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Umweltfokussiertes Supply Chain Management. Theoretische Betrachtung der Thematik

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 15 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen des Supply Chain Managements
2.1 Ausgangslage des Lieferkettenmanagements
2.2 Definition und Gegenstand des Supply Chain Managements
2.3 Übergeordnete Ziele des Supply Chain Managements
2.4 Grundlegende Problemfelder des Supply Chain Management
2.5 Integration von Umweltaspekten in das Supply Chain Management

3 Resümee

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Vergleich von Supply Chain Management, Stoffstrommanagement und Umweltmanagement

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Die Bedeutung der unternehmensübergreifenden Betrachtung der Wertschöpfungsketten (WK), den sogenannten Supply Chains (SC), nimmt stetig zu. Im Betrachtungsspektrum stehen hierbei Zulieferer, OEMs und Konzerne sowie Endverbraucher. Das Ziel ist eine primär an den Kundenwünschen orientierte, effektivere und effizientere Gestaltung der von der Wettbewerbsstrategie bestimmten Aktivitäten der WK. Jedoch können mit diesen Zieldimensionen eines sog. Supply Chain Managements (SCM) in der Praxis bei weitem noch nicht alle möglichen Einsparpotenziale aufgedeckt werden.1

Ausgehend von dieser These und der zunehmenden Forderung nach einer unternehmensübergreifenden Umweltschutzorientierung werden im Rahmen dieser Arbeit Ansatzpunkte für eine integrierte ökonomische sowie ökologische Betrachtung von Lieferketten identifiziert.

Das Bewusstsein für den Klimawandel sowie das immer stärker aufkommende Umweltbewusstsein ist nicht nur innerhalb der Bevölkerung vorhanden, sondern durchaus auch in der Wirtschaft: Gemäß einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft empfinden aktuell etwas über die Hälfte der befragten Firmen bereits jetzt, sie seien vom Klimawandel betroffen. Vier von fünf deutschen Unternehmen sehen ihre Geschäftstätigkeit vom Klimawandel langfristig beeinflusst. Dies bedeutet, dass Klimarisiken als wirtschaftliche Risiken wahrgenommen werden. Dementsprechend müssen zumindest dessen dramatischste Auswirkungen begrenzt werden. Weswegen sich gerade die Industrieunternehmen dieser Herausforderung stellen müssen und in der Pflicht stehen Beiträge zur Minderung von Klimaschäden zu leisten.2

2 Grundlagen des Supply Chain Managements

2.1 Ausgangslage des Lieferkettenmanagements

Heutige Lieferketten sind durch eine Vielzahl von Schnittstellen mit erheblichem Koordinationsaufwand gekennzeichnet. Dies ist vor allem den sich verändernden Wettbewerbsbedingungen geschuldet, da die heutige Wirtschaft immer stärker in einem globalen Kontext agiert. Die Anforderungen der Märkte an das produzierende Gewerbe wachsen markant und die traditionellen Methoden zur Effizienzsteigerung wie bspw. die Automatisierung oder die Rationalisierung sind nahezu vollständig ausgeschöpft. Des Weiteren bringt die Globalisierung nicht nur größere Absatzmärkte sondern auch ein dementsprechendes größeres Wettbewerbsaufkommen mit sich. Weswegen unlängst vielfältige Anstrengungen betrieben werden um neue Methoden zur Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zu lokalisieren.3

Ausgehend von diesem Ansatz findet eine Konzentration der Industrieunternehmen auf die Kernkompetenzen statt, wodurch das Hauptaugenmerk jedweder Aktivitäten ausschließlich auf jene Tätigkeiten gerichtet wird, die einen hohen Grad an Wertschöpfung für das Unternehmen beinhalten. Ein Großteil der divergenten Aktivitäten wird in Folge von Outsourcing-Prozessen fremd vergeben.4

Des Weiteren werden Bestrebungen unternommen gesamte Produktionsstandorte ins Ausland zu verlagern, da Unternehmen, die global agieren, im Regelfall nicht nur global verkaufen sondern auch direkt durch Tochtergesellschaften im Ausland ihre Waren produzieren. Diese Aspekte führen dazu, dass gerade in dem Lieferkettenmanagement Veränderungen unausweichlich sind, da die klassischen Ansätze des Lieferkettenmanagements im vorherrschenden globalen Kontext, auf eine Vielzahl typischer Probleme stoßen, die im Folgenden dargestellt werden:5

Im klassischen Lieferkettenmanagement herrscht keine Durchgängigkeit der Lieferketten vor, so dass es ausschließlich zu lokalen Optimierungen bei den jeweiligen Interaktionspartnern (IP) und nicht im gesamten Lieferkettensystem kommt. Diese sukzessive Vorgehensweise führt zu sequentiellen Einzelaktivitäten auf den Stationen der Lieferkette. Wodurch Ausnahmesituationen wie bspw. die kurzfristige Forderung von zusätzlichen Produktionsmitteln eines Gliedes der Lieferkette kaum bewältigt werden können, da 90% der Kapazitäten durch die Planung von Standardabläufen gebunden ist und somit eine geringe Reaktionsfähigkeit auf ein verändertes Nachfrage- oder Lieferverhalten vorhanden ist.6 Diese Aspekte veranlassen die einzelnen Stationen der Lieferketten durch moderne Methoden eine Synchronisierung von Angebot und Nachfrage über die gesamte Lieferkette zu installieren, so dass man langfristig über rückgekoppelte Planungsprozesse die gesamte Lieferkette optimiert.7

Die Optimierung der gesamten Lieferkette verspricht größere Rationalisierungspotenziale als die bloße Ergebnisoptimierung einzelner Kettenglieder. Die einzelnen Stationen sind so zu planen und zu steuern, dass die Produkt- und Warteschlangen möglichst klein gehalten werden, der jeweilige Kunde hingegen optimal versorgt wird und die entstehenden Kosten minimiert werden. Dies erfordert die Integration aller Partner der WK in diese Aufgaben sowie den Abbau von Informationsbarrieren zwischen den Planungs- und Steuerungsbereichen, so dass eine ganzheitliche prozessorientierte Planung und Steuerung aller Flüsse von Informationen, Produkten und Finanzmitteln in der WK aufgebaut und gewährleistet werden kann.8

2.2 Definition und Gegenstand des Supply Chain Managements

Supply Chain Management (SCM) ist eine Organisations- und Managementphilosophie, die eine partnerschaftliche Gestaltung, eine prozessoptimierende Integration sowie Planung und Steuerung aller Elemente durchgängiger WK beinhaltet. Dabei wird der komplette Weg des Produktes vom Zulieferer für Rohstoffe über den Hersteller der Produkte, den Groß- und Einzelhandel bis hin zum Endkunden betrachtet.9 SCM verfolgt das Ziel eine Optimierung der Kosten, der Durchlaufzeiten sowie der logistischen Prozesse über alle WK unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse zu erwirtschaften um dadurch Wettbewerbsvorteile zu generieren und die Wettbewerbssituation aller IP der Supply Chain (SC) zu verstärken und auszubauen.10

Die Optimierungen erstrecken sich von den strategischen Entscheidungen bis hin zu den operativen Umsetzungen und beziehen sich auf alle an der jeweiligen WK beteiligten Partner, die einen Mehrwert in Form von Produkten und Dienstleistungen generieren. Dementsprechend strebt das SCM eine unternehmensübergreifende Koordination und Synchronisierung der Informations- und Materialflüsse zur Kosten-, Zeit- und Qualitätsoptimierung an.11

Das SCM ist eine Erweiterung des klassischen Lieferkettenmanagements und unterscheidet sich insofern davon, da sich das Lieferkettenmanagement vor allem mit den Informations- und Güterflüssen eines einzelnen Unternehmens beschäftigt.

[...]


1 Vgl. Milling, P. / Größler, A. (2001), S. 6.

2 Vgl. Biebeler, H./ Mahammadzadeh, M./ Selke, J.-W. (2008), S. 13.

3 Vgl. Hofbauer, G. / Mashhour, T. / Fischer, M. (2009), S. 2-4.

4 Vgl. Hofbauer, G. / Mashhour, T. / Fischer, M. (2009), S. 3.

5 Vgl. Hofbauer, G. / Mashhour, T. / Fischer, M. (2009), S. 5-7.

6 Vgl. Hofbauer, G. / Mashhour, T. / Fischer, M. (2009), S. 23-30.

7 Vgl. Arndt, H. (2013), S. 42-45.

8 Vgl. Arndt, H. (2013), S. 46.

9 Vgl. Sommer, P. (2007), S. 27.

10 Vgl. Arndt, H. (2013), S. 47.

11 Vgl. Sommer, P. (2007), S. 35-37.

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668099234
ISBN (Buch)
9783668099241
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311143
Institution / Hochschule
Leibniz Akademie Hannover - Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hannover
Note
1,0
Schlagworte
umweltfokussiertes supply chain management theoretische betrachtung thematik

Autor

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Titel: Umweltfokussiertes Supply Chain Management. Theoretische Betrachtung der Thematik