Lade Inhalt...

Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung

Hausarbeit 2016 23 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Normalität – Norm, Normabweichung und Normalitätskonzept
2.1 Norm und Normabweichung
2.2 Normalität – Integration oder Ausgrenzung?
2.3 Behinderung und „behinderter Mensch“ aus soziologischer Sicht oder „Soziologie der Behinderten“
2.4 Das soziale Problem: Behinderung und Minoritätsansatz

3. Zwischen Integration und Ausgrenzung
3.1 Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber behinderten Menschen
3.2 Wie äußert sich Behindertenfeindlichkeit?
3.3 Umgang mit Behinderungen
3.3.1 „Integration und Ausgrenzung aus Elternsicht“
3.3.2 Möglichkeiten der Integration von Behinderten in das Arbeitsleben

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der alltäglichen Praxis verwenden wir den Ausdruck ‚ Normal ‘, ohne uns Gedanken über dessen Bedeutung zu machen. Wir kommentieren beispielsweise Aussagen mit dem Wort normal oder begreifen Verhaltensweisen als normal. Die Frage ist, was ist gemeint mit der Bezeichnung ‚normal‘. Nach Luhmann verwendet jedes Subsystem der Gesellschaft im Rahmen der Grenzziehung und Selbstbeschreibung den binären Code[1], hier handelt es sich um den Code normal/anormal. An dieser Stelle ist zu differenzieren, was Normalität bedeutet und was das gängige Normalitätskonzept ist, denn nur, wenn bekannt ist, was ‚normal‘ ist, ist zu verstehen, was das ‚Anormale‘ zu sein vermag.

Innerhalb der Recherche zu dieser Ausarbeitung hat sich folgende Frage als Forschungsfrage herauskristallisiert: Wie ist Normalität im Kontext der Behindertenfeindlichkeit zu verstehen? Werden Menschen mit Behinderungen ‚normal‘ behandelt oder ist es ‚normal‘, ihnen mit Behindertenfeindlichkeit zu begegnen? Meine Leitfragen beziehen sich vor allem auf die Frage der Integration und Ausgrenzung, da Ausgrenzung einen Teil von Diskriminierung und Behindertenfeindlichkeit darstellt: Wie lassen sich Integration und Ausgrenzung im Rekurs auf die soziologischen Normalitätskonzeptionen deuten?

Das zweite Kapitel leitet im Besonderen in die Thematik der Behindertenfeindlichkeit ein. Hierbei bezieht sich die vorliegende Arbeit vor allem auf den Begriff der Normalität. Es ist vorab zu klären, was unter Norm und was unter Normabweichung zu verstehen ist. In diesem Zusammenhang geht die Arbeit auf das gängige Normalitätskonzept ein und betrachtet den Begriff der Normalität im Hinblick auf Integration und Ausgrenzung.

Der zweite wichtige Block im zweiten Kapitel setzt sich mit Behinderungen und dem Ausdruck „behinderter Mensch“ auseinander. An dieser Stelle erfolgt ein enges Arbeiten mit dem Buch „Soziologie der Behinderten. Eine Einführung“ von Günther Cloerkes. Zu Beginn steht die Klärung, was Cloerkes unter „Soziologie der Behinderten“ begreift; des Weiteren gilt es, das abweichende Verhalten in Bezug auf Behinderungen zu definieren. Ebenfalls befasst sich die Arbeit mit dem sozialen Problem Behinderung und dem Minoritätsansatz.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich insbesondere mit den Verhaltensweisen und dem Umgang Nicht-Behinderter gegenüber Behinderten. Hier besteht die Hoffnung auf die Möglichkeit des Rückschlusses hinsichtlich der Integration im Zusammenhang mit dem Verständnis über Normalität und Normalitätskonzepten.

Nicht zuletzt liegt der Fokus auf der Einbeziehung der Elternsicht zur Integration und auch auf dem Betrachten der Möglichkeiten der Integration behinderter Menschen in das Berufsleben.

Die Ausarbeitung soll erläutern, inwieweit sich die Gesellschaft mit ihren Ansichten über die Norm (normal) und Normabweichung (anormal) gewandelt hat, sie soll auch beantworten, ob behinderte Menschen tatsächlich eine Integration in die Gesellschaft oder deren Ausschluss erfahren. Ebenso ist zu beantworten, ob Integration in der heutigen Gesellschaft möglich geworden ist. Das Ergebnis der Forschungsfrage ist abhängig von den erzielten Erkenntnissen.

2. Normalität – Norm, Normabweichung und Normalitätskonzept

2.1 Norm und Normabweichung

Die Frage ist, was beschreibt am besten, was normal und was anormal ist. Beim Betrachten des Gesundheitssystems dieses Kontextes verdeutlicht sich umgehend die Darstellung von krank vs. gesund hinsichtlich dessen Basis. Der Mensch ist entweder krank oder er ist gesund. Hier kommt es zum Gleichsetzen des Wertes gesund mit ‚Normalität‘ und des Wertes krank mit ‚ Anomalie‘ (vgl. Hahn 2003, S. 30). Heutzutage ist die Kodierbarkeit der Gesundheit etwas breiter zu fassen. Ein Mensch kann nie völlig gesund sein, es gibt häufig von der Gesundheitsnorm veränderte Blut- und Leberwerte, Hautverfärbungen und anderes. Die Kodierung auf diesem Gebiet ist jetzt „der Gesundheit dienlich oder nicht dienlich“ (ebd., S. 31). Da sich die Gesundheit eines Menschen ständig im Wandel befindet, es aber gilt, diese stets aufrechtzuerhalten, besteht die Sorge um die eigene Normalität. Sich für gesund befinden zu lassen, ist demnach kein Zustand mehr, sondern lediglich eine Tendenz (vgl. ebd.), was aber dafür spricht, dass kein einziges Individuum vollends ‚normal‘ bzw. gesund ist.

Normen [2] sind von größter Bedeutung, um das Phänomen ‚Behinderung‘ zu verstehen: In erster Linie erfolgt die Betrachtung der statistischen Norm, die im Hinblick auf Behinderung das am häufigsten verwendete Normkonzept ist und die Normalität definiert (vgl. Humphreys und Müller 1996, S. 57). Mittels Median oder des Mittelwertes kommt es zur Bestimmung einer zentralen Tendenz innerhalb der Häufigkeitsverteilung. Diese zentrale Tendenz heißt auch „Mittelwert“. Der Mittelwert befindet sich in der Gausschen „Normalverteilung“. Jedem Individuum lässt sich ein Abweichungswert zuordnen, demzufolge ein Punkt, der vom Mittelwert abweicht, aber innerhalb der Normalverteilung liegt. Ziel der Normalverteilung ist es nicht, zwischen Mehrheit und Minderheit zu trennen, sondern jedem Individuum ein Maß an Normabweichung zuzuweisen, demnach ist kaum ein Individuum ‚normal‘ (ebd.). Hier gilt es wahrscheinlich eher, den Schweregrad der Normabweichung festzustellen, um eine Differenz zwischen normal und anormal ziehen zu können.

Des Weiteren existieren die Idealnorm und die soziale Norm. Idealnorm meint, das ‚Erwünschte, das Gute‘ zu repräsentieren, es handelt sich demzufolge um Sollwerte. Behinderte Menschen sehen sich von der Idealnorm stark angegriffen, zu denken ist an das Beispiel des Schönheitsideals; Behinderte mit Down-Syndrom entsprechen nicht dem Schönheitsideal der Gesellschaft.

Die soziale Norm setzt Verhaltensanforderungen bzw. Regeln für das Verhalten der Menschen in einer Gesellschaft (vgl. ebd., S. 59) fest. Vor allem aber werden soziale Normen von den Gesellschaftsmitgliedern aufgenommen und verinnerlicht und in ethnisch-moralische Wertvorstellungen umgewandelt (vgl. ebd.).

Jedes der Normkonzepte führt zu einem besseren Verständnis des Begriffes Norm, doch fehlt an diesem Punkt eine genaue aber allgemeine, auf alle Bereiche zugeschnittene Definition des Begriffes Norm. „Es scheint, dass die Bestimmung eines allgemeinen Begriffs der ‚Norm‘ bisher an seiner – vielleicht manchmal unterschätzten, jedenfalls schwer zu fassenden – Komplexität gescheitert ist (ebd., S. 60).

Es besteht die Frage in Bezug auf die Normabweichung. Einfach gesagt, die Welt ist nur auf bestimmte Menschen zugeschnitten. Menschen, die groß genug sind, um an Fahrkartenautomaten zu gelangen, die sehen und hören können, wohin sie gehen und was man ihnen sagt, Menschen die sich ohne jegliche Hilfe, z. B an Rampen, fortbewegen können. Betrachte ein jeder seinen Alltag; nicht überall stehen Ampeln für Sehbehinderte, nicht überall gibt es Rollstuhlrampen. Diese Liste lässt sich noch weiter fortführen. Es folgt ein weiterer Hinweis auf den Normalitätsbegriff: In die Normalitätskonstruktion fließen Bilder von Norm-Menschen ein und alle, die nicht in diese Normalitätsdefinition passen, sehen sich an den Rand gedrängt. Die Konzipierung der Platzierung der Fahrkartenautomaten geschah für eine andere Norm der Körpergröße als z. B. für die der Kleinwüchsigen.

Es existieren demzufolge verschiedene Normkonzepte und es gibt Menschen, die von diesen abweichen. Aber was ist das Normalitätskonzept, an dem sich die Gesellschaft orientiert? „(…) der Unterschied zwischen der modernen und postmodernen Normalität [ist] darin zu sehen, dass früher die herrschende Normalität durch vernunftbegründete oder auch religiöse Normen festgesetzt wurde, also vorab bestimmt wurde, was als normal zu gelten hat (…). Heute hingegen wird die Norm erst nachträglich festgestellt, z.B als Durchschnittsnorm, die aber damit flexibel und im Prinzip immer weiter steigbar ist. Insofern geht es (…) vor allem um die Optimierung von Normalitäten“[3] (Rommelspacher 1999, S. 28). Hier lässt sich zum wiederholten Male an das Gesundheitssystem anknüpfen. Krebs (1996) beschreibt in seinem Werk die Gesundheit als hohes menschliches Gut, das jeder anstrebt. Dabei bezieht sich das heutige Verständnis von Gesundheit vor allem auf körperliche Intaktheit, z. B. Schönheit und Fitness eines Menschen. Das ist das Idealbild und „wird alltäglich (…) als Maßstab für die Einschätzung anderer verwendet“[4] (Krebs 1996, S. 46).

Ein gesunder, attraktiver Mensch gilt als normal und alles, was dem nicht gleicht, entspricht nicht dem gängigen Normalitätskonzept.

Dies bleibt allerdings nur ein Idealbild, keine Apparatur und kein Arzt können die hundertprozentige Gesundheit eines Menschen konstatieren; im besten Fall gibt es die Mitteilung, es liege kein krankhafter Befund vor.

2.2 Normalität – Integration oder Ausgrenzung?

Das Grundgesetz garantiert gleichermaßen alle Rechte der Menschen. Deswegen ist der Begriff der ‚Normalität‘ nicht zwangsläufig auf die Menschen als Individuum übertragbar, sondern eher auf die Lebensverhältnisse und Lebensmöglichkeiten. Ziel des Normalisierungskonzeptes[5] ist es, dass Behinderte ein so normales Leben wie möglich führen können. Doch tatsächlich ist die Frage zu stellen, ob das möglich ist, denn es ist stets zu differenzieren, welchen Schweregrad eine Behinderung hat (vgl. Zöller 1996, S. 72). Sowohl bei geistigen als auch bei körperlichen Behinderungen existieren unterschiedliche Schweregrade. Als Beispiel dient das Normalisierungskonzept von Zöller (1996). Eines der erstrebenswerten Ziele für (geistig) Behinderte, um sich den Lebensformen der Gesellschaftsmitglieder annähern zu können, ist die räumliche Trennung von Wohnbereich und dem Bereich der Tagesbeschäftigung, z. B Schule. Ebenso erstrebenswert ist es für Autisten, hier fehlen jedoch die passenden Einrichtungen. Ein weiteres Ziel ist die Integration in Kindergärten und Schulen. Hier entwickeln sich vereinzelt Probleme; da geistig Behinderte einen besonderen Betreuungsbedarf haben, kann es zu Ausgrenzungen kommen (vgl. ebd., S. 73).[6]

Behinderte, die ein hohes Maß an Fürsorge und Betreuung benötigen, sind in der Möglichkeit der Integration sehr eingeschränkt. Zöller (1996) schreibt passend: „Das Normalisierungsprinzip (…) [ist] geeignet, um die Würde der behinderten Menschen zu schützen, birgt die Gefahr (…), festzuschreiben, was es heißt ein normales Leben zu führen. Wer in dieses Raster nicht passt, läuft Gefahr, auch im Behindertenmilieu ausgegrenzt zu werden“ (ebd., S. 74).

Eine wesentlich sinnvollere Art der Integration wäre es z. B., Schülern zu helfen ihre Behinderung zu akzeptieren und „ihr Selbstbewusstsein dadurch zu stärken, dass sie auf das schauen, was ihnen möglich ist statt auf die Defizite, durch die sie sich
von den sogenannten Normalen unterscheiden“ (ebd., S. 75) Denn obwohl Förderschulen und Schulen für geistig Behinderte – theoretisch – dazu da sind, um diese Schüler zu fördern, zu integrieren und ihnen Schulbildung zu ermöglichen, gestaltet sich dies praktisch oft anders. Das Schulen von Behinderten und Nicht-Behinderten geschieht gemeinsam im Sinne der Integration, doch dabei sehen sich die Behinderten an den Nicht-Behinderten gemessen, um dann die Defizite aufarbeiten zu können (vgl. ebd., S. 74). Demzufolge ist oft nicht von wahrer Integration, sondern lediglich von einer ‚Scheinintegration‘ auszugehen. Eine gelungene Integration ist letztlich nicht daran zu messen, ob eine Annäherung an die Normalität gelungen ist oder nicht, vielmehr geht es darum, Menschen, z. B. Autisten, zu akzeptieren, „anstatt [sie] in das Korsett der Normalität zu pressen“ (ebd., S. 75).[7]

2.3 Behinderung und „behinderter Mensch“ aus soziologischer Sicht oder „Soziologie der Behinderten“

„Soziologie ist die Wissenschaft vom Zusammenleben der Menschen. Forschungsgegenstand der Soziologie ist das Zusammenleben und Zusammenhandeln der Menschen sowie die hieraus resultierende Wirklichkeit“ (Cloerkes 2007, S. 2).

Bezogen auf Behinderungen besteht diese Wirklichkeit nach WHO (1980) aus einer Dreiteilung; erstens aus dem/der impairment[8] /Schädigung, zweitens aus disability[9] /Behinderung und drittens dem/der handicap[10] /Benachteiligung.

Der bedeutsamste Punkt aus soziologischer Sicht ist das Handicap, denn das ist eine mögliche soziale Folge von Behinderungen (vgl. ebd., S. 3). Bei einem blind geborenen Kind handelt es sich um impairment. Die daraus resultierende Beeinträchtigung, dass es nicht sehen kann, ist die Behinderung. Das Handicap besteht darin, obwohl es Interessen und gute Anlagen hat, kein ‚normales‘ Leben führen zu können (vgl. ebd., S. 6).

Günther Cloerkes (2007) äußert in seinem Buch „Soziologie der Behinderten“ eine sehr passende Definition zu Behinderung und „behinderter Mensch“. Eine Behinderung ist etwas Dauerhaftes und Sichtbares im körperlichen, seelischen oder geistigen Bereich mit der Zuteilung eines negativen Wertes. „Dauerhaftigkeit unterscheidet Behinderung von Krankheit. Sichtbarkeit ist […] das Wissen anderer Menschen um die Abweichung“ (ebd., S. 8). Nach Cloerkes (2007) ist ein Mensch ‚behindert‘, wenn eine Abweichung von den sozialen Erwartungen vorliegt und wenn diese Abweichung negative Reaktionen hervorruft (vgl. ebd.).

Passend zum Thema Behinderung und „behinderter Mensch“ ist es wichtig, zu klären, was abweichendes Verhalten ist und inwiefern Behinderungen abweichendes Verhalten darstellen. Als abweichendes Verhalten, auch Devianz genannt, verstehen die Sozialwissenschaften die Abweichung von der Norm. Hierzu gehören auch folgende Formen des Verhaltens wie z. B. Kriminalität, Prostitution, Selbstmord etc. (vgl. ebd. , S. 160). „Der gemeinsame Nenner aller Formen abweichenden Verhaltens ist die Verletzung sozialer Normen als allgemein bekannte und akzeptierte Regeln des Zusammenlebens. Normen sind generalisierte Verhaltenserwartungen (…)“ (ebd.).

Eine Behinderung ist nicht zwingend als Abweichung gekennzeichnet; trotzdem besteht zwischen diesen beiden Begriffen ein Zusammenhang. Dieser liegt in dem ‚anders sein‘ der behinderten Menschen. Dieses ‚anders sein‘ entspricht nicht den gesellschaftlichen Erwartungen (vgl. ebd.). Zur Entstehung von abweichendem Verhalten gibt es einige Theorien, doch für die Soziologie sind zwei der Ansätze entscheidend: der strukturelle und der prozessuale. Im Folgenden beschränkt sich die Arbeit auf die Darstellung des strukturellen Ansatzes.[11]

Beim wichtigsten Merkmal des strukturellen Ansatzes kann ein Dritter zweifelsfrei feststellen, ob es sich um abweichendes Verhalten handelt. Das Kriterium hierzu ist die Normverletzung. Dabei sind sowohl die Vorgaben der Norm als auch deren Verletzung objektiv greifbar (vgl. ebd., S. 161). „Auf behinderte Menschen bezogen: Die Normabweichung ist durch Diagnostik nachzuweisen“ (ebd.).

In diesem Zusammenhang spricht Cloerkes (2007) von Spannungen zwischen dem gesellschaftlichen Normsystem und dem konkreten Handeln des Individuums und dass dieser „Dualismus Individuum – Gesellschaft“ (ebd.) zum Gegenstand des Anomie-Konzeptes geworden ist (vgl. ebd.). „Mit ‚Anomie‘ ist ein Zustand der Desintegration gemeint“ (ebd.). Anomie wird verursacht durch zunehmende Arbeitsteilung und abnehmende Sozialkontakte. Aus Anomie wiederum resultieren Normlosigkeit und abweichendes Verhalten (vgl. ebd.).

[...]


[1] Ein binärer Code ist eine zweiseitige Form, wobei die andere Seite durch das Wort nicht
erreicht wird. Unsere Sprache ist voll von diesen Formen. Es besteht die Illusion, es gäbe zu jedem Wort das entsprechende Negativ.

[2] Es gibt noch weitere Normkonzepte wie technische Norm und biologisch/funktionelle Norm; siehe dazu Humphreys und Müller 1996, S. 58. Die genaue Literaturangabe führt das Literaturverzeichnis ordnungsgemäß auf.

[3] Hier wird Jürgen Link (1996) zitiert.

[4] Es gibt allerdings auch Subkulturen, die sich dem Maßstab der Normalität mit Absicht entziehen.

[5] „Das Normalisierungskonzept gilt seit ca. 30 Jahren, als anerkannte Zielsetzung für die Planung von Hilfen für (geistig) Behinderte. (…) geht auf den Dänen Bank-Mikkelsen zurück, der den Begriff Ende der 50er Jahre prägte“ (Zöller 1996, S. 72).

[6] Vor allem für Autisten fehlen oftmals die passenden Einrichtungen, sodass es bei dieser Form der Behinderung am häufigsten zu Ausgrenzung und Aussonderung kommt (vgl. ebd.).

[7] Der Begriff geht auf Walter Thimm zurück, er hat im Jahre 1972 einen Sammelband mit Beiträgen zu diesem Thema vorgelegt.

[8] Es handelt sich um eine „Störung der organischen Ebene“ (ebd. S.5).

[9] Es handelt sich um eine „Störung auf der personalen Ebene“ (ebd.).

[10] Es bestehen „Mögliche Konsequenzen auf der sozialen Ebene“ (ebd.).

[11] Hintergrund des strukturellen Ansatzes ist die „Strukturell-funktionale-Theorie“ (Parsons 1951/68).

Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668168213
ISBN (Buch)
9783668168220
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317411
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Schlagworte
behindertenfeindlichkeit normalität zwischen integration ausgrenzung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Behindertenfeindlichkeit als Normalität? Zwischen Integration und Ausgrenzung