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Der Trainingsraum. Eine wirksame Methode gegen Unterrichtsstörungen?

Hausarbeit 2014 10 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärungen
2.1 Zum Begriffsnetz Methoden
2.2 Zum Begriffsnetz der Trainingsraum
2.3 Zum Begriffsnetz von Unterrichtsstörungen

3 Die Methode „Trainingsraum“
3.1 Das Verständnis von Unterrichtsstörungen
3.2 Ziele
3.3 Ablauf
3.4 Wirksamkeit der Methode

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der heutigen Zeit gerät der öffentliche Blick immer mehr auf das Problem Erziehung in der Schule. Lehrkräfte beklagen sich über Unterrichtsstörungen, die das größte Hindernis sind, warum ihre Unterrichtsziele nicht verwirklicht werden können. Dadurch leidet auch immer mehr die Qualität des Unterrichts. Die Lehrkräfte versuchen durch unterschiedliche Maßnahmen, wie die Trainingsraum-Methode, diese Störungen in den Griff zu bekommen. Die Trainingsraum-Methode verspricht die zunehmenden Disziplinprobleme im Unterricht zu lösen.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll herausgefunden werden, ob der Trainingsraum eine wirksame Methode gegen Unterrichtsstörungen ist. Vor allem soll der Frage nachgegangen werden, was in der Fachliteratur unter „Unterrichtsstörungen“ zu verstehen ist und wie dieser Begriff im Kontext der Methode Trainingsraum benutzt wird. Dazu wird die Methode vorgestellt und näher erläutert. Anschließend wird die Wirksamkeit der Trainingsraum-Methode betrachtet. Zum Schluss wird ein Fazit aus dem Ganzen gezogen.

Im ersten Teil der Hausarbeit werden wichtige Begriffe erläutert und im zweiten Teil, im Hauptteil, richtet sich der Fokus auf den Forschungsstand der Methode „Trainingsraum“.

2 Begriffserklärungen

2.1 Zum Begriffsnetz Methoden

„Methoden sind ein nach Gegenstand und Ziel planmäßiges Verfahren, die Kunstfertigkeit einer Technik zur Lösung praktischer und theoretischer Aufgaben, speziell das Charakteristikum für wissenschaftliches Vorgehen.“ (Brockhaus-Die Enzykloädie 1998, S.566).

2.2 Zum Begriffsnetz der Trainingsraum

Der Begriff „Trainingsraum“ wirkt im schulischen Kontext als ungewöhnlich, da eher eine Sportstätte damit assoziiert wird (vgl. Jornitz 2005, S.100). Dabei handelt es sich um das englische Wort „training“, welches als Bedeutung erziehen haben kann. Die Methode stamm ursprünglich vom amerikanischen Programm von Edward Ford (vgl. Jornitz 2005, S.98).

Der Trainingsraum ist ein eingerichtetes Zimmer für Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht stören. Dieser Raum wird den ganzen Schultag von einer Lehrerin oder Lehrer besetzt. Im Trainingsraum sollen Schüler über ihr soziales Verhalten nachdenken und ein Plan entwickeln, um in Zukunft die Regeln einhalten zu können. Der Trainingsraum hat den Zweck, die soziale Kompetenz eines wiederholt störenden Schülers zu erweitern. Der Unterricht im Trainingsraum ist zeitlich begrenzt und im Vordergrund stehen verstärkt die Erziehung und die ganz individuellen Belange des Schülers (vgl. Bründel; Simon 2013).

Einen genauen Einblick, was der Trainingsraum ist, wird im Hauptteil erläutert.

2.3 Zum Begriffsnetz von Unterrichtsstörungen

Bevor die Beschäftigung mit der Trainingsraum-Methode zur Reduzierung von Unterrichtsstörungen möglich ist, muss zunächst gefragt werden, was unter Unterrichtsstörungen überhaupt verstanden werden kann. In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Definitionsversuche. Dies liegt daran, dass eine objektive Definition dessen, was als Unterrichtsstörung bezeichnet werden kann, sich als sehr schwierig erweist.

Nach Winkel und Biller ist der Begriff „Unterrichtsstörung“ wertneutral, da vermieden wird, ob allein die Schüler oder allein die Lehrer für Beeinträchtigungen im Unterricht verantwortlich gemacht werden (vgl. Eberhand 2010, S.37). Winkel definiert Unterrichtsstörung folgendermaßen: „Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Unterricht gestört ist, d.h. wenn das Lehren und Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird“ (Winkel 1993, S.31, zit. in: Eberhand 2010, S.38). Dabei interpretiert Winkel Unterrichtsstörungen vom Unterricht ausgehend. Im Vordergrund steht die Interaktion der Beteiligten (also die Schüler und die Lehrkraft), die für den Lehr- und Lernprozess verantwortlich sind (vgl. Eberhand 2010, S.38f.).

Eine ähnliche Sichtweise hat Lohnmann: „Unterrichtsstörungen sind Ereignisse, die den Lehr-Lernprozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen, indem sie die Voraussetzungen, unter denen Lehren und Lernen erst stattfinden kann, teilweise oder ganz außer Kraft setzen. Zu den Voraussetzungen zählen äußere und innere, das Lernen ermöglichende Bedingungen, wie z.B. physische und psychische Sicherheit, Ruhe, Aufmerksamkeit, Konzentration“ (Lohmann 2007, S.14, zit. in: Eberhand 2010, S.38).

Billers Verständnis von Unterrichtsstörungen lautet hingegen: „alles, was den Prozess oder das Beziehungsgefüge von Unterrichtssituationen unterbricht oder unterbrechen könnte“ (Biller 1979, S.28, zit. in: Eberhand 2010, S.38). Ob der Unterricht jetzt gerade gestört wird, hängt von der Situationsauffassung der Schüler und des Lehrers ab.

„Unterrichtsstörungen sind unterschiedliche Formen abweichenden Verhaltens, die das Lehren und Lernen mehr oder weniger stark beeinträchtigen“ (Keller 2008, S.21), lautet eine weitere Definition. Welche Verhaltenweisen genau als störend empfunden werden, hängt mit der subjektiven Wahrnehmung einer Person ab.

Schlussfolgend ist festzustellen, dass es in der Literatur keine einheitliche Definition gibt. Es kommt vielmehr auf die Betrachtungsweise an. Es ist aber wichtig, zu wissen, das Unterrichtsstörungen nicht nur von den Schülerinnen und Schülern verursacht sein müssen, ebenso können Ereignisse außerhalb des Klassenzimmers (zum Beispiel Baulärm, Fluglärm, Verkehrslärm etc.) als sehr störend wirken (vgl. Keller , S.23).

3 Die Methode „Trainingsraum“

3.1 Das Verständnis von Unterrichtsstörungen

Bei diesem Konzept wird unter dem Begriff „Unterrichtsstörung“ folgendes verstanden: „Verhaltensweisen des Schülers, die vom Inhalt und/oder der Form nicht zum Unterricht beitragen, werden als Störungen betrachtet“ (Balke; Hogenkamp 2000, S.84). Ein falsches Verhalten von einzelnen Schülern führt also zur Unterrichtsstörung. Die Verantwortung für Unterrichtsstörungen liegt also nur bei den Schülern. Ein Unterricht ohne Störungen „[...] ist von Respekt, Freundlichkeit, Ruhe, Entspanntheit, Konzentration und Aufmerksamkeit [...]“ geprägt (Balke; Hogenkamp 2000, S.82). Durch den Einsatz der Trainingsraum Methode soll so eine ungestörte Lehr-und Lernatmosphäre erreicht werden. Was dazu notwendig ist, wird im nächsten Unterkapitel erläutert.

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Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668147157
ISBN (Buch)
9783668147164
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315035
Note
Schlagworte
trainingsraum eine methode unterrichtsstörungen

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