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Flüchtlinge in Deutschland. Analyse der Chancen, Risiken und Verpflichtungen Deutschlands

Hausarbeit 2015 20 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Status quo der Flüchtlingsdebatte

2 Folgen der Eingliederung einer gestiegenen Zahl von Flüchtlingen auf den deutschen Arbeitsmarkt

3 Folgen der Eingliederung von mehr Flüchtlingen auf das deutsche Sozialsystem

4 Gefangenendilemma und Nash Gleichgewicht am Beispiel von Deutschland und dessen Nachbarstaaten – Seehofer und Merkel

5 Wirtschaftsethische Modelle zu der Frage, ob Deutschland Flüchtlinge aufnehmen sollte

6 CSR-Verhalten von Unternehmen in der Flüchtlingskrise

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Arbeitsmarkt und Lohnniveau

Abbildung 2: Erwerbspotenzial und Flüchtlingseffekt

Abbildung 3: Das Gefangenendilemma am Beispiel von Deutschland und Österreich

Abbildung 4: The Pyramid of Corporate Social Responsibility

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Status quo der Flüchtlingsdebatte

Nachdem seit 2011 gezielt 110.000 Syrer geworben worden sind, hat sich die Situation seit Juli diesen Jahres zugespitzt (vgl. Merkel 2015a). Bei, allein im Oktober 2015, 180.000 Flüchtlingen (vgl. Merkel 2015b) ist mittlerweile die Rede von einer „Flüchtlingskrise“, was die Flüchtlingsdebatte erhitzt und das mediale Interesse stark wachsen lassen hat.

Folglich gibt es in der Politik seit geraumer Zeit Meinungsverschiedenheiten in der Frage, wie viele Flüchtlinge in Deutschland noch aufgenommen werden sollten. Besonders der öffentliche Streit zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aktuell mit großem Interesse verfolgt.

Auf dem CSU-Parteitag am 20. November 2015 forderte Seehofer in Bezug auf die Terroranschläge der IS in Paris, man solle die Flüchtlingspolitik nicht mit dem Kampf gegen den Terrorismus vermengen. Außerdem müsse man die Menschen, die nach Deutschland kommen, gut versorgen. Trotzdem warnte er aber auch davor, Deutschland zu überlasten und forderte zum zweiten Mal eine Obergrenze für die Flüchtlingszahl in Deutschland (vgl. Seehofer 2015).

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen lehnt diese Forderung ab und erklärte es müsse Ziel sein, „die Zahl der bei uns ankommenden Flüchtlinge zu reduzieren“ (Merkel 2015b). Sie erklärte außerdem, dass alle die, die Schutz brauchen, diesen in Deutschland auch bekommen sollen, weshalb eine Obergrenze der Flüchtlingszahl keine Lösung sei. (vgl. Merkel 2015b)

Aber auch andere namhafte Persönlichkeiten äußern sich zu dem Thema - unter anderem Marcel Fratzscher und Simon Junker (DIW). Sie erklären, dass die aktuelle Debatte sich auf kurzfristige Kosten beschränkt, weshalb oftmals übersehen wird, dass diese Kosten eine Investition in die Zukunft darstellen und dass langfristig, selbst im pessimistischen Szenario, sowohl die bereits in Deutschland wohnenden Menschen, als auch die Wirtschaft Deutschlands profitieren würden (vgl. Fratzscher und Junker 2015a).

2 Folgen der Eingliederung einer gestiegenen Zahl von Flüchtlingen auf den deutschen Arbeitsmarkt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arbeitsmarkt und Lohnniveau

Quelle: Büttner 2006

Welche Folgen die Eingliederung einer gestiegenen Zahl von Flüchtlingen auf den deutschen Arbeitsmarkt hat, ist umstritten.

Modelltheoretisch lässt sich die Frage wie folgt beantworten.

Ein, durch die Vielzahl von Flüchtlingen, erhöhtes Arbeitsangebot (AA) führt bei gleichbleibender Arbeitsnachfrage (AN) zu einem niedrigeren Lohn (W). Das könnte in Deutschland den Mindestlohn negativ beeinflussen und wäre somit besonders für den Niedriglohnsektor verheerend.

Um dem entgegenzuwirken, müsste nach dem Arbeitsmarktmodell (Abbildung 1) das ursprüngliche Lohnniveau wiederhergestellt werden, indem die Arbeitsnachfrage gleichermaßen steigt.

Bevor jedoch überhaupt eine Integration in den Arbeitsmarkt eintreten kann, müssen einige Kriterien erfüllt werden.

Asylsuchende und Geduldete dürfen nämlich in den ersten drei Monaten keine Beschäftigung aufnehmen. Hinzu kommt, dass Dublin III - Verordnung, viele Flüchtlinge wieder in ihre Ankunftsstaaten zurückschickt, sofern diese als „sicher“ eingestuft worden sind (vgl. BAMF 2015b). Außerdem erschwert ab dem vierten Monat die Vorrangprüfung, welche nur bei den Mangelberufen wegfällt, Asylsuchenden die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Diese Prüfung entfällt nur für anerkannte Flüchtlinge oder ab dem 16. Monat (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2015).

Derzeit seien außerdem Arbeitsagenturen und Jobcenter überlastet, da dort 2.800 Beschäftigte fehlen würden, wodurch sich die Integration deutlich verlangsamt. (vgl. Nahles 2015)

Viele erkennen diesen Prozess mittlerweile als die Hauptproblematik an und kritisieren dahingehend die Flüchtlingspolitik. Erste Schritte zu dessen Verbesserung sind unter anderem das, am 23.10.2015, in Kraft getretene Asylverfahrenbeschleunigungsgesetz (vgl. BAMF 2015a).

Marcel Fratzscher, Präsident vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, setzt genau bei diesem Schritt an. Er erläutert, dass mit einer aktuell rekordniedrigen Arbeitslosenquote und 500.000 offenen Stellen die deutsche Wirtschaft die Flüchtlingskrise verkraften würde, auch wenn kurzfristig mit hohen Kosten zu rechnen wäre. Er weist auf die eher schleppende Integration in den Arbeitsmarkt hin und betrachtet diesen Prozess als ausbaufähig. Man müsse nicht nur Sprachkurse anbieten, sondern auch ausländische Qualifikationen anerkennen oder Fortbildungen geben, um eine Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. Außerdem bestätigt Fratzscher, dass die Menschen des Niedriglohnsektors keine negativen Konsequenzen aus der aktuellen Flüchtlingspolitik ziehen würden - mit der Begründung es seien ausreichend offene Stellen verfügbar (vgl. Fratzscher 2015). Somit unterstellt er die Komplementärthese, welche besagt, dass ausländische Arbeitskräfte statt den Inländern die Arbeitsplätze zu nehmen, sich ergänzend in den Arbeitsmarkt einbringen (Sesselmeier 2002). Er ergänzt, dass diejenigen Flüchtlinge, die Arbeit finden, die Wirtschaft stimulieren und somit die Angebotsseite stärken würden, indem sie zum Erfolg der Unternehmen beitrügen (vgl. Fratzscher und Junker 2015b).

Simon Junker (DIW) behauptet zusätzlich, dass nach spätestens 10 Jahren die deutsche Wirtschaft positive Effekte aus der Integration der Flüchtlinge ziehen würde, was sich unter anderem durch ein erhöhtes Pro-Kopf-Einkommen bemerkbar machen solle. (vgl. Fratzscher und Junker 2015b)

Die Argumentation, dass Migration gar notwendig sei, um die Fachkräftelücke zu schließen und dem demographischen Wandel entgegenzuwirken, unterstützt ZEW-Arbeitsmarktökonom Holger Bonin nicht. Er erklärt, Migration sei eine Möglichkeit. Es gäbe jedoch auch Alternativen auf die sinkende Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland zu reagieren. Beispielsweise Innovation oder höhere Löhne würden dazu führen, dass die Nachfragekurve sich dem schrumpfenden Angebot anpassen würde, wodurch wiederum ein Gleichgewicht entstehen würde. Des Weiteren stimmt er Fratzscher zu, indem er sagt, man dürfe jetzt nicht sparen, da sonst die Kosten wachsen würden (vgl. Bonin 2015).

Durch die Flüchtlingskrise wird jedoch auch der gesetzliche Mindestlohn in die Debatte gezogen. Der deutsche Landkreistag fordert Flüchtlinge in der ersten Zeit ihrer Anstellung vom Mindestlohn auszuschließen. Bisher galten Ausnahmen nur für Jugendliche und Langzeitarbeitslose, während eine Sonderregelung für Flüchtlinge „politisch brisant“ wären (vgl. Brenke 2015).

Diese Forderung traf allerdings mehrfach auf Widerspruch. Unter anderem Bundesminister Sigmar Gabriel lehnte bei der Haushaltsdebatte im Bundestag am 26.11.2015 Ausnahmen vom Mindestlohn für Flüchtlinge ab und begründete dies damit, dass Ärmere nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Auch Bundesministerin Andrea Nahles, Klaus Ernst (Die Linke) und weitere Politiker haben sich entschieden gegen diese Forderung ausgesprochen, unter anderem aus dem Grund, dass es durch geringere Bezahlung bei Flüchtlingen dazu kommen könnte, dass Inländer im Niedriglohnsektor ihre Jobs verlieren würden (vgl. Ernst 2015).

3 Folgen der Eingliederung von mehr Flüchtlingen auf das deutsche Sozialsystem

Die Eingliederung von mehr Flüchtlingen zieht mehrere Folgen für das deutsche Sozialsystem mit sich und birgt somit sowohl Chancen als auch Risiken für die Rentenentwicklung in Deutschland.

Aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit (vgl. Nahles 2015) und sonstiger Ausgaben für die Flüchtlingsmigration wird im Jahr 2016 mit einem verhältnismäßig geringeren Haushaltsüberschuss gerechnet. Bei, in diesem Jahr, rund 23 Milliarden Euro, zeichnet sich im Folgejahr ein Überschuss von nur 13 Milliarden Euro ab (vgl. IWH Halle 2015).

Um dem entgegenzusteuern ist am 25. November das zweite Nachtragshaushaltsgesetz verkündet worden. Dieses sieht unter anderem vor, dass der Bund eine Rücklage in Höhe von 5 Mrd. Euro bildet, um die Länder und Kommunen im Jahr 2016 finanziell bei der Aufnahme von Asylbewerbern zu unterstützen (vgl. BMF 2015).

Dieses Jahr allein wurden und werden 93 Milliarden Euro des Etateinsatzes in den Bereich Rente und 34,5 Milliarden Euro in den Bereich Arbeitsmarkt investiert und die Zahlen würden in den nächsten Jahren steigen (vgl. Deligöz 2015). Zudem wird im Jahr 2016 eine Rentenerhöhung von 4 bis 5 Prozent erwartet (vgl. Mark Helfrich 2015).

Ein Weg den Staat trotzdem nicht zu belasten, scheint, die Flüchtlinge möglichst schnell zu integrieren und zu qualifizieren. Das Arbeitsverbot in den ersten drei Monaten müsse für die Asylbewerber abgeschafft werden, um Steuergelder zu sparen. Es müsse frühzeitig ein Investitionsprogramm auferlegt werden, damit der Staat und die Steuerzahler keine negativen Konsequenzen aus der Flüchtlingspolitik ziehen (vgl. Lötzsch 2015).

Erfahrungsgemäß würde die Arbeitsmarktintegration jedoch mehrere Jahre dauern, zusätzlich abhängig von der Länge des Asylverfahrens, der Investitionen in Bildung und Ausbildung, der Arbeitsvermittlung und der Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft. Ende 2015 würde das Erwerbspersonenpotential der Migranten voraussichtlich um nur 50.000 Personen steigen. Erst im Folgejahr 2016 wäre mit einem Anstieg über 380.000 und bis 2018 mit bis zu 640.000 Personen zu rechnen (vgl. Brücker et al. 2015)

Diese hohe Zahl an Erwerbstätigen würde durchaus das Umlageverfahren der Rente in Deutschland unterstützen. Und auch in der Altersstruktur würde sich die Integration widerspiegeln, da ein Großteil der Migranten verhältnismäßig jung sei, wodurch die Alterung des Erwerbspersonenpotentials vorübergehend gedämpft werden könne (vgl. Weber und Fuchs 2015).

Allerdings müssen die Zuwanderer nicht nur jung sondern obendrein auch qualifiziert sein oder zumindest qualifiziert werden, um dem Staat nicht zur Last zu fallen. Sollten die Flüchtlinge nämlich im Durchschnitt so qualifiziert wie die ausländische Wohnbevölkerung 2012 sein, würde die einheimische Bevölkerung in Zukunft nur belastet. Zwar wirke auch hier der demographische Entlastungseffekt, jedoch müsste jeder Bürger zur Sicherung der fiskalischen Nachhaltigkeit pro Kopf und Jahr 125€ mehr beitragen als im Fall einer Bevölkerungsentwicklung ohne Zuwanderung (vgl. Bonin 2014).

Auch in Anbetracht der Babyboomer Generation, welche bald in das Rentenalter eintritt, könne Vorsorge durch Zuwanderung geleistet werden.

Schon im April diesen Jahres warnte SPD Fraktionschef Thomas Oppermann, dass Deutschland zwar keine Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten brauche, jedoch vorbereitet sein müsse für die Zeit in der die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen würden (vgl. Oppermann 2015). Durch die Situation, die momentan in Deutschland zwangweise herrscht, könne nun die, in das Rentenalter eintretende, Babyboom-Generation in den nächsten Jahren gut versorgt werden (vgl. Weber und Fuchs 2015).

Auf der anderen Seite sieht die CSU das Risiko, dass die Flüchtlinge Vorteile aus dem Sozialsystem ziehen würden. Es müsse also sichergestellt werden, dass diejenigen die lange in das Sozialsystem eingezahlt haben, auch besserstehen als derjenige, der gerade erst in Land gekommen sei (vgl. CSU 2015).

Problematisch würde es außerdem auf lange Sicht. In den nächsten 2 Jahren steige die Zahl der Erwerbspersonen deutlich. Danach sinke jedoch das Erwerbspersonenpotential erneut und der negative Trend bleibe trotz konstantem Flüchtlingseffekt bestehen (Abbildung 2). Die Folge daraus wäre, dass der Effekt des demographischen Wandels uns verzögert einholen würde, wobei, unter der Annahme, dass sich das Rentensystem nicht verändert, die Pro-Kopf-Verteilung umso höher ausfallen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Erwerbspotenzial und Flüchtlingseffekt

Quelle: Weber und Fuchs 2015:4

4 Gefangenendilemma und Nash Gleichgewicht am Beispiel von Deutschland und dessen Nachbarstaaten – Seehofer und Merkel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das Gefangenendilemma am Beispiel von Deutschland und Österreich

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Harnack 2014:32-34

Unter den Annahmen, dass sowohl Deutschland als auch, in diesem Beispiel, Österreich, ihre Kosten minimieren wollen und die Möglichkeit haben ihre Grenzen zu schließen, ist das Nash-Gleichgewicht deutlich erkennbar.

Die Strategie die Grenzen zu schließen ist für beide Länder die jeweils beste Antwort auf beide mögliche Strategien des Nachbarlandes. Wenn z.B. Deutschland die Grenzen schließt, Österreich jedoch nicht, dann hat Deutschland die geringsten Kosten (5 Mio €). Doch auch wenn Deutschland und Österreich ihre Grenzen schließen, sind die Kosten gleichhoch bei 10 Mio €. Der Worst-Case ist ausgeschlossen, weshalb sich spieltheoretisch beide Länder dafür entscheiden würden die Grenzen zu schließen.

Dieses Lösungskonzept ist das so genannte Nash-Gleichgewicht (in Abbildung 3 Feld A). Auffällig ist dabei, dass beide Länder von der Kombination (offene Grenzen – offene Grenzen) profitiert hätten, da dort die Kosten bei nur 8 Mio € gelegen hätten. Im Nachhinein wären dann doch beide unzufrieden gewesen, weil sie jeweils durch eine andere Entscheidung noch mehr hätten einsparen können (Kosten bei nur 5 Mio € für das Land mit den geschlossenen Grenzen).

Dieses Dilemma lässt sich in puncto Flüchtlingspolitik unter anderem auf die Positionen von Angela Merkel und Horst Seehofer übertragen.

Seit der CSU-Chef die Bundeskanzlerin öffentlich in ihrer Flüchtlingspolitik kritisiert hat, gibt es einen Streit zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU.

Seehofer wünscht sich für Deutschland eine Obergrenze der Flüchtlingszahlen, was er, neben seiner Kritik, auch mit seiner Partei am 20.11.15 in dessen Leitantrag beschlossen hat. Deutschland müsse ein Signal aussenden, dass des Staates Kapazitätsgrenzen bereits erreicht seien und dass Deutschland für dieses Jahr sein Soll mehr als erfüllt habe. Außerdem müsse der Familiennachzug ausgesetzt werden (vgl. CSU 2015:2-4)

Angela Merkel hingegen setzt auf die Nachbarschaftsstaaten innerhalb Europas und versucht eine Zusammenarbeit herbeizuführen, um die Verteilung der Flüchtlinge zu verbessern. Sie versucht den Zustand ohne ein „Kontingent“ für Deutschland zu lösen, möchte die Situation steuern und auf diesem Weg den Staat entlasten. Zudem argumentiert sie, dass eine Grenzschließung nicht möglich sei, da die Flüchtlinge sich andere Wege suchen würden. Ihre Lösung soll beispielsweise die Türkei einschließen, welches eines der Ankunfts- und Transitländer der Flüchtlinge ist. Mit finanzieller Hilfe der EU sollen dort neue Flüchtlingslager erbaut werden, um wiederum die EU zu entlasten (vgl. Merkel 2015a).

Auf die Spieltheorie bezogen, kann man ableiten, dass Horst Seehofer versucht die Grenzen zu schließen, um das Chaos in Deutschland abzumildern. Dies würde Deutschland und auch die Nachbarstaaten, wie bei dem Gefängnisdilemma, vermutlich in das Feld des Nash-Gleichgewichts führen und folglich hohe Kosten an den Grenzen fordern. Frau Merkel hingegen versucht durch Vereinbarungen mit europäischen Nachbarstaaten, aber auch mit Ankunftsländern, wie der Türkei, eine bessere Verteilung zu erwirken. Durch die daraus folgende Entlastung der Staaten, würde sich Deutschland nach Merkels Flüchtlingspolitik in Feld D (Abbildung 3) des Gefangenendilemmas wiederfinden. Folglich sollten spieltheoretisch die Kosten, bei einer Flüchtlingspolitik ohne Obergrenze, für Deutschland und der EU und dessen Nachbarstaaten geringer ausfallen, da eine Umverteilung alle Länder entlasten würde.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668143302
ISBN (Buch)
9783668143319
Dateigröße
1012 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314373
Institution / Hochschule
International School of Management, Standort München
Note
1,3
Schlagworte
Flüchtlinge Flüchtlingskrise Flüchtlingssituation Flüchtling in Deutschland Deutschland Merkel Seehofer Flüchtlingsdebatte Arbeitsmarkt Konsequenzen Chancen Risiken Rente Rentensystem Flüchtlingspolitik Verpflichtung Europa CSR Unternehmen Gefangenendilemma

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Titel: Flüchtlinge in Deutschland. Analyse der Chancen, Risiken und Verpflichtungen Deutschlands