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Einführung in die Studie Max Webers über das antike Judentum

Hausarbeit 2000 25 Seiten

Soziologie - Religion

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Die jüdische Religion

III. Wichtige Ereignisse in der jüdischen Geschichte
a. Vorexilische Periode der Landnahme, Richter und Könige
b. Nachexilische Periode der Priesterherrschaft
c. Graphische Darstellung Israels

IV. Das Pariavolk und seine Entwicklung

V. Die geographischen Eigenheiten des jüdischen Lebensraumes

VI. Die vorexilische Prophetie
a. Die freien Propheten
b. Das Verhältnis der freien Propheten zu den Kultpriestern
c. Die freien Propheten als Ekstatiker
d. Die Sittlichkeit
e. Das Wort
f. Die Macht der Drohung
g. Die freien Propheten und ihr Gottesbild
h. Die freien Propheten und die Rechtssprechung

VII. Die religiös-politischen Gruppierungen
a. Pharisäer
b. Sadduzäer
c. Essener und Zeloten

VIII. Zur Bedeutung der Untersuchung Webers

IX. Schlußbemerkung

X. Literatur

I. Einleitung

Karl Emil Maximilian Weber ist am 21. April 1864 in Erfurt geboren. Er stammte aus einer westfälischen Kaufmannsfamilie und wuchs in Berlin auf. Er studierte in Heidelberg Jura, Nationalökonomie, Geschichte, Philosophie und Theologie. Sein Vater „Dr. jur. Max Weber sen.“ war Stadtrat in Berlin und sein Bruder Alfred (1868 – 1958) wie „Max jun.“ als Soziologe tätig.[1]

1904/05 gab er seine Studie „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ heraus. Ihm ging es um die Frage nach der Rolle der alttestamentlichen Gottesvorstellung und des alttestamentlichen Erwählungsglaubens für den asketischen Protestantismus. 1909 erschien seine Abhandlung über die „Agrarverhältnisse im Altertum“. Sie ist eine Darstellung politischer, sozialer und religiöser Verhältnisse im vorexilischen Israel. 1910 /14 erschien als Teil der Schrift „Wirtschaft und Gesellschaft“ der Aufsatz „Antikes Judentum“. 1917/20 erschien dann die Studie „Das antike Judentum“ als Aufsatz zur Wirtschaftsethik der Weltreligionen. Mit diesem beginnt ein religionssoziologischer Diskurs innerhalb der alttestamentlichen Wissenschaft. Sie stellt eine Abhandlung über die klimatischen, geographischen, kulturellen und ökonomischen Bedingungen der altisraelischen Religion, Sozialverfassung, des Boden- und Sozialrechts, dem Jahweglauben und der Theokratisierung der israelitischen Sozialordnung dar.[2]

Diese Arbeit versucht, in dieses Werk einzuführen. Natürlich soll es keine Inhaltsangabe sein. Die Abhandlung ist zu umfangreich, als das sie in den Rahmen einer Seminararbeit passte. Ich setze daher einen Schwerpunkt bei seinen Überlegungen zur „freien Prophetie“ und den „Pharisäern“. Gerade diese Bereiche erscheinen mir wichtig, um herausfinden zu können, ob es tatsächlich eine Verbindung zwischen antikem Judentum und dem christlichen Protestantismus gibt. Diese These scheint bereits schon dadurch bestätigt, das Weber sich 15 Jahre mit diesem Thema beschäftigte. Meine Einführung wird also auch gleichzeitig diese These beleuchten. Beginnen werde ich jedenfalls mit einer kurzen Zeittafel. Sie soll den Raum öffnen, in dem sich die jüdische Geschichte und die Propheten als ihre wichtigen Akteure bewegen. Danach werde ich gezielt auf die Propheten und die Pharisäer, sowie die anderen religiös-politischen Gruppierungen eingehen. Die Verbindungen zum Christentum, bzw. Protestantismus ergeben sich durch die Heraushebung der wichtigen Gemeinsamkeiten und das Eingehen auf einzelne jüdische und christliche Persönlichkeiten.

II. Die jüdische Religion

Die jüdische Religion hat in ihrer 4000jährigen Geschichte eine Entwicklung durchgemacht, die im Gegensatz zu der christlichen Religion, die durch Spaltung mehrkonfessionell wurde, durch strukturverändernde Erfahrungen Umbrüche und dazwischenliegende Phasen sichtbar werden läßt. Ich möchte daher die jüdische Geschichte in vier und deren religiöse Entwicklung in drei Phasen einteilen.

Die erste Phase ist die vorexilische Phase, die sich durch die Stammes- und Königsherrschaft sowie der Form der freien Prophetie auszeichnet. Diese Phase endet mit dem Babylonischen Exil um 590 v.u.Z.

Die zweite Phase ist die nachexilische Phase, die an der Priesterherrschaft und der schriftlichen Prophetie festgemacht werden kann (Entstehung der Bibel!). Diese wiederum endet mit der Zerstörung des Tempels von Jerusalem durch die Römer 70 n.u.Z., dem letzten Aufstand unter „Bar Kochba“ 130 – 135 n.u.Z. und die Vertreibung aus Palästina.

Die dritte Phase ist die „heimatlose“ Phase, die durch das Fehlen von weltlicher und geistlicher Herrschaft zu neuen religiösen Formen führt. Diese Phase wird durch den „Zionismus“ und die „Shoah“ beendet.

Die vierte Phase ist weniger religiös bedeutsam und beginnt spätestens 1948 mit der Gründung des Staates Israel.

Die Überlegungen Max Webers beziehen sich auf die ersten beiden Phasen und decken einen Zeitraum von 2000 Jahren ab. Da in dieser Zeit die religiöse Struktur der jüdischen Gesellschaft eins mit der weltlichen ist, spielen historische Entwicklungen eine große Rolle und werden hervorgehoben. Er spricht hierbei von der „jüdischen Eidgenossenschaft“ (Bund mit Jahwe) und dem „Pariavolk“. Besonders die freie und schriftliche Prophetie wird von ihm herausgehoben. Zudem geht er auch auf die nachexilischen Gruppierungen der „Sadduzäer“, „Pharisäer“, „Essener“ und „Zeloten“ ein. In der späteren 2000 jährigen Entwicklung werden dann nur noch die „Rabbiner“ und die „Zionisten“ von gleichwertig hoher Bedeutung sein.

III. Wichtige Ereignisse in der jüdischen Geschichte

III.a. Vorexilische Periode der Landnahme, Richter und Könige

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[3]

III.b. Nachexilische Periode der Priesterherrschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[7]

[...]


[1] Kaesler, S. 12f.

[2] Gertz, SS. 246ff.

[3] Ortag, SS. 56ff. und Die Bibel – Einheitsübersetzung SS. 1433ff.

[4] Statt „Abram“ hätte ich auch „Abraham“ schreiben können. Mit dieser Schreibweise betone ich die sumerische Herkunft des Stammvaters des Volkes Israel. Abram gilt zudem auch als Stammvater anderer semitischer Stämme. Da er seinen Weg durch den fruchtbaren Halbmond nahm und Kanaan nicht friedlich eingenommen wurde, kann es sich bei seinem Stamm auch um eine Armee mit einem richtigen Kampfauftrag der Stadt Ur gehandelt haben. Dafür spricht auch das Festhalten an „Enlil“ der Stadtgottheit von Ur. Der Gott der Juden, Christen und Moslems hat somit viel mit diesem Gott zu tun, der als Gott des Himmels und Schöpfergott verehrt wurde.

[5] Die Bibel – Einheitsübersetzung, S. 35

[6] Der Name „Moses“ kommt von „Mosis“, einem ägyptischen Namen, wie die Endung zeigt. Die Juden benutzen die Version „Moshe“.

[7] Ortag, SS. 67ff und Die Bibel – Einheitsübersetzung, SS. 1436ff.

[8] Die Behauptung, daß Jesus nicht aus Nazareth stammt und die Bezeichnung „der Nazarener“, auch „Nazoräer“ eigentlich „der Nasiräer“ heißt, erscheint mir nicht gesichert genug. Das Nasiräatsgelübde bezieht sich nur auf einen kurzen Zeitraum, indem sich die betreffende Person die Haare nicht schneiden läßt und keinen Alkohol trinkt. Das Gelübde wird mit einem Opfer eingelöst, bei dem die geschorenen Haare mitverbrannt werden (Num 6) Paulus hatte dieses Gelübde abgelegt, wie in Apg 18,18 gelesen werden kann. Jesus, jüdisch „Jeshua“, trank Alkohol und seine langen Haare entsprechen wohl eher der aramäischen Gewohnheit.

[9] gemeint ist der „Hohe Rat“, deren 70 Mitglieder aus dem Hohenpriester, Sadduzäern, Aristokraten, Großgrundbesitzern und pharisäischen Schriftgelehrten bestand (Ortag, S. 76).

[10] Die Bibel – Einheitsübersetzung, Gal 2,11-12; Apg 12, 17; Apg 15,13-21, Jak

[11] Die Bibel – Einheitsübersetzung, Gal 1, 19

[12] Ben-Sasson, SS. 339, 366 und 373

[13] Ben-Sasson, S. 407ff.

Details

Seiten
25
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638325004
ISBN (Buch)
9783638651301
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31518
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
sehr gut
Schlagworte
Einführung Studie Webers Judentum Religionssoziologie

Autor

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