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Zuckergehalt in Getränken. Praxisbeispiel für die Relevanz und den Aufbau einer Unterrichtseinheit zur Ernährungsbildung bei Kindern und Jugendlichen

Studienarbeit 2015 28 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedingungsanalyse

3. Sachanalyse
3.1 Gesundheitliche Auswirkungen des Zuckerkonsums durch Getränke
3.2 Verzehr von zuckerhaltigen Getränken in der Bevölkerung
3.3 Verzehr von zuckerhaltigen Getränken bei Kindern und Jugendlichen

4. Didaktische Analyse

5. Methodische Analyse
5.1 Inhaltsstruktur
5.2 Handlungsstruktur
5.3 Sozialstruktur

6. Verlaufsplanung
6.1 Erste Schulstunde
6.1.1 Einstieg
6.1.2 Erster Teil der Erarbeitung
6.2 Zweite Schulstunde
6.2.1 Zweiter Teil der Erarbeitung

7. Ergebnissicherung und Reflexion

8. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang I – Lückentext

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Informationskasten Definition Erfrischungsgetränke

Abbildung 2: Verbrauch von Erfrischungsgetränken und Säften in Litern pro Person in Deutschland, 2002 – 2011

Abbildung 3: Mengenverhältnisse des Getränkekonsums bei Kindern und Jugendlichen

Abbildung 4: Mittlere Anzahl Gläser an Säften und Erfrischungsgetränken pro Tag bei Kindern und Jugendlichen nach Alter und Geschlecht

Abbildung 5: Mittlere Anzahl Gläser an Säften und Erfrischungsgetränken pro Tag bei Kindern und Jugendlichen (3 bis 17 Jahre) nach Sozialstatus

Abbildung 6: Auswahl an zu untersuchenden Getränken

Abbildung 7: Visualisierung der Ergebnisse der Zuckerwürfel-Aufgabe

1. Einleitung

Kinder, Jugendliche und die Thematik „Gesund Ernährung“ – das ist kein leichtes Unterfangen. Kinder übernehmen überwiegend die Ernährungsgewohnheiten, die sie von ihrem Zuhause kennen. Diese können durchaus auch negativ für ihre Gesundheit sein. Allerdings können sie dies in jungen Jahren oftmals noch nicht einschätzen. Bei der Altersklasse der Jugendlichen spielt dagegen ein ausgeprägtes Desinteresse in diese Richtung eine große Rolle. Sie essen und trinken das, was in ihrer Altersklasse alle zu sich nehmen. Die Ernährung muss modern sein, schnell gehen, besonderen optischen Ansprüchen genügen oder trendy sein; Fast Food sowie bunte Softdrinks mit besonderen Effekten sind besonders begehrt.

Die Folgen, die diese doch sehr einseitige Ernährung mit sich bringt, liegen oftmals nicht in ihrem Blickfeld. Gerade im Hinblick auf die gesundheitlichen Konsequenzen ist es jedoch wichtig, schon die Schulkinder für Themen im Bereich der gesunden Ernährung zu sensibilisieren und ihnen Handlungsalternativen aufzuweisen; besonders dann, wenn Familie und Angehörige dies nicht leisten können oder wollen. Die Konsequenzen einer falschen und ungesunden Ernährung können vielfältig sein. Die Bandbreite reicht von der Schädigung der Zähne durch Karies bis hin zu organischen Problemen durch Übergewicht. Viele dieser Gesundheitsfolgen können vermieden werden, wenn rechtzeitig präventiv gehandelt wird.

Aus diesem Anspruch heraus entstand die folgende Lerneinheit. Sie soll beispielhaft Schülerinnen und Schülern einer fiktiven Jahrgangsstufe 5 aufzeigen, dass gesunde Ernährung auch damit zu tun hat, was sie trinken. Sie sollen verstehen, dass bunte und süße Softdrinks der Gesundheit schaden können und dazu animiert werden, auf gesündere, vor allem zuckerärmere, Getränke auszuweichen.

Der vorangestellte theoretische Abschnitt verdeutlicht die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung und speziell der Kinder und Jugendlichen und zeigt auf, welche gesundheitlichen Probleme daraus entstehen können. Der praktische Teil stellt ein mögliches Konzept vor, um den Kindern und Jugendlichen die Thematik rund um Zucker in Getränken zu veranschaulichen und sie zu einem Überdenken ihres eigenen Trinkverhaltens anzuregen.

2. Bedingungsanalyse

Die folgende Unterrichtseinheit hat eine bestimmte Zielgruppe. Es handelt sich hierbei um eine fiktive Schulklasse.

In der Klasse befinden sich ungefähr gleich viele Mädchen und Jungen, wobei die Anzahl der Mädchen leicht überwiegt. Sie besuchen die Jahrgangsstufe 5 einer Realschule im ländlichen Raum im Bundesland Hessen. Die Klasse ist mit 20 Schülern nicht sehr groß. Durch das ländliche Einzugsgebiet gibt es keine Schüler mit Migrationshintergrund. Kinder mit Inklusionsbedarf, also mit Handicaps, und solche mit besonderem Förderbedarf sind ebenfalls nicht in der Klasse. Der Sozialstatus der Schüler ist unterschiedlich, allerdings überwiegt der Anteil an Schülerinnen und Schülern aus intakten, gut situierten Haushalten mit mittlerem bis hohem Bildungsgrad.

Die Kinder haben Vorkenntnisse über Krankheiten, die durch Zucker ausgelöst werden können. Ein paar Schulkinder haben davon bereits im Kindergarten gehört, wo das Thema Karies und Zahnpflege erklärt wurde. Des Weiteren wird die Schule regelmäßig von einem Schulzahnarzt besucht.

Alle Kinder können durchschnittlich gut lesen und können rechnerisch sicher durch drei teilen. Letzteres kann allerdings auch mit einem Taschenrechner ausgeführt werden, da dies bei Zahlen, die sich nicht glatt durch drei teilen lassen, nicht von den Schülern geleistet werden kann.

Die Unterrichtseinheit ist für das Fach Biologie konzipiert. Für die Unterrichtseinheit werden 90 Minuten bereitgestellt. Dies entspricht zwei regulären Schulstunden. Der Realschul-Lehrplan des Landes Hessen sieht in der Jahrgangsstufe 5 unter Punkt „5.4 Mensch – gesund leben“ die Thematik „Ernährung und Verdauung“ vor. Als fakultativer Unterrichtsinhalt wird der Schulzahnart vorgesehen (Hessisches Kultusministerium, o.J., 10).

3. Sachanalyse

3.1 Gesundheitliche Auswirkungen des Zuckerkonsums durch Getränke

Der Verzehr von zuckerhaltigen Getränken hat vielfältige Auswirkungen auf die Gesundheit und ist deswegen kritisch zu betrachten. Durch den regelmäßigen Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken neben der üblichen Ernährung erhöht sich die Energiezufuhr des Körpers. Dies tritt besonders dann auf, wenn die Getränke zwischen den Mahlzeiten verzehrt werden. Ein Grund dafür ist vermutlich die geringere Sättigungswirkung von flüssiger Nahrung im Vergleich zu fester Nahrung. Bei dem Konsum von Erfrischungsgetränken werden relativ viele Kalorien aufgenommen, die den Körper nicht lange sättigen. Diese zusätzliche Kalorienzufuhr sollte durch den Verzicht auf andere, stark energiehaltige Lebensmittel oder durch einen höheren Energieverbrauch ausgeglichen werden. Andererseits sind langfristig der Anstieg des Körpergewichts und somit das Risiko für Adipositas die Folge (Robert Koch-Institut, 2013, 2).

Durch den übermäßigen Genuss von Erfrischungsgetränken erhöht sich vermutlich auch das Risiko für Diabetes mellitus. Der Zucker in den Getränken sorgt für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dadurch muss vom Körper eine erhöhte Menge Insulin ausgeschüttet werden, um diesen Spiegel wieder zu senken. Die vermehrte Insulinausschüttung regt einen Kreislauf aus Hungergefühl und erneuter Aufnahme von Kohlenhydraten an. Durch diesen Effekt erhöht sich vermutlich das Diabetes-Risiko (Robert Koch-Institut, 2013, 2).

Weitere negative Auswirkungen hat der Zucker auf die Zahnsubstanz. Der Zucker sowie die Säure in den Getränken greifen den Zahnschmelz an und fördern so die Bildung von Karies. Die Säure kommt in Säften von Natur aus vor und wird Erfrischungsgetränken oftmals zugesetzt (Robert Koch-Institut, 2013, 3).

Bekannt ist auch, dass es Zusammenhänge zwischen der Verzehrmenge von zuckerhaltigen Getränken und der Knochengesundheit gibt. Es wurde festgestellt, dass der Mineralgehalt der Knochen abnimmt, je mehr Soft Drinks verzehrt werden. Unter Soft Drinks sind sowohl koffeinhaltige als auch nichtkoffeinhaltige Getränke, z.B. Limonaden, Sportgetränke, Eistees, Fruchtsaftgetränke und Energy Drinks, zu verstehen (Robert Koch-Institut, 2013, 3).

3.2 Verzehr von zuckerhaltigen Getränken in der Bevölkerung

Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser. Vor diesem Hintergrund ist eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr essentiell. Die Flüssigkeitsaufnahme wird zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Stoffwechselprozesse und Körperfunktionen benötigt. Wie viel Flüssigkeit dafür aufgenommen werden muss hängt sowohl vom Lebensalter als auch von der körperlichen Aktivität sowie von der Jahreszeit ab. Zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs gibt es viele Möglichkeiten. Von Wasser über Tee und Fruchtsaftgetränke bis hin zu Erfrischungsgetränken gibt es etliche Angebote. Ernährungsphysiologisch ist jedoch nicht jedes Getränk positiv zu bewerten (Robert Koch-Institut, 2013, 1).

Besonders Erfrischungsgetränke sowie Fruchtsäfte und –nektare weisen meist einen hohen Zuckergehalt auf. Sie werden zudem wegen ihres hohen Kaloriengehaltes oftmals kritisch bewertet (Robert Koch-Institut, 2013, 1).

Fruchtsäfte enthalten in der Regel nur fruchteigenen Zucker und einen Großteil der Nährstoffe des ursprünglich verwendeten Obstes. Fruchtnektare sowie Erfrischungsgetränke enthalten deutlich weniger Nährstoffe, dafür aber sehr viel industriell zugesetzten Zucker. Dadurch haben sie zudem einen hohen Energiegehalt (Robert Koch-Institut, 2013, 1).

„Obwohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, den täglichen Flüssigkeitsbedarf möglichst über Wasser und andere energiearme Getränke zu decken (DGE 2010), nimmt die Bevölkerung relativ große Mengen an zuckerhaltigen Getränken zu sich.“ (Robert Koch-Institut, 2013, 1)

Es ist wichtig, sich im Kontext der folgenden Unterrichtseinheit damit zu beschäftigen, wie der Konsum von zuckerhaltigen Getränk in der Gesamtbevölkerung aussieht, da Eltern und andere Erwachsene oft Vorbilder für Kinder sind, an denen diese sich in ihrem Verhalten orientieren.

Abbildung 1 zeigt in Form eines Informationskastens auf, was unter den sogenannten Erfrischungsgetränken zu verstehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Informationskasten Definition Erfrischungsgetränke (Robert Koch-Institut, 2013, 2)

Der Verbrauch an Erfrischungsgetränken lag im Jahr 2011 durchschnittlich bei knapp 120 Litern pro Person und damit 20 Liter unter dem von Mineralwasser. Der Verbrauch an Erfrischungsgetränken hat sich im Verlauf der letzten Jahre erhöht, der von Fruchtsäften ist gesunken (Robert Koch-Institut, 2013, 1).

Abbildung 2 stellt grafisch dar, welche Trends die letzten Jahre zu beobachten waren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verbrauch von Erfrischungsgetränken * und Säften ** in Litern pro Person in Deutschland, 2002 – 2011 (Robert Koch-Institut, 2013, 2; Quelle: BMELV 2011, 2012)

Die Grafik zeigt deutlich den konstant hohen Verzehr von Erfrischungsgetränken auf. Die Verzehrmenge von Säften liegt deutlich unter der der Erfrischungsgetränke und ist im Zeitraum der Messungen leicht gesunken. Währenddessen stieg die Verzehrmenge von Erfrischungsgetränken an.

3.3 Verzehr von zuckerhaltigen Getränken bei Kindern und Jugendlichen

Durch die KiGGS-Studie liegen Zahlen vor, in welchen Maßen welche Getränke von den Kindern und Jugendlichen verzehrt werden.

Jungen trinken demnach signifikant häufiger täglich Softdrinks und Energydrinks als Mädchen. Mädchen trinken tendenziell häufiger täglich Leitungswasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertee (Kleiser, 2007, 206).

„Der Anteil der Personen, die täglich bzw. mehrmals täglich Softdrinks zu sich nimmt, steigt signifikant mit zunehmendem Alter – etwas stärker bei Jungen als bei Mädchen.“ (Kleiser, 2007, 206)

Die Menge der verzehrten Säfte nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die tägliche Verzehrmenge von Mineralwasser und Tee bleibt über alle Altersklassen hinweg nahezu konstant. Schwarzer Tee und Kaffee finden sich in den jüngeren Altersklassen kaum, leisten allerdings schon einen wesentlichen Beitrag zur Flüssigkeitsaufnahme bei den Teenagern (Kleiser, 2007, 206).

Im Durchschnitt besteht bei Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 10 Jahren fast die Hälfte der verzehrten Getränke aus Säften und Erfrischungsgetränken. Säfte werden in dieser Altersklasse allerdings anteilmäßig mehr getrunken. Die andere Hälfte besteht vor allem aus Wasser und Früchtetees (Robert Koch-Institut, 2013, 4).

Jungen zwischen 11 und 17 Jahren trinken deutlich mehr Erfrischungsgetränke und entsprechend weniger Säfte. Bei Mädchen dieser Altersklasse besteht die Hälfte der verzehrten Getränke aus Wasser (Leitungs- und Mineralwasser) (Robert Koch-Institut, 2013, 4).

Allerdings trinken auch die 11- bis 17-jährigen Mädchen schon deutlich mehr Erfrischungsgetränke und dafür wiederum weniger Säfte als die jüngeren Mädchen (Robert Koch-Institut, 2013, 4).

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Details

Seiten
28
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668163768
ISBN (Buch)
9783668163775
Dateigröße
942 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317167
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda – Fachbereich Oecotrophologie
Note
2,3
Schlagworte
praxisbeispiel unterrichtseinheit ernährungsbildung zuckergehalt in getränken ökotrophologie kinder und jugendliche

Autor

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Titel: Zuckergehalt in Getränken. Praxisbeispiel für die Relevanz und den Aufbau einer Unterrichtseinheit zur Ernährungsbildung bei Kindern und Jugendlichen