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Einführung eines Klassenrates für Schüler der 5. und 6. Jahrgansstufe in einer gemeinsamen Klasse. Umsetzung in der Praxis

Praktikumsbericht / -arbeit 2015 16 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kontext
2.1. Pädagogisch-soziale Voraussetzungen
2.2. Räumliche Voraussetzungen

3. Analyse der Situation

4. Methode : Klassenrat
4.1. Argumente für den Klassenrat
4.2. Wesentliche Elemente des Klassenrats

5. Ziele

6. Massnahmen

7. Analyse der Resultate

8. Praxisreflexion

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang
10.1. Struktur eines Klassenrates
10.2. Protokoll (Vorlage)
10.3. Briefkasten (-box)

1. Einleitung

Im Rahmen der Lernveranstaltung 3.2: „Gestion et climat de classe“ bekamen wir den Auftrag, während unseres Praktikums 501 eine Situation, die bezüglich des Themas Schwierigkeiten bereitete, im Unterrichtsalltag zu optimieren. In meiner Arbeit werde ich kurz, die Klasse in welcher ich mein Praktikum 501 absolviert habe, beschreiben und anschliessend die Situation analysieren. Anschliessend werde ich die theoretischen Aspekte über die Methode Klassenrat erklären. Daraufhin werde ich die Ziele nennen und durch die Massnahmen beschreiben, wie ich den Link zwischen der Theorie und der Praxis gemacht habe. Bevor ich eine persönliche Praxisreflexion schliesse, werde ich die Resultate nennen welche aus meinen Massnahmen erfolgten.

2. Kontext

2.1. Pädagogisch-soziale Voraussetzungen

Es handelt sich um eine Klasse bestehend aus 20 Schülern und Schülerinnen. Die 5. / 6. Klasse besteht aus 9 Mädchen und 11 Knaben. Die meisten Schüler und Schülerinnen stammen aus der Schweiz. Sechs Kinder stammen aus dem Ausland, wie der Dominikanischen Republik, Portugal, Kroatien, Frankreich, der Niederlande und England. Der älteste Schüler ist zwölf Jahre alt und der jüngste zehn Jahre alt. Die meisten Schüler und Schülerinnen haben römisch katholischen Glauben. Ein Kind ist Protestant und zwei andere haben keine Konfession. In der Klasse gibt es zwei Kinder mit Dyslexie. 13 Schüler gehen in die 6. Klasse und 7 Kinder in die 5. Klasse

Die 5. / 6. Klasse in A. ist eine sehr motivierte, aufgestellte Klasse. Ausserdem hatten drei Schüler und Schülerinnen während sechs Wochen Nachhilfeunterricht im Fach Französisch. Dabei behandelten sie die Themen Rechtschreibung, Strukturierung und Lernstrategien. Zwei weitere Kinder besuchen den Logopädie Unterricht.

Es gibt ein „réglement de classe“. In diesem Pakt sind die Rechte und Aufgaben für die Schüler bzw. Schülerinnen beschrieben. Dabei wird auf das Bestrafungs- und Belohnungssystem hingewiesen, wie auch auf die Ämtchen.

Die Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klasse in A. arbeiten gerne in Gruppen, was ihnen aber nicht immer leicht fällt, da es zu internen Konflikten in der Gruppe bzw. bei der Gruppenzusammenstellung führt.

Ausserdem gibt es einige Spannungen zwischen der 5. und der 6. Klasse. Auf diesen Punkt werde ich im nächsten Kapitel genauer eingehen.

2.2. Räumliche Voraussetzungen

Das Klassenzimmer ist eher klein beinhaltet aber alles was man braucht. Es ist modern ausgerichtet. Das Klassenzimmer besitzt eine Interaktive Wandtafel. Insgesamt ist es freundlich ausgerichtet und bietet, dank der grossen Fensterwand, welche einen atemberaubenden Blick auf die Alpen hat, eine gute Lernumgebung.

3. Analyse der Situation

Während den ersten zwei Wochen meines Praktikums hatte ich Zeit um die Klassensituation genauer zu beobachten. Dabei habe ich beobachtet, dass die Klasse problemlos im Frontalunterricht arbeitet und dasselbe beobachtete ich auch während dem individuellen Arbeiten. Wenn es darum ging, Gruppenarbeiten zu machen, liess ich sie alleine die Gruppen bilden. Ich stellte ihnen die Bedingung, dass sie stufengemischte vierer Gruppen bilden sollten. Dabei bemerkte ich, dass es zu Konflikten kam, da die 5. und die 6. Klasse sich nicht mischen wollte um die Gruppen zu bilden. Ich wusste nicht warum, und dachte, dass es eine einmalige Sache war. Als ich ihnen zu einem späteren Zeitpunkt wieder denselben Auftrag erteilte, geschah wieder dasselbe. Nach dem ich das Klassengeschehen besser beobachtet habe und Gespräche mit meinem Pf führte, merkte ich, dass es Spannungen zwischen der 5. und 6. Klasse gab. Ämterverteilung und zwischenmenschliche Konflikte führten zu einem Auseinanderleben der 5. und 6. Klasse. Ich fand dies sehr schade, und sah dort meinen Einsatz um an der Situation etwas zu ändern. Deswegen entschied ich mich am Ende der ersten Woche, mich über Lösungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei stiess ich auf die Methode des Klassenrates. Nachdem ich meinem Pf vorgeschlagen habe, einen Klassenrat einzuführen um mit den Kindern gemeinsam nach Lösungsvorschlägen zu suchen, war mein Pf damit einverstanden und somit begann ich den Klassenrat einzuführen.

4. Methode : Klassenrat

Als erstes möchte ich aufzeigen, warum ich mich für den Klassenrat entschieden habe. Es gibt einige Argumente welche für die Nutzung eines Klassenrates sprechen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle einige Argumente für den Klassenrat nennen.

4.1. Argumente für den Klassenrat

Erziehung zur Demokratiefähigkeit

Der Klassenrat bietet den Kindern eine Chance ihre eigenen Anliegen zu artikulieren und ihre eigene Meinung zu äussern. Sie werden an der Gestaltung des Zusammenlebens in Unterricht und Klassenleben beteiligt. Damit übernehmen sie zugleich Verantwortung. Kinder lernen in diesen Gesprächen, dass es zu Fragen unterschiedliche Einstellungen gibt, und sie erkennen, dass auch die Meinung von MitschülerInnen Respekt verdient. Somit trägt Klassenrat zur Entwicklung von Toleranzbereitschaft bei (vgl. Friedrichs, B. (2009), S. 12 ff).

Vermittlung von Kernkompetenzen

Die Kinder lernen das Leiten von Diskussionen, die Anfertigung von Protokollen und konstruktives Kommunizieren (vgl. Friedrichs, B. (2009), S. 13).

Förderung eines guten Klassenklimas

Klassenrat ist ein verlässlicher Raum, wo Kinder Konflikte bearbeiten können. Sie lernen in einem strukturierten Rahmen, Probleme konstruktiv zu lösen und unterschiedliche Meinungen zu Themen, welche die Gemeinschaft betreffen, lösungsorientiert zu diskutieren. Die Kinder erwerben Empathiefähigkeit, indem sie lernen, sich in Kinder, die einen andern Erfahrungshintergrund haben, hineinzuversetzen (vgl. ebd).

4.2. Wesentliche Elemente des Klassenrats

Einen Rahmen schaffen: Raum und Zeit

Der Klassenrat soll auf einer symbolischer Ebene als Gemeinschaft erlebbar sein – der Kreis wird seit jeher als Ausdruck von Zusammengehörigkeit verstanden. Nun ist es keine leichte Aufgabe, in meist zu kleinen Klassenräumen für zu grosse Klassen, einen Sitzkreis zu errichten, der diese Beziehung verdient, also rund ist und gewährleistet, dass jeder jeden sehen kann. Die Argumente für den Sitzkreis sind jedoch von solchem Gewicht, dass man sich die Mühe zumuten sollte. Hilfreich ist es, vor der Einführung des Klassenrats gemeinsam mit den Schüler/innen auszuprobieren, wie sich mit möglichst wenig Aufwand ein Sitzkreis einrichten lässt (vgl. Friedrichs, B. (2009). S. 23).

Zeit

Klassenrat bedeutet für Kinder unter anderem, sich damit abzufinden, dass ihr Anliegen nicht sofort, sondern erst mit zeitlicher Verzögerung zum Thema wird. Für sie ist es wichtig, verlässlich zu wissen, wann ihr Thema „dran“ sein wird. Zumindest bis in der 6. Primarklasse sollte regelmässig einmal pro Woche ein Klassenrat durchgeführt werden. In der Regel wird die letzte Stunde freitags gewählt. Dieser Zeitpunkt ist vor allem deshalb sinnvoll, weil ein wesentlicher Bestandteil der Klassenrats in der Klärung von Konflikten besteht. Es ist gut, wenn diese Konflikte vor dem Wochenende besprochen werden – dann kann man „den Ärger in der Schule lassen“ und unbelastet von Konflikten, die das Zusammenleben erschwerten, ins Wochenende gehen (vgl. Friedrichs, B. (2009). S. 25).

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Details

Seiten
16
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668152984
ISBN (Buch)
9783668152991
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316362
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Wallis
Note
Schlagworte
einführung klassenrates schüler jahrgansstufe klasse umsetzung praxis

Autor

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Titel: Einführung eines Klassenrates für Schüler der 5. und 6. Jahrgansstufe in einer gemeinsamen Klasse. Umsetzung in der Praxis