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Best Ager als Konsumentengruppe. Eine Boombranche der Zukunft?

Hausarbeit 2014 17 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die Konsumentengruppe 50plus
2.1 Kaufkraft und Konsumpotential
2.2 Werte und Bedürfnisse

3 Boom Branchen
3.1 Wachstumsbranchen der Zukunft
3.2 Gewinnerbranche Beauty und Wellness

4 Fazit

Abstract

Die Zukunft vieler Unternehmen wird von den Auswirkungen des demografischen Wan dels abh ä ngen. Die Konsumentengruppe 50plus rückt in diesem Zusammenhang zu nehmend in den Brennpunkt des wirtschaftlichen Interesses.

Der folgende Beitrag besch ä ftigt sich mit der Analyse dieser Zielgruppe und deren Einfluss auf den deutschen Markt. Ob Branchen zukünftig von den neuen Trends profitie ren werden und auf welche Weise sie ihr Wachstumspotential am besten nutzen, ist das Thema dieser Arbeit.

Als Beispiel dafür soll die Sch ö nheitsbranche genauere Betrachtung finden. Welche Branchen in Zukunft boomen werden, liegt in den H ä nden der Generation 50plus.

1 Einleitung

Wie in vielen anderen Ländern ist in den letzten Jahren der demografische Wandel in Deutschland zu einem zentralen Thema geworden. Die immer älter werdende Gesellschaft bringt viele Veränderungen mit sich und steht zunehmend im Fokus des öffentlichen Interesses. Gerade für die Wirtschaft scheint diese Entwicklung eine große Herausforderung darzustellen.

Doch ist der demografische Wandel nicht nur mit Schwierigkeiten behaftet, er eröffnet vielen Branchen auch neue Möglichkeiten zum Erfolg. Aufgrund dieser Aspekte widmet sich die folgende Arbeit der These „Branchenboom, dank Konsumentengruppe 50+.“

Die „Best Ager“ scheinen sich zunehmend als wichtigste Zielgruppe Deutschlands hervorzutun und haben durch ihre speziellen Werte und Bedürfnisse großen Einfluss auf den Erfolg verschiedener Branchen und Märkte.

Doch welche Branchen werden von dieser Entwicklung in Zukunft besonders profitie- ren? Als Grundlage wird im ersten Abschnitt dieser Arbeit kurz auf das Konsumpotential der Zielgruppe 50plus eingegangen und diese auf ihre speziellen Werte und Bedürfnisse hin untersucht.

Anhand dieser Informationen wird im darauf folgenden Kapitel das Wachstumspotential verschiedener Branchen betrachtet. Als Beispiel für eine Boombranche soll speziell die „Beauty und Wellness“ Branche genauer analysiert werden.

Im letzten Teil werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammen gefasst.

Diesem Aufsatz liegen vor allem die Werke der Autoren Andreas Reidel (2007), Oliver Gassman/Gerrit Reepmeyer (2006) und Hans-Georg Pompe (2012), sowie die Daten des Statistischen Bundesamtes, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen & Jugend und der Gesellschaft für Konsumforschung zugrunde.

2 Die Konsumentengruppe 50plus

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, denn der demografische Wandel führt zu einer Verlagerung von Branchen und Märkten.1 Um herauszufinden welche Rolle die Generation 50plus bei dieser Entwicklung spielt, ist es nötig sie auf ihre wichtigsten Eigenschaften hin zu untersuchen.

Aus wirtschaftlicher Sicht gehören zu den wichtigsten Charakteristika einer Zielgruppe ihre Größe, ihre Kaufkraft und ihr Konsumpotential.2 Außerdem sind ihre spezifischen Werte, Bedürfnisse und Konsumpräferenzen zu berücksichtigen.

2.1 Kaufkraft und Konsumpotential

Während, aufgrund des Mangels an potentiellen Müttern, weiterhin zu niedrige Ge- burtenraten vorherrschen (ca. 1,3 Kinder pro Frau)3, wächst der Teil der älteren Bevöl- kerung von Jahr zu Jahr an. Die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre werden bald vollständig der Generation 50+ angehören und damit die fast stärkste Bevölkerungsgruppe unseres Landes bilden.4

Zudem wird die Lebenserwartung der Menschen, aufgrund besserer Gesundheitssysteme und eines gesünderen Lebensstils, weiterhin steigen.5

Während 2008 noch ca. 19% der Bevölkerung die unter 20-Jährigen ausmachten, 61% die 20 - 65-Jährigen und 20% die über 65-Jährigen, werden laut der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung 2060 ca. 52% der Gesamtbevölkerung älter als 50 sein und doppelt so viele 70-Jährige leben wie Kinder neu geboren werden.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eigene Darstellung auf Basis des Statistischen Bundesamtes (Berlin: 2009, S.17)

Die Generation 50plus gilt als die reichste Generation der Welt. Sie ist sowohl finanziell als auch zeitlich unabhängig und ihr wirtschaftlicher Einfluss wird voraussichtlich auch über die nächsten Jahre weiterhin steigen.7

Obwohl das verfügbare Einkommen nach dem Rentenantritt oftmals abnimmt, verfü- gen ältere Menschen gemeinhin über relativ hohe Vermögensgegenstände und Rück- lagen.8 Die Generation der Best Ager wird zusätzlich als sogenannte Erbengeneration gehandelt. In diesem Jahrzehnt sollen ca. 2,5 Billionen Euro an diese Generation ver-erbt werden.9 Das durchschnittliche Einkommen eines 55 - 65-Jährigen lag 2005 zum Beispiel bei ungefähr 48.000 € jährlich und damit einen Drittel über dem Bevölkerungsdurchschnitt.10

Die unter 50-Jährigen werden im Jahr 2035 wahrscheinlich nur noch 42% aller Gesamtkonsumausgaben in Deutschland tätigen,11 denn „Jeder zweite Konsum-Euro (...) kommt heute bereits aus den Haushalten der Generation 50 plus.“, so Reidl.12

Die Generation 50+ wird in Zukunft also sowohl die größte, kaufkräftigste als auch konsumstärkste Konsumentengruppe Deutschlands sein.

2.2 Werte und Bedürfnisse

Bisher wurde die Grenze zwischen Alt und Jung bei ca. 50 - 55 Jahren gezogen, jedoch scheint diese Annahme heute kaum noch realistisch. Best Ager fühlen sich im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre jünger als sie eigentlich sind.13

Abb. 2: Eigene Darstellung auf Basis von Senf (Hamburg: 2008, S.27)

Momentan unterliegt die Generation 50+ einem Wertewandel. Während die Kriegsge- neration eher konservative Werte wie Sparsamkeit und Pflichtbewusstsein vertrat, entwickelte die Generation der Baby-Boomer eine ganz andere Wertehaltung.14 Diese strebt nach Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Abenteuer und Freiheit.

Die Menschen, die heute in den Ruhestand gehen, sehen das Alter als einen Neubeginn, als einen zweiten Lebensabschnitt und als Chance Verpasstes nachzuholen. Die heutige Generation 50+ ist aktiv, selbstbewusst, zukunftsorientiert, unternehmungslustig, modern und „jung“.15 Sie sind allerdings auch so differenziert in ihren Bedürfnissen und Werten wie keine andere Gruppe.16

Allgemein ist diese Generation zwar konsumfreudiger als je zuvor, jedoch auch besser informiert und kritischer gegenüber Produkten und Dienstleistungen. Sie erwarten Kompetenz, Authentizität und ein einfaches Angebot.17

Laut einer Gfk Studie aus dem Jahr 2002 stimmte fast die Hälfte der Befragten der 50- 79 Jährigen der Aussage zu „Ich mache mir lieber ein schönes Leben, statt immer nur zu sparen.“, vor zehn Jahren taten das gerade mal 27%.18 Der Erwerb von Luxusgütern erweist sich ebenfalls immer größerer Beliebtheit, da er der Persönlichkeit und Selbstverwirklichung zusätzlichen Ausdruck verleiht.19

3 Boom Branchen

Wie oben aufgezeigt werden die Best Ager in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Impulsgeber für die ökonomische Entwicklung sein. Obwohl die Bedürfnisse der älteren Generationen, denen der jüngeren in vieler Hinsicht ähneln, gibt es dennoch Märkte, die von den Best Agern überdurchschnittlich geschätzt werden.20 Diese Märk- te und Branchen gilt es nun zu identifizieren. Als Beispiel für eine zukünftige Boombranche soll die Beauty- und Wellnessbranche genauer beleuchtet werden.

3.1 Wachstumsbranchen der Zukunft

Es gibt viele Branchen, die das Potential zum Boomen besitzen. Damit Branchen zukünftig allerdings an dem Wachstumspotential dieser Konsumentengruppe teilhaben können, müssen sie ihr Angebot und Marketing an die Bedürfnisse und Wünsche dieser Zielgruppe anpassen.21

Konsumpräferenzen der Best Ager liegen vor allem in Bereichen wie Wohnen, Gesundheit, finanzielle Anlagen, Freizeit, Automobil, Reisen und Schönheit.22

Gerade mit ihrem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein wird die Generation 50+ zum Kernklientel des Gesundheitsmarktes.23 Ein gesunder Körper und ein wacher Geist ge- winnen mit zunehmenden Alter immer mehr an Bedeutung. So wird die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen rund um Pflege, Fitness, Wohlgefühl und Mobili- tät in den nächsten Jahren stark ansteigen.24 Der Trend „Healthstyle“ wird zum zentra- len Thema des Wachstumsmarktes 50+. Insgesamt werden alle Branchen, die sich mit dem Erhalt und der Verjüngung von Körper, Seele und Geist beschäftigen, boomen.25

Best Ager haben sowohl mehr Geld als auch Zeit. Davon profitieren besonders Bra- chen, die sich dem Freizeit und Kulturbereich widmen. Bereits heute verkaufen die deutschen Reiseanbieter und Tourismusveranstalter nahezu jede zweite Reise an über 50 Jährige.26

Aber auch Vorsorge und Sicherheit stehen bei der älteren Generation, trotz eines eher hedonistischen Lebensstils, immer noch ganz oben auf der Liste.27 Stabile Geld- und Wertanlagen, Lebens- und Pflegeversicherungen, Finanzdienstleistungen und alles was den Wohlstand sichert, wird zukünftig gefragt sein. Der Finanzsektor hat damit die besten Chancen sich zu einer Boombranche zu entwickeln.28

[...]


1 Hans-Georg Pompe (2012), Boom-Branche 50plus. wie Unternehmen den Best-Ager-Markt für sich nutzen k ö nnen, Wiesbaden: Gabler Verlag, 2012 (1.Aufl.), Vorwort des Herausgebers.

2 Martin Schumacher, E-Journal, Zielgruppe 50plus, Reif, reicher, am attraktivsten - Die Zielgruppe 50plus im Visier von Werbung und Marketing, Media 41, 2011, S.61, verfügbar unter http://www.media41.de/sites/default/files/firmenpdeffe/zielgruppe-50plus.pdf (05.02.2014).

3 StBA, Bev ö lkerung Deutschlands bis 2060. 12 koordinierte Bev ö lkerungsvorausberechnung, Berlin, 2009, S.5 ver- fügbar unter https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Vorausberechnung Bevoelke- rung/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204099004.pdf?__blob=publicationFile (04.01.14).

4 Yvonne Senf, Best Ager als Best Targets? Betrachtung der Zielgruppe 50plus für das Marketing, Hamburg: Druck Diplomica® Verlag GmbH, 2008, S.17.

5 Yvonne Senf, Best Ager als Best Targets? Betrachtung der Zielgruppe 50plus für das Marketing, Hamburg: Druck Diplomica® Verlag GmbH, 2008, S.15.

6 Vgl. StBA (2009), Bev ö lkerung Deutschlands bis 2060. 12 koordinierte Bev ö lkerungsvorausberechnung, S.5.

7 Andreas Reidl, Senioren-Marketing. Mit ä lteren Zielgruppen neue M ä rkte erschlie ß en, Landsbach am Lech: miFachverlag, Redline GmbH, 2007 (2., aktual. und erw. Auflage 2007), S.34.

8 Oliver Gassmann / Gerrit Reepmeyer, Wachstumsmarkt Alter. Innovationen für die Zielgruppe 50+, Müchen, Wien: Carl Hanser Verlag, 2006, S.33.

9 Vgl. Pompe (2012), Boom-Branche 50plus, S.111.

10 Vgl. Reidl (2007), Senioren-Marketing, S.34.

11 BMFSFJ, Wirtschaftsfaktor Alter, Studie Wirtschaftsmotor Alter, 2010 (3.Auflage), S.11 verfügbar unter http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/wirtschaftsfaktor-alter- kurzfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf (05.02.2014).

12 Vgl. Reidel (2007), Senioren-Marketing, S.34.

13 Vgl. Gassmann / Reepmeyer (2006), Wachstumsmarkt Alter, S.47.

14 Vgl. Gassman / Reepmeyer (2006), Wachstumsmarkt Alter, S.36.

15 Vgl. Reidl (2006), Senioren-Marketing, S.49.

16 Dr. Carsten Wippermann, Navigator, Best Ager - dem Hype auf der Spur, 2005, Ausgabe 3, S.1, verfügbar unter http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mpdownloadcenter/03-2005_insight_ best_age.pdf. (06.02.2014)

17 Vgl. Reidel (2006), Senioren-Marketing, S.58.

18 1. Zitat aus GfK-Studie "Reife Konsumenten in Deutschland" (2002), Börsenverein des deutschen Buchhandels, Buch & Markt, Zielgruppe 50 plus. Zahlen, Daten, Fakten, verfügbar unter http://www.boersenverein.de/de/184426 (07.01.14).

19 Vgl. Pompe, (2012), Boom-Branche 50 plus, S.99.

20 Vgl. Reidl (2006), Senioren-Marketing, S.58.

21 Vgl. Pompe, (2012), Boom-Branche 50 plus, S.33.

22 Vgl. Reidl (2006), Senioren-Marketing, S.58.

23 Axel Springer AG, ed., Marketing Anzeigen, Märkte. Best Ager, Hamburg, 2007, S.1, verfügbar unter http://www.axelspringermediapilot.de/branchenberichte/Zielgruppen-Konjunktur- Zielgruppen_704523.html?beitrag_id=119070 (04.02.2014).

24 Vgl. Pompe (2012), Boom-Branche 50 plus, S.46.

25 Vgl. Pompe (2012), Boom-Branche 50 plus, S.40.

26 Vgl. Reidl (2006), Senioren-Marketing, S.36.

27 Vgl. Pompe (2012), Boom-Branche 50 plus, S.35.

28 Vgl. Pompe (2012), Boom-Branche 50 plus, S.35.

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668100091
ISBN (Buch)
9783668100107
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311334
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Boombranchen Best Ager 50plus Wachstumsbranchen Demographischer Wandel Konsumpotential

Autor

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