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Wachstumsstrategien im Zuge der Internationalisierung von diversifizierten Konzernen

Hausarbeit 2015 19 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungen

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen
2.1 Der Konzern
2.2 Internationalisierung
2.3 Wachstum

3. Wachstumsstrategien
3.1 Produkt-Markt-Matrix
3.2 Marktentwicklung
3.3 Produktentwicklung
3.4 Marktdurchdringung
3.5 Diversifikation
3.6 Kritik

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungen

Tabellen

II. Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1. Die generischen internationalen Wachstumsstrategien

Abb. 2. Ausgewählte Planungskonzepte der Produktpolitik

IV. Tabellenverzeichnis

Tab. 1. Beispiele für die Definition von „Wachstum“

Tab. 2. Besonderheiten des internationalen Umfelds

Tab. 3. Kriterien zur Bewertung von Markteintrittsstrategien

1. Einleitung

Langfristiges Wachstum ist beides – Voraussetzung und Gradmesser für unternehmerischen Erfolg. Gleichwohl verändern sich die Rahmenbedingungen für das Erreichen von Wachstumszielen rasant. Es treten immer neue Wettbewerber aus Schwellenländern auf den Plan, weltweit operierende Unternehmen machen sich auch am deutschen Markt deutlich bemerkbar und die großen Wirtschaftsblöcke erweitern bzw. verändern sich[1]. Auch der beschleunigten Entwicklung der digitalen Welt kann sich langfristig niemand entziehen. Die Ursachen für neue Herausforderungen sind vielfältig. Beim Betrachten von konkreten Zahlen wird die Bedeutung der zunehmenden Internationalisierung klar. In den Jahren 1980 bis 2011 hat sich das Welthandelsvolumen nominal gesprochen verzehnfacht.[2] Zukünftig wird also der strategische Erfolg von Konzernen nicht nur von ihren aktuellen Produkten abhängen, sondern vor allem von ihrer Fähigkeit, die Märkte der Zukunft zu besetzen.[3] Mit welchen Strategien kann das Management der Konzerne auf die sich stark verändernden Rahmenbedingungen reagieren, um langfristigen Unternehmenswachstum zu sichern?

Die vorliegende Arbeit möchte sowohl begriffliche Grundlagen klären als auch einen Einblick in wichtige Theorien der Wachstumsstrategien bieten, die im genannten Spannungsfeld relevant sind. Somit gibt sie eine erste Antwort auf die Frage, wie sich Wachstum in Zeiten der Internationalisierung strategisch realisieren lässt. Hierfür versucht Kapitel 2 zunächst theoretische Grundlagen zu schaffen. Kapitel 3 zeigt die Wachstumsstrategien im Zuge der Internationalisierung auf. Kapitel 4 fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet sie.

2. Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen

2.1 Der Konzern

Obschon umgangssprachlich der Konzernbegriff als Synonym für Großunternehmung verwendet wird, so trifft dies nicht immer zu. Folgend sollen die Merkmale eines Konzerns in aller Kürze dargestellt werden. Aus juristischer Sicht ist „die Zusammenfassung rechtlich selbstständiger Unternehmungen unter einheitlicher Leitung bzw. Führung“[4] ein Wesensmerkmal des Konzerns. Er besteht demnach mindestens aus zwei, zumeist aus vielen rechtlich selbstständigen Gesellschaften. „Rechtliche Vielfalt“ bei „wirtschaftlicher Einheit“ nennt dies Hungenberg[5]. Frost definiert den Konzern als „wirtschaftliche Planungs- und Entscheidungseinheiten, die durch die auf Dauer angelegte Verflechtung von mindestens zwei eigenständigen Unternehmen entstehen und durch eine einheitliche Leitung miteinander verbunden sind“[6].

Neben drei Merkmalen, der Existenz rechtlich selbstständiger Unternehmen, der Zusammenfassung dieser Unternehmungen und drittens, unter wirtschaftlicher Führung beschreibt Theisen noch ein viertes Merkmal[7]. Er führt die uneingeschränkte unternehmerische Entscheidungsfreiheit an der Spitze der einzelnen Konzernunternehmen ein. Theisen definiert den Konzern wie folgt:

„Eine Konzernunternehmung ist eine autonome Entscheidungs- und Handlungseinheit, die mehrere juristisch selbständige wie unselbständige Unternehmen und Betriebe umfasst, die als wirtschaftliche Einheit in personeller, institutioneller und / oder funktioneller Hinsicht zeitlich befristet oder auf Dauer im Rahmen entsprechender Planungen ein gemeinsames wirtschaftliches Ziel verfolgen.“[8]

Ergänzend darf erwähnt werden, dass die Aufgabenfelder des Konzernmanagements nur insoweit von denen der Einheitsunternehmung abweichen, als sich tatsächliche Unterschiede zwischen diesen beiden Unternehmensformen ergeben. Diese können sich beispielsweise aus der Folge einer größeren Anzahl relevanter Rechtsnormen ergeben, die mit der steigenden Anzahl von rechtlich selbständigen Tochterunternehmen hinzukommt.[9] Eine wichtige Aufgabe des Konzernmanagements ist das Festlegen einer Enterprise Strategy (Unternehmensstrategie), in der festgelegt wird, welche Geschäfte insgesamt geführt werden sollen.[10] Bickhoff beschreibt, dass die Muttergesellschaft in der Pflicht steht den Tochtergesellschaften einen „Parenting Advantage“ (Elternvorteil) bieten zu müssen um sich wirtschaftlich zu rechtfertigen (z.B. Vorteile aus einer gemeinsamen Dachmarke, zentralisierte Führungsstrukturen und weitere Synergievorteile).[11]

2.2 Internationalisierung

Es existiert in der Literatur kein Konsens darüber, wie „Internationalisierung“ im engen Sinne zu verstehen ist. Der Begriff wird dabei sowohl für einen Zustand als auch für einen Prozess verwendet und ist dabei unterschiedlich konnotiert.[12] Zu beachten ist hierbei, dass sich dutzende Internationalisierungstheorien in der Literatur finden, die in dieser Arbeit nicht weiter beleuchtet werden sollen.[13] Was die Einzeldefinition des Begriffs angeht, so liefert Krystek eine sehr weite Definition, indem er Internationalisierung mit nachhaltiger und für das Unternehmen bedeutsamer Auslandstätigkeit gleichsetzt.[14] In einer engen Begriffsfassung spricht Glaum von Internationalisierung nur dann, wenn ein Unternehmen eine Produktion im Ausland aufnimmt.[15] „Internationalisierung“ wird zum einen zur Beschreibung von versuchter Markteroberung verwendet, als auch zur Führung von Tochterunternehmen im Ausland. Dabei handelt es sich zum einen um betriebliche Aufgaben, wie Beschaffung, Produktion und Finanzierung und zum anderen um Absatz- und Marketingaufgaben.[16] Neben diesen eher ökonomisch geprägten Definitionsansätzen macht Krystek darauf aufmerksam, dass im Zuge der Internationalisierung vor allem das Management gefordert ist:

„Das Ausmaß der Internationalisierung von Unternehmen zeigt sich dabei in deren Kultur, Zielsetzung, Strategien sowie den Denk- und Handlungsweisen des Managements weit mehr als in Exportquoten oder ausländischen Direktinvestitionen“.[17]

Für die vorliegende Arbeit wird Internationalisierung als ein intendierter Prozess mit dem Ziel der internationalen Unternehmung verstanden (vgl. Wachstumsstrategien, Kapitel 3). In der Tabelle (vgl. Tab. 1, siehe Anhang) werden mögliche Besonderheiten des internationalen Umfelds ergänzt. Beispielhafte Ziele internationaler Unternehmungen benennt Perlitz wie folgt:[18]

- Kompensation von Nachfrageschwankungen auf dem Heimatmarkt
- Langfristige Sicherung des Wachstums
- Kurzfristige Sicherung und Erhöhung des Umsatzvolumens
- Verringerung des Wettbewerbdrucs
- Risikostreuung
- Kapazitätsauslastung
- Nutzung von standortbedingten Kostenvorteilen (Arbeitskosten, Betriebsmittel)
- Nutzung von Skaleneffekten
- Verbesserte Beschaffungskonditionen
- Sicherung der Rohstoffversorgung

2.3 Wachstum

Auch der Begriff Wachstum ist in der Literatur unterschiedlich definiert. Die Tabelle (vgl. Tab. 2) zeigt einige Beispiele für die Definition von „Wachstum“ mit betriebswirtschaftlichem Bezug. Unternehmen sind in der Pflicht zu wachsen, um nicht Kostennachteile hinzunehmen zu müssen und damit zu schrumpfen. Die Wachstumsziele eines Unternehmens sind grundsätzlich auf die Sicherung bzw. den Ausbau der Marktposition ausgerichtet.[19] Hierfür bietet sich sowohl internes, als auch externes Wachstum an. Internes Wachstum meint originäres Wachstum durch die Erzeugung eigener, neuer Kapazitäten (z.B. die Schaffung juristisch eigenständiger Tochterunternehmen oder die Expansion bzw. Schaffung von Betriebsstätten).[20] Unter externem Wachstum darf der Erwerb von Verfügungsmacht verstanden werden, der sich auf bereits bestehende Kapazitäten bezieht (z.B. Unternehmenszukäufe und Kooperationen, Joint Ventures und Mehrheitsbeteiligungen).[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1. Beispiele für die Definition von „Wachstum“

Die Frage nach internem oder externem Wachstum sollte nachgelagert behandelt werden, zumal die Fragen nach dem Zeithorizont des Wachstums („Wann ist der richtige Zeitpunkt?“) und den Plattformen des Wachstums („Welche Wachstumspfade sind sinnvoll“) vorrangig definiert sein sollten.[26] Bei der Segmentierung des internationalen Wachstums steht nicht die räumliche Abdeckung des Weltmarktes im Vordergrund, sondern eine Wachstumsstrategie durch optimale Allokation.[27] Meffert ergänzt in diesem Zusammenhang, dass die Geschäftsfeldwahl immer einen Ausschluss bestimmter Segmente enthält, sofern nicht die Strategie der Gesamtabdeckung gewählt wurde.

„Grundlage der Ausschlusskriterien ist die Einschätzung des Managements, dass aufgrund unterschiedlicher Erfolgsfaktoren nicht alle potenziellen Geschäftsfelder gleich gut bearbeitet werden können, sondern die Marktchancen und -risiken sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Dies trifft insbesondere auf die internationale Unternehmenstätigkeit zu.“[28]

Vor dem dargelegten Hintergrund kann festgehalten werden: Die Internationalisierung eines Konzerns ist ein vom Management intendierter Prozess mit dem Ziel die Unternehmung auf mehrere Länder auszudehnen. Unter Wachstum darf in diesem Zusammenhang bewusst verkürzt der positiv beeinflusste EBIT eines Konzerns verstanden werden. Strategien zum Wachstum im Rahmen der Internationalisierung von Konzernen sind also Strategien, die das Ziel haben den EBIT trotz bzw. vielmehr durch eine Internationalisierung der Unternehmung zu steigern.

[...]


[1] Perlitz und Schrank (2013, S. 4–5)

[2] Perlitz und Schrank (2013, S. 32)

[3] Welge und Al-Laham (2001, S. 6)

[4] Kutschker und Schmid (2011, S. 593)

[5] Hungenberg (1995, S. 70)

[6] Frost und Morner (2008, S. 53)

[7] Kutschker und Schmid (2011, S. 593)

[8] Theisen (2000, S. 18)

[9] Werder (1994, S. 148)

[10] Bickhoff (2008, S. 34)

[11] ebd.

[12] Glaum, 1996; Swododa, 2002, zitiert nachVoll (2007, S. 9)

[13] Beispiele weiterer Internationalisierungstheorien sind z.B.: Internationale Produktlebenszyklustheorie von Vernon (1966), Internationalisierungstheorie von Buckley und Casson (1976), Eklektisches Paradigma von Dunning (1979, 1980), Standorttheorien von Heckscher, Ohlin, Smith, Tesch, Hill, Porter, das Uppsala Modell von Carlson (1966) und Johanson & Johanson (1977), Netzwerkmodelle von v.A. Johanson & Mattson (1990 bis heute), etc.

[14] Krystek (2002, S. 2)

[15] Glaum, 1996, zitiert nachKrystek (2002, S. 9)

[16] Porter (1989, S. 67)

[17] Krystek (2002, S. 635)

[18] Perlitz und Schrank (2013, S. 192)

[19] Scheffler (1992, S. 4)

[20] Theisen (2000, S. 92)

[21] Theisen (2000, S. 92 f.)

[22] Zahn (1971, S. 14–16)

[23] Bea, Dichtl und Schweitzer (1982-83, S. 449)

[24] Hegele-Raih (2004)

[25] Jünger (2008, S. 27 f.)

[26] Glaum, M. Hommel, U. Thomaschewski, D. (2002, S. 13)

[27] Gardini (2004, S. 103)

[28] Burmann, 1995, S. 136 f., zitiert nach Meffert, Burmann und Kirchgeorg (2015, S. 254)

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668149731
ISBN (Buch)
9783668149748
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316124
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Iserlohn
Note
1,7
Schlagworte
Wachstumsstrategien Internationalisierung Diversifizierung Konzern Wachstum

Autor

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Titel: Wachstumsstrategien im Zuge der Internationalisierung von diversifizierten Konzernen