Lade Inhalt...

Entstehung von Konformität. Die Beeinflussung durch Minoritäten und Majoritäten

Studienarbeit 2014 10 Seiten

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Begriff der Konformität

3. Wie Majoritäten die Konformität beeinflussen
3.1. Der informative und normative Einfluss auf die eigene Meinung

4. Die Beeinflussung der Konformität durch Minoritäten

5. Die Wirkungsweise von Minorität und Majorität

6. Zusammenfassung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In sozialen Gruppen, kann es zu einer gleichen Gestaltung auf der Ebene des äußeren Erscheinungsbildes kommen. Eine Konformität dieser Art ist auch bezogen auf die in einer Gruppe vorherrschende Meinung möglich, auch wenn diese Gegenfalls nicht mit der Meinung eines jeden in die Gruppe integrierten Individuums übereinstimmt.[1] Warum aber kommt es in sozialen Gruppen zur Entwicklung von konformen Verhalten? Um diese Frage zu beantworten werden in dieser Studienarbeit zuerst der Begriff der Konformität sowie die Entstehung der selbigen näher erläutert. Im Anschluss wird der Einfluss von Minoritäten sowie Majoritäten auf den Prozess der Konformitätsentwicklung näher beleuchtet.

2. Der Begriff der Konformität

Nahezu jedes Individuum ordnet sich automatisch einer bestimmten sozialen Gruppe zu. Diese Bezugsgruppe übt auf Denk- sowie Handlungsprozesse der integrierten Mitglieder eine spezifische Beeinflussung aus, die mit der Etablierung eines gruppeninternen Maßstabs einhergeht. Neben der in der Einleitung bereits erwähnten Gleichschaltung auf äußerlicher Ebene, zum Beispiel durch das Tragen einheitlicher Trainingskleidung in einer Sportmannschaft, kann es darüber hinaus auch zu einer Anpassung der einzelnen Mitglieder der Gruppe an die vorherrschende Gruppenmeinung kommen. Kommt es bei einem Gruppenmitglied zu einer Abweichung von der Gruppenmeinung, so reagieren die anderen Mitglieder in Form der Ausübung eines gewissen sozialen Drucks auf eben dieses Mitglied. Wird diesem Druck nachgegeben, bezeichnet man diese Anpassung an die Meinung der Mehrheit als Konformität. Auch bei eventuell vorhandenen ethnischen Bedenken oder einer rational nicht nachvollziehbaren Gruppenmeinung ist Konformität möglich, wie das von Stanley Milgram im 1974 durchgeführte Experiment zeigt.[2]

3. Wie Majoritäten die Konformität beeinflussen

In einem 1935 durchgeführten Experiment, das sich mit der Einschätzung von Distanzen beschäftigte, kam Muzar Sherif zu dem Ergebnis, dass sich die Schätzungen der einzelnen Probanden ohne den Einfluss einer den Individuen übergeordneten Gruppe konstant verhielten.[3] Bei einer anschließenden Beurteilung der Ergebnisse in einer Gruppe, fand eine zunehmende Angleichung der Schätzungen an die allgemeine Gruppenschätzung statt. Bei der umgekehrten Durchführung des Experiments, bei dem die Distanzschätzungen zunächst innerhalb einer Gruppe erhoben wurden, kam es ebenfalls zu einer Angleichung der Meinungen. Wurden die Versuchsteilnehmer nun im weiteren Verlauf einzeln zur Einschätzung der Distanzen befragt, so wichen diese nur noch geringfügig von den vorher in der Gruppe festgelegten Schätzungen ab.[4] Somit lässt sich also festhalten, dass im Falle der Beurteilung eines Sachverhalts eine signifikante Orientierung an einer dem Einzelnen übergeordneten Gruppenmeinung stattfindet. Eben diese Meinung der Mehrheit, die eine beeinflussende Wirkung auf das Individuum ausübt, lässt sich als Majorität bezeichnen.

3.1. Der informative und normative Einfluss auf die eigene Meinung

Ist ein Individuum gezwungen in Anwesenheit weiterer Personen eine Situation oder einen Sachverhalt zu beurteilen, so ist das Individuum einerseits geneigt die Situation beziehungsweise den Sachverhalt realistisch zu bewerten, andererseits möchte es bei den Anwesenden einen positiven Eindruck erwecken. Erfolgt nun eine Akzeptanz der Mehrheitsmeinung bezeichnet man dies als den Informationseinfluss. Die Meinung des Individuums passt sich also der Meinung des Umfelds an. Kommt es aus normativen Gründen jedoch zur Ablehnung der Mehrheitsmeinung, so liegt ein normativer Einfluss vor. Die eigene Meinung kann dabei sowohl innerlich als auch äußerlich nicht der Gruppenmeinung entsprechen. Wird die eigene Meinung nicht nach außen hin verschleiert, so können sich soziale Sanktionen ergeben.[5] Generell ist der normative Einfluss statusabhängig.

[...]


[1] Bierhoff (2002), S. 119

[2] Ebd., S. 119

[3] Stroebe (1996), S. 505

[4] Ebd., S. 506

[5] Ebd., S. 509

Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668099357
ISBN (Buch)
9783668099364
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311298
Institution / Hochschule
Hochschule für Gesundheit und Sport, Ismaning
Note
1,6
Schlagworte
Konformität minorität majorität minoritäten majoritäten

Autor

Zurück

Titel: Entstehung von Konformität. Die Beeinflussung durch Minoritäten und Majoritäten