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PESTEL Analyse von Bio-Polymeren. Werden konventionelle Kunststoffe aus dem Markt verdrängt?

Seminararbeit 2013 27 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Ausgangslage des Unternehmens

3. Zieldefinition

4. Political - Politische Aspekte

5. Economical - Wirtschaftliche Aspekte

6. Social - Soziale Aspekte

7. Technology - Technologische Aspekte
7.1 Übersicht existierender Bio-Kunststoffe inklusive Rohstoffbasis
7.2 Herstellverfahren
7.2.1 Poly-Hydroxyalkanoate PHA / PHB
7.2.2 Poly-Lactid-Acid (Poly-Milchsäure) PLA
7.2.3 Polyamide (PA) und Polyurethane (PU)
7.2.4 Polybuthylenterephtalat (PBT) und Polybutylenesuccinat (PBS)
7.3 Kapazitätsentwicklung

8. Environmental – Umweltaspekte
8.1 Einnahme von Giftstoffen über die Nahrungskette
8.2 Gefahren für die Umwelt

9. Legal – Rechtliche Aspekte

10. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Geschäftsbereiche Friedrich-Firmengruppe

Abbildung 2 Europäische Distributionsaktivitäten Quelle: www.kdfriedrich.com (Stand Juli 2013)

Abbildung 3- Kostenvergleich Tragetaschen aus unterschiedlichen Werkstoffen, Quelle: Nova-Institut, Stand Juli 2011

Abbildung 4 Europäische Werkstoffproduktion in 2004, Quelle: Plastics Europe

Abbildung 5 Verbrauchsmengen Kunststoffe, Quelle: Plastics Europe, 2007

Abbildung 6 Aufteilung nach Kunststoffsorten, Quelle: Studie von Simon und Schnieders, 2009

Abbildung 7 Kostenvergleich Tragetaschen aus unterschiedlichen Werkstoffen, Quelle: Nova-Institut, Stand Juli 2011

Abbildung 8 Abgrenzung Kunststoff nach Ursprung und Haltbarkeit, Quelle: Megabolix, Firmenpräsentation, Stand September 2012

Abbildung 9 Herstellkreislauf Biokunststoffe, Quelle: www.Megabolix.com, Stand August 2013

Abbildung 10 Doppelschnecken-Extruder zur Herstellung von Granulat aus Bio-Kunststoff, Quelle: Uni Braunschweig

Abbildung 13 Chemische Struktur PHA/PHB, Quelle: Chemie-Lexikon, Stand 2010

Abbildung 14 Chemische Struktur PLA

Abbildung 13 Herstellung und chemische Struktur Polyamide und Polyurethan, Quelle: www.basf.com, Stand Oktober 2012

Abbildung 14 Herstellung und chemische Struktur PBT und PBS, Quelle: www.basf.com, Stand Oktober 2012

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 - Preisstrategie, Quelle: (Swatosch, Marc; K.D.Friedrich GmbH & Co. KG, 2013) 6

Tabelle 2 - Marktanteile nach Befragung Quelle (Shen, Haufe, & Patel, 2009) 7

1. Einleitung

Die Belastung der Umwelt durch die Entsorgung von nicht abbaubaren Kunststoffen hat sich seit der Industrialisierung signifikant erhöht. Weltweit werden etwa zwei Drittel aller Handelsgüter über den Seeweg befördert (vgl. August, Hafenentwicklung und Schiffsverkehr im Wandel, Kiel 2004). Die Weltmeere sind in dieser Zeit zu riesigen Müllkippen verkommen. Millionen Tonnen Abfall schwimmen in ihnen herum, sichtbare Stoffe, mikroskopisch sehr klein zerriebene Plastikteilchen und Flüssigkeiten. In etwa 80 Prozent davon stammen vom Festland. Mangelhafte Müllentsorgungssysteme und ein fehlendes Umweltbewusstsein der Bevölkerung (vgl. Schäfer, Ein Müllschiff für die Kapverden, Kiel 2013) verursachen dies, denn ein Großteil gelangt über die Flüsse in die Meere. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit pro Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon besteht aus Plastik. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane (11/2013). Da das Bewusstsein sich nicht zu ändern scheint, hat der EU Umweltkommissar Janez Potocnic einen Vorstoß unternommen indem er ein Konzept zu einer neuen Verpackungsordnung vorgestellt hat (Quelle:www.zeit.de/plastik-eu-kommision, 11/2013) in dieser Plastiktüten fortan verboten werden.

Stattdessen werden vermehrt Biokunststoffe zum Einsatz kommen. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch weitere Verpackungen in naher Zukunft verboten werden. In dieser Arbeit soll die Zusammenarbeit mit einem potenziellen Lieferanten untersucht werden, der bereits Biokunststoffe herstellt und hierfür einen erfahrenen Distributor sucht.

1.1 Vorgehensweise

In dieser Evaluation wird zunächst die K.D. Friedrich GmbH & Co.KG vorgestellt, hiernach wird auf den möglichen Partner Megabolix und dessen Produkt Mirel eingegangen. Es wird unter Anwendung der PESTEL Analyse der Markt für Biokunststoffe und das Produkt Mirel analysiert. Zum Abschluss wird das Ergebnis der Analyse zusammengefasst und ein Resümee gezogen.

1.2 Ausgangslage des Unternehmens

Abbildung 1 Geschäftsbereiche Friedrich-Firmengruppe

Die K.D. Friedrich GmbH & Co. KG gehört zur der Friedrich-Firmengruppe. Seit über 60 Jahren beschäftigt man sich mit der Distribution von technischen Kunststoffen. Die K.D. Friedrich ist heute in Europa und Asien einer der führenden Anbieter. Die Friedrich GmbH & Co. KG unterhält zudem Tochtergesellschaften in Frankreich, Skandinavien, UK, Österreich und der Türkei.

Das Produktportfolio umfasst technische Kunststoffe von global agierenden Produzenten. Die Organisationsstruktur der Geschäftsbereiche gliedert sich nach den vier Hauptlieferanten:

Ticona; www.ticona.de

LyondellBasell; www.lyondellbasell.com

AKRO-Plastic; www.akro-plastic.de

Teijin; www.teijin.com

Die Kunden von K.D. Friedrich sind mittelständisch geprägt und verarbeiten die technischen Kunststoffe im Spritzguss-Verfahren oder durch Extrusion. Das bedeutet innerhalb der Wertschöpfungskette arbeiten die Hauptlieferanten mit den OEMs und den First Tier Lieferanten. K.D. Friedrich organisiert die Betreuung der Second Tier Lieferanten und den Bauteilproduzenten / Spritzgießern. (Siehe Grafik Wertschöpfungskette)

Abbildung 2 Europäische Distributionsaktivitäten Quelle: www.kdfriedrich.com (Stand Juli 2013).

3. Zieldefinition

Einer der globalen Megatrends ist die Herstellung von Kunststoffen aus nachwachsenden, regenerativen Rohstoffen.

In dieser Arbeit soll die Evaluierung der Zusammenarbeit mit einem potentiellen Lieferanten im Hinblick auf nachstehende Rahmenbedingungen untersucht werden:

- Politisch (P = politics)
- Wirtschaftlich (E= economics)
- Sozial (S = social)
- Technologisch (T= technological)
- Umwelt (E= environmental)
- Rechtlich (L= legal)

4. Political - Politische Aspekte

Betrachtet man die politischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Ausrichtung zur Förderung von regenerativen und biologisch abbaubaren Kunststoffen, so zeichnet sich ein Zuspruch der Politik in Europa dazu ab (Quelle:www.zeit.de/plastik-eu-Kommission, 11/2013). Das Thema steht schon länger im Fokus der Politik und wird im europäischen wie auch deutschen Parlament diskutiert. Es herrscht eine politische Zustimmung und Förderung der Forschung in dem Bereich der biologisch abbaubaren Kunststoffe.

Zudem ist das angestoßene Verbot von Plastiktüten in der europäischen Zone von EU Umweltkommissar Janez Potocnic zu nennen. Es liegen schon Gesetzesentwürfe für diverse Verbote vor, mit dem Ziel die herkömmliche Plastiktüte in der EU zu verbieten. Diese Gesichtspunkte der Legislative wirken sich förderlich auf das genannte Produkt der Biopolymere aus, da es zu Hundertprozent biologisch abbaubar ist.

Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 65 Plastiktüten verbraucht. Bundesweit führt das zu einer Nutzung von 5,3 Milliarden Plastiktüten im Jahr oder 10.000 Tüten pro Minute. Deutschland gehört neben Italien, Spanien und Großbritannien zu den absoluten Spitzenreitern bei dem Verbrauch von Plastiktüten. Allein in Berlin werden jährlich 227 Millionen neue Plastiktüten genutzt. Auf diese Weise entstehen jährlich 1,3 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner.

Der Plan der EU-Kommission, den enormen Verbrauch an Plastiktüten mit Steuern, Abgaben oder nationalen Verboten einzudämmen, stößt bei den Bundesbürgern auf breite Zustimmung. Laut einer vom "RTL Nachtjournal" in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage, gaben 76 Prozent und damit gut dreiviertel der Befragten an, sie würden ein Verbot von Plastiktüten befürworten.

24 Prozent sprachen sich danach gegen ein solches Verbot aus. Am stärksten sprachen sich mit 82 Prozent ältere Bürger (60 Jahre und älter) für ein Verbot aus. Am schwächsten war der Anteil der Befürworter eines Plastiktüten-Verbots mit 60 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis 29-jährigen. Insgesamt wurden am 4. November 2013 - 501 Menschen befragt.

Die Befragung zeigt, dass die Bevölkerungsmehrheit für ein Verbot der konventionellen Plastiktüten wäre. Dies deutet umso mehr daraufhin, dass neue Substitutionsmöglichkeiten gefragt sind. Die Chancen stehen gut für das Unternehmen K.D Friedrich und ihr Produkt Mirel.

5. Economical - Wirtschaftliche Aspekte

Die Entwicklung von PHA Kunststoffen ist zwar noch in den Kinderschuhen, nichtdestotrotz ist es möglich, zumindest ähnliche Produktionskosten wie die konkurrierenden Ölprodukte zu erreichen. Dies belegen auch die Zahlen der K.D. Friedrich GmbH & Co. KG.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 - Preisstrategie, Quelle: (Swatosch, Marc; K.D.Friedrich GmbH & Co. KG, 2013)

Abbildung 3- Kostenvergleich Tragetaschen aus unterschiedlichen Werkstoffen, Quelle: Nova-Institut, Stand Juli 2011

Die hier angeführte Preisstrategie verfolgt das Ziel sich den Vorteil der leichteren und schnelleren Verarbeitbarkeit und im Gegenzug den Nachteil der höheren Einstandskosten der PHA Herstellung zunutze zu machen. Wie aus der Tabelle hervorgeht, können hochverarbeitete petrochemisch hergestellte Kunststoffe nicht den Preisvorteil der durch die einfachere Verarbeitungsmöglichkeit des PHA Kunststoffes übertreffen. Diesbezüglich sind einfach verarbeitete petrochemische Produkte immer noch weitaus billiger als der Bio-Wettbewerb. Nach einer Studie werden bei steigendem PLA Marktwachstum Erfahrungskurveneffekte eintreten (Meyer-Aurich, Venus, Jolliet, & Arbor, 2012). Zudem kommen noch die zu erwartende Ölpreissteigerungen in den nächsten Jahren und die Optimierungseffekte der PHA Herstellung hinzu. Nach einer Studie der OECD wird sich der Ölpreis bis 2020 von ca. 110$ pro Barrel Brant Öl auf 190$ pro Barrel erhöhen (OECD, 2013).

Für das Jahr 1976 wurde vom Statistischen Bundesamt eine Weltproduktion von 50.000.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr ermittelt. In 2008 schon eine Weltproduktion von 280.000.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr (Statistisches Bundesamt, 2007). Somit ist eine erhöhte Nachfrage in den folgenden Jahren wahrscheinlich. Die Forscher Shen, Haufe und Patel befragten 2008 die Vertreter der Konzerne Telles-Mirel und der Kaneka Corperation in Bezug auf die zukünftige Marktentwicklung, mit folgenden Ergebnissen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 - Marktanteile nach Befragung (Quelle: Shen, Haufe, & Patel, 2009)

Der im Jahre 2008 gemessene Marktanteil von Bio-Kunststoffen betrug unter 1%, doch wird mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von 17,8 % p.a. in den nächsten 8 Jahren gerechnet und im Jahre 2018 ein Gesamtumsatz im globalen Biokunstsoff-Markt von 2,8 Mrd. US$ erwartet. Ein interessanter Absatzort ist hierbei Europa, denn mit 48% des weltweiten Verbrauchs aller Biokunststoffe in 2010 ist Europa vor Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum der größte Abnehmer von Bio-Kunststoffen (Ceresana Reserach, 2011).

6. Social - Soziale Aspekte

Die Berücksichtigung biologisch abbaubarer Rohstoffe unter sozialen Gesichtspunkten zeigt, dass es pro und contra Meinungen gibt. So ist die Deutsche Umwelthilfe kein Befürworter von biologisch abbaubaren Plastiktüten mit Anteilen nachwachsender Rohstoffe. Sie hält dies für eine schlechte Einweg-Tütenvariante. Aus technischen Gründen bestehen biologisch abbaubare Plastiktüten häufig zu 70 Prozent aus Rohöl und nur zu 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen . Gleichzeitig wirkt sich der aufwändige landwirtschaftliche Anbau von Energiepflanzen, die für die Herstellung biologisch abbaubarer Plastiktüten nötig sind, besonders negativ auf die Umwelt aus.

Hinzu kommt, dass biologisch abbaubare Plastiktüten aus der Haushaltssammlung nur eingeschränkt recyclingfähig sind und das Recycling herkömmlicher Kunststoffe behindern. Laut dem Umweltbundesamt ist die Kompostierung biologisch abbaubarer Plastiktüten der umweltschädlichste aller Entsorgungswege. Die Kompostierung einer PLA-Plastiktüte trägt weder zum Aufbau von Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Die Ökobilanz biologisch abbaubarer Tüten verschlechtert sich zusätzlich durch einen größeren Materialaufwand. Denn im Gegensatz zu rohölbasierten Tragetaschen, muss ihre Tütenfolie dickwandiger sein, um dieselbe Reißfestigkeit zu besitzen.

Tütenhersteller beginnen inzwischen mit der Produktion von Polyethylen-Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Zuckerrohr aus Brasilien. Ökobilanzen zeigen, dass Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in einer gesamtökologischen Betrachtung oft zu noch negativeren Umweltauswirkungen führen als erdölbasierte Kunststoffe. Der reine Pflanzenrohstoff in Tragetaschen ist klimaneutral, nicht jedoch die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung. Zudem wird für „Bio-PE-Tüten“ ausschließlich Neumaterial eingesetzt. Polyethylen-Tüten aus Zuckerrohr weisen in der Gesamtbetrachtung keine erheblichen Vorteile gegenüber solchen aus fossilem Rohöl auf und sind somit keine umweltfreundliche Alternative.

Betrachtetet man die Argumente der Deutschen Umwelthilfe, trifft dies nur für Mischpräparate zu, die auch noch einen Anteil von bis zu 70% petrochemisch hergestellter Kunststoffe beinhalten und nur 30% biologisch abbaubare Substanzen, wie die PLA Variante. Genau hier ist es extrem wichtig diesen Interessengruppen darzulegen, dass das Produkt Mirel von dem Unternehmen K.D. Friedrich GmbH vollständig in 6 Monaten biologisch abbaubar ist und es keine petrochemischen Inhaltsstoffe hat.

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Details

Seiten
27
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668166936
ISBN (Buch)
9783668166943
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317020
Note
1,4
Schlagworte
Business Plan Strategische Analyse; Unternehmensanalyse; Situationsanalyse; Umfeldanalyse; PESTEL;

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Titel: PESTEL Analyse von Bio-Polymeren. Werden konventionelle Kunststoffe aus dem Markt verdrängt?