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Sicherheit im Sportunterricht. Leitfaden für angehende und aktive Sportlehrkräfte

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 13 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Schulsport heute

2 Die Sportlehrkraft
2.1 Die Lehrkraft als sportliches Vorbild
2.2 Aufsicht im Sportunterricht
2.3 Stundenvorbereitung und -planung
2.4 Durchführung des Unterrichts
2.5 Die Lehrkraft als ausgebildeter Ersthelfer

3 Sicherheit durch Material und Umgebung
3.1 Sichere Umgebung für Sportunterricht
3.1.1 Sportanlagen
3.1.2 Sportgeräte und Material
3.2 Sportliche Kleidung

4 Die Auswahl der Sportarten und Übungen

5 Zusammenfassung der Arbeit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Schulsport heute

Der Sportunterricht an Schulen ist ein wichtiges Element des alltäglichen Schullebens und deshalb für Schüler/innen sowie Lehrkräfte nicht entbehrlich. Die Rechtfertigung des Schulsports ist allerdings vor allem in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, da der Sport als einziges Fach in der Schule kein sogenanntes Vorrückungsfach ist. Da der Sportunterricht auch als unfallrisikoreiches Fach gesehen wird ist die Sicherheit im Sportunterricht ein wichtiges und viel diskutiertes Thema. Um der Meinung Schulsport sei generell mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden entgegen zu wirken gibt es jedoch Maßnahmen und Möglichkeiten die ergriffen werden können um den Sportunterricht so sicher wie möglich zu gestalten. Wie unfallfreier Schulsport gestaltet werden kann, welche Maßnahmen für die Schülersicherheit erforderlich sind und wie im Unfallfall gehandelt werden muss, soll in dieser Arbeit behandelt werden. Der Hauptfokus liegt dabei auf Möglichkeiten der Lehrkraft und der Unterrichtsgestaltung, dem richtigen Schülerverhalten und einer sicheren Umgebung für Sportunterricht. Ebenfalls soll die Unfallsituation behandelt werden, in welcher die Lehrkraft als Ersthelfer die nötige Erfahrung besitzen sollte um der Verletzung entsprechend zu handeln und auch in diesem Fall für die Sicherheit der Schüler/innen zu sorgen.

2 Die Sportlehrkraft

Die Sportlehrkraft ist in verschiedensten Ausprägungen für guten und damit sicheren Sportunterricht verantwortlich. Dies wird deutlich durch Schriften wie „Sicherheit im Sportunterricht. Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 8. April 2003 Nr. V.6-5 K 7405-3.26 816“ (Berggreen-Merkel, 2003). Auch für andere Bundesländer gibt es ähnliche Beschlüsse welche eine maximale Sicherheit im Sportunterricht ermöglichen sollen. Diese gelten, wie die oben bereits genannte Bekanntmachung, als rechtliche Grundlage und müssen von Sportlehrern im jeweiligen Bundesland eingehalten werden. Sie enthalten Bestimmungen, welche eine sichere Umgebung für Sportunterricht vorschreiben, sowie die Durchführung des Unterrichts in sicherheitstechnischen Aspekten beeinflussen.

2.1 Die Lehrkraft als sportliches Vorbild

Die Lehrkraft sollte im Sportunterricht stets eine Vorbildfunktion einnehmen. Dies beginnt beispielsweise mit dem Tragen von sportlicher Kleidung um die Schüler/-innen zu Selbigem zu ermutigen. Die sportliche Kleidung selbst soll im weiteren Verlauf der Arbeit jedoch als eigenständiger Punkt behandelt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Vorbildfunktion ist das Wissen welches ein/e Sportlehrer/in über Sport haben und vermitteln sollte. Regelwissen, sowie Erste-Hilfe Maßnahmen sind ein wichtiger Faktor der Ausbildung von Sportlehrern, es ist jedoch auch wichtig dieses an Schüler/innen, also die Sporttreibenden weiterzugeben, „damit nicht aus Unwissenheit ein leichtfertig erhöhtes Unfallrisiko entsteht“ (Glas, 1995, S. 3). Außerdem sollte die Lehrkraft Sicherheit für die Schüler/innen ausstrahlen, damit diese sich im Sportunterricht wohl fühlen und mit Freude und Motivation teilnehmen.

2.2 Aufsicht im Sportunterricht

Glas (1995) schreibt die Aufsichtspflicht im Sportunterricht läge bei der Sportlehrkraft. Die Lehrkraft hat beispielsweise bereits vor den ersten Schüler(n)/innen an der Sportstätte zu sein und verlässt diese erst, wenn keine Schüler/innen mehr dort anwesend sind. Sinn der Aufsichtspflicht ist es Schüler/innen vor Verletzungen zu bewahren, sowie zu verhindern, dass Schüler/innen sich gegenseitig schaden können (Glas, 1995). Die ständige Beobachtung und Anwesenheit der Lehrkraft schafft also eine sichere Atmosphäre. Wichtig ist ebenfalls, dass die Lehrkraft stets alle Schüler/innen im Blick haben sollte und darauf achten muss, dass sich kein Schüler von der Gruppe entfernt. Durch eine Abmeldung eines/r Schüler(s)/in kann dies für kurze Zeiträume gestattet werden, dabei sollte aber stets eine Begleitperson eingeteilt werden, welche ein Auge auf die betreffende Person hat. Wenn ein Schüler beispielsweise zur Toilette muss, kann dies in höheren Klassenstufen sicher alleine gemacht werden, in der Unterstufe sollte von der Lehrkraft jedoch eine Begleitperson zugeteilt werden. (Glas, 1995; Maiberger et al. 2008)

2.3 Stundenvorbereitung und -planung

Bereits bei der Stundenvorbereitung gilt es Gefahren in der geplanten Stunde zu reduzieren. Dies ist durch eine genaue Vorbereitung deshalb möglich, da beispielsweise das Material aufgelistet wird, welches für die Unterrichtsstunde benötigt wird und die Sportstätte entweder bereits bekannt ist oder von der Lehrkraft besucht wird. Letzteres ist vor allem bei außerschulischem Sportunterricht wie beispielsweise dem Eislaufen notwendig. In diesem konkreten Fall sollte die Lehrkraft sich über Gefahrenquellen und Unfallrisiko im Klaren sein und außerdem im Voraus bereits ein Informationsschreiben für Eltern an die Schüler verteilen, welche Ausrüstung benötigt wird und welche Verletzungsrisiken es beim Eislaufen gibt. Auch eine genaue Untersuchung der verwendeten Eisbahn ist wichtig. Dies gilt ebenso für Schwimmstunden, aber auch Leichtathletikstunden, welche nicht in der gewohnten Umgebung der schulinternen Turnhalle durchgeführt werden. Ebenfalls sollte sich die Lehrkraft Sicherheitshinweise zurechtlegen, welche den Schüler/innen zu Beginn einer Stunde erklärt werden. Sollten für die Schüler/innen unbekannte Geräte verwendet werden, muss auf eventuelle Verletzungsrisiken eingegangen und die richtige Verwendung der Geräte thematisiert werden. Auch das Einplanen des Aufwärmens vor der Stunde, genauso wie des sogenannten Cool-Downs sollten bereits in der Planung berücksichtigt werden, damit die Schüler „physisch, psychisch und mental auf die Inhalte des Sportunterrichts vorbereitet“ werden (Glas, 1995). Der Cool-Down hilft den Schülern sich zu entspannen, die Muskulatur zu lösen und sie auf den weiteren Unterricht vorzubereiten. (Glas, 1995; Maiberger et al., 2008)

2.4 Durchführung des Unterrichts

Wie bereits in einem eigenen Punkt erwähnt, spielt die Aufsicht der Lehrkraft in einer Unterrichtsstunde selbstverständlich eine große Rolle für die Gewährleistung der Sicherheit. Es sind jedoch auch noch andere Aspekte von Bedeutung, sobald es zur eigentlichen Durchführung des Sportunterrichts kommt. Beispielsweise hat die Lehrkraft darauf zu achten, dass sich alle Schüler/innen ordnungsgemäß aufwärmen, damit ihr Verletzungsrisiko durch die anstehenden Bewegungen minimiert wird. Jeder Schüler hat auf die Lehrkraft zu hören und ihren Anweisungen Folge zu leisten. Dies ist selbstverständlich generell von Schüler/innen zu erwarten, im Sport jedoch muss dem besondere Bedeutung zugeordnet werden, da durch Ungehorsam und Unaufmerksamkeit Unfälle passieren können, welche zu Verletzungen führen (Maiberger et al. 2008). Maiberger et al. (2008) betonen außerdem, dass das Übungsangebot für die Schüler/innen groß genug sein muss, da sonst Langeweile entsteht, was ebenfalls zu Gefährdung der Schüler/innen führen kann. Es ist außerdem wichtig, dass die Übungsauswahl richtig getroffen wird, da eine Überforderung der Schüler zu Verletzungen führen kann. Die Lehrkraft „sollte […] beachten, da[ss] zuerst neue und schwierige Übungen erlernt werden“ (Glas, 1995, S. 15) und anschließend leichtere bekannte Übungen ausgewählen, da eine Ermüdung der Schüler zu diesem Zeitpunkt bereits eintreten kann. (Glas, 1995) Dies ist bereits bei der Unterrichtplanung zu berücksichtigen, allerdings ist es auch wichtig, dass der/die Lehrer/in die Übungen an Ermüdung der Schüler/innen anpassen kann, wenn diese eintritt. Es ist auch anzustreben, dass die Schüler im Unterricht ein Gefühl für das Verletzungsrisiko einer Sportart oder einer Übung bekommen. Ist dies nicht vorhanden, wird das Verletzungsrisiko erhöht, da sich Schüler/innen unter- oder überschätzen können und sich deshalb verletzen (Glas, 1995). Eine Erziehung zum richtigen Risikoverhalten im Sport ist also gewünscht.

2.5 Die Lehrkraft als ausgebildeter Ersthelfer

„Verletzt sich eine Schülerin oder ein Schüler während des Sportunterrichts, so ist die Lehrkraft zur Ersten Hilfe verpflichtet und hat ggf. dafür zu sorgen, dass die oder der Verletzte möglichst rasch in ärztliche Behandlung gebracht wird. Durch ihr kompetentes Verhalten und Handeln kann sie wesentlich die Verletzungsdauer und -schwere beeinflussen. Deshalb ist eine regelmäßige Auffrischung der Kenntnisse und Fertigkeiten in Erster Hilfe erforderlich (Bundesverband der Unfalllassen, 2001, 5/1)“ in Maiberger et al. (2008, S. 49).

Das oben aufgeführte Zitat beschreibt die Pflichten einer Lehrkraft, falls es trotz aller vorherigen Maßnahmen zu einer Verletzung im Sportunterricht kommen sollte, was selbstverständlich nie ganz zu vermeiden ist. Die Lehrkraft muss zuerst feststellen, wie schwer die Verletzung des/der Schüler(s)/in ist und darauffolgend entscheiden, ob weitere Hilfe benötigt wird. Es gibt jedoch einige wichtige Grundsätze wie die Lehrkraft bei einer Verletzung handeln sollte. Maiberger et al. (2008) führen hier auf:

„Ruhe und Umsicht bewahren; Unterricht unterbrechen; sich einen Überblick über das Ausmaß der Verletzung verschaffen; die Verletzten psychisch betreuen […] und sie vor neugierigen Zuschauern abschirmen; Erste Hilfe leisten; bei Bedarf ärztliche Hilfe herbeirufen; [und] nach einem Arztbesuch eine Unfallmeldung an den zuständigen Versicherungsträger richten“ (S. 49).

Glas (1995) schlägt außerdem vor, Eltern des/der Verletzten umgehend zu benachrichtigen. Auch die Schulleitung ist im Falle schwerwiegender Verletzungen umgehend zu informieren (Maiberger et al., 2008). Die Vorgehensweise der Lehrkraft ist also stets von der Schwere und Art der Verletzung abhängig die eine/e Schüler/in erlitten hat. Wichtig ist vor allem, dass Ruhe bewahrt wird und Erste Hilfe geleistet wird, sowie das Benachrichtigen eines Notarzt im Fall von schlimmen Verletzungen, welche die Lehrkraft nicht selbst versorgen kann. Um dies jedoch gewährleisten zu können, muss der/die Lehrer/in wissen, wo sich Erste Hilfe Materialien befinden und wie möglichst schnell Hilfe angefordert werden kann. Dies ist vor allem von Bedeutung, wenn der Sportunterricht in ungewohntem Territorium stattfindet, beispielsweise der Schwimmhalle, der Eisbahn, der Leichtathletik-Stadion, beim Schulskikurs oder bei sportlichen Exkursionen und Wandertagen. Dank Mobiltelefonen ist es heutzutage leicht, jeder Zeit von fast jedem Ort aus Hilfe anzufordern, allerdings ist dennoch wichtig, dass die Sportlehrkraft einberechnet, wie lang notärztliche Dienste brauchen um im Notfall den Unfallort zu erreichen, oder wie auf anderem Wege Hilfe eingeholt werden kann, sollte ein Mobiltelefon nicht zur Verfügung stehen, wenn beispielsweise der Akku leer, oder kein Netz vorhanden ist.

Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass bei Entnahme aus dem Verbandskasten dokumentiert wird was entfernt wurde, sodass der Verbandskasten bei Bedarf neu aufgefüllt werden kann.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Lehrkraft als Ersthelfer fungieren muss, sobald ein Schüler verletzt wird und die nötigen Schritte einleiten muss, wenn Hilfe mit der Verletzung benötigt wird. Diese Situation ist selbstverständlich nicht wünschenswert, aber auch nicht vollständig vermeidbar, da im Sportunterricht immer ein gewisses Verletzungsrisiko bestehen bleibt. Es ist also wichtig, dass ein/e Lehrer/in stets auf den Ernstfall vorbereitet ist, auch wenn dieser nicht eintritt.

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Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668107434
ISBN (Buch)
9783668107441
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311962
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Sportzentrum
Note
1,0
Schlagworte
sicherheit sportunterricht leitfaden sportlehrkräfte

Autor

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