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Elektroschrott als giftiges Milliardengeschäft. Unaufhaltsam trotz Gesetz und Kontrolle

Hausarbeit 2015 19 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Elektroschrott: Fluch & Segen
2.1 Erklärung zum Begriff "Elektroschrott"
2.2 Elektroschrott als Ressource
2.3 Elektroschrott als Gefahr für Mensch und Umwelt

3 Kernprobleme des Elektroschrotthandels
3.1 Die Verbraucher und Hersteller
3.2 Die Exporteure
3.3 Die Importeure

4 Fazit

Abstract

Die Zukunft unserer Umwelt und unserer Gesundheit ist davon abhängig wie gut wir zu Lebzeiten mit unserem Planeten umgehen. Die Elektroschrott-Problematik rückt in diesem Zusammenhang zunehmend in den Brennpunkt des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesses.

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Analyse von Chancen und Gefahren, die Elektronikmüll zu bietet hat. Zudem soll thematisiert werden, weshalb der illegale Handel von Elektroschrott trotz nationaler und internationaler Gesetzgebungen bis heute nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden konnte und welche weiteren Maßnahmen zur einer Lösung dieses Problems beitragen könnten.

Sollten die illegalen Geschäfte mit Elektroschrott nicht schnellst möglich eingedämmt werden, könnte dies schwere Folgen für das Leben vieler Menschen, Tiere und Pflanzen bedeuten.

1 Einleitung

Elektronische Geräte werden in ihrer Herstellung immer günstiger. Die Entwicklung neuer Produkte und Features beschleunigt sich unaufhörlich. Die Lebensdauer von PCs und Smartphones ist heute dementsprechend kurz.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die sich Luxusgüter wie Mobiltelefone, Tablets oder auch Waschmaschinen leisten können und wollen.

Doch im gleichen Maße wie der Bedarf an Elektronikgeräten wächst, wachsen auch die Müllberge.

Unglaubliche 42 Millionen Tonnen Elektrogeräte wurde 2014 weltweit weggeworfen.[1] Die Tendenz ist steigend und damit beunruhigend: Bis 2017 soll sich der globale E-Müllberg noch um das doppelte auf 65,4 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. Das entspricht dem Gewicht von sieben Gizeh-Pyramiden.[2]

Dieser Elektroschrott wird jedoch nicht an geprüfte Recyclingstellen zur umweltgerechten Entsorgung weitergeleitet, sondern der Großteil des Elektromülls gelangt über illegale Exporte in Drittweltländer, wo dieser auf menschunwürdige und gefährliche Weise weiterverwertet wird.[3]

Trotz zahlreicher nationaler als auch internationaler Gesetzgebungen, konnte der illegale Handel mit dem giftigen Müll bis heute nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Was sind die Gründe dafür? Weshalb lässt sich das Geschäft mit Elektroschrott so schwer eindämmen? Gibt es vielleicht weitere Maßnahmen, um ein Anwachsen dieses Problems zu begrenzen?

Um diese Fragen zu beantworten, widmet sich die Arbeit der These „Illegaler Elektroschrotthandel – Unaufhaltsames Geschäft trotz Gesetz und Kontrolle “.

Als Grundlage soll im ersten Abschnitt dieser Arbeit kurz auf die Merkmale des Elektroschrotts eingegangen werden. Darauf werden die Chancen und Risiken des Elektromülls etwas näher beleuchtet.

Anhand dieser Informationen werden im darauf folgenden Kapitel die Hauptursachen des illegalen Elektroschrotthandels erläutert und die Gründe, weshalb sich dieser nur schwer stoppen lässt, diskutiert. Des Weiteren werden Vorschläge zur Verbesserung im Umgang mit dieser Problematik aufgeführt.

Diesem Aufsatz liegen vor allem die Beiträge der Rundfunksender „Arte“ und “ARD“, Artikel des „Spiegels“, der „Welt“ und der „Zeit“, sowie Texte des Autors Jim Puckett (2006) zugrunde.

2 Elektroschrott: Fluch & Segen

Der Elektronikmüllberg wächst von Jahr zu Jahr. Doch ein nachhaltiger Umgang mit Elektronikgeräten ist bis heute nicht selbstverständlich. Dabei birgt die richtige Entsorgung viele Chancen - die falsche jedoch genauso viele Gefahren.

2.1 Erklärung zum Begriff "Elektroschrott"

Unter Elektroschrott versteht man Elektronikgeräte oder deren Bestandteile, die keine Verwendung mehr finden, da sie entweder nicht mehr funktionstüchtig sind oder durch bessere Geräte ersetzt wurden.[4]

Die meisten Elektrogeräte müssen heute professionell entsorgt werden. Entsorgungspflichtige Geräte erkennt man am Symbol einer durchgestrichenen Abfalltonne. Zu diesen zählen neben Haushaltsgeräten, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik auch Kühlgeräte, Spielzeug oder Solarmodule.[5]

In Politik und Wirtschaft, wie auch in dieser Arbeit, wird der Begriff des Elektroschrotts häufig abgekürzt verwendet. Dabei steht „WEEE“ für „Waste Electrical and Electronic Equipment“. Handelt es sich noch um funktionstüchtige Elektronik wird diese als „EEE“ bezeichnet.[6]

2.2 Elektroschrott als Ressource

Nur 40 Prozent des europäischen Elektroschrotts werden umweltgerecht eingesammelt und wiederverwertet.[7] Dabei sind die Inhaltsstoffe, wie Gold, Silber, Kupfer oder seltene Erden, immens wertvoll und gleichzeitig Rohstoffe mit begrenzter Verfügbarkeit. Angeblich stecken heutzutage bis zu 10% des gesamten Goldvorkommens auf der Erde in Elektronikgeräten.[8]

Alleine in Handys stecken Gold, Aluminium, Kupfer, Platin und seltene Metalle wie Gallium und Germanium. Ein Handy bringe es durchschnittlich auf eine Menge Gold im Wert von einem Euro, erklärt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.[9]

Vor allem bei Kupfer, Gold und Silber sind die Recyclingverfahren gut ausgereift, die Rückgewinnungsquote liegt hier im besten Fall bei fast 80 Prozent.[10]

Schwieriger wird es bei den seltenen Erden, dem wirtschaftlich interessantesten Bestandteil. Der Rohstoffbedarf an dieser Gruppe aus 17 Metallen ist immens, da der Abbau der seltenen Erden höchst kompliziert ist. Er ist nicht nur sehr kostenintensiv, sondern in der herkömmlichen Technik durch den Einsatz von Säuren sehr umweltschädlich.[11] Zudem wird diese Ressource immer knapper, weshalb eine teilweise Rückgewinnung aus Elektroschrott besonders sinnvoll erscheint.

2.3 Elektroschrott als Gefahr für Mensch und Umwelt

Zum Einen besteht Elektroschrott also aus vielen wertvollen Materialien, zum Anderen enthält er jedoch auch eine Vielzahl an Schwermetallen wie Blei, Arsen, Cadmium, Quecksilber, PVC und viele weitere hochgiftige und umweltschädliche Stoffe.[12]

Während der Nutzungszeit kommt man mit diesen Stoffen nicht in Kontakt, aber bei der Entsorgung müssen die toxischen Bestandteile unschädlich gemacht werden.

Dies bedarf besonderer Technologien und ausgebildeten Personals. Nicht überall auf der Welt gibt es überhaupt zertifizierte Recyclinganlagen. Zum Beispiel, stehen in Frankreich ca. 215 solcher Anlagen, in China aber nur ca. 53.[13] Problematisch an dieser Tatsache ist, dass China jedoch jährlich ungefähr 6 mal so viel Tonnen Elektroschrott produziert wie Frankreich.[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eigene Darstellung auf Basis von Brandt (2015)

Größtes Problem in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass unzählige Tonnen Elektroschrott jährlich illegal in Entwicklungsländer verschifft werden, die weder zertifizierte Anlagen noch die nötigen Kenntnisse im Umgang mit der richtigen Entsorgung von WEEE besitzen.

Experten zufolge werden heute mehr als die Hälfte des weltweiten Elektronikschrotts nach Afrika oder Asien verschifft, hauptsächlich aus Deutschland, anderen Ländern Europas oder den USA. Statt den Elektromüll in den Herkunftsländern zu recyceln, wird er als gebrauchsfähige Second-Hand-Ware gekennzeichnet oder als Spende deklariert.[15]

Allein aus der EU werden über 250.000 Tonnen pro Jahr nach Westafrika und Asien verschifft. Der Müll gelangt hauptsächlich nach China, Pakistan, Nigeria, Vietnam oder Indien.[16]

Ein Großteil des Elektroschrotts landet auch in Ghana, z. B. in einem kleinen Dorf namens Agbogbloshie. Dort arbeiten Kinder regelmäßig an der Verwertung des WEEE vielen von ihnen sind noch nicht mal zehn Jahre alt. Sie haben weder Schutzmasken noch Handschuhe. Sie bauen die Elektrogeräte mit bloßen Händen auseinander und verbrennen die Kunststoffmaterialen, um an die wertvollen Metalle zu kommen.[17]

Laut einem aktuellen Report der Schweizer Nichtregierungsorganisation Green Cross zählt Agbogbloshie heute zu den meist verseuchtesten Gebieten der Erde, in den Top Ten zusammen mit Tschernobyl.[18]

Greenpeace entnahm 2008 Bodenproben in Agbogbloshie. Sie fanden dabei Dioxine, Furane, Blei, Kadmium.[19] Die Mengen überstiegen die normalen Grenzwerte um das 100fache. In Europa gelten bereits einige Millionstel Gramm Blei als bedenklich für die Gesundheit. Die Kinder in der afrikanischen Stadt Accra hantieren mit Geräten, die mehr als ein Kilogramm Blei enthalten.[20] Ähnliche Giftmischungen hatte Greenpeace bereits zuvor auf ähnlichen Deponien in China und Indien nachgewiesen.[21] In China sind jedoch alle Untersuchungen zu Bodenverschmutzungen Staatsgeheimnis.[22]

Gesundheitliche Schäden, die die Menschen bei der täglichen Arbeit mit den giftigen Stoffen davontragen sind z.B. Schnittwunden, Verbrennungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit. Zu den späteren Folgen zählen Gedächtnisschwund, Bluthusten und Asthma. Langzeitfolgen reichen von Unfruchtbarkeit, Nieren und Nervenschäden bis hin zu Krebs.[23]

Die giftigen Chemikalien geraten zudem in die Flüsse und Seen. Über Flüsse geraten die toxischen Stoffe in die Ozeane und dort wiederum in die Fische. Die meisten Schadstoffe, die bei der unprofessionellen Zerlegung von WEEE frei werden, sind in der Natur nicht oder nur schwer abbaubar und persistieren daher lange in der Umwelt. Über die Nahrungskette geraten sie dann wieder zurück in den Menschen. Die Folgen sind bisher ungewiss.[24]

3 Kernprobleme des Elektroschrotthandels

Aufgrund der enormen Gefahren, die der illegale Elektroschrotthandel birgt, ist es dringend notwendig, dass Problem schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen. Schätzungen zufolge ist der Handel mit Elektroschrott mittlerweile schon lukrativer als der Drogenhandel.[25] Verschiedene Interessengruppen profitieren von diesen Geschäften, daher ist es umso schwieriger die beteiligten Akteure zur Verantwortung zu ziehen.

3.1 Die Verbraucher und Hersteller

Nicht nur die Menschen, die mit dem illegalen Handel von WEEE Geld verdienen, sind verantwortlich für die negativen Entwicklungen. Jeder einzelne Nutzer von Elektronikgeräten trägt eine Mitverantwortung, die nicht im Verzicht sondern in einer umweltgerechten Entsorgung der Geräte besteht.[26] Kaum fünf Prozent aller alten Handys kommen jährlich wieder in den Recyclingkreislauf.[27] Dabei ist das Entsorgen von Elektrogeräten nicht einmal kompliziert. Die EU-Richtlinie zur Reduktion der zunehmenden Menge an Elektronikschrott (WEEE-Richtlinie 2003/2012) verpflichtet den Verbraucher zu einer Rückgabe von Elektrogeräten. Seit Inkrafttreten dieser Verordnung müssen EU-Staaten eine Mindestmenge von 4kg pro Jahr und Kopf an Elektroschrott recyceln (durchschnittlich produziert jeder Deutsche knapp 22 kg Elektroschrott pro Jahr).[28] Zudem sind auch die EEE-Produzenten zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Mittlerweile müssen alle Elektronikhändler die ausgedienten Geräte zurücknehmen, allerdings nur wenn ihre Verkaufsfläche größer als 400 Quadratmeter und das fragliche Gerät nicht länger als 25 cm ist. Bei Verstößen drohen sonst Bußgelder bis zu einer Höhe von 100.000,- €.[29]

In Deutschland sind jedoch bereits jetzt schon viele Elektrohändler dazu übergegangen, alle Geräte zurückzunehmen, egal, ob USB-Stick oder Kühlschrank.[30]

Annahmestellen für Elektroschrott sind in Deutschland heutzutage also überall zu finden. In Europa ist die Entsorgung sogar oftmals kostenlos, da die Entsorgungsgebühr im Kaufpreis von vielen Elektrogeräten schon enthalten ist.[31] Viele Verbraucher sind sich über diese Möglichkeit der Entsorgung gar nicht bewusst und haben wenig Erfahrung mit der Rückgabe von WEEE.

Der Staat, Medien und NGO’s sollten sich um eine bessere Aufklärung der Verbraucher bemühen, denn das Problem betrifft jeden von uns. Durch eine Stärkung des Problembewusstseins könnte die Quote der umweltgerechten Verwertung von Elektronikschrott deutlich erhöht werden. Das Problem wird zudem durch Annahmestellen, die den Elektroschrott nicht an zertifizierte Recyclinganlagen weitergeben, verstärkt. Auch dieses Problem kann durch den Verbraucher positiv beeinflusst werden, in dem er sich auf speziellen Internetseiten und APPs die Informationen über die nächst liegenden geprüften Annahmestellen besorgt.[32]

Ein weiterer wichtiger Akteur und Verantwortlicher für den Verbleib ihrer giftigen Produkte sind die Entwickler und Hersteller der Produkte.[33]

Die RoHS Richtlinie 2003 (Restriction of Hazardous Substances) regelt die Verwendung von Gefahrenstoffen in EEE-Gerätekomponenten, die in der EU auf den Markt kommen. Viele toxische Stoffe dürfen gar nicht mehr in der Produktion verwendet werden. Produzenten haben zusätzlich eine Registrierungs- und Informationspflicht für ihre Produkte.[34]

Häufig werden aber beide Richtlinien sowohl die WEEE-Richtlinie 2003/2012 als auch die RoHS Richtlinie nicht ausreichend kontrolliert und geahndet. Es fehlt vor allem eine standardisierte und international anerkannte Klassifizierung von E-Schrott, es gibt zu viele Ausnahmen und Spezialfälle.[35] Der bürokratische Aufwand ist immens und das Personal reicht dafür nicht aus.

Zudem hinkt die Gesetzgebung der globalen Entwicklung hinterher.[36] Ab 2016 sollen nun 45% der neu auf den Markt gebrachten Elektronikgeräte recycelt werden und ab 2019 dann 65%.[37] Ob dies allerdings, angesichts der derzeitigen Entwicklungen, überhaupt noch angemessen erscheint, ist fraglich.

Zudem fördern Hersteller bewusst den schnellen Verbrauch von Elektronikgeräten und somit den rasanten Anstieg von WEEE. In den letzten Jahren nahm die Lebensdauer von vielen Elektronikgeräten deutlich ab. Durch geplante Obsoleszenz reduzieren Unternehmen die Lebenszeit ihrer Produkte absichtlich, sodass diese frühzeitig Defekte erleiden oder aufgrund spezieller Montage nicht mehr zu reparieren sind.[38] Dieses Verhalten ist angesichts der bedrohlichen Lage unverantwortlich, doch auch global tätige und bekannte Unternehmen wie z.B. Apple machen von solchen Methoden gebrauch.[39]

Verbraucher sollten daher künftig besonders auf nachhaltig hergstellte Produkte achten. Das schont sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel. Seit neustem gibt es z.B. Unternehmen wie „Fairphone“ oder „Phonebloks“, die versuchen ihre Produkte so reparabel wie möglich zu gestalten, sodass deren Produktlebensdauer deutlich erhöht ist und dadurch gleichzeitig die Umwelt geschont wird.

3.2 Die Exporteure

Auf bis zu 17 Milliarden Euro pro Jahr schätzt das UN-Umweltprogramm Unep den Wertumfang der Verschiffung und Ausschlachtung von ausgedienten Computern, Fernsehern oder anderen Elektronikprodukten unter Umgehung bestehender Vorschriften. „Bis zu 90 Prozent des jährlichen weltweiten Elektromülls werden illegal gehandelt oder entsorgt“, heißt es in einem Unep-Bericht.[40]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abb. 2: Eigene Darstellung auf Basis von Arte Future (2015)

Experten beklagen eine rechtliche Grauzone, denn gebrauchte Produkte dürfen exportiert werden, Schrott nicht. Die illegale Verschiffung ist immer noch billiger als die fachgerechte Entsorgung.[41]

Dies liegt daran, dass der Wert der recycelten Materialen eines Elektrogeräts meistens noch nicht mal die Recyclingkosten deckt.[42]

Doch die Verschiffung von WEEE in Entwicklungsländer ist gesetzlich verboten. Laut des Basler Übereinkommens (1998) muss vor der Ausfuhr von WEEE die Zustimmung des jeweiligen Importstaats eingeholt werden und der Export von WEEE in nicht OECD-Staaten ist grundsätzlich verboten. Bislang wurde das Übereinkommen von 190 Mitgliedsstaaten unterschrieben, aber immer noch nicht in allen nationalen Gesetzgebungen verankert.[43] Die USA, der Größte WEEE-Produzent der Welt (7,1 Mio Tonnen jährlich), weigert sich bis heute das Übereinkommen zu eine ratifizieren. Der Export aus den USA ist also legal und jährlich werden von dort über 80% des Elektroschrotts ins Ausland verschifft.[44] Recycling ist in den USA ca. 10mal teurer als der Export nach Asien oder Afrika.[45] Auch Afghanistan und Haiti haben das Abkommen zwar unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert.[46]

[...]


[1] Axel Kannenberg, Heise Online, UN-Studie: Der meiste Elektroschrott kommt aus den USA und China, 2015, verfügbar unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/UN-Studie-Der-meiste-Elektroschrott-kommt-aus-den-USA-und-China-2614398.html (10.08.2015).

[2] Arte Future, Giftige Geschäfte mit Elektromüll; Infografik: Elektroschrott, 2015, verfügbar unter http://future.arte.tv/de/giftige-geschaefte-mit-elektromuell (10.08.2015).

[3] Jim Puckett, Challenging the chip: labor rights and environmental justice in the global electronics industry, by Ted Smith, David A. Sonnenfeld, David Naguip Pellow (eds.), Philadelphia: Temple University Press, 2006, S. 226.

[4] O.Verf. „Elektroschrott“, Juraforum, 2013, verfügbar unter http://www.juraforum.de/lexikon/elektroschrott-richtlinie (01.07.2015).

[5] Thomas Schörner, „Der Weg des Elektroschrotts: Geräte richtig entsorgen“, Heise online, 2013, verfügbar unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-Weg-des-Elektroschrotts-Geraete-richtig-entsorgen-1979135.html (06.08.2015).

[6] Dr. Benedikt Rohrßen, Neue Richtlinie über Elektroschrott (WEEE-Directive), München, verfügbar unter http://www.taylorwessing.com/newsletter/commercial/newsletter-commercial-august-2012/neue-richtlinie-ueber-elektroschrott-weee-directive.html (01.07.2015).

[7] Birk Grüling, „Studie: Welt versinkt im Elektroschrott“, Wirtschafts Woche, 2013, verfügbar unter http://green.wiwo.de/welt-versinkt-im-elektroschrott/ (05.08.2015).

[8] Ebd.

[9] Vgl.Thomas Schörner (2013), „Der Weg des Elektroschrotts: Geräte richtig entsorgen“.

[10] Vgl. Birk Grüling (2013), „Studie: Welt versinkt im Elektroschrott“.

[11] Ebd.

[12] Axel Bojanowski, „Uno-Studie zu Elektroschrott: Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika“, Spiegel Online Wissenschaft, 2011, verfügbar unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/uno-studie-zu-elektroschrott-europas-gift-verseucht-spielplaetze-in-afrika-a-794843.html (11.08.2015).

[13] Vgl. Arte Future (2015), Giftige Geschäfte mit Elektromüll; Infografik.

[14] Mathias Brandt, J eder Deutsche produziert 21,6 kg Elektroschrott im Jahr, Statista, 2015, verfügbar unter http://de.statista.com/infografik/2278/elektroschrott-aufkommen-in-ausgewaehlten-laendern/ (11.08.2015).

[15] Mawusi Afele, Jürgen Bätz, „Kinderhände zerlegen deutschen Elektromüll“, Stern, 2015, verfügbar unter http://www.stern.de/familie/kinder/elektroschrott-in-accra-6327874.html (12.08.2015).

[16] Nicole Walter, „Wenn unser Elektromüll auf Reisen geht“, fluter., 2013, verfügbar unter http://www.fluter.de/de/121/thema/11506/ (11.08.2015).

[17] Vgl. Mawusi Afele, Jürgen Bätz (2015), „Kinderhände zerlegen deutschen Elektromüll“.

[18] Jana Gioia Baurmann, „Was am Ende übrig bleibt“, Die Zeit, No 52, 2013 , verfügbar unter http://www.zeit.de/2013/52/ghana-elektroschrott (11.08.2015) .

[19] Fabian Reinbold, „Vergiftete Flammen“, Der Tagesspiegel, 2008, verfügbar unter http://www.tagesspiegel.de/politik/international/elektroschrott-in-afrika-vergiftete-flammen/1353100.html (12.08.2015).

[20] Vgl. Axel Bojanowski (2011), „Uno-Studie zu Elektroschrott: Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika“.

[21] Simone Jugel, „Elektroschrott – Umweltproblem oder Goldschatz“, Econitor Magazin, 2012, verfügbar unter https://www.econitor.de/magazin/lifestyle/elektroschrott-umweltproblem-oder-goldschatz_14761.html (15.08.2015).

[22] O.Verf., „China: Untersuchung zur Bodenverschmutzung ist "Staatsgeheimnis"“, German.China.org.cn, 2013, verfügbar unter http://german.china.org.cn/environment/txt/2013-02/28/content_28086755.htm (15.08.2015).

[23] Vgl. Axel Bojanowski (2011), „Uno-Studie zu Elektroschrott: Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika“.

[24] Clemens Höges, „Elektroschrott-Export: "Eure Computer vergiften unsere Kinder"“, Spiegel Online, 2009, verfügbar unter http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/elektroschrott-export-eure-computer-vergiften-unsere-kinder-a-665030.html (16.08.2015).

[25] Cosima Dannoritzer, Dokumentation: „GIFTIGE GESCHÄFTE - DER ELEKTROMÜLL-SKANDAL“, Arte Future, 2014, verfügbar unter http://future.arte.tv/de/giftige-geschaefte-mit-elektromuell (02.07.2015).

[26] Vgl. Jim Puckett (2006), Challenging the chip: labor rights and environmental justice in the global electronics industry, by Ted Smith, S. 233.

[27] Vgl. Birk Grüling, (2013) „Studie: Welt versinkt im Elektroschrott“.

[28] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, „Novellierung WEE-Richtline, PDF, extern“, Europäische Regelungen zu Elektro- und Elektronik-Altgeräten, 2012, verfügbar unter http://www.bmub.bund.de/service/publikationen/downloads/details/artikel/europaeische-regelungen-zu-elektro-und-elektronik-altgeraeten/ (16.08.2015).

[29] Ebd.

[30] Vgl. Simone Jugel (2012), „Elektroschrott – Umweltproblem oder Goldschatz“.

[31] Vgl. Cosima Dannoritzer (2014), Dokumentation: „GIFTIGE GESCHÄFTE - DER ELEKTROMÜLL-SKANDAL“.

[32] Vgl. Thomas Schörner (2013), „Der Weg des Elektroschrotts: Geräte richtig entsorgen“.

[33] Vgl. Jim Puckett (2006), Challenging the chip: labor rights and environmental justice in the global electronics industry, S. 227.

[34] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, „RoHS-Richtline, PDF, extern“, Europäische Regelungen zu Elektro- und Elektronik-Altgeräten, 2012, verfügbar unter http://www.bmub.bund.de/service/publikationen/downloads/details/artikel/europaeische-regelungen-zu-elektro-und-elektronik-altgeraeten/ (16.08.2015).

[35] Vgl. Arte Future (2015), Giftige Geschäfte mit Elektromüll; Infografik.

[36] Ebd.

[37] Annika Zeitler, „Giftiger Elektromüll“, planet wissen, 2014, verfügbar unter http://www.planet-wissen.de/kultur/afrika/ghana/pwiegiftigerelektromuell100.html (11.08.2015).

[38] Xenius Magazin, Dokumentation: „Verschleiss – Schrott mit Ansage?“, Arte Future, 2014, verfügbar unter http://future.arte.tv/de/giftige-geschaefte-mit-elektromuell (04.07.2015).

[39] Ebd.

[40] UN-Bericht, „90 Prozent des Elektromülls wird illegal entsorgt“, Die Welt, 2015, verfügbar unter http://www.welt.de/vermischtes/article140837345/90-Prozent-des-Elektromuells-wird-illegal-entsorgt.html (16.08.2015).

[41] Vgl. Axel Bojanowski (2011), „Uno-Studie zu Elektroschrott: Europas Gift verseucht Spielplätze in Afrika“.

[42] Ebd.

[43] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Basler Übereinkommen, 2002, verfügbar unter http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/internationales/basler-uebereinkommen/ (10.08.2015).

[44] Vgl. Jim Puckett (2006), Challenging the chip: labor rights and environmental justice in the global electronics industry, S. 225.

[45] Dietrich Alexnander,“Leben im Endlager des globalen Zivilisationsmülls“, Die Welt, 2014, verfügbar unter http://www.welt.de/politik/ausland/article126067980/Leben-im-Endlager-des-globalen-Zivilisationsmuells.html (12.08.2015).

[46] Vgl. Cosima Dannoritzer (2014), Dokumentation: „GIFTIGE GESCHÄFTE - DER ELEKTROMÜLL-SKANDAL“.

Zusammenfassung

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Analyse von Chancen und Gefahren, die Elektronikmüll zu bietet hat. Zudem soll thematisiert werden, weshalb der illegale Handel von Elektroschrott trotz nationaler und internationaler Gesetzgebungen bis heute nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden konnte und welche weiteren Maßnahmen zur einer Lösung dieses Problems beitragen könnten.

Die Zukunft unserer Umwelt und unserer Gesundheit ist davon abhängig wie gut wir zu Lebzeiten mit unserem Planeten umgehen. Die Elektroschrott-Problematik rückt in diesem Zusammenhang zunehmend in den Brennpunkt des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesses.

Sollten die illegalen Geschäfte mit Elektroschrott nicht schnellst möglich eingedämmt werden, könnte dies schwere Folgen für das Leben vieler Menschen, Tiere und Pflanzen bedeuten.

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668099760
ISBN (Buch)
9783668099777
Dateigröße
961 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Erscheinungsdatum
2015 (Dezember)
Note
1,3
Schlagworte
Elektroschrott E-Waste Elektroschrotthandel Illegaler Export WEEE EEE Recycling Basler Übereinkommen RoHS Richtlinie Basel Convention

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