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Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern im Schulalltag

Studienarbeit 2016 10 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Tätigkeitsfeld des Lehrerberufs

3. Mögliche Belastungsfaktoren

4. Das Potsdamer Trainingsmodell

5. Empfehlungen zur Belastungsbewältigung

6. Persönliche Erfahrungen

7. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Der hier vorliegende Text beschäftigt sich mit den Belastungen im Lehrerberuf, die durch sein umfassendes Tätigkeitsfeld entstehen können und mit den Maßnahmen und Möglichkeiten, die zur Reduktion von Belastungen führen können.

Um auf mögliche Belastungsfelder der Lehrkraft eingehen zu können, werden zunächst deren Tätigkeiten offengelegt.

»Gerecht soll er sein, () und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll auf des Kind eingehen, Begabungen wecken, pädagogische Defizite ausgleichen. Suchtprophylaxe und Aidsaufklärung betreiben, auf jeden Fall den Lehrplan einhalten, wobei hoch begabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige. Mit einem Wort: Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.«[1]

Dieses Zitat aus der Züricher Weltwoche legt auf zynische Art mögliche Erwartungshaltungen und Anforderungen an den Beruf des Lehrers[2] dar und zeigt wie vielfältig und umfangreich sein Aufgabengebiet sein kann.[3] Auch wenn der größte Teil der Bevölkerung dem Lehrberuf einen hohen Stellenwert zuschreibt[4], ist sein Image von Vorurteilen geprägt.[5] Durch Umfragen ergibt sich das Ergebnis, „dass Eltern von Kindern im schulfähigen Alter Lehrer besser beurteilen als kinderlose Personen oder Eltern, deren Kinder dem schulfähigen Alter entwachsen sind.“[6] Den hohen Ansprüchen und Erwartungen bezüglich der Vorbereitung von Kindern und Heranwachsenden auf das Berufsleben werden die Belastungen, die der Lehrerberuf mit sich trägt, in der Öffentlichkeit nicht dementsprechend gewürdigt.[7] Unterrichten umfasst zwar einen wichtigen Teil des Jobs, macht jedoch nur 40 Prozent der Arbeitszeit aus[8], dennoch gibt es noch einiges darüber hinaus, das ein Lehrer zu erfüllen hat.[9] Demnach ist der Lehrerberuf nicht als berüchtigter Halbtagsjob zu betiteln.[10]

2. Tätigkeitsfeld des Lehrerberufs

Ein Großteil der anstehenden Arbeitstätigkeit muss in der unterrichtsfreien Zeit getätigt werden.[11] Dazu gehören das Vor- und Nachbereiten des Unterrichts, denn ohne eine festgelegte Struktur der Unterrichtseinheit, geeigneten Methoden und angefertigten Vorlagen und Kopien, lässt sich dieser ungeeignet gestalten.[12] Nach dem Unterricht ist zu überlegen, ob die gehaltene Stunde in den Klassen der Planung nach und den Vorüberlegungen entsprechend verlaufen sind, ob sie die SuS[13] zum Lernerfolg geführt hat und welche Aspekte erneut aufgegriffen werden müssten.[14] Hinzu kommen Vertretungsstunden fehlender Kollegen, die sich spontan ergeben können, in welcher eine unbekannte Klasse zu einem Thema unterrichtet werden soll.[15] Auch der Austausch mit Kollegen in Teamsitzungen und Konferenzen ist von Bedeutung, um anstehende Unterrichtseinheiten und besondere Anlässe wie Klassenarbeiten und Überprüfungen vorbereiten und planen zu können.[16] Die Lehrkraft dient ebenfalls als Berater von Seiten der Schüler als auch der Eltern und hat diese über bestimmte Leistungen, Fehlverhalten und Besonderheiten zu informieren.[17] Um SuS auch erfolgreich beraten zu können, sind diagnostische Kompetenzen von Nöten. Dazu gehören das genaue Beobachten in vielfältigen Situationen und die gerechte Auswertung ihrer Leistungen.[18] Außerhalb der Unterrichtsstunden, der eigentlichen Pause, sind bei der Pausenaufsicht SuS auf dem Schulhof zu beobachten, bei denen darauf zu achten ist, dass sie sich nach den Schulregeln benehmen, um notfalls körperliche Handlungen zu verhindern.[19] Sie bieten Lehrern keinen Erholungswert und keine Entspannungsfunktion, denn es sind immer Dinge für den alltäglichen Unterrichtsablauf zu erledigen.[20]

[...]


[1] vgl. Müller-Limmroth in: Züricher Weltwoche vom 2.6.1988, Jahresbericht des Tulla-Gymnasiums Raststatt 1994/1995 S.84 In: Wehr, Helmut (2011): Arbeitsplatz Schule

[2] zur einfacheren Lesbarkeit wird allgemein der Begriff des Lehrers verwendet, dennoch ist damit auch die weibliche Form der Lehrerin gemeint

[3] vgl. Bründel; Bründel (2010): Fit für den Schulalltag S.7

[4] ebd.

[5] vgl. Bründel;Bründel S. 8

[6] ebd.

[7] vgl. Bründel;Bründel S. 9

[8] vgl. Bründel; Bründel S. 44

[9] vgl. van den Berg, Gertrud (2005): Lehrer. Was sie leisten. Was sie leiden. Was sie brauchen. S. 10

[10] Schaarschmidt, Uwe (2005): Halbtagsjobber?: psychische Gesundheit im Lehrerberuf - Analyse eines veränderungsbedürftigen Zustandes. Weinheim;Basel: Beltz

[11] ebd.

[12] ebd.

[13] gendergerechte Benennung von Schülerinnen und Schüler

[14] vgl. van den Berg S. 10

[15] ebd.

[16] vgl. van den Berg S. 11

[17] vgl. van den Berg S. 10

[18] ebd.

[19] ebd.

[20] vgl. Bründel;Bründel S. 45

Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668153301
ISBN (Buch)
9783668153318
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316377
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1.5
Schlagworte
Lehrer Lehrerberuf

Autor

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Titel: Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern im Schulalltag