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Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 22 Seiten

Klassische Philologie - Latinistik - Mittel- und Neulatein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Shakespeares Troilus and Cressida

3 Aristotelische Analyse und Interpretation
3.1 Shakespeare und sein Verhältnis zur Antike
3.2 Dramaturgischer Rahmen
3.3 Aristoteles in Shakespeares Troilus and Cressida
3.3.1 Gerechtigkeit - Freier Wille und Verantwortung
3.3.2 Wollen und Handeln - Charaktertugenden, Emotionen und Wertvorstellungen
3.3.3 Formale Aspekte

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

„Shakespeare was as good a philosopher as he was a poet.”[1]

“διὸ καὶ φιλοσοφώτερον καὶ σπουδαιότερον ποίησις ἱστορίας ἐστίν”[2]

William Shakespeares Troilus and Cressida gilt als eines der „most puzzling works“[3] des anglikanischen Renaissancedichters. Es sind die vielen verschiedenen Facetten, „its very tone and genre“[4], die Mischung aus Satire, Komödie und historischem Drama, die es so schwer zu greifen machen.[5]

Typisch für diese Zeit der Wiedergeburt der Antike ist der immense Einfluss der antiken Literatur, Mythologie und Philosophie. Shakespeare stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Mehr noch. Er scheint, wie das der Arbeit vorangestellte Zitat zeigt, ein bemerkenswertes Verhältnis zur Philosophie gehabt zu haben. Diese Synthese von φιλοσοφία und ποίησις machte bereits Aristoteles in seinem Werk Περὶ ποιητικῆς stark. Auch in vielen anderen seiner Werke zeigt sich dieses Spiel mit verschiedensten Einflüssen, zu denen darüber hinaus auch die Rhetorik, Juristik und Politik gehören.[6]

Es liegt daher nahe, die beiden Dichter und Philosophen zusammenzubringen und auf diese Weise eine weitgehend neuartige Perspektive auf dieses so schwierig zu charakterisierende Werk einzunehmen. In der vorliegenden Arbeit soll daher versucht werden, den aristotelischen Einfluss in Troilus and Cressida näher herauszustellen. Es geht dabei nicht darum, Shakespeares Werk dezidiert auf Aristoteles Philosophie zurückzuführen. Vielmehr besteht das Ziel in der exemplarischen Analyse einzelner Aspekte und Szenen in Hinblick auf ihre mögliche aristotelische Prägung und Auslegung.

Im Zentrum wird dabei die zweite Szene des zweiten Akts stehen, in der Shakespeare einen seiner Hauptprotagonisten in Mitten einer elementaren Diskussion Aristoteles und dessen Philosophie erwähnen lässt. Immer wieder wird darüber hinausgehend versucht werden, Bezug auf das gesamte Werk sowie weitere Szenen zu nehmen. Es kann und soll dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, sondern lediglich symptomatisch aufgezeigt werden, welche Ansatzmöglichkeiten eine solche Perspektive auf ein so komplexes und schwerlich einzuordnendes Werk wie dieses eröffnen kann.

2 Shakespeares Troilus and Cressida

Shakespeare verfasste Troilus and Cressida wohl zwischen 1601 und 1603. Hinweise hierfür liefert die Anspielung auf den Dichterstreit zwischen Jonson, Dekker und Marston im Prolog, der etwa von 1599-1602 andauerte und damit einen terminus post quem bildet. Der Eintrag in das Stationer's Register im Jahre 1603 setzt den terminus ante quem. Interessanterweise wird das Stück nur sechs Jahre später erneut in das vor Raubdrucken schützende Register aufgenommen. Diesmal gleich in zwei Fassungen. Die zwei Druckausgaben charakterisieren Troilus and Cressida einmal als Historiendrama und einmal als Komödie. Wiederum einige Jahre später, in der Folio-Ausgabe von 1622/23, wird das Stück als The Tragedy of Troilus and Cressida betitelt.[7] Bereits bei dieser frühen Kategorisierung spiegelt sich der Facettenreichtum des Werkes wider.[8] Darüber hinaus heißt es einer Art Vorwort von 1609, dass das Stück bis zu diesem Zeitpunkt noch nie „von der ordinären Menge beklatscht worden“ sei. Dieser Kommentar legt nahe, dass das Drama zunächst für einen privilegierten Kreis verfasst wurde. Wie Peter Alexander und W. R. Elton vermuten, könnte es anfangs nur Studenten in den sogenannten Inns of Court gezeigt worden sein.[9] Eine weitgehend hypothetische, obgleich sehr fundierte Vermutungen, die es bei der Interpretation zu beachten gilt.[10]

Das Drama spielt im siebten Jahr des trojanischen Krieges. Paris, der Bruder Troilus’, hatte die schöne Helena entführt, die ihm von Aphrodite versprochen worden war, als er sie im sogenannten Paris-Urteil zur schönsten Göttin gekürt hatte. Helena war jedoch die Frau des Menelaos. Da nahezu alle Griechenkönige geschworen hatten, die Ehe der beiden zu verteidigen, rief der Beraubte zum Krieg gegen Troja auf, um seine Frau zurückzuholen. Es kommt zum erbitterten und mehrjährigen Kampf zwischen Troja und Griechenland. Der berühmte trojanische Sagenkreis dient für Shakespeare jedoch lediglich als Bühne für eine weitaus weniger bekannte Episode. Troilus, der Sohn des trojanischen Königs Priamus, verliebt sich in Cressida, die Tochter eines trojanischen Priesters. Bei seinem Ringen um die Liebe Cressidas wird er von deren Onkel Pandarus, der als Kuppler agiert, unterstützt. Im griechischen Lager vor den Toren der Stadt herrscht derweil Chaos. Achill weigert sich, in den Kampf einzutreten. Durch eine List Ulysses soll dessen Stolz verletzt und der legendäre Krieger auf diese Weise zum Kriegseintritt bewegt werden.[11] In Troja diskutieren die Söhne des Priamus inzwischen, ob es nicht besser sei, Helena den Griechen zurückzugeben und so den Krieg zu beenden. Während Hektor als Mittler auftritt, argumentiert der vor Liebe entbrannte Troilus für die Fortführung des Krieges.[12] Im Anschluss bringt Pandarus Cressida zu Troilus. Die beiden schwören sich ewige Liebe und Treue. Doch als Antenor, ein trojanischer Heerführer, von den Griechen gefangen genommen wird, ändert sich die Konstellation schlagartig. Kalchas, der Vater Cressidas, der zu den Griechen übergelaufen war, bringt Agamemnon dazu, Antenor gegen Cressida auszutauschen.[13] Beide Seiten gehen auf den Handel ein und Cressida muss ihren Geliebten verlassen. Sie verspricht ihm im Abschied, immer treu zu bleiben. Im griechischen Lager angekommen wird die Trojanerin auf Ulysses’ Vorschlag von einigen griechischen Kriegern geküsst.[14] Kurz darauf macht sich der griechische Heerführer Diomedes zu Cressida auf. Troilus, der Ulysses bestochen hatte, folgt den beiden heimlich. Ulysses muss seinen Begleiter zurückhalten, als dieser zusehen muss, wie er von seiner Geliebten betrogen wird, damit ihre Anwesenheit nicht bemerkt wird. Das Drama endet mit einem zutiefst verletzten Troilus, der den Kuppler Pandarus für die Leiden, die er mit der untreuen Cressida ertragen musste, verantwortlich macht, und mit dem Tod Hektors, der von Achilles’ Myrmidonen umstellt und hinterlistig getötet wird.[15]

Beide Schicksale verleihen dem Stück, wenn auch in unterschiedlicher Intensität, eine gewisse Tragik. Zugleich enthält das Drama aber auch immer wieder komische Elemente, die dafür sorgen, dass eine abschließende monokategoriale Charakterisierung ausgesprochen schwer fällt. In der Forschungsliteratur ist daher häufig von einem sogenannten problem-play zu lesen. In seinem Buch Shakespeare and his Predecessors fasst Boas die Spezifika solcher Stücke, zu denen auch Julius Caesar, Measure for Measure und Antony and Cleopatra gezählt werden, wie folgt zusammen:

„abnormal conditions of brain and of emotion are generated, and intricate cases of consience demand a solution by unprecented methods []

neither of simple joy nor pain []

we are left to interpret []

Dramas so singular in theme and temper cannot be strictly called comedies or tragedies.“[16]

Auch diese Aspekte gilt es bei der weiteren Untersuchung und vor allem Deutung miteinzubeziehen.

Obgleich oder gerade weil der die Geschichte umgebende Mythos mit vielen seiner Episoden dem Großteil des renaissancistischen Publikums bekannt gewesen sein dürfte, wählt Shakespeare eine Geschichte nahezu ohne jegliche antike Tradition. Wohl aber besitzt der Stoff eine weitreichende Rezeptionsgeschichte seit dem ausgehenden Mittelalter. Sowohl aus Caxtons Übersetzung des Recuyell of the Historyes of Troye als auch aus Chapmans Seaven Bookes of the Iliades sind Teile der Geschichte um Troilus und Cressida bekannt, die wohl Shakespeare als Quelle gedient haben.[17] Daneben existieren zahlreiche Bearbeitungen, wie Boccaccios Il Filostrato oder Geoffrey Chaucers Troilus and Criseyde.[18]

Der trojanische Sagenkreis im Allgemeinen und der Krieg um die schöne Helena im Speziellen hatten einen besonderen Stellenwert im elisabethanischen England Shakespeares. Gerade das Geschichtsbewusstsein war stark von ihm geprägt. Die Reputation war durchweg positiv.[19] In Hinblick auf die historische beziehungsweise in diesem Falle mythologische Authentizität ordnet J. A. K. Thomson den Charakter des Stückes zwischen Dramen wie Titus Andronicus, Pericles und Cymbeline, auf der einen und „truly historical plays of classical antiquity“[20], wie Julius Caesar, auf der anderen Seite ein. So zeigt sich, dass auch bezüglich dieses Kriteriums Probleme bei der Klassifizierung des Stückes bestehen. Möglicherweise kann ein Perspektivenwechsel, wie der hier angestrebte, bei der Eruierung einiger dieser Kontroversen behilflich sein.

3 Aristotelische Analyse und Interpretation

Obwohl, wie im vorangegangenen Kapitel erwähnt, keine antike Quelle zu eben genau dieser Episode aus dem trojanischen Krieg bekannt ist, gibt es zahlreiche formale wie inhaltliche Parallelen und Anknüpfungen an die Literatur der römischen und griechischen Antike.[21] Und dennoch stellt die namentliche Erwähnung Aristoteles' innerhalb des Dramas gleich in zweierlei Hinsicht eine Besonderheit dar.[22] Zum einen verweist Shakespeare lediglich in einem einzigen weiteren Werk, nämlich in Taming of the Shrew, namentlich auf den griechischen Philosophen.[23] Dass er überhaupt innerhalb des Stückes offen auf seine Quellen oder indirekte Einflüsse hinweist, ist an sich schon ausgesprochen ungewöhnlich.[24] Zum anderen provoziert er damit angesichts der Tatsache, dass das die Handlung von Troilus and Cressida während des trojanischen Krieges spielt, einen Anachronismus. Diesen nimmt er entweder bewusst in Kauf, um sein Publikum auf eine seiner direkten beziehungsweise primären Quellen oder zumindest ideengeschichtlichen Grundlagen aufmerksam zu machen, oder aber es handelt sich um eine der angesprochenen humorvollen Einlagen. Damit soll nicht behauptet werden, dass sich beide Sichtweisen zwangsläufig ausschließen. In ihrer Wirkung akzentuieren sie definitiv beide Aristoteles und seine Lehre – möglicherweise als elementarer Schlüssel zum Verständnis des Dramas.

Wie W. R. Elton in seinem Aufsatz Aristotle's Nicomachean Ethics and Shakespeare's Troilus and Cressida und Kenneth Palmer im Anhang an die von ihm editierte Ausgabe zeigen, existieren über die namentliche Erwähnung hinaus durchaus noch weitere Parallelen zwischen der Ethica Nicomachea und dem hier zu untersuchenden Werk.[25] Insbesondere die Aspekte der „ethical-legal questions surrounding an action“[26], die im Kontext der Inns-of-Court-These besonders brisant erscheinen, sollen in den folgenden Kapiteln aufgegriffen, untersucht und weitergeführt werden. Aber auch andere Werke, die in die Konzeption eingeflossen seien könnten, werden Beachtung finden.

3.1 Shakespeare und sein Verhältnis zur Antike

Um sich der Frage anzunähern, welche aristotelischen Einflüsse in seinem Werk wiederzuerkennen sind, ist es zunächst sinnvoll, sich Shakespeares allgemeinem Verhältnis zur griechischen und römischen Antike und deren Literatur zuzuwenden. Dazu sollen im Folgenden kurz die soziokulturellen Umstände des 16. und 17. Jahrhunderts skizziert werden, vor deren Hintergrund die Akkulturation und Sozialisation Shakespeares, aber auch sein literarisches Wirken stattgefunden haben.

Das England dieser Zeit zeigt sich in den Quellen weitgehend typisch für das neue Denken der Renaissance. Die Affinität zur Antike durchdringt nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.[27] In den höheren Schichten des Bildungsbürgertums kursieren die Gedanken des Humanismus und der beginnenden Aufklärung. Zugleich präsentieren sich die Lebensumstände als Produkt der mittelalterlichen Vergangenheit, in welchem viele Traditionen, insbesondere die immer noch starken Banden der Kirche, mehr oder weniger latent weiterleben. In der weitgehend ständisch geprägten Gesellschaft versuchen sich die einzelnen Schichten durch Prestigeunterschiede voneinander abzuzeichnen. Bildung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Angesichts der Tatsache, dass diese im Elisabethanischen England des 16. Jahrhunderts nahezu ausschließlich – so zumindest die höhere oder weiterführende Bildung – auf Latein vermittelt wurde, kommt J. A. K. Thomson zu dem Schluss, dass „to know Latin was the same thing as to be educated.“[28] Diese Verbundenheit mit dem Lateinischen, diese Adoration der klassischen Antike, der Gedanke der Überlegenheit der griechischen und römischen gegenüber nahezu der gesamten mittelalterlichen Literatur war bestimmend für das im Bildungsmilieu vorherrschende Meinungsbild. Durch diese Integration in die Gesellschaft und deren Ordnung verbreitete sich eine derartige Attitüde bis in die untersten, unliterarischen Schichten.

Darüber hinaus war Latein immer noch die Sprache der Diplomaten, der Historiker, Philosophen, Theologen und Wissenschaftler, während Englisch über die Staatsgrenzen hinaus noch lange als „semi-barbarous dialect“[29] galt. Auch im Selbstverständnis bedeutete das, dass Englisch weit davon entfernt war, als Gleichwertig mit Latein und Griechisch zu gelten. Zur Veranschaulichung lässt sich der Prozess der Adaption der antiken Vorbilder im frühneuzeitlichen England mit der Herausbildung der römischen Literatur aus der griechischen vergleichen. Versuchte man anfangs, möglichst detailgetreue Nachdichtungen und Translationen zu schaffen, entfalteten sich nach und nach die englischen Spezifika und Deviationen vom klassischen Standard.[30] Anders als in anderen europäischen, vor allem romanischen Ländern, wie Frankreich oder Italien, bildete die westgermanische Sprache dabei eine gewisse Hürde, die es durch intensive Anlehnung in Stil und Inhalt zu überwinden galt. Häufig entstanden dadurch Werke, die nach ihren eigenen devoten oder zumindest demütigen Ansprüchen in ihrer Qualität letztlich zwar nicht an die antiken Vorbilder heranreichten, auf der anderen Seite aber ein Medium boten, durch welches auch ungebildete Schichten über derartige Thematiken informiert wurden.[31] Man kann daher davon ausgehen, dass auch das gewöhnliche Publikum sowohl mit der antiken Sagenwelt als auch mit den Ideen der römischen und griechischen Klassik einigermaßen vertraut gewesen war. Im fortgeschrittenen Stadium dieser Imitatio beziehungsweise Aemulatio nahmen die eigenen, zeitgenössischen Charakteristika immer weiter zu, sodass letztlich „an english drama that might fairly be matched against the Latin, while taking from the Latin all that could serve its purpose“[32] entstand. Daher spricht J. A. K. Thomson auch beim Elisabethanischen Drama nicht von einem originären klassisch antiken Drama, sondern schreibt ihm lediglich starke klassische Einflüsse zu, zu denen vor allem die Rhetorik wie auch die ars poetica mit ihrer Dramentheorie gehören.[33]

Nachdem die soziokulturellen Hintergründe der Zeit kurz skizziert wurden, sollen nun einige Aspekte Shakespeares persönlichen Verhältnisses zur Antike betrachtet werden. Das wohl bekannteste Zitat zur philologischen Bildung des Autors von Troilus and Cressida stammt von Ben Jonson, welcher ihm „small Latin and less Greek“[34] bescheinigt. Über die genauen Lebensumstände und damit auch über seine Bildungschancen ist nur wenig bis gar nichts bekannt. Der Großteil der heutigen Erkenntnisse beruht auf Vermutungen ausgehend von intratextuellen Hinweisen. Zu den wenigen externen Zeugnissen zählt neben dem oben angeführten Zitat von Ben Jonson eine kurze Anmerkung in Nicholas Rowes The Works of Mr. William Shakespeare aus dem Jahre 1709. Demnach sei Shakespeare von seinem Vater für einige Zeit auf eine freie Schule geschickt worden, an der er „that little Latin he was Master of“[35] erlernt habe. Viele Wissenschaftler identifizieren diese Free-School mit der Stratford Grammar School, so J. A. K. Thomson, der davor warnt, an dieser Stelle vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Unabhängig davon waren Grammar Schools im Allgemeinen damals für die Vermittlung grundlegender Lateinkenntnisse zuständig.[36] Die ärmlichen Verhältnisse, aus denen die Familie stamme, hätten jedoch den weiteren Verbleib an der Schule verhindert, wie Rowe weiter schreibt.[37] Über seine genauen Sprachkompetenzen wie auch über einen konkreten Lektürekanon ist nichts weiter bekannt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass er während seiner Schulzeit erste Erfahrungen mit Vergil und Cato gemacht hat, wie ein Epistel Henry Reynolds nahelegt.[38] Ebenso habe die rhetorisch Bildung einen essentiellen Teil der damaligen Schulbildung ausgemacht, in deren Rahmen auch Aristoteles' ars rhetorica vermittelt worden sei.[39]

In einem solchen Umfeld ist Shakespeare zwangsläufig mit der klassischen Literatur und den damit verbundenen Wertanschauungen in Kontakt gekommen. Obwohl sich nicht viel Konkretes über sein Leben sagen lässt, so erhält man doch eine gute Vorstellung von den zeitgenössischen Umständen, die mit dafür verantwortlich waren, dass seine Werke zu dem wurden, was sie sind.

[...]


[1] W. Hazlitt, Characters of Shakespeare’s Plays, S. 50.

[2] Aristot.Poet.1451b5.

[3] W. R. Elton, Shakespeare's Troilus and Cressida and the Inns of Courts Revels, S. 1.

[4] Ebd., S. 1.

[5] Siehe dazu D. Bevington (Hrsg.), Troilus and Cressida, S. 1-6 und K. Muir, in: Aspects of Shakespeare's „Problem Plays“, S. 1.

[6] Vgl. J. McMichaels, To Balk Logic and Practice Rhetoric.

[7] Siehe F. Günther (Hrsg.), Shakespeare. Troilus and Cressida, S. 284.

[8] Siehe W. v. Koppenfels, in: Shakespeare. Troilus and Cressida, S. 284 und D. Bevington (Hrsg.), Troilus and Cressida, S. 1f.

[9] Vgl. W. R. Elton, Shakespeare's Troilus and Cressida and the Inns of Courts Revels, S. 1-17 und P. Alexander, Troilus and Cressida, 1609; Ders., Shakespeare's Life and Art, S. 193-197 und Ders. Shakespeare, S. 246-248.

[10] Siehe dazu Kapitel 3.2.

[11] Vgl. Troilus.I.

[12] Vgl. ebd.II.

[13] Vgl. ebd.III.

[14] Vgl. ebd.IV.

[15] Vgl. ebd.V.

[16] F. S. Boas, Shakespeare and his Predecessors, S. 345.

[17] Vgl. J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 141.

[18] Für eine komparative Darstellung der beiden Bearbeitungen Shakespeares und Chaucers siehe H. E. Rollins, The Troilus-Cressida Story from Chaucer to Shakespeare, S. 383-429.

[19] Vgl. W. v. Koppenfels, in: Shakespeare. Troilus and Cressida, S. 284.

[20] J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 141.

[21] Siehe zur Adaption der antiken Klassik im Allgemeinen J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics und zu Troilus and Cressida im Speziellen Ebd., S. 141-145.

[22] Siehe Troilus.II.ii.165-167.

[23] Siehe W. R. Elton, Aristotle's Nicomachean Ethics and Shakespeare's Troilus and Cressida, S. 331.

[24] Vgl. K. Palmer (Hrsg.), Troilus and Cressida, S. 311.

[25] Siehe ebd., S. 311-320 und W. R. Elton, Aristotle's Nicomachean Ethics and Shakespeare's Troilus and Cressida.

[26] W. R. Elton, Aristotle's Nicomachean Ethics and Shakespeare's Troilus and Cressida, S. 331.

[27] Vgl. J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 10-12.

[28] Ebd., S. 10.

[29] Ebd., S. 11.

[30] Vgl. M. v. Albrecht, Geschichte der römischen Literatur, S. 11f, 45-53.

[31] Vgl. J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 10-14.

[32] Ebd., S. 13.

[33] Ebd., S. 14.

[34] Ben Jonson.To the Memory of my beloved Master William Shakesperare, and what he hath left us, zitiert nach J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 21.

[35] Nicholas Rowe.The Works of Mr. William Shakespear, London 1709 zitiert nach J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 17.

[36] Siehe J. A. K. Thomson, Shakespeare and the Classics, S. 10.

[37] Siehe ebd., S. 17.

[38] Vgl. ebd., S. 18.

[39] Siehe Q. Skinner, Shakespeare and humanist culture, S. 272.

Details

Seiten
22
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668151031
ISBN (Buch)
9783668151048
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316352
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Altertumswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
aspekte analyserahmens interpretation shakespeares troilus cressida

Autor

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Titel: Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida"