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Klimawandel und Globaltemperatur. Kritische Anmerkungen zu Wissenschaftlichkeit und Gläubigkeit

Wissenschaftlicher Aufsatz 2016 60 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung.

Vorwort

Einleitung

Der Mensch in seinem Bedürfnis nach Erkenntnis und Sicherheit.

Die Sprache und Kommunikation als beeinflussbare Bestandteile von Information.

Das Verstehen von sinnlich Wahrgenommenen.

Der Mensch in der Beschränktheit seiner Fähigkeiten.

Der Mensch in seinen Abhängigkeiten außerhalb des Wissens.

Die Beeinflussung durch Gefühle.

Das Bewerten von Unsicherheiten, das Benutzen von Hypothesen..

Vermutung und Zweifel.

Die Auslegungen, Deutungen.

Die Praktikabilität von Teilwissen in Verbindung mit politischen Zielen.

Voraussetzungen für Wissenschaftlichkeit bei der Zukunft des Klimas.

Die Methodiken.

Der Augenschein, die Evidenz

Das Computer-Modell in Verbindung mit Mess-Daten..

Der Nachweis von Erwärmung durch Kohlendioxid.

Die Messung und Errechnung der (globalen mittleren) Lufttemperatur.

Dr.-Ing. Adalbert Rabich[1], Dülmen

Jeder glaubt gern, was er wünscht, aber die Dinge sind oft anders beschaffen.

Demosthenes (384-322)

Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners zu verteidigen suchen. Jean Paul (1763-1825)

Anmerkung:

In den zahlreichen Fußnoten sind weitgehend Link-Adressen in Kurzform (tinyurl.com) verarbeitet, die durch Taste Steuerung und Maustaste direkt auf den Bildschirm gebracht werden können.[2] Sie ermöglichen es, die wörtlichen Zitate direkt anzuschauen oder von dort zu näheren Ausführungen anderer Quellen vorzudringen bzw. weitere Literatur zu finden.

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Zusammenfassung.

Die Menschen sind unterschiedlich veranlagt, jeder hat sein eigenständiges Wissen erworben; vermittelt bekommen, aus dem sein geistiger individueller Zustand resultiert und woraus er sich über einen Sachverhalt eine Meinung bildet. Da die Menschen auch unterschiedlich in der Lernfähigkeit und im kritischen Denken sind, gibt es in einer Gemeinschaft von Men-schen eine Vielfalt der Meinungen. Die jeweiligen Grenzen von Erkenntnis und Bereitschaft, Neues aufzunehmen, geben zugleich an, ob er einerseits zugänglich ist für Überlegungen, die an ihn herangetragenen fremden Vorstellungen zu hinterfragen, ob sie denn wahr sind oder überhaupt wahr sein können oder ob diese nicht bloße Behauptungen sind, und andererseits, ob er unbefangen genug ist, den Sachverhalt eigenständig prüfen zu können.

Außer der Tatsache, dass jeder Mensch eine eigene Persönlichkeit und ein Subjekt mit Ge-fühlen ist, ist von großer Wichtigkeit in unserer Welt, ob er nicht Objekt für Beeinflussung durch Darstellung eines Sachverhaltes sein könne, die im Interesse derer sind, die Einfluss auszuüben trachten. Da bestehen über das Instrument des Glaubens und Publikationen Mög-lichkeiten, eine „Wahrheit“ zu verkünden, was aber lediglich ein Standpunkt sein kann, der dem Erkenntnisstand des Verkünders entspricht, oft vermischt mit seinem Nutzen davon, seinem Interesse daran. Da stehen die Laien gegenüber „Wissenschaftlern“ zuweilen hilflos gegenüber; sie können darüber nicht entscheiden, zumal die Begriffe nicht einheitlich inter-pretiert werden. Gibt es dann noch Wissenschaftlergruppen, die Zweifel an dem haben, was die andere Gruppe für das einzig Wahre ausgibt, müsste er hier entscheiden, aber nicht selten zieht er vor, sich der Einfachheit halber dem ihm richtig Erscheinenden zu folgen.

Bei globalen Klimaänderungsvorstellungen ist ein Testen über Experiment faktisch nicht möglich, man muss die Richtigkeit auf andere Art herausfinden, ob physikalische Gesetze eingehalten sind, ob die Voraussagen zukünftiger Zustände wahrscheinlich und in welchem Grad sie das sind. Es kann nicht sein, dass eine Gruppe recht hat, wenn berechtigte Zweifel anmeldbar sind. Auch der Konsens[3] ist kein Kriterium für Richtigkeit und Wahrheit an sich, sondern nur eine Übereinstimmung aller daran Interessierten, wobei bereits eine definierte Auswahl von Teilbetroffenen praktisch dann nur ein eingeschränkter Konsens ist. Das ist eine Frage vom Wert von Minderheiten und von allen. Wissenschaftlichkeit ist ein Prinzip, vor allem, wenn sie nach Gültigkeit der geistigen Vorstellungen zu fragen hat, nach der Wahrheit.

Vielfach wird in den Argumentationen mit Augenscheinlichem gearbeitet, aber global be-deutet immer, nicht einen Teil allein zu betrachten, der einer Interessensgruppe willkommen ist, sondern die Gesamtheit. Der einfache Weg ist, aus einem Bild eine Bestätigung dessen herauszulesen, was in die Hypothese passt. Da müssen aber Zweifel aufkommen, wenn man Genaueres wissen will und muss, um zu einem Urteil zu gelangen: was an zwei Beispielen demonstriert werden kann: Der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre und seine phy-sikalische Wirkung und die Wissenschaftlichkeit der Ermittlung der mittleren globalen Tem-peratur, wo zwangläufig die Repräsentativität allein deshalb nicht gewährleistet scheint, weil das Meßnetz über Erd- und Ozeanflächen lückenhaft ist und mehrfach Mittelwerte eingesetzt werden.. Weiterhin müsste es selbstverständlich sein, wenigstens das Streuungsmaß zu ken-nen, um aus der Abweichungsgröße auf die Bandbreite des „Gemessenen“ schließen zu kön-nen.[4] Und da ist keine Klarheit vorhanden.

Vorwort

Der Mensch lebt in der Jetztzeit und er möchte gern wissen, wie das wohl in zukünftigen Generationen sein wird. Die statistischen Erfassungen von Bevölkerung, dem Verbrauch usw. über der Zeit bringen ihm einen quantitativen Überblick, was sich einstellen könnte. Die aus diesem Blickwinkel getroffenen Strategien wechseln im letzten Jahrhundert mehrfach ent-scheidend, aber welche waren nun die „richtigen“ und ist die letzte auch eine richtige? Und woran kann ich das erkennen, nach welchen Informationen soll ich entscheiden? Im Teilge-biet der Atmosphäre und seinen Zustandsveränderungen widmet sich die Klimawissenschaft, ein Forschungsgebiet, das in den letzten Jahrzehnten mit erheblichen Finanzmitteln ausgestat-tet worden ist und von der Politik zum Instrument staatlichen Handelns gemacht wurde. Was ist da „wissenschaftlich gesichert“, was vor allen Menschen tatsächlich ethisch und in Klug-heit und Vernunft rechtfertigbar? Wann rechtfertigt ein ungesicherter Kenntnisstand[5] welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen?

Man kann sich auf Gefühle verlassen, auf genaue Begründungen und Vertretbarkeiten bei Entscheidungen verzichten, aber so mancher fragt, warum soll ich erst so lange warten, bis ich den Wissensstand erreicht habe, wenn eine Gefahr droht, die mich sofort zu Handlungen zu veranlassen scheint. Und daran liegt das Kreuz, wie ist es mit dem Entscheiden bestellt, wenn Zweifel an der Beweislage bestehen, ablehnen könnte nachteilig sein, denn Zweifel an einer unfertigen These gehören gerade dazu, um einen höheren Reifezustand der Kenntnis zu errei-chen? Zu beweisen, dass etwas falsch ist, ist zu unterscheiden von dem, Ungewisses heraus-zuarbeiten und nach mehr und Genauerem zu streben, was immer die Devise sein sollte, gerade dann, wenn die Treibhaustheorie der die Erde umhüllenden Gasschicht experimentell nicht überprüft werden kann. Aber man kann untersuchen, ob alle methodischen Instrumente unseres Geistes und alle wissenschaftlichen Vorgehensweisen eingehalten wurden.

Schließlich sind wir immer noch Menschen, die Fehler machen können und die nicht immer zuverlässig arbeiten und urteilen. Aber haben wir nicht die Pflicht, die Sorgfalt nach bestem Können und Wissen bis an die Grenze anzuwenden? Die Überzeugung aus Augenscheinlich-.keit ist einfach in unserer modernen Zeit zu wenig, um kolossale Umwälzungen zu induzie-ren. Darum geht es im folgenden Text. In der Technik spricht vom Bestmöglichen, was man zu tun hat.

Der Mensch ist mit seinem physiologischen[6] System in diese Welt gestellt und muss in ihr leben, zurechtkommen. Instinktiv wehrt er sich gegen Veränderungen, die ihn einengen oder bedrohen – und dazu gehört die Lufttemperatur. Er liebt das Wohlbefinden. Nun ist die Ent-wicklung des Menschen bereits durch erdgeschichtliche Zeiten gelaufen, die keineswegs angenehm für ihn waren, er musste sich auf den geographischen Teil zurückziehen, der z.B. eisfrei blieb, sein Verstand ermöglichte ihm, sich weitestgehend den Änderungen in der Natur anzupassen und darüber hinaus, da erheblich einzuwirken und er nutzte und nutzt die vorhan-denen irdischen Bodenschätze, die Pflanzen- und Tierwelt für sich aus und es dämmert ihm, dass diese endlich sein könnten. Da muss die philosophisch-religiöse Sicht justiert werden.

Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist. Winston Churchill[7]

Einleitung

Jeder Mensch sollte sich eigenständig seine Meinung zu einem Sachverhalt gebildet haben, um das Geschehen um sich herum verstehen zu können, um gar mitreden zu können. Dazu benötigt er keine Einladung mit Informationen, die einem politischen Entscheidungsträger in aufbereiteter Form dargeboten werden, weil dieser selbst kaum in der Lage ist, sich die sach-relevanten Informationen zu besorgen und sich einen Beurteilungsstand zu erwerben. So kann ein im Gedankengebäude eines Individuums ein Gemenge von Wissen, Teilwissen und Gläu-bigkeit entstehen, wie es bei einem Wissenschaftler nicht entstehen sollte, der gewissenhaft und objektiv sich um eine Wahrheitsfindung und Klarheit bemüht. Wissenschaft in der Ver-antwortung heißt, dass ich Erkenntnisse, die ich gewinne, auch daraufhin prüfe, wie sie ein-gesetzt werden.[8]

Komplexe Sachverhalte sind im Allgemeinen schwer zu durchschauen und man stützt sich da auf Aussagen von Sachverständigen ab, so z.B. in der Frage der Erwärmung der Atmosphäre und der unheilvollen Verknüpfung von in die Atmosphäre emittiertem CO2 aus der Verbren-nung von Kohle mit seinem physikalischen Verhalten als schwebender Bestandteil der „Luft“, aber hier bestehen unterschiedliche Hypothesen und zumeist auch die Unmöglichkeit, diese hinreichend genau wissenschaftlich nachvollziehen und messtechnisch zu erfassen. Das The-ma ist eben komplex und bislang nur in den großen Zügen aber keineswegs vollständig im Detail erfasst. Dafür sind die Vorgänge in der Erdatmosphäre zu verwickelt.[9] Deshalb führt dieser Tatbestand oft auf wenig ersprießliche Auseinandersetzungen um die Richtigkeit der Annahmen und artet in gegenseitige Verunglimpfungen aus. Das kann aber - bei gutem Willen - dadurch vermieden werden, indem man sich strikt an die Trennung von Gläubig-keits-Anteilen hält; man sollte sich vielmehr fragen, was wirklich Stand der Erkenntnis und Wissenschaft ist.[10]

Im Nachfolgendem wird versucht, Anregungen für Prüf-Gedanken zu liefern, vornehmlich zu der Frage, was alles nötig ist, um Aspekt zu Aspekt des Problems systematisch aufzubröseln und die Informationen für ein Verstehen herzurichten. Beispielhaft sei erwähnt, dass die für das betreffende Sachgebiet gehandhabten Begriffe uneinheitlich interpretiert werden, was ist denn nun eine zulässige Korrektur von Daten, die aus einem inhomogenen Datenpool stam-men? Was ist denn über eine gültige und erforderliche Repräsentativität zu sagen? Wie weit darf denn nun eine Modell-Anpassung gehen? Darf man eine Wahrscheinlichkeit berechnen, wenn z.B. die dazu verwendeten historischen Daten weder einheitliche Qualität haben noch kontinuierlich gemessen wurden? Es gibt eine Vielzahl von Fragen, die aber wohl kaum ohne konsequente und in Rangreihe aufgestellter Ordnung sowie in neutraler Einstellung (ohne Befangenheit) angegangen werden sollten.[11]

Zu den Selbstverständlichkeiten der Wissenschaft gehört, dass Wahrscheinlichkeiten nur auf Basis gesichert ermittelter Daten errechnet werden können und dass zusätzliche Informatio-nen erst die Verständlichkeit herstellen können wie z.B. das Streuungsmaß. Dass bei der In-stabilität des Wetters eine globale Betrachtung besonders schwierig ist, dürfte allein wegen der Häufigkeit plötzlicher Änderungen atmosphärischer u.a. wie der Einfluß zunehmender Ereignisse einleuchten. Das wissenschaftliche Gewissen fordert Qualität in allen Disziplinen und Verantwortbarkeit, zumal dann, wenn keine Anhaltspunkte für eine gesunde Ethik vor-handen sind. Es dürfte nachdenkenswert sein, über die Notwendigkeit von Richtlinien und Prüfinstitutionen anzustellen.

Der Mensch in seinem Bedürfnis nach Erkenntnis und Sicherheit.

In weiten Teilen der Lebenspraxis der Menschen von heute wird zweckorientiert gehandelt; es wird nach Zielen und dem Aufwand, diese zu erreichen, gefragt. Unter den Zielen begegnet man dem Begriff Wohlstand, Lebensfreude usw. beim Individuum ists nicht nicht mehr oberstes Gebot die Suche nach Neuem, nach Wahrheit und Wissen, sondern nach so etwas wie „Glück“[12], was immer darunter verstanden wird. Auch die neuen Massenmedien erzeugen oft durch Bilderkombination und Computergrafik eine der nüchternen Wissenschaftlichkeit andersartige Vorstellung, z.B. historischer oder evolutionsbezogener Geschichte, sie neigen zu massenwirksamen Sinnes-Spektakeln und lösen damit einseitige und vorgefasste Weltbil-der in gewisser Weise und bei einem Teil der Menschheit ab, wonach das Ziel der Schöpfung letztlich der Mensch sei, der von Sünden beladen ist und davon befreit werden muss, um in eine „bessere“ Welt einzugehen.[13] Die Unbestimmtheit ist hier ein Charakteristikum, wie vermutlich in den Anfängen geistiger Vorstellung in der Evolutionsfrühphase allgemein.

Manche meinen, dass wissenschaftlich-methodische und religiöse Interpretationen nur andere Glaubens- oder Denkformen sind[14], nach anderen besteht die Grundlage der Evolution auf der Diversität der organischen Stoffe, den physikalisch-chemischen Gesetzmäßigkeiten und vor allem von Variationen im Verlauf der Fortpflanzung. [15] Jeder Mensch ist andersartig, ein Indi-viduum, d.h. auch bei den Menschen gilt das Prinzip der (genstrukturellen[16] ) Mannigfaltig-keit [17]. In unserer biologischen Welt hat der Kohlenstoff die Stellung einer Grundbedingung für die Organik [18] schon von den Anfängen der Kosmos-Geschichte eingenommen. In wel-cher Weise und wie der Zufall[19] dann in der Evolution einzusetzen ist, ist noch nicht völlig klar.[20]

Das Deuten [21] von Bildern, Vorgängen usw. hat eine eigene Entwicklungsgeschichte, es ge-hört zum Wesen des menschlichen Denkens, jedoch ändert sich das nach jeweiligem Stand der Erkenntnis. Aber einzelne Menschen haben sich seit jeher eine besondere Deutungshoheit angemaßt. Sie ist (fast) immer gegenwärtig, schon die Wolkenbilder [22] können zunächst als Symbole „gedeutet“ werden – auch heute noch, sie bezeugen uns die Mannigfaltigkeit und das stete Ändern der atmosphärischen Wasserdampfgestaltung (an Aerosolen), die Dynamik der Vergänglichkeit, die im Leben und Sterben des Individuums Wirklichkeit ist. Wissen-schaftlich ist das Gebiet noch nicht endgültig erforscht[23], es gehört zu den zu erforschendes Gebieten. Der Wandel der Evolutions-Theorie[24] gibt uns folgende Lehren:

- Der Begründungzusammenhang ist eine Funktion des Standes der Wissenschaft
- Die Erkenntnis ist immer etwas Zeitliches
- Selbst wenn etwas für gewöhnlich geschieht, gilt das nicht für immer
- Wenn eine Theorie, ein Modell für viele akzeptabel erscheint, hat das oft einen herrschenden Ethos; es werden Abweichungen unterdrückt
- Wenn Abweichungen zu denken, verboten wird, gerät die Theorie, das Modell zu einem Paradigma[25], zu einem Dogma, das mögliche Neue wird erstickt
- Es macht keinen Sinn, ein Modell eines komplexen Sachverhalts kritiklos aufrecht zu halten, denn das Feuer der Neugierde, des Forschens ist menschlich wesensimma-nent, das Prüfen einer Theorie, eines Modells ist Grundlage von Fortschritt.

Wir können das genetische Evolutionsprinzip für die Veränderung und Erweiterung des Großhirns der Wirbeltiere und ersten Primaten zu dem des „homo sapiens“ nicht, vermuten aber, dass durch Angliederung zusätzlicher Neuronen und eine neuartige Synapsen-Struktur komplexe Hirnfunktionen für kognitive Leistungen möglich wurden. Die so gewonnene Lernfähigkeit, d.h. das Erfassen von Beziehungsfunktionen und bewusstes Verarbeiten zu Erfahrungswissen geht damit weit über das unmittelbare Reagieren in Situationen hinaus, ist jedoch erst die jüngste Phase der Evolution (Pleistozän) und auch bei den einzelnen Indivi-duen höchst verschieden ausgebildet; diese natürliche Potenz wird keineswegs allgemein ge-nutzt. Die nunmehr hoch entwickelte Erkenntnisfähigkeit des“ homo sapiens“ ermöglichte dem Menschen das Überleben selbst zu recht unwirtlichen Eiszeiten[26] usw. Dank der spe-ziellen Evolution des Großhirns konnte das Erfahrungswissen nun auch gesammelt und dieses kommunikativ durch Einvernahme fremder Erfahrung weiter ausgebaut werden.[27]

Eines scheint gewiss zu sein: seit mehreren Tausenden von Generationen bezeichnen wir den Menschen berechtigt als „homo sapiens“, zunächst erfand er nur primitive Artefakte, Werk-zeuge, aber seit etwa 300 Generationen befindet er sich in einer kulturellen Welt, nämlich als Ackerbauer. Warum diese Entwicklung so ablief, warum die Menschen sich bekämpften und das noch immer tun – gegen die Vernunft und mit welchem Ziel, das wissen wir nicht. Selbst in der Zeit der Hochkulturen lebten Erklärungen und Deutungen entgegen (wissenschaftli-cher) Erkenntnis, so dass man heute Schwierigkeiten hat, seinerzeit entstandene Religionen in das erdgeschichtliche Zeitalter und den Stand des Wissens einzupassen.[28] Das seinem Intel-lekt adäquate rationale Erkenntnisvermögen und die seiner Begabung gemäße Ausbildung prädestiniert ihn gerade zu eigener und unabhängiger Deutung der Außenwelterscheinungen und begründet eine Kompetenz zum Problemlösen. Der mögliche Gewinn „rationaler“ Ein-sicht durch theoretische Erkenntnis beim systematischen Erforschen untersuchbarer Sachver-halte erzielt ein „konstruktives Verstehen“ der analysierbaren Zusammenhänge von Objekt-formen.[29] Voraussetzungen für das Erfassen größerer Zusammenhänge kann darüber hinaus das induktive Verfahren und die volle Nutzbarkeit des Gedächtnisses sein, für das Aufstellen von Voraussagen bestimmte Assoziationen und Kombinationen, einer Vereinbarkeit mit em-pirischen Kenntnissen und beobachteten Regelmäßigkeiten, die als gesetzmäßig eingestuft werden dürfen. Modelle als repräsentative Fixierung erfasster Funktionszusammenhänge bleiben immer hypothetisch und damit bedingte Relationen.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass – entsprechend der Evolution – eine Vielzahl von Prozessen unserer virtuellen Wahrnehmungsverarbeitung unbewußt ablaufen; nur das Ergebnis gelangt ins Bewusstsein. Unbewußt ist auch das Absuchen im repräsentativen Gedächtnis, das prozedurale Gedächtnis arbeitet mit individuell kognitiver Fertigkeit. Gerade das intuitive Schließen kann aber fehlerhaft sein.[30] Bei Voraussagen natürlicher Phänomene arbeitet man oft mit unsichereren Konditionalen oder anders ausgedrückt - mit Wahrschein-lichkeiten, deren Trefferwahrscheinlichkeit durch zusätzliche Anforderungen erhöht werden sollte. Das Vertrauen in eine Voraussage sollte nicht durch Zweck-Annahmen zu stärken ver-sucht werden.[31] Intuitive menschliche Kognition benutzt eine Reihe bereichsspezifischer Mo-dule, darunter dem Spracherwerbsmodul. Gerade hier kann man sehen, wie das Sprechen und Verstehen evolutionär bedingt ist. Sprache ist ein kognitives Merkmal, wonach sich der Mensch von seinen nächsten Verwandten, deutlich unterscheidet. Die Kommunikation wird verbessert, denn sie geht über die sinnliche Vermittlung durch Zeichen und Laute hinaus. Eine große Zahl von Sprachen wurde von den Menschen hervor gebracht, was ihre regionale und situationsbezogene Bedingtheit erklärt. Unbekannt ist, ob man vor mehr als 2 Tausend Gene-rationen wirkliche Sprache (mit einer Grammatik) benutzte, jedenfalls ist es auch heute noch so, dass eine Reihe von Worten begrifflich unterschiedlich belegt sind,. man kann sich of-fensichtlich nur im „Groben“ verstehen.[32] Die Sprache ist nicht eindeutig exakt, ja sie basiert auf unterschiedlichen Anteilen angeborener Programme und kognitivem Verarbeiten, teilwei-se sogar mit Selbstüberzeugungen der „Richtigkeit“ (der Sprachelemente) vermengt.

Sprache ist ein Mittel der Verständigung unter den Menschen, wobei erst im Laufe der Evo-lution Menschen, die in ihrer Beziehung auch über die Verwandtschaft hinausgehen, hinzu zu zählen sind. Dabei muss der Inhalt der Information eigentlich erst bewusst verarbeitet worden sein, wobei emotionale Gefühle nicht auszuschließen sind[33], was bereits in der Kindheit Ver-trauen durch Verlässlichkeit der Bindung ursächlich aufgebaut wird und später durch Erfah-rung zu einer Überzeugung von der Richtigkeit ergänzt wird. Es ist von Bedeutung bei risiko-haftem Ausgang einer Handlung, im Anfang der Evolution in der Art eines „Gottvertrauens“. Die zwischenmenschlichen Beziehungen benötigen oft die Einschätzung von Vertrauens-würdigkeit, in der eben ein Anteil von Nichtwissen enthalten ist, wobei in der Evolution zu-nächst mehr die Intuition zur Geltung kam. Meist dirigiert der Erfolg des Handelns eines Indi-viduums das Nachahmen und im Rahmen der kulturellen Entwicklung auch die Bereitschaft zur Weitergabe des persönlichen Könnens und Wissens – langsam über die Kommunikation – auch weiter. Das erklärt auch die Verbreitungsgeschwindigkeit neuer Artefakten, die Erfin-dung von einzelnen Personen bzw. an einzelnen Stellen wird Gemeingut der Menschen.[34]

In der Politikwissenschaft benutzt man die Kennzeichnung ein Institutionsvertrauen [35], um nicht auf Propaganda als Steuerungsinstrument der Bevölkerung ausweichen zu müssen[36], weil Misstrauen deren Einstellung bestimmt, das wiederum auf einer Angst beruht, auf einer Ungewissheit von der Richtigkeit (z.B. einer Information) oder einer Gefahr.[37] Dabei entste-hen heutzutage Situationen, in denen das Vertrauen in die Sorgfalt der Wissenschaft oder wissenschaftlicher Ergebnisse gestört oder nicht gerechtfertigt ist, es wird durch den An-schein von Richtigkeit ersetzt.[38] Gerade des Laienpublikum kann hier gefährdet sein: ein Laie, der mit den Details der Klimawissenschaft nicht vertraut ist, kann kaum beurteilen, ob dabei redlich argumentiert und zitiert wird [39] , d.h. der Laie ist darauf angewiesen, dieses Ge-gen-Argument als richtig anzuerkennen oder zu bezweifeln, weil er weder für noch dagegen kritisch andenken kann. Damit dreht sich eine derartige Diskussion im Kreise.[40] Als Ursache unserer gegenwärtigen Situation der Wahrheitsfindung kann man benennen:

Nur von im kritischen Denken Geübte können Behauptungen als solche erkennen, weshalb die Bildung hier ansetzen müsste, im Bildungsprogramm und in Journalen aber fehlt das!

Der christliche Kirchenlehrer Augustinus (354-430) machte einst die Aussage: in der Masse sind Menschen zu eigener Vernunfteinsicht nicht fähig. Die Kirche dient dazu, die Masse auf die Wahrheit einzuordnen, und zwar auf die Wahrheit, die der Denkende durch Glauben in seinem Innern findet. [41] Nach der Wahrheit, d.h. der Übereinstimmung einer Angabe mit der Wirklichkeit, Übereinstimmung von erkennendem Verstand und Sache[42] strebte man seit dem Aufkommen von Philosophen, man wollte wissen, einfach nicht im Ungewissen verharren und man unterschied schon früh einen, der log oder betrug, von dem „ehrlichen“ Menschen. So erscheint Loki in der eddischen Dichtung als Betrüger innerhalb der nordischen Götter-welt. Zur Zeit der Wikinger war er ein negatives, amoralisches Verhaltens-Symbol, insbeson-dere als Verwender von List und Betrug zum eigenen Vorteil.[43] Aber der Mensch muss sol-ches Verhalten bzw. das Bemühen, ihn zu belügen, erkennen können.

Im Bereich von (christlicher) Religion war die Wahrheitsfindung zuweilen von seltsamen Methoden beherrscht wie bei der Folterung von Hexen[44], die Missionierung und Okkupation war begleitet von unbarmherziger Bekehrung von der „neuen“ Wahrheit bis zur drakonischen Rechtsprechung.[45] Im Zeitalter der Aufgeklärtheit ist es erstaunlich, dass sich auch Welt-religionen des Klimaschutzes bzw. der Verhütung von Klimakatastrophen widmen[46], angeb-lich sind sie hier in der Verantwortung, weil eine Beziehung zwischen Mensch und Natur be-stehe; also letzthin hier die Vernunft über den Glauben zu regieren habe. Oder liegt mehr eine philosophische Diskussion ohne praktische Konsequenzen vor?[47] Kann nicht gar der Glaube an den bekämpfbaren[48] Klimawandel selbst zu einer „Religion“ werden?[49]

Bei der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung ist die Deduktion als Methode ein wichtiges Element, in den Naturwissenschaften müssen ermittelte Vorhersagen empirisch überprüfbar sein, also durch Beobachtung und Experimente gestützt werden, um einen wissenschaftlichen Wert zu besitzen.[50]

Nun können die meisten im Alltagsleben keineswegs die als wissenschaftlich benannten Er-gebnisse in ihrem Entstehen nachvollziehen, man muss sich auf die Aussagen von Institution und kraft Amtes Berufenen verlassen können, was auf Vertrauen fußt. Das kann aber in ei-nen Glauben ausarten, wenn dies nicht berechtigt ist oder gar genutzt wird, um etwa mensch-liche Meinungen zu beeinflussen. Hier sind wir also selbst in unserer Informationsgesellschaft in eine verflixte Gasse geraten, wo doch selbst das Beschaffen aller relevanten Informationen für ein Problem oder Thema wegen der Fülle oder der Verursachung von Kosten schwierig oder gar unmöglich wird. Hier steht das Individuum in seiner Selbstbestimmung, frei von Be-einflussung, allein, aber selbst dann, wenn er das Gefühl hat, ihm wird nicht die Wahrheit gesagt. - Dabei ist Skepsis dann hilfreich, wenn sie in stichhaltigen Gegenargumenten mün-det. Ja, es ist sogar das Lebenselixier der Wissenschaft, auch längst etablierte Mehrheits-meinungen in Frage zu stellen. Allerdings kann dies in der Öffentlichkeit oft Verwirrung anrichten. Dort kann dann der Eindruck entstehen, alles sei unsicher, obwohl aus den histo-rischen Daten, den aktuellen Beobachtungen sowie den darauf basierenden Modellen für die Zukunft durchaus sehr viele gültige Schlüsse gezogen werden können. [51], aber eben nur kön-nen, dann ist das davon abhängig, wer was sagt.

[...]


[1] http://www.grin.com/profile/26907/dr-ing-adalbert-rabich In Autobiografie > 500 Veröff., Patente gelistet.

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Kurz-URL-Dienst http://www.linksandlaw.de/news275 http://www.tecchannel.de/sicherheit/tipps/2039512/lange_version_von_verkuerzten_links_pruefen/

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Konsens http://tinyurl.com/hee33nr http://tinyurl.com/ouyyc5s S-.434ff-

[4] http://tinyurl.com/jozcavj

[5] http://tinyurl.com/z5czlsv S. 65 http://tinyurl.com/zo29efj 2002 , S. 301, 309-311

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Physiologie

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Winston_Churchill 1874 bis 1965, britischer Premierminister

[8] http://tinyurl.com/z99zcx3

[9] http://tinyurl.com/zck6xyc Kommentar 1.

[10] https://de.wikipedia.org/wiki/Stand_der_Wissenschaft http://tinyurl.com/o76t5ux

[11] http://tinyurl.com/zgz7uko S.7/8

[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck Sehnsucht nach Wohlbefinden, nach „Freiheit“

[13] Z.B. in ein Paradies, was das auch immer sei.

[14] http://tinyurl.com/q4orkp7 Abschnitt 2.3

[15] http://tinyurl.com/od6pe7c

[16] http://tinyurl.com/zsczlqa S. 204

[17] http://tinyurl.com/q7orvjv als Wert http://tinyurl.com/qzuzjnv z.B. in der Biologie Prinzip

[18] https://de.wikipedia.org/wiki/Organische_Chemie zugleich Basis für Synthesen.

[19] https://de.wikipedia.org/wiki/Zufall ohne erkennbare Kausalität

[20] http://tinyurl.com/onye82t

[21] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutung

[22] http://tinyurl.com/oy6c59c Typen mit meteorologischer Bedeutung seit etwa 200 Jahren.

[23] http://tinyurl.com/nnkk6ds

[24] http://tinyurl.com/omex45w S. 325/326

[25] https://de.wikipedia.org/wiki/Paradigma

[26] http://tinyurl.com/pc87ey2

[27] http://tinyurl.com/zledcbc

[28] http://tinyurl.com/jlcc68n

[29] http://tinyurl.com/zledcbc (siehe auch einige Fußnoten zuvor, aber an anderer Stelle).

[30] http://tinyurl.com/npn9hme S. 13

[31] http://tinyurl.com/npn9hme S. 16/17 http://tinyurl.com/q4xreq4

[32] http://tinyurl.com/npn9hme abschnitt 17.1

[33] https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenmenschliche_Kommunikation

[34] http://tinyurl.com/jtzwszl S. 16/17

[35] http://tinyurl.com/h9w6xt8 http://tinyurl.com/z55qypl https://www.pik-potsdam.de/institut

[36] https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen

[37] http://tinyurl.com/j5mf5hz

[38] Beispiel: http://tinyurl.com/hbw8tr9 S. 327 http://tinyurl.com/z5jjvpg Punkt für Punkt prüfen ! http://tinyurl.com/h9w6xt8

[39] http://tinyurl.com/jopcq4n Unterscheide zu: http://tinyurl.com/h6tz5j7 http://tinyurl.com/h9jdzwp

[40] https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss

[41] http://tinyurl.com/gtv6k3s

[42] https://de.wikipedia.org./wiki/Wahrheit Wahrheit in der Philosophie

[43] http://tinyurl.com/zxkmfus

[44] http://tinyurl.com/ndlmnr4

[45] http://tinyurl.com/z2cdnwy S. 116

[46] http://tinyurl.com/hef7rrq Bewahrung der Schöpfung.

[47] http://tinyurl.com/zrvs6up

[48] http://tinyurl.com/pc437ms Verbrüderung weltlich-kirchlicher Exponenten

[49] http://tinyurl.com/z9tj5un

[50] http://de.wikipedia.org/wiki/Deduktion Wissenschaftstheorie /Falsifikationismus.

[51] http://tinyurl.com/ha852wr

Details

Seiten
60
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668127173
ISBN (Buch)
9783668127180
Dateigröße
965 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313576
Note
Schlagworte
TRerminologie Modelle

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