von 1959 bis 1977 ordentlicher Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg. 1977 erhielt er die Bischofsweihe und wurde zum Kardinal ernannt. 1981 wurde er zum Präfekten der Glaubenskongregation, 2002 zum Dekan des Kardinalkollegiums und von 2005 bis 2013 amtierte er als Papst Benedikt XVI.. Heute lebt er zurückgezogen als pontifex emeritus im Ruhestand in der päpstlichen Residenz Castel Gandolfo in Italien. Die Frage nach der Wahrheit war sein Lebensprogramm:

„Ich habe mir als bischöflichen Wahlspruch das Wort aus dem dritten Johannes gewählt ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘, zum einen, weil es mir die vereinigende Klammer zwischen meiner bisherigen Aufgabe und dem neuen Auftrag zu sein schien: Bei allen Unterschieden ging und geht es doch um das gleiche, der Wahrheit nachzugehen, ihr zu Diensten zu sein. Und weil in der heutigen Welt das Thema Wahrheit fast ganz verschwunden ist, weil sie als für den Menschen zu groß erscheint und doch alles verfällt, wenn es keine Wahrheit gibt, deshalb schien mir dieser Wahlspruch auch zeitgemäß im guten Sinn zu sein.“[1]

Zur Quellenlage: Hier dienen drei Hauptwerke J. Ratzingers als grundlegende Quellen, die exemplarisch seine fundamentaltheologischen Grundprinzipien zur Wahrheitsfrage wiedergeben sollen:

1.) Einführung in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis, München 81968. (Zitiert als: Einführung in das Christentum.)
2.) Theologische Prinzpienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie, München 1982. (Zitiert als: Theologische Prinzipienlehre.)
3.) Glaube, Wahrheit, Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen, Freiburg im Breisgau 22003. (Zitiert als: Glaube, Wahrheit, Toleranz.)

Einleitung

„Was ist Wahrheit?“ – Diese berühmte Frage hat nicht nur Pilatus vor 2000 Jesus gestellt(Joh 18,38), sondern sie ist gewissermaßen allen Menschen ins Herz geschrieben und aus der Seele gesprochen: Was ist Wahrheit? Was ist der Sinn des Lebens? Warum und wozu lebe ich? Dies isteine allgemeine, zeitlose und daher essentielle Lebensfrage eines jeden Menschen, die von Pilatus nur verkörpert, symbolisiert und an seiner statt ausgesprochenwird. Ja, man könnte sagen, dass diese Frage im Prinzip Die alles entscheidende Frage schlechthin ist: die Frage des Lebens, die Frage der Menschheit.

Da dieseFrage niemals an ihrer Aktualität und lebensessentiellen Bedeutung verliert, heute aber zunehmend ausgeklammert, verdrängt und relativiert wird, hat sich Joseph Ratzingerzur Lebensaufgabe gemacht, die Frage nach der Wahrheit wieder zu thematisieren und sie zum Gegenstand der theologischen und wissenschaftlichen Diskussion zu machen. Die klassische Fundamentaltheologie bzw. Apologetik unterteilt diese Frage in drei Traktate:

1.) Beim „Religions- bzw. Gottestraktat“ (demonstratio religiosa) geht es darum, den Glauben anGott vernünftig und philosophisch zu begründen und zu rechtfertigen.
2.) Beim „Offenbarungstraktat“ (demonstratio cristiana) geht es darum, den Glauben anChristus als den wahren Glauben zu begründen.
3.) Beim „Kirchentraktat“ (demonstratio catolica) geht es darum, den Glauben an die kath. Kirche als die wahre christliche Konfession zu begründen.

Aufgrund ihres kleinen Rahmens versucht die vorliegende Seminararbeit die fundamentaltheologischen Grundprinzipien und zentralen Schlüsselantworten Joseph Ratzingers auf die Wahrheitsfrage bezüglich des ersten Religions- und Gottestraktates wiederzugeben und ausschließlich seine demonstratio religiosa darzulegen.

Was also ist die Wahrheit? Mal sehen, ob der emeritierte Papsteine überzeugende und zeitgemäße Antwort auf „die Frage aller Fragen“ hat...

1. Fundamentaltheologische Begründung der demonstratio religiosa

Was ist Wahrheit und wie können wir wissen, was wahr ist? Die erste und grundlegende Antwort hierauf ist: durch die Vernunft. Der Mensch erkennt die Wahrheit primär und grundlegend durch die Vernunft. Gegenstand der Vernunft ist die Wahrheit. Und die vernünftige Erkenntnis der Wahrheit als solcher ist Aufgabe der Philosophie. Die Philosophie ist also die Wissenschaft der vernünftigen Wahrheitserkenntnis.

„Anfang der Philosophie“, so heißt es schon bei Platon und Aristoteles, „ist das Staunen“.[2] Das Staunen über die Existenz, das Leben und die Welt. Die erste Frage der Philosophieist daher, wie alles angefangen hat, woher alles kommt und wozu alles da ist, also die Frage nach dem Grund und Ziel des Lebens, die Frage nach dem Alpha und Omega, dem Anfang und Ende allen Seins.Genau hier fängt der Religions- bzw. Gottestraktatan.Es geht nämlich dabei v.a. um die Frage, obes einen Gott und Schöpfer der Welt gibt und wenn ja, wie man das wissen und beweisen kann? Die Frage nach Gott als Schöpfer und Ursprung der Welt ist also keine rein religiöse Glaubensfrage, sondern auch eine vernünftige Frage der Philosophie, die klassischerweise in der Metaphysik behandelt wurde. Damit ist die Gottesfrage (demonstratio religiosa) kein Proprium der Theologie, sondern gemeinsame Schnittstelle zwischen Theologie und Philosophie, zwischen Glaube und Vernunft.

Bevor man aber diese Frage klären kann, muss man klären, ob und wie man überhaupt von „Gott“und den religiösen Wahrheiten reden kann. In der postmodernen, „nach-kantianischen“[3] Zeit muss also erstmal von den epistemologischen Bedingungen der Möglichkeit von Gottes- und Wahrheitserkenntnis geredet werden.

1.1. Epistemologische Bedingung von Gottes- und Wahrheitserkenntnis

Während sich die Antike im Religionstraktat hauptsächlich mit der Frage beschäftigt hat, ob und wie man Gottes Existenz beweisen kann, setzt die moderne Kritik weiter vorne an und fragt sich, ob und wie man überhaupt von „Gott“ reden kann. Es wird also erstmal nach den epistemologischen Grundbedingungen von wahrer und objektiver (Gottes-)Erkenntnis gefragt. Kann der Mensch mit seinem begrenzten Verstand überhaupt das Unendliche (Gott) verstehen? Kann er das Unfassbare fassen? Und vom Unaussprechlichen reden?

Diese Problematik ist ein Hauptthema in „Glaube, Wahrheit, Toleranz“. Dort fragt sich J. Ratzinger, „ob, in welcher Weise und in welcher Bedeutung von Wahrheit im Bereich des Glaubens gesprochen werden kann“ bzw. „ob der Begriff Wahrheit sinnvollerweise überhaupt auf die Religion angewandt werden könne, mit anderen Worten, ob es dem Menschen gegeben ist, die eigentliche Wahrheit über Gott und die göttlichen Dinge zu erkennen.“ [4] Er veranschaulicht dieses Problem mit dem buddhistischen Gleichnis vom Elefanten und den Blinden:

„Ein König in Nordindien habe einmal alle blinden Bewohner der Stadt an einem Ort versammelt. Darauf ließ er den Versammelten einen Elefant vorführen. Die einen ließ er den Kopf betasten. Er sagte dabei: So ist ein Elefant. Andere durften das Ohr betasten oder den Stoßzahn, den Rüssel, den Rumpf, den Fuß, das Hinterteil, die Schwanzhaare. Darauf fragte der König die einzelnen: Wie ist ein Elefant? Und je nachdem welchen Teil sie betastet hatten, antworteten sie: Er ist wie ein geflochtener Korb (...) wie ein Topf (...) eine Pflugstange (...) ein Speicher (...) ein Pfeiler (... ) ein Mörser (...) ein Besen. Daraufhin – so sagt das Gleichnis – kamen sie in Streit, und mit dem Ruf ‚der Elefant ist so und so‘ stürzten sie aufeinander und schlugen sich mit den Fäusten zum Ergötzen des Königs.“[5]

Der Sinn ist klar: der Elefant steht für Gott, die Blinden für die verschiedenen Religionen und ihre Blindheit für die Unfähigkeit, Gott zu erkennen und die Wahrheit über ihn adäquat zu formulieren.Dem epistemologischen Problem kommt noch ein linguistisches Problem hinzu, das man heute die „linguistische Wende“ nennt: „Hinter die Sprache und ihre Bilder könne man nicht zurückgehen, die Vernunft sei sprachlich bedingt und sprachlich gebunden.“ [6] Während der epistemologische Relativismus behauptet, der menschliche Verstand könne religiöse Wahrheit nicht erkennen, behauptet der linguistische Relativismus, die menschliche Sprache könne religiöse Wahrheit nicht ausdrücken. All unser Reden über Gott und die Wahrheit wäre demnach nicht die Wahrheit selbst, sondern nur ihre Interpretation und Deutung.Es scheint also, dass alles Reden über Gott irrational und subjektiv sei, so dass es keine vernünftige und objektive Erkenntnis in religiösen und übernatürlichen Dinge geben könne. Scheinbar muss man also von Theologie und Metaphysik als Wissenschaften Abschied nehmen.[7]

1.2. Anthropologische Begründung von Gottes- und Wahrheitserkenntnis

Dieser modern epistemischen Religionskritik tritt Joseph Ratzingerauf anthropologischer Ebene entschieden entgegen:

„Ein Blindgeborener weiß, daß er nicht zum Blindsein geboren ist, und wird daher nicht aufhören, nach dem Warum seiner Blindheit und nach einem Weg aus ihr heraus zu fragen. (...) Denn wenn er nicht weiß, woher er kommt und wozu er da ist, ist er dann nicht in seinem ganzen Sein ein fehlgeschlagenes Geschöpf? Der scheinbar gleichgültige Abschied von der Wahrheit über Gott und über das Wesentliche unseres Selbst, die scheinbare Zufriedenheit, sich damit nicht mehr befassen zu müssen, täuscht. Der Mensch kann sich nicht damit abfinden, für das Wesentliche ein Blindgeborener zu sein und zu bleiben. Der Abschied von der Wahrheit kann nie endgültig sein.“[8]

Die Rationalität der Religion und Metaphysik liegt für Ratzinger gerade in der Rationalität des Menschen begründet. Da der Mensch ein rationales Wesen ist, liegt es in seiner vernünftigen Natur, sich selbst verstehen zu wollen und nach seinem Woher und Wozu zu fragen. Sinn und Ziel der menschlichen Vernunft ist die Erkenntnis, das Wissen und Sehen und nicht das Nichtwissen und Blindsein. Deswegen strebt der Mensch von Natur aus nach Erkenntnis und Wahrheit über sich, über Gott, über die Welt und das Leben. So verwirklicht er sich selbst. Andererseits, wenn der Mensch nicht wissen würde, woher er kommt und wozu da ist, wäre der Mensch, wie Ratzingervöllig richtig feststellt, ein „in seinem ganzen Sein fehlgeschlagenes Geschöpf“. Auch wenn der Mensch blind geboren wurde, ist es dennoch Sinn und Ziel seines Lebens, zu sehen. Die metaphysische Frage nach dem Ursprung, Sinn und Ziel allen Seins ist also eine zutiefst rationale Frage, die zur Verwirklichung des Menschseinsnotwendig ist. Daher kann und darf der Mensch niemals Abschied von religiöser Wahrheit nehmen.

Auf den linguistischen Relativismus hat Ratzinger auch geantwortet:

„A. Kreiner bemerkt daher der linguistischen Wende gegenüber mit Recht: ‚... die Preisgabe der Überzeugung, sich mit sprachlichen Mitteln auf außersprachliche Inhalte zu beziehen, kommt der Preisgabe eines irgendwie noch sinnvollen Diskurses gleich.‘[9] Zur selben Frage bemerkt der Papst (sc. Johannes Paul II., P.K.) in der Enzyklika (sc. fides et ratio, P.K.) folgendes: ‚Die Auslegung dieses Wortes (= des Wortes Gottes) darf uns nicht nur von einer Interpretation auf die andere verweisen, ohne uns je dahin zu bringen, in ihm eine schlichtweg wahre Aussage zu entnehmen.‘[10] Der Mensch ist nicht im Spiegelkabinett der Interpretationen gefangen; er kann und muß den Durchbruch zum Wirklichen suchen, das hinter den Wörtern steht und sich ihm in den Wörtern und durch sie zeigt.“[11]

Trotz aller Unvollkommenheit seines Verstandes und seiner Sprache, kann der Mensch dennoch das „Wirkliche hinter den Wörtern“– zumindest teilweise ­[12] erkennen und aussprechen.

1.3. Die Rehabilitierung der Metaphysik und Theologie

Genau aus diesem Grund wollte die Enzyklika fides et ratio die Metaphysik wieder als Wissenschaft „rehabilitieren“:

„Die Frage nach der Wahrheit ist die wesentliche Frage des christlichen Glaubens überhaupt, und in diesem Sinn hat er unausweichlich mit Philosophie zu tun. Wenn ich die bestimmende Absicht der Enzyklika kurz charakterisieren müßte, würde ich sagen: Sie möchte die Frage nach der Wahrheit in einer vom Relativismus gezeichneten Welt rehabilitieren; sie möchte sie in der Situation der heutigen Wissenschaft, die zwar Wahrheiten sucht, aber die Frage nach der Wahrheit weiterhin als unwissenschaftlich abqualifiziert, auch wieder als rationale und als wissenschaftliche Aufgabe zur Geltung bringen, weil sonst der Glaube seine Atemluft verliert.“[13]

Aber wie soll das möglich sein, wenn Theologie und Metaphysik doch nicht die Kriterien einer wissenschaftlichen Methode erfüllen? Die Antwort, die uns die Enzyklika darauf gibt, verteidigt „die Vielfalt der Wege des menschlichen Geistes“ und „die Weite der Rationalität“, die „je nach der Weise des Gegenstandes auch unterschiedliche Methoden kennen muß“, denn „das nicht Materielle kann nicht mit Methoden angegangen werden, die dem Materiellen gemäß sind“.[14] Der Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft ist, dass der Gegenstand der Naturwissenschaften materiell und empirisch fassbar ist, während der Gegenstand der Geisteswissenschaften nicht materiell, sondern geistig und transzendent, also nicht empirisch fassbar ist. So simpel diese Erkenntnis auch ist, so entscheidend ist sie doch! Warum? Weil das bedeutet, dass auch ihre Methoden verschieden sein müssen, da sich die Methode der Wissenschaft nach ihrem Gegenstand richtet. Man kann also entweder fälschlicherweise behaupten, dass Theologie keine Wissenschaft ist, weil bei der Erforschung Gottes, der Seele und der Wirklichkeit empirische Methoden nicht funktionieren, oder man kann die Methode wechseln und ihrem geistigen Gegenstand anpassen. Damit stellt sich die Frage, ob es eine wissenschaftliche Methode gibt, die dem Menschen Erkenntnis über religiöse, geistigeund transzendente Wahrheiten verleihen kann? Die Antwort Ratzingers lautet Ja.

„Die Theologie ist eine geistliche Wissenschaft. (...) Aber so wie man schwimmen nicht ohne Wasser lernen kann und Medizin nicht ohne den Umgang mit den kranken Menschen, so kann man Theologie nicht erlernen ohne die geistigen Vollzüge, in denen sie lebt.“[15]

Das ist eine entscheidende fundamentaltheologische Hauptthese Ratzingers! Nicht nur, dass Theologie eine Wissenschaft ist, sondern dass Theologie eine geistliche Wissenschaft ist, die man nichtohne ihre geistigen Vollzüge erlernen und verstehen kann. Das ist der große und wesentliche Unterschied zwischen den empirischen Naturwissenschaften und den religiösen Geisteswissenschaften! Die Wissenschaft der Theologie beruht auf geistigen Vollzügen und Methoden, die sich von den empirischen Methoden unterscheiden. Welche aber sind diese?

1.4. Weisheit als religiös-wissenschaftliche Methode

Der philosophisch-geistige Weg (=Methode), der(neben den religiösen Glaubensvollzügen wie Gebet, Schriftlesung und Gottesdienst) nach RatzingerTheologie und Metaphysik ihre Rationalität, Objektivität und Wissenschaftlichkeit (zurück) verleiht, ist die „Weisheit“. Darunter versteht er die „Weitung des Radius der Vernunft“, die „Stärkung der mystischen Fähigkeit des menschlichen Geistes“, eine „größere innere Offenheit“ und „Stärkung des inneren Menschen“ (vgl. Eph 3,16).[16] Er veranschaulicht dies am Beispiel des hl. Benedikt, der einmal in einer „mystischen“Erkenntnis „die ganze Welt wie in einem einzigen Sonnenstrahl gesammelt“ sah, aber nicht – so die Pointe –, weil „Himmel und Erde eng wurde“, sondern „die Seele des Schauenden weit“. Das ist ein Weiser in Ratzingers Augen: jemand, der „den Blick aufs Ganze gewonnen hat“, der „nicht Bäume, sondern den Wald“ sieht, weil er „aus der Höhe sieht“ und „innerlich weit geworden“ ist. Durch diese innerliche Weitung kann der Weise „das Licht Gottes“ empfangen, „Gott erkennen“ und den „wahren Über-blick gewinnen“. Solche Menschen, die im „geduldigen Aufstieg“ und durch „Reinigungen ihres Lebens“wahre „Wegweiser der Jahrhunderte“ geworden sind, nennt Ratzinger Weise bzw. „Sehende“.[17] Während sich die „reine Vernunft“ mit der Erkenntnis der natürlichen, empirisch fassbaren Wirklichkeit beschäftigt, ist es nach Ratzinger die Aufgabe der Weisheit, die übernatürliche, geistige und transzendente Wirklichkeit zu erfassen. Darin stimmt er ganz mit der augustinischen Unterscheidung von Weisheit und Wissenschaft überein.[18]

Die Originalität und Genialität dieser Antwort und Methode liegt darin, dass sie gar nicht der modernen erkenntnistheoretischen Religionskritik widerspricht, sondern einfach nur behauptet, dass, wenn es nach Kant unmöglich ist, Religion außerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft wissenschaftlich und rational zu betreiben, man dann den „Radius der Vernunft weiten “ kann, so dass man folglich Religion innerhalb der Grenzen der geweiteten Vernunft betreiben kann, die es dem Menschen ermöglicht, teilweise rationale und objektive Erkenntnis über Gott, sich selbst und die Welt zu gewinnen. Diese geweitete Vernunft nennt Ratzinger die „Gabe der Weisheit“, „Licht Gottes“ oder auch „Teilhabe an Gottes Sehweise“.[19] Sie ist die Bedingung der Möglichkeit von religiöser Erkenntnis und Wissenschaft. Sie verleiht dem Menschen die Fähigkeit, teilweise geistige, himmlische und göttliche Dinge zu erkennen. Sie macht den Menschen sozusagen von seinem Wesen her „religiös“ (homo religiosus) und „gottfähig“ (capax dei).[20] Das ist es, was Ratzinger zurückgewinnen will, nämlich will er die moderne, „selbst-beschränkte“ und „amputierte Vernunft“ wieder „aus ihrem selbstgebauten Gefängnis“ befreien[21] und die wahre Größe und Weite des menschlichen Geistes aufzeigen:

„Warum hat der Glaube überhaupt noch eine Chance? Ich würde sagen: Weil er dem Wesen des Menschen entspricht. Denn der Mensch ist weiter dimensioniert, als Kant und die verschiedenen nachkantischen Philosophien ihn sehen und ihm zugestehen wollen. Kant selbst hat es mit seinen Postulaten ja irgendwie auch einräumen müssen. Im Menschen lebt unauslöschlich die Sehnsucht nach dem Unendlichen.“[22]

Durch den Hinweis, dass selbst Religionskritiker wie Kant durch Postulate der Vernunft transzendente Wirklichkeiten (z.B. die Existenz Gottes oder die Freiheit und Unsterblichkeit der Seele) annahmen, gelingt es Ratzinger also, sie eines Selbstwiderspruches zu überführen und aufzuzeigen, dass es dem Menschen doch möglich ist, durch vernünftige Argumente und weise Einsichten rational, wissenschaftlich und objektiv über religiöse Wahrheiten zu sprechen. Dadurch gelingt es ihm nicht nur, die Rationalität des Menschen als anthropologische Bedingung der Möglichkeit von religiöser Erkenntnis und Wissenschaft zu begründen und so der Theologie und Metaphysik ihre fundamentaltheologische Berechtigung zu verleihen, sondern zugleich die Weisheit als rationalen Weg und geistlich-wissenschaftliche Methode für metaphysische und religiöse Erkenntnis zu begründen.[23]

Dies ist eine enorme philosophisch-theologische Leistung, da es damit Ratzinger gelingt, die neu-epistemische, nach-kantianische Religionskritik geschickt zu umgehen und die Metaphysik und Theologie wieder als rationale Geisteswissenschaften zu rehabilitieren. Anders ausgedrückt bedeutet das: die Weisheitverleiht dem Glauben „Atemluft“, die Weisheit lässt die Metaphysik wieder zurückkehren,die Weisheit rettet die Religion vor ihrem Untergang!Ratzinger sei Dank![24]

2. Demonstratio religiosa – Die Gottesfrage

Nachdem geklärt wurde, dass es dem Menschen auch heute noch, nach aller epistemischer Religionskritik, möglich ist, über Gott und religiöse Wahrheiten auf rationale und wissenschaftliche Weise zu reden, soll endlich gefragt werden, „was denn die (religiöse)Wahrheit ist“. Gibt es einen Gott?

Als grundlegende Antwort auf die Wahrheitsfragegibt Ratzinger zunächst die klassische Formel der Antike und des Mittelalters wieder, d.h. „verum est ens – das Sein ist die Wahrheit“:

„Für Antike und Mittelalter ist das Sein selbst wahr, das heißt erkennbar, weil Gott, der Intellekt schlechthin, es gemacht hat; er hat es aber gemacht, indem er es gedacht hat. Denken und Machen sind dem schöpferischen Urgeist, dem Creator Spiritus, eins. Sein Denken ist ein Erschaffen. Die Dinge sind, weil sie gedacht sind. Für antike und mittelalterliche Sicht ist daher alles Sein Gedachtsein, Gedanke des absoluten Geistes. Das bedeutet umgekehrt: Da alles Sein Gedanke ist, ist alles Sein Sinn, ‚Logos‘, Wahrheit.“[25]

Nach dieser Definition muss man sich die Welt so vorstellen: Gott ist absoluter Geist undabsolutes Sein und alles, was ist, ist nur ein Gedanke dieses Geistes. Das ganze All ist also nur ein Gedanke im unendlichen Geist Gottes.So wie sich ein winziger Stern im „unendlichen“ All befindet, so befindet sich das All selbst wie ein winziger Gedanke im unendlichen Geist Gottes. Demnach ist alles, was ist, im tiefsten Grunde „nur“ein Gedanke im Geist Gottes, alsosozusagen relativer (geschaffener) Geist im absoluten (ungeschaffenen) Geist . Und so kann man auch Paulus verstehen, der sagt: „Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ (APG 17,28), d.h. „ in seinem Geist leben wir, in seinem Geist bewegen wir uns und in seinem Geist sind wir.“[26] Die klassische Antwort auf die Wahrheitsfrage, „verum est ens“, bedeutet also: die Wahrheit ist das Sein, das Sein ist Gott, „Gott ist Geist“ (Joh 4,24), also ist die Wahrheit auch Geist. Die ganze Realität, in der wir uns befinden, ist also ein gewaltiger, absoluter und göttlicher Geist, den wir „Gott“ bzw. „Logos“ nennen. Das ist die Wahrheit.[27]

Die erste und grundlegende Wahrheit ist für Ratzinger zweifelsohne „der göttliche Logos“, der „am Anfang war“ und „der Gott ist“(Joh 1,1). Er ist das Ur-Prinzip der Welt, die Ur-Wirklichkeit und die Ur-Wahreit schlechthin. Von diesem Urprinzip aus entwickelt Ratzinger seine ganze weitere Theologie.[28] Doch bis jetzt steht das alles nur als Behauptung da, nicht als Beweis. Es wird zwar gesagt, dass Gott die Wahrheit ist, aber wer sagt, dass das auch wahr ist? Wie kann man beweisen und wissen, dass „der Logos am Anfang war“ und „alles durch ihn und in ihm erschaffen wurde“, wie es in der Bibel steht (Joh 1,1-3)?

2.1. Evolutionstheorie gegen Schöpfungslehre

Im Gegenteil! Die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft scheinen sogar gegen einen Schöpfergott zu sprechen:

„Immer mehr und mehr hat sich die Evolutionstheorie als der Weg herauskristallisiert, um Metaphysik endlich verschwinden, die ‚Hypothese Gott‘ (Laplace) überflüssig werden zu lassen und eine streng ‚wissenschaftliche‘ Erklärung der Welt zu formulieren. Eine umfassend das Ganze alles Wirklichen erklärende Evolutionstheorie ist zu einer Art ‚erster Philosophie‘ geworden, die sozusagen die eigentliche Grundlage für das aufgeklärte Verständnis der Welt darstellt.“[29]

Das, was Ratzinger hier erwähnt, ist von enormer und entscheidender Bedeutung. Die moderne Wissenschaft und Evolutionstheorie hat wohl die größte Erschütterung und Wende für die heutige, westliche und „aufgeklärte“ Gesellschaft ausgelöst! Jede Religion, jede Kultur und jede Gesellschaft hat irgendein Begriff, einen Mythos, irgendeine „Grundlage für das Verständnis der Welt“ oder ein erstes Prinzip und eine „erste Philosophie“ von der Entstehung und dem Sinn der Welt. Diese Grundlage ist entscheidend für das ganze kollektive Bewusstsein der Gesellschaft, für seine Politik, Ethik und Kultur. Die ganze Lebensphilosophie und Weltanschauung baut gerade auf diesem ersten Prinzip auf und wird von ihm her verstanden, nämlich von der Frage, wie alles angefangen hat!Ratzinger schreibt dazu wörtlich:

„Durch die Evolutionstheorie scheint die Schöpfungslehre überholt, durch die Erkenntnisse über den Ursprung des Menschen die Erbsündenlehre; (...) Die philosophische Grundlage des Christentums ist durch das ‚Ende der Metaphysik‘ problematisch geworden, seine historischen Grundlagen stehen infolge der modernen historischen Methoden im Zwiellicht.“[30]

Bisher galt im christlichen Europa, dass „Gott am Anfang“ war (Gen 1) und die ersten Menschen, „Adam und Eva“, schuf (Gen 2), doch jetzt ist der „Big Bang“ an die Stelle Gottes getreten und der „Affe“ hat Adam, d.h. den Menschen von seinem Thron gestoßen. Diese Entwicklung war sozusagen eine „Bombe“ für das westliche Bewusstsein und ihre traditionelle Kultur! Die Autorität des Wortes Gottes und die Authentizität der Hl. Schrift haben darunter sehr gelitten und leiden immer noch deswegen. Wer glaubt heute noch an Adam und Eva? Das Buch Genesis ist zum Mythos, zum Märchen geworden, während die Evolution Geschichte und Wahrheit ist. Der moderne Mensch gründet sein Leben aber nicht auf Märchen und Mythen. Daher hat er zum großen Teil den (christlichen) Schöpfungsglauben verloren. Und daher kam es auch zur allgemeinen Glaubenskrise, zur Krise der Hl. Schrift, zur Krise des Christentums.

Alles hängt also, wie es Ratzinger klar erkannt hat, vom ersten Prinzip ab, d.h. vom wahren Verständnis des Urprinzips der Welt, denn es entscheidet über Wahrheit oder Unwahrheit der Evolutionstheorie, über Wahrheit oder Unwahrheit des (christlichen) Schöpfungsglaubens:

„Es geht um die Frage, ob die Vernunft bzw. das Vernünftige am Anfang aller Dinge und an ihrem Grunde steht oder nicht. Es geht um die Frag, ob das Wirkliche aufgrund von Zufall und Notwendigkeit (...), also aus dem Vernunftlosen entstanden ist, ob also die Vernunft ein zufälliges Nebenprodukt des Unvernünftigen und im Ozean des Unvernünftigen letztlich auch bedeutungslos ist, oder ob wahr bleibt, was die Grundüberzeugung des christlichen Glaubens und seiner Philosophie bildet: In principio erat Verbum – am Anfang aller Dinge steht die schöpferische Kraft der Vernunft.“[31]

Ist die Welt vernünftig und rational strukturiert oder nicht? Ist die Vernunft in ihrem letzten Grunde nur ein zufälliges und bedeutungslosesNebenproduktder Welt oder nicht? Steht hinter der Entstehung der Welteine bewusste Absicht,ein gewolltes Ziel und ein vernünftiger Sinn oder nicht? Interessant ist, dass Ratzingergerade die wissenschaftliche Argumentation der Evolutionsbefürworter nimmt, um eine atheistische Evolutionstheorie des Selbstwiderspruches zu überführen und die christliche, d.h. die vernünftige Grundoption plausibel zu machen:

„Aber kann eigentlich die Vernunft auf die Priorität des Vernünftigen vor dem Unvernünftigen, auf die Uranfänglichkeit des Logos verzichten, ohne sich selbst aufzuheben? Das von Popper vorgeführte Erklärungsmodell,[32] das in anderen Darstellungen der ‚ersten Philosophie‘ in verschiedenen Variationen wiederkehrt, zeigt, daß die Vernunft gar nicht anders kann, als auch das Unvernünftige nach ihrem Maß, also vernünftig zu denken (Probleme lösen, Methode erlernen!), womit sie implizit doch wieder den eben geleugneten Primat der Vernunft aufrichtet.“[33]

An anderer Stelle schreibt er ähnlich dazu:

„Die Naturwissenschaft, die die neue Welt gebildet hat, beruht auf einer philosophischen Grundlage, die letztlich bei Platon zu suchen ist.[34] Kopernikus, Galilei, auch Newton waren Platoniker. Ihre Grundvoraussetzung war, daß die Welt mathematisch, geistig strukturiert ist und daß man sie von dieser Voraussetzung her enträtseln und im Experiment begreiflich wie nutzbar machen kann. Das Neue besteht in der Verbindung von Platonismus und Empirie, von Idee und Experiment. Das Experiment beruht auf einer ihm vorangehenden Deutungsidee, die dann im praktischen Versuch abgetastet, korrigiert und für weitere Fragen eröffnet wird. (...) Alles naturwissenschaftliche Denken und alle technische Anwendung beruht auf der Voraussetzung, daß die Welt nach geistigen Gesetzen geordnet ist, Geist in sich trägt, der von unserem Geist nachgezeichnet werden kann. (...) Wenn sie (sc. die Naturwissenschaft, die „Geist in sich selbst oder als der gegenwärtigen Welt vorausgehend“ leugnet, P.K.) aber zur unüberschreitbaren Form menschlichen Denkens erklärt wird, wird die Grundlage der Wissenschaft selbst widersprüchig. Denn sie behauptet und leugnet den Geist zugleich.“[35]

Wie man es auch dreht und wendet, es geht nicht anders, als dass man den Primat der Vernunft, den Primat des Geistes und den Primat des Logos wissenschaftlich anerkennt, denn nur durch seine Voraussetzung kann man „das vernünftige Lernen und Probleme lösen“ in der Evolution und die „geistigen Gesetze“ in der Natur „begreifen und technisch nutzbar“ machen. Jeder Versuch einer atheistischen Evolutionstheorie und empirischen Naturwissenschaft, den Primat des (vor- und innerweltlichen) Geistes zu leugnen, muss zwangsweise am Selbstwiderspruch scheitern, der „den Geist zugleich behauptet und leugnet“.

Außerdem kritisiert Ratzinger auch den praktischen Ethos, den die Evolutionstheorie notwendig mit sich bringt:

„Nun hat in der Tat die Evolutionstheorie, wo sie sich zur philosophia universalis auszuweiten anschickt, auch das Ethos evolutionär neu zu begründen versucht. Aber dieses evolutionäre Ethos, das seinen Schlüsselbegriff unausweichlich im Modell der Selektion, also im Kampf ums Überleben, im Sieg des Stärkeren, in der erfolgreichen Anpassung findet, hat wenig Tröstliches zu bieten. Auch wo man es auf mancherlei Weise zu verschönern strebt, bleibt es letztlich ein grausames Ethos. (...) Zu einer Ethik des universalen Friedens, der praktischen Nächstenliebe und der nötigen Überwindung des Eigenen, die wir brauchen, ist dies alles wenig tauglich.“[36]

So schafft es Ratzinger also, die Existenz der vorweltlichen, schöpferischen und „göttlichen“ Urvernunft, d.h. die Existenz Gottes, auf vernünftige und philosophische Art und Weise ex contrario bzw. ex negativo zu beweisen.Denn er zeigt einerseits auf, dass man die Entstehung der Welt ohne ein vernünftiges Urprinzip (= Gott) gar nicht denken kann (= ex negativo) und dass andererseits die Behauptungdes Gegenteils selbstwidersprüchig und grausam ist (= ex contrario). Es ist also am Ende interessanterweise gerade die – dem Glauben anfangs scheinbar widersprechende – Vernunft und Wissenschaft, die die philosophische Grundlage und das fundamentaltheologische Prinzip bildet, auf der Ratzinger seinen „Gottesbeweis“ aufbaut.

2.2. Der Gottesbeweis

Mit diesem „Gottesbeweis“ steht Ratzinger paradoxerweise zugleich in und außerhalb der Tradition der katholischen Theologie, die den Gottesbeweis klassischerweise aus den geschaffenen Werken der Natur ableitet.[37] So verkündet das I. Vatikanum feierlich:

,,Die heilige Mutter Kirche hält fest und lehrt, daß Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen gewiß erkannt werden kann“ (1. Vatikanisches K.: DS 3004)[38] [Vgl. DS 3026; DV 6.]“ (KKK 36)

Und der Katechismus der katholischen Kirchefügt hinzu:

„Aus der Bewegung und dem Werden, aus der Kontingenz, der Ordnung und der Schönheit der Welt kann man Gott als Ursprung und Ziel des Universums erkennen. Der hl. Paulus behauptet von den Heiden: ,Was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart. Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit‘. (Röm 1,19-20) [Vgl. Apg 14,15.17; 17,27-28; Weish 13,1-9.] (KKK 32)

Genau im selben Geist und Sinn wiederholt und bestätigt Ratzinger die kirchliche Lehre:

„Der Monotheismus wird weiter geklärt und gewinnt an rationaler Kraft durch die Verbindung mit dem Versuch eines vernünftigen Verstehens der Welt. Die Klammer zwischen Gottesgedanke und Weltdeutung wird eben im Begriff der Weisheit gefunden. Die Rationalität, die sich in der Struktur der Welt zeigt, wird als ein Reflex der schöpferischen Weisheit begriffen, aus der sie stammt. Die Wirklichkeitsansicht, die sich nun ausbildet, entspricht etwa der Frage, die Heisenberg (...) formuliert, wenn er sagt: ‚Ist es völlig sinnlos, sich hinter den ordnenden Strukturen der Welt im Großen ein ‚Bewußtsein‘ zu denken, dessen ‚Absicht‘ sie sind?‘[39][40]

Der einzige Unterschied ist, dass Ratzinger den Gottesbeweis nicht positiv, d.h. als in sich geschlossen, sicher und gewissformuliert, wie es die Kirche tut, sondern nur ex negativo bzw. ex contrario, d.h.als „beste Hypothese“:

„Ich bin der Meinung, daß der neuscholastische Rationalismus gescheitert ist, der mit einer streng glaubensunabhängigen Vernunft, mit rein rationaler Gewißheit die Praeambula Fidei rekonstruieren wollte; allen Versuchen, die das gleiche möchten, wird es letztlich nicht anders ergehen. Insoweit hatte Karl Barth schon recht, wenn er die Philosophie als glaubensunabhängige Glaubensgrundlage abwies: Dann würde unser Glaube letztlich auf wechselnden philosophischen Theorien gründen.“[41]

„Der christliche Glaube ist heute wie damals die Option für die Priorität der Vernunft und des Vernünftigen. Diese Letztfrage kann nicht mehr, wie schon gesagt, durch naturwissenschaftliche Argumente entschieden werden, und auch das philosophische Denken stößt hier an seine Grenzen. In diesem Sinn gibt es eine letzte Beweisbarkeit der christlichen Grundoption nicht.“[42]

„Dass die Rationalität der Welt sinnvoll nicht aus der Irrationalität erklärt werden kann, ist evident. Und so bleibt der Logos am Anfang aller Dinge nach wie vor die beste Hypothese“.[43]

Ratzinger spricht also nicht mehr im neuscholastischen Sinne von einem strengen Gottes- beweis, sondern von einer höchstwahrscheinlichen Gottes- hypothese. Er glaubt nicht, dass man die Existenz Gottes rein rational, logisch und philosophisch beweisen kann, sondern dass man sie vernünftigerweise „nur“ für höchst plausibel, sinnvoll und wahrscheinlich halten darf. Darin bricht er mit der Tradition der demonstratio religiosa und der Lehre der Kirche, denn er zweifelt an der logischen Geschlossenheit und Unwiderlegbarkeit des klassisch-biblischen (kosmologischen bzw. teleologischen) Gottesbeweises. Wenn es einen berechtigten Zweifel und eine logische Unsicherheit an diesem Gottesbeweis gäbe, dann könnte „Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen nicht gewiß erkannt werden“.Dann wäre das Dogma der Kirche falsch. Ob das Ratzinger wirklich glaubt und an der Lehre der Kirche zweifeln würde, ist unklar. Vielmehr fängt seine Ausführung oben mit den Worten an: „Ich bin der Meinung, daß...“ Wir dürfen also davon ausgehen, dass er hier bewusst seine persönliche Meinung vertritt, die keine kirchliche oder lehramtliche Autorität besitzt und schon gar nicht an ihr zweifeln will, sondern im Gegenteil, nur „Hilfe sein“ will, „im Ringen um das, was uns alle angeht.“ [44]

2.3. Der Name Gottes als höchste Wahrheit der Philosophie und Theologie

Nichtsdestoweniger ist es eine Hauptleistung Ratzingers, die widerspruchslose Einheit und Synthese der Philosophie und des Glaubens in der Gottesfrage zu begründen! Gerade im christlichen Glauben entdeckt er die Synthese zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Theologie und Philosophie, wie sie für die christlich-katholische demonstratio religiosa typisch ist. Am eindruckvollsten hat er das wohl bei der biblischen Offenbarung des göttlichen Namens „Jahwe“ = „Ich bin“ beschrieben:

„Versuchen wir uns klarzumachen, welches Gottesbild auf diese Weise entsteht! Zunächst – was heißt es, daß hier der Gedanke des Seins als Deutung Gottes ins Spiel gebracht wird? Für die von der griechischen Philosophie herkommenden Kirchenväter erschien das als eine unerwartete und kühne Bestätigung ihrer eigenen denkerischen Vergangenheit, denn die griechische Philosophie sah es als ihre entscheidende Entdeckung an, daß sie (...) die umfassende Idee des Seins entdeckt hatte, die sie zugleich als den angemessensten Ausdruck des Göttlichen betrachtete. Genau dasselbe schien nun aber auch die Bibel in ihrem zentralen Text über das Gottesbild zu sagen. Mußte das nicht als eine geradezu verblüffende Bestätigung für die Einheit von Glauben und Denken erscheinen? Die Kirchenväter sahen in der Tat hier die tiefste Einheit von Philosophie und Glaube, von Platon und Moses, von griechischem und biblischem Geist aufgedeckt.“[45]

Das war wohl für die damalige Zeit – und ist es gewiss auch heute noch – sozusagen eine „Bombe“ für die Wahrheitsfrage! Die höchste, tiefste und fundamentalste Wahrheit, die die menschliche Vernunft und Philosophie über Gott erkennen und aussagen kann, wird jetzt von Gott selbst offenbart: Gott ist der, „der ist“, Gott ist „der Seiende“ (Ex 3,13-15), d.h. der, der ewig ist, das Sein selbst, der Urgrund und das Prinzip aller Wirklichkeit und Wahrheit! Das ist die fundamentalste aller Wahrheiten und philosophisch-theologischen Prinzipien. Und das Erstaunliche ist, dass sich hierin menschliche Vernunft und Gottes Offenbarung völlig einig sind. Auf der Ebene der demonstratio religiosa besteht also vollkommene Übereinstimmung zwischen Philosophie und Theologie, zwischen Glaube und Vernunft, nämlich dass die erste und höchste Wahrheit der Welt und des Lebens der ewig seiende Gott ist.

„Und so kann man an dieser Stelle vielleicht doch den Finger der Vorsehung erkennen – warum die Begegnung zwischen dem Glauben der Bibel und der griechischen Philosophie wahrhaft ‚providentiell‘ gewesen ist.“[46]

Fazit

Ziel dieser Arbeit war es, zwei grundlegenden Fragen nachzugehen, nämlich 1. ob und wie man von Gott und religiösen Wahrheiten reden kann (Kap. 1) und 2. was die Wahrheit ist, d.h. ob es Gott gibt und was der Grund und das Ziel des Lebens ist (Kap. 2)?

ad 1) Auf die erste Frage antwortet Ratzingerganz klar mit Ja! Der Mensch ist wahrheits- und gottfähig. Aufgrund seiner rationalen anthropologischen Grundstruktur ist er nicht nur fähig, Gott und die Wahrheit (in bestimmten Maß) zu erkennen, sondern das natürliche Streben nach Wahrheit und Erkenntnis ist zur Verwirklichung des menschlichen Wesens sogar notwendig. Es ist dabei vor allem die Weisheit, das „Licht Gottes“, das ihm ermöglicht, den Radius seiner Vernunft zu weiten, um so geistige, religiöse und „göttliche“ Wahrheiten erkennen zu können. Die Weisheit verleiht dem Geist des Menschen seine wahre Größe und Würde, den Überblick und den Blick aufs Ganze der Wirklichkeit, sie macht ihn zu einem „Sehenden“. Daher ist die Weisheit der gemeinsame Grund und Berechtigungder Philosophie und Theologie, der Religion und Gotteserkenntnis möglich und sinnvoll macht.

ad 2) Die erste und grundlegende AntwortRatzingersauf die Wahrheitsfrage lautet: die Wahrheit ist das Sein, das Sein ist Gott und Gott ist ewiger Geist, ewiger Logos und ewige Weisheit. Nach ihr haben die Philosophen durch die Vernunft und die Theologen durch den Glauben gesucht und sie im Namen Gottes gefunden. Im Namen Gottes ist die ganze Fülle des Seins, der Wahrheit und der Weisheit gegeben. Alles, was ist, existiert aus, in und für sie. Sie ist Ursprung, Grund und Ziel allen Seins.Sie ist für Ratzinger nicht nur die „mathematische Vernunft auf dem Grund aller Dinge“, sondern auch „schöpferische Liebe“:beide vereint, Vernunft und Liebe, bilden seinen fundamentaltheologischen Gottes- und Logosbegriff:

„Der Versuch, in dieser Krise der Menschheit dem Begriff des Christentums als religio vera wieder einen einsichtigen Sinn zu geben, muß sozusagen auf Orthopraxie und Orthodoxie gleichermaßen setzen. Sein Inhalt wird heute – letztlich wie damals – im Tiefsten darin bestehen müssen, daß Liebe und Vernunft als die eigentlichen Grundpfeiler des Wirklichen in eins gehen: die wahre Vernunft ist die Liebe, und die Liebe ist die wahre Vernunft. In ihrer Einheit sind sie der wahre Grund und das Ziel alles Wirklichen.“[47]

Literaturliste

1.) Quellen

- Ratzinger, Joseph:
- Auf Christus schauen. Einübung in Glaube, Hoffnung, Liebe, Freiburg-Basel-Wien 2006
- Aus meinem Leben. Erinnerungen(1927-1977), München 1998.
- Einführung in das Christentum.Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis, München 81968.
- Glaube, Wahrheit, Toleranz.Das Christentum und die Weltreligionen, Freiburg im Breisgau 22003.
- Theologische Prinzpienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie, München 1982.

2.) Sekundärliteratur

- Eller, Matthias, Veritas creatrix incarnata. Über das Wahrheitsverständnis im theologischen Werk Joseph Ratzingers, in: Klaus Müller (Hg.), Pontes.Philosophisch-theologische Brückenschläge, Bd. 53, Berlin 2011.
- Heisenberg, W.,
- Das Naturbild der heutigen Physik, Reinbeck 71959.
- Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik, München 1969.
- Kreiner, A., Ende der Wahrheit?, Freiburg 1992.
- Monod, J., Zufall und Notwendigkeit.Philosophische Fragen der modernen Biologie, München 51973.
- Popper, Karl, Ausgangspunkte. Meine intellektuelle Entwicklung (aus dem Englischen), Hamburg 1979.
- Schiffers, N., Fragen der Physik an die Theologie, Düsseldorf 1986.

3.) Philosophisch-theologische Klassiker und Standartwerke

- Aristoteles, Metaphysik.
- Augustinus, Aurelius, Über die Dreifaltigkeit.
- Kant, Immanuel:
- Kritik der reinen Vernunft, A1781, B1787.
- Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 11793 und 21794.
- Platon, Theaitetos.

4.) Kirchliche Dokumente

- I. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution: „ Dei Filius. Vom katholischen Glauben“, 1870.
- Johannes Paul II., Papst, Enzyklika: „ Fides et Ratio. Über das Verhältnis von Glaube und Vernunft“, 14.9.1998.
- Johannes Paul II., Papst, Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), 1992.

[...]


[1] Joseph Ratzinger, Aus meinem Leben, S. 178f. Zitiert in: Matthias Eller, Veritas creatrix incarnata. Über das Wahrheitsverständnis im theologischen Werk Joseph Ratzingers, S. 25. (Künftig zitiert als: „ Veritas creatrix incarnata. “)

[2] Vgl. Platon, Theaitetos, 155d; Aristoteles, Metaphysik, Buch A, Kap. 2, 982 b 11ff.

[3] Es war v.a. Immanuel Kant, der durch sein Werk „Religion innerhalb der Grenzen der reinen Vernunft“ (von 11793 bzw. 21794) wesentlich zum vermeintlichen „Ende der Metaphysik“ beigetragen hat. Vgl. Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 106 und 132.

[4] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 92 und 131.

[5] Ebd. S. 131.

[6] Ebd., S. 151.

[7] Genau diesen Abschied bringen die berühmten Worte Kants auf den Punkt: „Man muss das Wissen aufheben, um dem Glauben Platz zu machen“. Vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, AA III, 18– KrV B xxx.

[8] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 133.

[9] A. Kreiner, Ende der Wahrheit?, Freiburg 1992, S. 116.

[10] Papst Johannes Paul II.,Enzyklika: Fides et Ratio. Über das Verhältnis von Glaube und Vernunft., 14.9.1998, Nr. 84.

[11] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 153.

[12] Vgl.: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen (= teilweise), dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.“ (1 Kor 13,12)

[13] Ebd., S. 149.

[14] Ebd., S. 156.

[15] Theologische Prinzipienlehre, S. 338.

[16] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 129.

[17] Ebd., S. 129f.

[18] Vgl. Aurelius Augustinus, Über die Dreifaltigkeit, Buch XII., Nr. 22-23.

[19] Vgl. Theologische Prinzipienlehre, S. 374.

[20] Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, Nr. 27-30).

[21] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 127f.

[22] Ebd., 111.

[23] Leider kann aus Platzgründen nicht mehr auf die praktische Konkretisierung der Weisheitsmethode eingegangen werden, aber die wohl berühmteste und einfachste Weise, religiöse Erkenntnis rational zu vermitteln, ist die des Gleichnisses und der Parabel. Jesus selbst kannte keinen besseren Weg als das „Reich Gottes in Gleichnissen zu beschreiben“ (vgl. Mk 4,30). Daher bleibt die metaphorische und analoge Redeweise sozusagen der Königsweg der Weisheit (als Synthese von Philosophie und Theologie), über geistige, religiöse und göttliche Wahrheiten zu reden.

[24] Wenn sich diese These durchsetztund vom Kollektivbewusstsein der modernen Gesellschaft und Wissenschaft erkannt und verstanden wird, wird Ratzinger damit wohl als „Retter der Metaphysik“ in die Philosophie- und Theologiegeschichte eingehen. Gott sei Dank!

[25] Einführung in das Christentum, S. 34-41.

[26] Das darf nicht mit einer pantheistischen Weltanschauung verwechselt werden! Es heißt nämlich nicht, dass die Welt Gott und Gott die Welt ist, sondern dass die Welt in Gott und Gott in der Welt ist. Der wesentliche Unterschied zwischen absolutem Schöpfer geist (Gott) und relativem Schöpfungs gedanken (Welt) bleibt bestehen.

[27] In der Neuzeit wird das Axiom „verum est ens“ zum „verum quia factum“ (Wahrheit = Fakt, Geschichte, Praxis) und dann zum „verum quia faciendum“ (Wahrheit = das Machbare, das Beweisbare, Wissenschaft, Fortschritt, Technik). So wird der Schwerpunkt des Wahrheitsverständnisses vom 1. ursprünglichen und 2. faktischen Sein auf das 3. künftige machbare Sein verlegt. So liegt die Wahrheit der Welt in den Händen des Menschen, der am Ende selbst „Gott“ (= Wahrheitsmacher) ist, anstatt der Logos am Anfang. Vgl. Einführung in das Christentum, S. 34-41.

[28] Grundlegend für die demonstratio cristiana wird nämlich die Inkarnation des Logos sein (Joh 1,14), so dass auf der zweiten Wahrheitsstufe gelten wird: Gott ist die Wahrheit, Christus ist Gott, also ist Christus die Wahrheit (Joh 14,6). Vgl.: „...derjenige, dem wir glauben, nicht irgendein Mensch ist, sondern der Logos, das Wort Gottes, in dem der Sinn der Welt, ihre Wahrheit beschlossen liegt. (...) Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Logos (Wort) besagt, daß in ihm Gott selbst, die Wahrheit aller Dinge, in Erscheinung tritt.“Theologische Prinzipienlehre, S. 354.

[29] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 144.

[30] Ebd., S. 132.

[31] Ebd., S. 145f.

[32] Weiter vorne wird Poppers Modell so ausgeführt: „Das Leben, so wie wir es kennen, besteht aus physikalischen ‚Körpern‘ (besser aus Prozessen und Strukturen), die Probleme lösen. Das haben die verschiedenen Arten durch die natürliche Auslese ‚gelernt‘, das heißt durch die Methode von Reproduktion plus Variation...“ K. Popper, Ausgangspunkte. Meine intellektuelle Entwicklung (aus dem Englischen), Hamburg 1979, str. 260. (Zitiert in: Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 145.)

[33] Ebd., S. 146.

[34] Zum platonischen Ursprung der modernen Naturwissenschaft vgl. N. Schiffers, Fragen der Physik an die Theologie, Düsseldorf 1986; W. Heisenberg, Das Naturbild der heutigen Physik, Reinbeck 71959; vgl. auch J. Monod, Zufall und Notwendigkeit.Philosophische Fragen der modernen Biologie, München 51973, S. 133.

[35] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 127.

[36] Ebd., S. 147.

[37] Vgl. z.B. Röm 1,18-32 und Weish 13,1-7.

[38] I. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution: „ DeiFilius. Vom katholischen Glauben.”, 1870., Kap. 2.

[39] W. Heisenberg, Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik, München 1969., str. 290.

[40] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 121.

[41] Ebd., S. 110.

[42] Ebd., S. 146.

[43] Joseph Ratzinger, Auf Christus schauen. Einübung in Glaube, Hoffnung, Liebe, Freiburg-Basel-Wien 2006, S. 34. Zitiert in: Veritas creatrix incarnata, S. 88.

[44] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 12.

[45] Einführung in das Christentum, S. 85f.

[46] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 78.

[47] Glaube, Wahrheit, Toleranz, S. 147.

Details

Seiten
22
Jahr
2014
ISBN (Buch)
9783668093355
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310699
Institution / Hochschule
Sveučilište u Splitu – Katholisch-theologische Fakultät
Note
Schlagworte
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