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Analyse von Gruppeninterviews zur Lebenswelt von 13- bis 14-jährigen Jugendlichen. Vorbilder, Chancen und Risiken des Videoportals Youtube

Studienarbeit 2015 60 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Index

1 Einleitung

2 Youtube und seine Stars
2.1 Entstehung von Youtube und Nutzerstatistiken
2.2 Professionalisierung von Youtubern
2.3 Youtubestars als Vorbilder von Jugendlichen

3 Methode: Das Gruppeninterview und das Auswertungsverfahren
3.1 Das Gruppeninterview
3.2 Das Auswertungsverfahren

4 Analyse der Gruppeninterviews
4.1 Youtube in der Lebenswelt der Jugendlichen
4.1.1 Longboard
4.1.2 Let’s Plays und Minecraft
4.1.3 Hauls
4.1.4 Täglicher Youtube-Konsum
4.2 Chance: Sich durch eigene Videos und Kanäle selbst medial ausleben
4.3 Youtubestar: Vorbild, Popstar oder Werbefigur?
4.3.1 Vorbildfunktion von Youtubern
4.3.2 Der Youtuber als Popstar
4.3.3 Authentizität und Product Placement
4.4 Risiken von Youtube und wie Eltern und Schule auf sie reagieren sollen
4.4.1 Sucht
4.4.2 Eltern und Schule

5 Fazit und Ausblick

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Abbildungsverzeichnis

7 Anhänge: Transkript

Hinweis für Leser:

Um den Lesefluss der Arbeit zu verbessern, habe ich mich dazu entschlossen, mich im kompletten Text häufig auf eine Form – meist die männliche – zu beschränken. Selbstverständlich ist die weibliche bzw. männliche Form gedanklich immer mit einzubeziehen.

1 Einleitung

Der Ansatz dieser Arbeit ist es, herauszufinden welche Bedeutung das Videoportal Youtube für die Lebenswelt von 13 bis 14-jährigen Jugendlichen besitzt.

Die Internetseite Youtube wurde 2005 gegründet, seitdem können Benutzer auf diesem Videoportal Videos schauen und hochladen. Heutzutage werden pro Minute ca. 100 Stunden Videomaterial veröffentlicht und 64% der unter-15jährigen deutschen Jugendlichen konsumieren Youtube-Videos täglich.

Während die Nutzer, welche eigene Kanäle erstellten um ihre Videos zu veröffentlichen, anfangs Youtube als Hobbyprojekt verstanden, professionalisierten sie sich in den letzten Jahren indem sie Fernsehstudios und fachgemäße Videoausrüstung nutzten. Die Medienindustrie erkannte das Potenzial des Marktes hinsichtlich junger Zuschauer und es wurden zielgruppenorientierte Kanäle erstellt.

Youtube hat zum einen den Vorteil gegenüber dem klassischen Fernsehen, dass man einerseits jederzeit überall das schauen kann was man möchte. So ist das Smartphone das übliche Mediengerät der Wahl zum Konsumieren von jeglichen Videos. Zum andern ist eine Interaktion und Kommunikation mit dem Ersteller des Videos (genannt Youtuber bzw . Youtuberin) und anderen Zuschauern möglich.

Viele Youtuber sind zu Vorbildern für Jugendliche geworden. Sie bieten ein hohes Maß an Identifikationsmöglichkeiten, da sie selbst oft noch relativ jung sind, authentisch und bodenständig erscheinen sowie über Themen und Probleme der Jugendlichen diskutieren. Erfolgreiche Youtuber mit hohen Zuschauerzahlen, wurden zu neuen Medienstars. Auf Konzerten und Events werden sie wie musikalische Popstars von Fans gefeiert und bejubelt. So waren 15.000 Jugendliche auf den Videodays in Köln, auf welcher viele Youtuber auf einer Bühne auftraten.

Die hohe Bedeutung der Youtubekanäle zeigt sich auch darin, dass Youtube in den Schulen zum täglichen Gesprächsthema unter Jugendlichen geworden ist. Moderne Trends wie das Longboard fahren wurden durch Youtube und seine Kanäle initiiert. Auch Produktinformationen werden durch Youtuber an Jugendliche weitergegeben, sodass Formen neuer Werbung entstanden sind.

Die Jugendlichen können sich durch eigene Videos auf Youtube auch selbst medial ausleben. Das Videoportal bietet ihnen die Möglichkeit, Videos zu produzieren, hochzuladen und somit zu veröffentlichen. Dafür eignen sie sich Kameraführung und Videobearbeitung selbst an.

Jedoch erzeugt Youtube auch neue Süchte und Ängste. Viele Jugendliche konsumieren täglich eine hohe Zahl an Youtube-Videos. Sie stehen unter sozialem Druck, da sie nichts verpassen möchten, weil sie sonst nur wenig an den Gesprächen in der Klassengemeinschaft teilnehmen können.

Eltern und Schule kennen sich in der Regel nicht mit dem Medium Youtube aus. Um Jugendliche in Zukunft besser aufklären und schützen zu können, müssen auch sie sich mit dem Medium auseinandersetzen.

Jeweils in Vierergruppen wurden 16 Jugendliche, zehn Mädchen und sechs Jungen im Alter von 13 bis 14 Jahren an einem Gymnasium in Bergisch-Gladbach zu diesen Themen befragt und sollten ihre eigene Meinung wiedergeben. Ein solches Gruppeninterview hat den Vorteil, dass sich Gruppendynamiken bilden können und schüchterne Teilnehmer durch den Schutz der Gruppe frei erzählen können.

Zunächst werden in dieser Arbeit das Videoportal Youtube sowie die daraus resultierenden neuen Vorbilder für Jugendliche dargestellt. Anschließend wird die Methode des Gruppeninterviews erläutert, daraufhin werden die Gruppeninterviews hinsichtlich der Lebenswelt der Jugendlichen, eigener Videos und Kanäle, Youtubestars und Risiken Youtubes analysiert und zum Schluss ein Fazit gezogen.

Mit dieser Hausarbeit sollen Jugendliche und ihre Lebenswelt im Hinblick auf das neue Medium Youtube untersucht werden und die Möglichkeiten weiterer, tiefergehenderer Forschungen aufgezeigt werden.

2 Youtube und seine Stars

2.1 Entstehung von Youtube und Nutzerstatistiken

„Der Begriff Videoportal – manchmal auch Videohoster genannt – bezeichnet Webseiten mit zugehöriger Serverinfrastruktur, auf denen kurze und längere Videoclips per Stream ‚gesendet’ werden. Sie unterscheiden sich von anderen Formen der Bewegtbildübertragung im Internet (...) vor allem durch einen Fakt: Die Nutzer sind zur aktiven Mitarbeit als Produzenten der Inhalte explizit eingeladen. Nutzer können ihre eigenen Videos (...) auf den Videoportalen online stellen und somit potentiell allen Internetnutzern zugänglich machen.“ (Machill/Zenker 2007: 9)

Am 15. Februar 2005 wurde das Videoportal Youtube von drei ehemaligen PayPal-Mitarbeitern Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gegründet. Der Name „Youtube“ kann durch die englischen Wörter „you“ und „tube“ (deutsch: Röhre - umgangssprachlich für Fernseher) als „du sendest“ interpretiert werden. Der Suchmaschinenbetreiber Google kaufte Youtube am 9. Oktober 2006 für 1,31 Milliarden Euro (ZEIT Online 2006).

Seitdem können Nutzer auf dem Videoportal Videos selbst hochladen, senden, schauen, bewerten und kommentieren. Jeder Nutzer kann seinen eigenen Kanal erstellen in dem die Zuschauer jederzeit alle seine Videos betrachten können. Über den Menüpunkt „Abos“ werden die Konsumenten über die von ihnen abonnierten Kanäle informiert und können dort einsehen, welche Videos neu hochgeladen wurden, sowie Bewertungen und Kommentare des Besitzers eines abonnierten Kanals anschauen.

Mit Youtube haben sich zwei Medienkonsumverhaltensweisen grundlegend verändert: My Time is Prime Time und Don’t interrupt – discuss.

Der Konsument möchte selbst wählen, wo und wann er welche Inhalte konsumiert. So haben sich in den letzten Jahren auch viele Mediatheken der großen TV-Sender gebildet, in welchen der Konsument das gewünschte Programm zu beliebiger Uhrzeit sehen kann. Aber auch die Inhalte sind diesbezüglich entscheidend, da das klassische Fernsehen gerne einen bestimmten Massengeschmack abdeckte und die Zuschauer mangels Alternativen, welche sie mehr interessieren würden, diesen konsumierten.

Zum anderen möchte sich der Konsument selbst einbringen, diskutieren, die Formate kritisieren und hinter ihre Kulissen blicken. Interaktive Kommunikationsformen zwischen Sendung und Konsument werden so immer erfolgreicher und populärer (De Buhr 2010: 81).

Pro Minute werden auf dem Videoportal Youtube ca. 100 Stunden Videomaterial hochgeladen (Youtube statistics 2014). In Deutschland konsumieren 64% (Stand: März 2015) der Jugendlichen bis 14 Jahre täglich Youtube. 36 Prozent von ihnen 1,5 Stunden oder länger. Dabei liegt das Hauptinteresse der Teenager bei Musik (77%), gefolgt von Comedy (W&V, Bravo-Studie 2015).

2.2 Professionalisierung von Youtubern

Zwar kann jeder mit seiner Handykamera Filme drehen und bei Youtube hochladen, jedoch werden solche Amateur-Videos immer seltener und unpopulärer. Heutzutage werden Youtube-Videos mit professionellem Equipment (Studio, teuren Kameras, gute Beleuchtung und ausgezeichnetem Ton) von im Hintergrund operierenden Multi-Channel-Netzwerken produziert.

Ein Multi-Channel-Netzwerk (kurz MCN) ist ein Unternehmen, welches bekannte Kanäle und deren Besitzer (genannt Youtuber bzw. Youtuberinnen), vertraglich an sich bindet und dafür einen Teil der Werbe- und sonstigen Einnahmen des Youtubers erhält. So hat die ProSiebenSat.1 Gruppe, eines der größten Medien- und Rundfunkunternehmens Europas, 2013 das MCN Studio71 gekauft um gewinnorientiert Youtuber zu vermarkten (HORIZONT 2013).

Die bekannteren Youtuberinnen und Youtuber haben den Status neuer Medienstars erlangt: Sie werden auf der Straße erkannt, verteilen Autogrammkarten, laufen über rote Teppiche, fungieren als Markenbotschafter und -botschafterinnen für Unternehmen.

Durch die enge Bindung der Fans an ihre YouTube-Stars sind deren Produktempfehlungen im Sinne von Mundpropaganda (word-of-mouthmarketing) höchst wirkungsvoll: Wenn eine beliebte Beauty-Youtuberin einen neuen Lippenstift lobt oder ein bekannter Fitness-Youtuber einen bestimmten Eiweiß-Shake empfiehlt, dann laufen Tausende von Jugendlichen los, um genau diese Produkte zu kaufen. (Döring 2014:2)

Die Youtuber sind heutzutage - gerade unter Jugendlichen, mehrheitlich sogar unter 15jährige - zu neuen Medienstars geworden. Die Fans schauen ihre Videos täglich, kaufen ihre Merchandise-Produkte und gehen zu ihren Konzerten in großen Hallen. So waren 2014 mehr als 15.000 Besucher auf den Videodays in Köln (WAZ, Der Westen 2015).

2.3 Youtubestars als Vorbilder von Jugendlichen

Vorbilder sind Menschen, denen nachgeeifert werden möchte. Dies können Prominente, aber auch Leute aus der Familie und dem Freundeskreis sein. Vorbilder haben eine Leitbildfunktion, welche sich in konkreten Eigenschaften der Person manifestiert. Sie sind realistisch einschätzbar und verbergen nicht ihre wahre Identität.

Stars hingegen sind die Personifizierung von Sehnsüchten und Wünschen. Während Vorbilder realistische Ziele und Werte symbolisieren, so zeigen sich in Stars irrationale, unerreichbare Vorstellungen und Träume (Janke 1997:18-19).

Youtuber sind in erster Linie Vorbilder, da sie greifbar bleiben. Ein wichtiger Vorteil Youtubes zum regulären Fernsehen besteht darin, dass die Youtuber ihr Programm und ihren Kanal genau zielgruppenorientiert gestalten können und somit auch Nischenthemen abseits vom Mainstream bedienen.

Jugendliche, welche sich gerade für diese Nischenthemen interessieren, sehen in diesen Youtubern Vorbilder, da sie dieselben Interessen zeigen und über diese Themen berichten und für sie begeistern. Des Weiteren finden sie Gleichgesinnte in den Kommentaren und können sich mit ihnen austauschen.

Daher ist es den Jugendlichen oft sehr wichtig, dass ihre Vorbilder authentisch sind und sich im Privatleben für dieselben Themen wie sie begeistern und interessieren. Ein typisches Beispiel ist, dass Youtuber oft vor Ikea -Regalen - scheinbar in ihrem Privatzimmer - filmen. Aufgrund des großen Erfolgs des Möbelhauses Ikea besitzen die Jugendlichen ebenso Ikea-Regale und haben das Gefühl, dass vor der Kamera ein Privatmensch unverfälscht zu ihnen spricht. Wird diese Illusion gebrochen und der Youtuber unglaubwürdig, so wenden sich auch seine Zuschauer von ihm ab.

Aufgrund der großen Zuschauermenge mancher Youtuber wurden diese von Managern und Multi-Channel-Netzwerken vertraglich an sich gebunden und vermarktet. Durch öffentliche Auftritte und Artikel in Zeitschriften, beispielsweise der Bravo, wird aus dem Vorbild Youtuber erst der Youtube- Star. Dieser versucht zwar gerne noch diese greifbare Privatperson in seinen Videos darzustellen, beweist auf öffentlichen Auftritten jedoch meist Gegenteiliges. Während sich der Youtuber zuvor auf öffentlichen Meet-and-Greets mit allen Fans unterhalten konnte, so hat der jetzige Youtubestar oft nur noch Zeit für ein Foto und ein Autogramm um die Menge an Fans zu bedienen.

3 Methode: Das Gruppeninterview und das Auswertungsverfahren

3.1 Das Gruppeninterview

„Die Gruppendiskussion ist ein Gespräch mehrerer Teilnehmer zu einem Thema, das der Diskussionsleiter benennt, und dient dazu, Informationen zu sammeln.“ (Lamnek 1998: 408)

In einem Gruppeninterview werden im allgemeinen Gruppen untersucht, welche auch außerhalb des Interviews existieren. Das Ziel des Interviews ist es nicht die einzelne Meinung zu einem Thema herauszufinden, sondern die Meinung der Gruppe zu erfahren. Die Teilnehmer diskutieren dann selbst zu einem vorgegebenen Thema und die Aufgabe des Interviewers ist es nur, die Diskussion in eine bestimme Richtung zu lenken. (Bohnsack 1997: 492)

Ich habe mich für dieses Verfahren bei 13-14 jährigen Jugendlichen entschieden, weil ich das Thema Youtube in der Lebenswelt der Jugendlichen begreifen wollte. Zu diesem gehört das Leben in der Peer-Group um einen möglichen Meinungsaustausch zu bewerkstelligen. Zusätzlich werden Begriffe aufgeschnappt und wieder neu verbunden um zu neuen Unterthemen zu gelangen.

Auch möglichen schüchternen Teilnehmern, insbesondere in diesem jungen Alter, gab der Schutz der Gruppe die Möglichkeit frei zu sprechen. Natürlich besteht aber auch der Nachteil, dass auf die Gefahr hin, dass ein möglicher Standpunkt von der Gruppe negativ aufgefasst wird, dieser von dem Jugendlichen nicht genannt wird. Der positive Aspekt der Anonymisierung, dass frei mit dem fremden Interviewer gesprochen werden kann, geht dadurch verloren.

Ich wollte eine offene Befragung in Form einer Gruppenerhebung durchführen, dabei soll jeder Interviewte eigene Erfahrungen präsentieren. Gruppengespräche sollten zugelassen sein und waren sogar erwünscht. Erst, wenn das Gespräch stockte oder in eine völlig andere Richtung abdriftete, sollte der Interviewer durch immanente und exmanente Nachfragen das Gespräch wieder aufbauen.

3.2 Das Auswertungsverfahren

Das Gruppeninterview führte ich mit Schülern und Schülerinnen der 8. Klasse in einem Gymnasium in Bergisch-Gladbach durch. Insgesamt wurden dabei zehn Mädchen und sechs Jungen im Alter von 13 bis 14 Jahren jeweils in 4er Gruppen interviewt. Dafür waren wir in einem kleinen Raum, welcher sonst für Mediationsmaßnahmen genutzt wird. Der Ton des Gesprächs wurde mit einem Samsung S3 Mini aufgezeichnet.

Da mir in diesem Themengebiet vor allem die verbalen Aussagen wichtig waren, hatte ich auch keine Hilfsperson, welche die Gruppen beobachtete. Daher erfolgte die Transkription ausschließlich basierend auf den aufgezeichneten Aussagen der Jugendlichen.

In der Transkription wurden die meisten Aussagen der Jugendlichen grammatikalisch aufbereitet und Bestätigungen oder direkte Weiterbefragungen des Interviewers auf gefallene Aussagen entfernt.

Ich habe letztendlich nur eine Transkription einer Gruppe vollständig niedergeschrieben, da sie mir die höchste Aussagekraft zu diesem Themenkomplex gab und ich sie in ihrer Vollständigkeit präsentieren wollte. Die anderen Interviews wurden nur abschnittsweise in die Transkription aufgenommen, da es zu viele Doppelungen gab und zu oft zu anderen Themen gesprungen wurde.

4 Analyse der Gruppeninterviews

4.1 Youtube in der Lebenswelt der Jugendlichen

In diesem Kapitel soll der Alltag der Jugendlichen bezogen auf das Videoportal Youtube dargestellt werden und wie dieses ihr Leben nachhaltig verändert hat. Dies wird zunächst explizit anhand der Beispiele Longboard, Hauls und Minecraft Let’s Plays erläutert und anschließend der tägliche Konsum Jugendlicher des Mediums Youtube thematisiert

4.1.1 Longboard

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Direkt zur Vorstellung geben zwei Jungen und ein Mädchen Youtube als ihr Hobby an. Bemerkenswert ist, dass Maria, welche Youtube nicht als ihr Hobby nennt, jedoch zumindest Longboard fahren angibt. Das Longboard, ein längeres Skateboard, ist durch den Youtuber Simon Unge und dessen Tour mit dem Longboard rund um die Welt ein moderner Trend unter Jugendlichen in Deutschland geworden. Es ist im Vergleich zum klassischen Skateboard weniger gut für Tricks geeignet, aber dafür besser um weite Strecken abzufahren (Hamburger Abendblatt 2013).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von den interviewten Jugendlichen besitzen fast alle ein Longboard und haben sich dieses von den Eltern zu Weihnachten oder zum Geburtstag gewünscht.

4.1.2 Let’s Plays und Minecraft

Die zwei Jungen zählen auch Videospiele zu ihren Hobbys, im weiteren Interviewverlauf erfährt man, dass sie sich auch gerne Let’s Plays bei Youtube anschauen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Let’s Plays ( engl. „Lasst uns spielen“) sind Youtube-Formate in denen ein meist männlicher Youtuber oft Bild-in-Bild ein Videospiel spielt. Dabei wird großformatig das Videospiel dargestellt und in einem kleinen Kasten der Youtuber, wie er dieses spielt. Es werden auch beide Tonspuren, die des Spiels und die des Youtubers, aufgenommen. Somit kann der Youtuber direkt das Geschehene kommentieren und seine Mimik und Gestik ist für den Zuschauer erkennbar.

Philipp nennt Minecraft als Hobby und als hauptsächliches Thema bei der täglichen Unterhaltung zu Youtube -Videos. Minecraft ist ein Aufbau-Überleben-Computerspiel in einer virtuellen Klötzchenwelt, ähnlich dem Lego -Spiel. Der Schwede Markus „Notch“ Persson entwickelte Minecraft im Jahre 2009.

Die Rechte zum Spiel wurden 2014 für 1,9 Milliarden Euro an Microsoft verkauft. Der Grund für diesen hohen Preis, mehr als das 1000fache der Entwicklungskosten, ist die große Popularität der Let’s Play Youtube-Videos (Spiegel Online 2014) . So produzieren viele der erfolgsreichsten deutschen Youtuber Minecraft Let’s Play Videos. Die Zuschauer können sich die kommentierten Spiele des Youtubers anschauen, aber oft auch selbst dem Videospiel im Internet beitreten. So bauen Youtuber und Zuschauer gerne zusammen große virtuelle Online-Welten in Klötzchen-Optik nach. Als Beispiel kann hier der erfolgreichste deutsche Youtuber Gronkh mit mehr 3,8 Millionen Kanal-Abonnenten dienen, welcher so zu großer Popularität gekommen ist (Stephan 2014: 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Der erfolgsreichste deutsche Youtubekanal „Gronkh“ mit einem Minecraft Let’s Play Video. Dieses Video wurde sich über 12 Millionen mal angesehen.

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Details

Seiten
60
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668141346
ISBN (Buch)
9783668141353
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315099
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Humanwissenschaftliche Fakultät
Note
1,3
Schlagworte
analyse gruppeninterviews lebenswelt jugendlichen vorbilder chancen risiken videoportals youtube

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Titel: Analyse von Gruppeninterviews zur Lebenswelt von  13- bis 14-jährigen Jugendlichen. Vorbilder, Chancen und Risiken des Videoportals Youtube