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Kriegswirtschaft im Nationalsozialismus. Der "Ausländer-Einsatz" im Dritten Reich und die Politik Fritz Sauckels

Hausarbeit (Hauptseminar) 1997 27 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgeschichte des Ausländer-Einsatzes

3. Der Poleneinsatz

4. „Unternehmen Barbarossa“: vom Vernichtungskrieg zum Arbeitseinsatz

5. Der „Russeneinsatz“
5.1. Die Grundsatzentscheidungen
5.2. Von Kriegsgefangenen zu Zivilarbeitern
5.3. Die „Ostarbeiter-Erlasse“

6. Die politische Schaltstelle: Der GBA
6.1. Kompetenz-Chaos und Mißwirtschaft
6.2. Politische Neuordnung nach Todts Tod
6.3. Die Aufgaben Sauckels
6.4. Die Situation der Ostarbeiter 1941 und
6.5. Steigerung der Effizienz
6.6. Russische Dienstmädchen
6.7. Ausweitung auf Frankreich

7. Die „Arbeitserfassungen“ von 1943/
7.1. Die arbeitsmarktpolitischen Folgen des Stalingrad-Fiaskos
7.2. Frankreich
7.3. Die Speer-Sauckel-Kontroverse
7.4. Sowjetunion und Polen
7.5. Italien

8. Leistungsmaximierung durch Zugeständnisse
8.1. Verbesserungen in der Behandlung von Fremdarbeitern
8.2. Die „Kennzeichen-Frage“
8.3. Neuerungen und Kontinuitäten

9. Fazit: Der Ausländereinsatz – Erfolg oder Irrweg?

10. Abkürzungsverzeichnis

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Arbeitseinsatz von Ausländern im Dritten Reich wurde in der Forschung lange nur als Randaspekt der deutschen Wirtschaftspolitik behandelt, war aber für die arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen während des Zweiten Weltkrieges von enormer Bedeutung: Ohne ausländische Arbeitskräfte[1] wäre die deutsche Kriegswirtschaft schon 1942 an ihrer Überhitzung gescheitert. Im Zuge der gewaltigen Aufrüstungsanstrengungen im Zuge der Kriegsvorbereitung, durch spätere militärische Niederlagen und den dadurch immer größer werdenden Menschenbedarf des Militärs wurden auch die ausländischen Arbeitskräfte immer wichtiger. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, der von April 1942 bis zum Kriegsende Fritz Sauckel hieß, nahm in der Organisation des „Ausländer-Einsatzes“ eine Schlüsselposition ein: Er war der Mittelsmann zwischen der ideologischen und der technokratischen Seite des Nationalsozialismus.

Im Rahmen dieser Arbeit soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen der „Ausländer-Einsatz“ stattfinden konnte, wie er durchgeführt wurde und welche Rolle dabei Fritz Sauckel zukam. Eine zentrale Stellung wird die Frage einnehmen, ob der „Ausländer-Einsatz“ an sich kriegswirtschaftlich gesehen die richtige Wahl und ob dessen Durchführung erfolgreich war.

2. Die Vorgeschichte des Ausländer-Einsatzes

Der Einsatz von Fremdarbeitern im Dritten Reich war nicht, wie oft vor allem in der Literatur der ehemaligen DDR behauptet wird, von langer Hand geplant. Basierend auf den positiven Erfahrungen des Ersten Weltkriegs bereitete das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) zwar seit Herbst 1937 den Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen vor, doch ein Einsatz von Zivilarbeitern, noch dazu im geschehenen Ausmaß, war nicht vorgesehen und wäre vor dem Krieg aufgrund ideologischer und sicherheitspolitischer Erwägungen undenkbar gewesen. Wie Herbert feststellt, sind Vorbereitungen für einen Masseneinsatz ziviler ausländischer, vor allem polnischer Arbeitskräfte für die Zeit vor dem Krieg nicht nachweisbar.[2] Eine Ausnahme bildeten lediglich Arbeiter aus dem Protektorat Böhmen und Mähren.

Seit 1936 ist ein Umkippen des Arbeitsmarktes zu beobachten: Durch die extensive Form der Beschäftigung fand die Phase der quantitativen Arbeitslosigkeit ein Ende, doch fehlte es an vielen Stellen an Effizienz – ein Mangel, der später im Ausländer-Einsatz zu erheblichen Problemen führen sollte und unter anderem die Speer-Sauckel-Kontroverse mit auslöste. Durch die Gründung der „Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz“ innerhalb der Vierjahresplan-Behörde Görings wurde ein Gremium eingerichtet, daß die Deckung des Arbeitskräftebedarfs koordinieren sollte. Die Leitung der Geschäftsgruppe wurde geteilt zwischen Werner Mansfeld, Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium (RAM), und Friedrich Syrup, dem Leiter der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Mansfeld war für Sozialpolitik zuständig, während Syrup die Abteilung Arbeitseinsatz übernahm.

Die Arbeitspolitik von 1936 bis Kriegsbeginn war von drei Aspekten gekennzeichnet: Erstens sorgte die rapide steigende Rüstungskonjunktur in strategischen Bereichen –Rohstoffe, Devisen, Arbeitskräfte und landwirtschaftliche Produktion – zu erheblichen Mangelerscheinungen; zweitens vollzog sich ein Wandel vom Arbeitskräfte-Überschuß zum Arbeitskräftemangel; drittens versuchten Führung und Verwaltung, den die Rüstungspolitik behindernden Arbeitskräftemangel zu beheben. Das Kompetenzgerangel im „Arbeitseinsatz“ konnte allerdings bis zur Ernennung Fritz Sauckels zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz (GBA) nicht entschärft werden. So verstärkte sich der Arbeitskräftemangel bis Kriegsbeginn immer weiter und wurde neben der Rohstoff- und Devisenknappheit zum deutlichsten Zeichen für eine katastrophale Überhitzung der Kriegswirtschaft und zu einer existentiellen Bedrohung der rüstungswirtschaftlichen Kriegsvorbereitung.

Ein weiteres Problem war die „Landflucht“, innerhalb derer zahlreiche Landarbeiter in die besser bezahlte Industrie abwanderten. Zwischen 1933 und 1938 sank die Zahl der lohnabhängigen Landarbeiter um 500.000 (16 %); im Frühjahr 1938 hatte die Landwirtschaft einen Bedarf von 250.000 Kräften. Parallel dazu stiegen die Agrarimporte von 1936 bis ‘39 um 50 Prozent,[3] wobei die Landflucht zudem der nationalsozialistischen Vorstellung von der Landarbeit als rassisch wertvoller Grundlage vollkommen entgegenlief.

In der metallverarbeitenden Industrie war zwar, bedingt durch den Produktionsschub des Aufrüstungsprogramms, ein explosives Wachstum der Belegschaften zu verzeichnen, doch herrschte ab 1936 vor allem ein Mangel an Facharbeitern. Eine Abwanderung weiterer Landarbeiter in die Industrie war jedoch kaum zu verkraften, da die fehlenden Agrarprodukte sonst mit den ohnehin schon knappen Devisen hätten importiert werden müssen. Auf der anderen Seite hielt das Regime die Erhaltung des Versorgungsniveaus der Bevölkerung zur Sicherung dessen politischer Loyalität für eminent wichtig. Wie sich später noch zeigen wird, maß die Regimeführung dem Kampf an der „Heimatfront“ eine besonders große Bedeutung zu, was nicht zuletzt die Lebensverhältnisse der Fremdarbeiter beeinflußte, sondern sich auch in der schwachen Einbeziehung von Frauen in den Arbeitsprozeß äußerte: Während des gesamten Krieges stagnierte die Zahl der weiblichen Beschäftigten bei Werten zwischen 14,6 Millionen im Jahr 1939 und 14,8 Millionen im Jahr 1944.[4] Mißstimmung in der Bevölkerung durch eine Dienstpflicht für Frauen sollten vermieden werden, zudem hätte deren verstärkte Beschäftigung der nationalsozialistischen Vorstellung der Frau als Gebährerin und Mittelpunkt der Familie widersprochen.

Da 1938 in der gesamten Wirtschaft bereits ein Bedarf von rund einer Millionen Arbeitskräfte herrschte, blieben der Regierung zwei Möglichkeiten, der Misere entgegenzutreten: Die Intensivierung und Effektivierung der vorhandenen Arbeitskraft und die Hinzunahme von Arbeitskräften außerhalb der bisherigen Reservoire. Der Ausländer-Einsatz war daher die einzige Alternative, weil

- die männliche deutsche Arbeiterschaft bereits voll eingesetzt und bis an die Grenzen beansprucht war;
- Rationalisierungsmaßnahmen erst mittelfristig greifen würden;
- eine noch stärkere Umverteilung zu Lasten der Konsumgüterproduktion aus Angst vor sozialer Unruhe nicht gewagt wurde;
- das Programm zur Kriegsvorbereitung aber von der Lösung des Arbeitskräfteproblems abhing.

3. Der Poleneinsatz

Unmittelbar nach Kriegsbeginn wurden polnische Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz ins Reich gebracht – im Oktober 1939 213.115, bis Anfang 1940 stieg die Zahl auf knapp 300.000, von denen rund 90 Prozent in der Landwirtschaft eingesetzt wurden.[5] Damit war der durch die kriegsbedingt vermehrte Einziehung deutscher Arbeiter zur Wehrmacht gestiegene Arbeitskräftebedarf längst nicht gedeckt. Der Masseneinsatz von Polen im Reich wurde durch eine Anordnung des deutschen Generalgouverneurs in Polen, Frank, offiziell begonnen:

Bereitstellung und Transport von mindestens einer Million Land- und Industriearbeitern und -arbeiterinnen ins Reich – davon etwa 750.000 landwirtschaftliche Arbeitskräfte, von denen mindestens 50% Frauen sein müssen – zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Erzeugung im Reich und als Ersatz für im Reich fehlende Industriearbeiter.[6]

Da solche Zahlen nicht mit den traditionellen Methoden der Anwerbung von Saisonarbeitern zu erzielen waren, war von vornherein klar, daß Zwangsmaßnahmen unumgänglich sein würden. So wurden bis Ende Juni 1940 etwa 310.000 polnische Zivilarbeiter nach Deutschland deportiert. Zusammen mit den Kriegsgefangenen, die im Sommer 1940 in den Status von „Zivilarbeitern“ überführt worden waren, arbeiteten zu dieser Zeit rund 700.000 Polen im Reich. Die Spannungen zwischen ideologischen und wirtschaftlichen Interessen der Regimeführung verschärften sich allerdings zusehends. Vor allem Parteiführung und SS wiesen auf die sicherheitspolitischen und rassischen Gefahren eines massenhaften Einsatzes polnischer Arbeiter in Deutschland hin. So wurden am 8. März 1940 ein Erlaßpaket des RSHA herausgegeben, das die Forderungen von Partei und SS berücksichtigte: Die „Polenerlasse“. Polnische Arbeiter mußten ein Abzeichen („P“) tragen und in speziellen Barackenlagern wohnen. Jeglicher Kontakt zu Deutschen war ihnen verboten, ebenso der Besuch von Kirchen und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Zugleich wurden die niedrige Entlohnung polnischer Arbeiter im Vergleich zu Deutschen bestimmt und die Lebensverhältnisse durch zahlreiche Einzebestimmungen geregelt.

Insgesamt wurden nicht nur die Forderungen der ideologischen Hardliner der Regimeführung erfüllt, sondern es wurde auch ein erster Schritt getan zur aktiven Mitarbeit der deutschen Bevölkerung in einem rassistisch hierarchisierten Gesellschaftssystem: Die „Polenerlasse“ gaben dem Herrenmenschen-Status der Deutschen eine offizielle Form, waren ein erster Vorgeschmack auf ein von Deutschland dominiertes Europa und eine direkte Auswirkung des Sieges über Polen.

4. „Unternehmen Barbarossa“: vom Vernichtungskrieg zum Arbeitseinsatz

Der Krieg gegen die Sowjetunion sollte in vielerlei Hinsicht das Ende aller deutschen Entbehrungen darstellen: Die Sicherung der Ernährung auf lange Sicht, eine unangefochtene Vormachtstellung in Europa, Bereitstellung von Rohstoffen für die Industrie und Siedlungsraum für den Mittelstand. Nicht zuletzt sollten auch ideologische Aspekte umgesetzt werden: Eine Rasse- und Bevölkerungspolitik nach nationalsozialistischen Prinzipien, die Praktizierung eines von allem Mangel der Kriegswirtschaft losgelösten Herrenmenschentum.[7]

Bei der Planung des Rußlandfeldzugs ging die Regimeführung von einer Beute an landwirtschaftlichen und industriellen Gütern aus, die nicht nur die aktuellen Engpässe beseitigen, sondern Überschüsse in großer Menge einbringen würde. Im Februar 1941 schätzte das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt im OKW die Getreideüberschüsse und -vorräte im europäischen Teil der Sowjetunion auf rund 7 Mio. Tonnen, die Schätzungen für Rohstoffe und industrielle Kapazitäten lagen ähnlich hoch.[8] Allerdings gingen diese Zahlen von der Annahme aus, daß die Ressourcen den deutschen Truppen weitgehend unversehrt in die Hände fielen. Insgesamt gingen die Kriegszielplanungen im Frühjahr 1940 von den beiden Prämissen aus, daß die Sowjetunion in Blitzkrieg-Manier innerhalb weniger Monate oder gar Wochen besiegt und die Zivilbevölkerung ein in den Planungen zu vernachlässigender Faktor sein würde.

Im Gegensatz zur Praxis in Frankreich und Polen hatte das Regime an der Erbeutung von Arbeitskräften offenbar kein gehobenes Interesse. Obwohl OKW und OKH mit zwei bis drei Millionen Kriegsgefangenen rechneten, davon ein bis zwei Millionen allein in den ersten sechs Wochen, wurden weder Unterkunft noch Transport oder Verpflegung organisiert. Unter der sowjetischen Zivilbevölkerung wurden noch weit größere Opfer wissentlich in Kauf genommen: So stellten die Staatssekretäre in einer Denkschrift fest, daß „zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige herausgeholt wird.“ Auch die Wirtschaftsgruppe Ost nahm bei ihren Planungen keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung und rechnete einen millionenfachen Hungertod als kaum zu verhindernde Notwendigkeit ein.[9] Interessant ist hierbei, daß in der Wirtschatsgruppe Ost nicht die Rassenfanatiker der Partei saßen, sondern Kriegswirtschaftstechnokraten. Vor diesem Hintergrund sind auch die späteren Liberalisierungsmaßnahmen in der Behandlung der sowjetischen Zwangsarbeiter zu sehen, die von Sauckel gegen den Widerstand der Ideologen vorangetrieben wurde: Nicht etwa humane Beweggründe gaben dabei den Ausschlag, sondern allein die Optimierung der Leistungsfähigkeit der Fremdarbeiter.

Bis zum Herbst 1941 wurden rund 700.000 russische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt, allerdings nur in Kolonnen und unter schärfster Bewachung. Ansonsten stellte die Behandlung der Kriegsgefangenen einen großen Widerspruch zur Ausnutzung ihres Arbeitspotentials dar: 60% der 3.350.000 Kriegsgefangenen des Jahres 1941 kamen um, wobei die häufigsten Todesursachen Unterernährung und Fleckfieber waren. Bereits vor Anfang Dezember waren 1,4 Millionen Kriegsgefangene tot. Auch die deutsche Bevölkerung lehnte einen Einsatz von Russen im Reich aus Vorurteilen und Angst, die von der Propaganda des Regimes erfolgreich geschürt wurden, ab. Selbst nach der Entscheidung zum „Russen-Einsatz“ waren die politischen Bedenken groß und wirkten sich nachhaltig auf die Situation der Sowjets im Reich aus.

5. Der „Russeneinsatz“

5.1. Die Grundsatzentscheidungen

Die Zahl der deutschen Arbeitskräfte sank aufgrund weiterer Einziehungen zwischen Mai 1940 und Mai 1941 um 1.685.000 Männer und 200.000 Frauen. Im September ‘41 gab es rund 2,6 Mio. offene Stellen, davon 500.000 in der Landwirtschaft, 50.000 im Bergbau, 300.000 im Metallbereich und 140.000 in der Baubranche.[10] Am 4. Juli 1941 nannten das RAM und Görings Vierjahresplanbehörde den Einsatz russischer Kriegsgefangener bereits „unbedingt erforderlich“ und forderten die Beschäftigung von 600.000 Kriegsgefangenen im Reich. Am 31. Oktober befahl Hitler den „Großeinsatz der russischen Kriegsgefangenen für die Bedürfnisse der Kriegswirtschaft“.[11] Dies war eine Absage an die bisherige Politik gegenüber den russischen Kriegsgefangenen und gleichzeitig das Eingeständnis, daß sich die militärische Führung bei der geplanten Dauer des Krieges gegen die Sowjetunion gründlich verkalkuliert hatte.

Zwei Gründe waren für die Entscheidung für den Russen-Einsatz ausschlaggebend: Nachdem die Hoffnungen auf einen Blitzsieg begraben werden mußten, war zumindest an den Brennpunkten des Arbeitskräftemangels schnelle Abhilfe vonnöten; zweitens wurde durch den ausschließlichen Einsatz der Sowjets in geschlossenen Kolonnen und auf minderwertigen Arbeitsplätzen ein Kompromiß zwischen den sicherheitspolitischen und rassischen Bedenken der Partei und den kriegswirtschaftlichen Notwendigkeiten gefunden. Zudem konnten durch die Besetzung minderwertiger Arbeitsplätze durch Sowjets die französischen Facharbeiter in großem Stil berufsrichtig eingesetzt werden.

Dennoch wurde der von Hitler befohlene „Großeinsatz“ der Kriegsgefangenen durch Zusätze in demselben Erlaß wieder zunichte gemacht, und es fehlte eine klare Kompetenzregelung. Am 7. November 1941 gab Göring erste Richtlinien für den Russen-Einsatz heraus, wobei die Rangfolge der Einsatzstellen stark an kriegswirtschaftlichen Bedürfnissen orientiert war: Bergbau an erster Stelle vor Bahn, Rüstung, Landwirtschaft, Bau, Werkstätten und Notstandsarbeiten. Ausnahmen von Kolonnenarbeit waren zudem ausdrücklich erwähnt. Zusätzlich erfolgte ein erster Schritt zur Zentralisierung der Arbeitseinsatz-Organisation: Außerhalb der Wehrmacht war ausschließlich Görings „Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz“ der Vierjahresplanbehörde zuständig, Rüstüngsministerium und RAM waren somit ausgeschaltet.

5.2. Von Kriegsgefangenen zu Zivilarbeitern

Die Zustimmung Hitlers zum Arbeitseinsatz von Sowjets bezog sich zunächst nur auf Kriegsgefangene, doch Göring erweiterte mit seinen Richtlinien vom 7. November den Rahmen auf „freie russische Arbeitskräfte“ und leitete damit den massiven Einsatz von Zivilarbeitern ein.[12] Noch Ende September 1941 hatte das Amt Ausland/Abwehr beim OKW einen Einsatz ziviler sowjetischer Arbeiter abgelehnt, da es – wie sich später herausstellen sollte, berechtigte – Befürchtungen hegte, daß eine Zwangsaushebung von Zivilarbeitern den Partisanen-Bewegungen ähnlich wie in Polen einen verstärkten Zulauf bescheren würde. Schon im Herbst 1941 sah die deutsche Industrie ein, daß mit einer schnellen Rückkehr deutscher Arbeiter aus dem Krieg nicht zu rechnen war. Was Eichholtz eine „offene verbrecherische Verschleppungskonzeption der führenden deutschen Monopole, ihre Initiative und führende Rolle bei der Massenverschleppung in allen Phasen des Krieges“[13] nennt, war jedoch nichts anderes als eine für die Industrie enttäuschende Notwendigkeit. Von einer festen Konzeption einer Massenverschleppung kann schon deshalb keine Rede sein, weil sie der festen Siegeserwartung der Industrie, die vor dem Rußlandfeldzug herrschte, vollkommen entgegengestanden hätte.

Ein weiteres Argument gegen Eichholtz’ These ist die Tatsache, daß Ende 1941 das Massensterbens in den Gefangenenlagern im Osten seinen Höhepunkt erreichte. Ein umfangreicher Arbeitseinsatz sowjetischer Kriegsgefangener wäre zu dieser Zeit überhaupt nicht möglich gewesen, da die Sowjets, die den Transport ins Reich überlebt hatten, völlig entkräftet waren. Der Zustand der Sowjets wird an den Einsatzzahlen der Kriegsgefangenen deutlich: Im November waren 1.581.000 russische Gefangene gemeldet, von denen sich 390.000 in Lagern im Reich befanden. Rund 225.000 davon waren für den Arbeitseinsatz vorgesehen, doch nur 70.000 tatsächlich arbeitsfähig. Im Januar 1942 starben immer noch fast 400.000 Kriegsgefangene. So wurden von den 3,35 Mio. russischen Kriegsgefangenen des Jahres 1941 bis Ende März 1942 nur 166.881, das entspricht fünf Prozent, zur Arbeit eingesetzt.[14]

5.3. Die „Ostarbeiter-Erlasse“

Am 20. Februar 1942 gab der Reichsführer SS die „Ostarbeiter-Erlasse“ heraus, die einen klaren Sieg der Ideologen über die Technokraten bedeuteten. Das RSHA setzte seine Vorstellungen von sicherheitspolizeilichen Maßnahmen durch, während Mansfeld, das RMO und der Wirtschaftsstab Ost erfolglos geblieben waren: Die Lager der Zivilarbeiter wurden mit Stacheldraht umzäunt, die Ukrainer mußten wie alle anderen Sowjets das „OST“-Kennzeichen tragen und erhielten auch sonst keine bevorzugte Stellung, womit auf das deutschfreundliche Potential in dieser Volksgruppe keine Rücksicht genommen wurde.

Weiterhin wurde eine ärztliche und polizeiliche Überprüfung der sowjetischen Arbeiter angeordnet, und der Transport nach Deutschland hatte in geschlossenen Transporten stattzufinden. Arbeit war nur in Kolonnen und möglichst abgesondert von Deutschen und anderen Ausländern erlaubt. Deutsche sollten gegenüber den Sowjets immer als Vorgesetzte fungieren, damit kein Solidaritätsgefühl aufkommen konnte. Zudem sollte eine Bewachung durch deutsche Arbeiter – den sogenannten „Werksschutz“ – erfolgen. Damit waren die Positionen des RSHA weitgehend verwirklicht: Der Russen-Einsatz aus ökonomischen Sachzwängen wurde zwar hingenommen, fand dafür aber als eine nach weltanschaulichen Prinzipien durchorganisierte Massenzwangsarbeit statt. Allerdings rückte in den Ostarbeiter-Erlassen die Effizienz des Arbeitseinsatzes gegenüber der nationalsozialistischen Rassenideologie in den Hintergrund. Wie Naasner feststellt, war die SS-Führung offenbar weniger daran interessiert, den Einsatz sowjetischer Zivilarbeiter in Deutschland zu reglementieren, als ihn undurchführbar zu machen.[15]

Allerdings waren die für den Ostarbeiter-Einsatz verantwortlichen Behörden von vornherein nicht bereit, dem harten Kurs der SS zu folgen. Dies beweist unter anderem ein Geheimerlaß des RMO, Rosenberg, an den ersten GBA, Mansfeld, in dem Rosenberg zwar keine Einwände gegen harte Strafen bei Vergehen erhob, wohl aber gegen die unkontrollierte Verhängung der Prügelstrafe. Rosenberg forderte, daß sowjetische Zivilarbeiter besser behandelt werden sollten als sowjetische Kriegsgefangene, womit er einer Anordnung von RSHA-Chef Reinhard Heydrich widersprach. Die Frage wurde wenig später von Hitler persönlich entschieden: Am 1. April 1942, dem Tag der Ernennung Fritz Sauckels zum GBA, wies er diesen an, Ostarbeiter nicht wie Kriegsgefangene zu behandeln, die Stacheldrahtumzäunungen ihrer Unterkunftslager zu entfernen und für eine ausreichende Ernährung zu sorgen. Damit stellte sich Hitler gegen die Grundauffassung der SS und auf die Seite eines effektiven Ausbeutung der ausländischen Arbeitskräfte.[16]

6. Die politische Schaltstelle: Der GBA

6.1. Kompetenz-Chaos und Mißwirtschaft

Die Steigerung des Arbeitseinsatzes führte seit 1939 zu einer stetigen Erhöhung der Zahl der zuständigen Behörden. Das Ergebnis war ein ungeheures Wirrwarr und Kompetenzgerangel in der Mittelinstanz. Unmittelbar an den Entscheidungen beteiligt waren das Arbeits- und Wirtschaftsministerium, das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition (RMBuM), die DAF, das WiRüAmt des OKW, die Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz sowie zahlreiche Reichsvereinigungen und Wirtschaftsgruppen. Darüber hinaus schickten auch einzelne Betriebe ihre eigenen Vertreter in die Kriegsgefangenenlager. Maßnahmen zur Bündelung und Zentralisierung der Organisation waren daher überfällig, so daß Göring die Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz unter Leitung Mansfelds mit dem Russeneinsatz. Allerdings hatte diese Maßnahme nur wenig Erfolg, da Mansfelds Behörde aufgrund mangelnder Kompetenzen zuwenig Durchsetzungskraft gegenüber anderen zivilen und militärischen Stellen besaß.

Im Januar 1942 gab Hitler den Erlaß „Rüstung 1942“ heraus und markierte damit das Ende der Blitzkrieg-Konzeption, deren Kern laut Overy „die Aufrechterhaltung des zivilen Konsums und die Begrenzung der Rüstung“ war.[17] Somit war der Weg zu einem langen Abnutzungskrieg vorgezeichnet. Beim Arbeitseinsatz richtete sich das Augenmerk immer stärker auf Zivilarbeiter, da die Zahl der arbeitsfähigen Kriegsgefangenen zu gering war.

6.2. Politische Neuordnung nach Todts Tod

Der Tod Todts am 8. Februar 1942 war der Startschuß für eine personelle Neuordnung. Neuer Reichsminister für Bewaffnung und Munition wurde Albert Speer, der das Vertrauen von Industrie, Wehrmacht Partei und vor allem Hitlers genoß, über große Sachkompetenz verfügte und mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet wurde. Bei der Organisation des Arbeitseinsatzes wurde mit der Ernennung Fritz Sauckels zum GBA ein ähnlicher Weg beschritten. Sauckel war als Gauleiter Thüringens ein Mann der Partei, bewies allerdings großes Geschick, Ideologie und wirtschaftliche Sachzwänge unter einen Hut zu bringen. Damit wurde Sauckel zum Bindeglied zwischen der technokratischen und ideologischen Seite des Nationalsozialismus. Partei, Staatspolizei und Militär mußten seine Entscheidungen mittragen, und zudem verstand er es bis zum Kriegsende immer wieder, die „Ideologen“ für technokratische Ziele einzuspannen, ohne sie zu brüskieren. Sauckel blieb nach seiner Ernennung zum GBA thüringischer Gauleiter, wurde offiziell Görings Vierjahresplan-Behörde unterstellt, hatte mit der Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz einen eigenen Stab und war faktisch von Speer abhängig. Allerdings war Sauckel in seiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter politisch unmittelbar Hitler unterstellt, was seine Durchsetzungskraft gegenüber Staat, Partei und Wehrmacht begründete.[18] Die Verlierer der Neukonstruktion waren die Behörden, die ihren vorherigen Einfluß auf die Organisation des Arbeitseinsatzes weitgehend einbüßten: das RAM, die Vierjahresplan-Behörde, die DAF und das WiRüAmt. Somit verblieben zwei Machtblö>6.3. Die Aufgaben Sauckels

Sauckel mußte zwei Anforderungen erfüllen: Den Ausländer-Einsatz intensivieren und effektivieren und gleichzeitig die politischen und ideologischen Interessen des Nationalsozialismus wahren. Der wichtigste Schritt zur Erfüllung der ersten Aufgabe war die Steigerung der Rekrutierungszahlen von Zivilarbeitern, wozu brutale Methoden der Aushebung angewandt wurden. Grundlage war eine Verordnung des RMO vom 19. Dezember 1941, wonach eine öffentliche Arbeitspflicht für alle Bewohner der besetzten Ostgebiete galt.[19] Neben der drohenden Zwangsverpflichtung waren Versprechungen über hohe Löhne und Überweisungsmöglichkeiten ein weiterer Anreiz für Zivilarbeiter, sich freiwillig zu melden. Insgesamt benutzten die deutschen Behörden eine Mischung aus haltlosen Zusagen, Entzug der Unterstützung der daheimgebliebenen Angehörigen und willkürlichem Terror, um die Rekrutierungszahlen in die Höhe zu treiben – eine Vorgehensweise, die schon in Polen effektiv war. Zusammen mit der ständigen Betonung seiner „Führervollmacht“ konnte Sauckel schnelle Erfolge vorweisen: Nach seinen Angaben wurden im gesamten Jahr 1942 1,48 Mio. Arbeitskräfte aus der Sowjetunion nach Deutschland geholt, 1,416 Mio. allein seit dem 1. April, also rund 40.000 pro Woche, sowie 456.000 sowjetische Kriegsgefangene. Diese Zahlen sind allerdings geschönt, da die Werbekommandos oftmals alle für den Transport nach Deutschland vorgesehenen Arbeitskräfte mitzählten, unabhängig davon, ob sie geflohen oder während dem Transport gestorben sind. Sauckel wiederum machte von den auf die Weise „aufgerundeten“ Zahlen nur allzu gern Gebrauch, um seinen Erfolg hochzuStilisieren. Laut Statistik der Arbeitsämter waren Ende November 1942 aber nur 1,125 Mio. Ostarbeiter in Deutschland eingesetzt.[20] Unter Hinzurechnung des Dezembers ergibt sich immer noch eine Differenz von 300.000, doch selbst diese Zahlen sind ungeheuer hoch, wurden doch der deutschen Industrie binnen Kurzem fast 1,5 Mio. Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt.

Sauckels Kurs gegenüber Widerständen aus der Partei war von hohem politischen Geschick und rhetorischem Gespür gekennzeichnet. Dies läßt sich an einer Formulierung in Sauckels in seinem „Programm“ vom 20. April 1942 ablesen, daß den künftigen Kurs der Fremdarbeiterpolitik entscheidend beeinflusse sollte: Er vergleicht den Ostarbeiter mit einer Maschine, die „nur das zu leisten vermag, was ich ihr an Treibstoff, Schmieröl und Pflege zur Verfügung stelle.“[21] Sauckels „Programm“ war stark an wirtschaftlicher Effizienz orientiert – nicht ohne Grund, denn der politische Erfolg des GBA stand und fiel mit einer Veränderung der Behandlungsgrundsätze gegenüber Fremdarbeitern hin zu einem von Rassenideologie losgelösten, effektiven Einsatzrahmen.

Es zählte zu den größten Talenten Sauckels, technokratische Methoden ideologisch „korrekt“ aussehen zu lassen, und zu seinen größten Erfolgen, auf diese Weise nicht nur den Widerstand von Partei und SS zu überwinden, sondern sie zur Zusammenarbeit zu bewegen und damit die Anwerbung und Organisation zu intensivieren. Der GBA war auf diese Weise zur Verbindungsstelle zwischen Partei, Verwaltung, Wirtschaft und Wehrmacht geworden. Die politischen Entscheidungen wurden allerdings in zwei anderen Gremien getroffen: Im Ausländer-Arbeitskreis des RSHA, deren Beschlüsse in allen wichtigen Fragen die Ausländerpolitik bestimmten, und in der Zentralen Planung (ZP), die am 4. April 1942 gegründet worden war und in erster Linie über den Kräftebedarf sowie die Verteilung der Arbeitskräfte in die einzelnen Wirtschaftszweige bestimmte.

6.4. Die Situation der Ostarbeiter 1941 und 1942

Der betriebliche und soziale Alltag der sowjetischen Arbeiter im Reich war gekennzeichnet von der Tatsache, daß sie auf der untersten Stufe der rassischen Hierarchie standen und daher Deutsche immer als Vorgesetzte auftraten. Damit wurde die deutsche Arbeiterschaft erstmals ein aktiver Faktor im rassistisch-imperialistischen Machtgefüge des nationalsozialistischen Regimes. Zwar war das primäre Ziel der auf Repressionen basierenden Diskriminierung der Sowjets die Bannung der „rassischen“ Gefahren sowie des Schreckgespenstes einer Infizierung der deutschen Arbeiterschaft mit dem Kommunismus, doch das aktive Teilnehmen deutscher Arbeiter an Aufbau und Erhalt eines rassisch hierarchisierten Systems hatte noch eine anderen Effekt: Es wirkte entsolidarsierend, da „niedere“ Arbeiten nicht mehr von Deutschen verrichtet werden mußten und Deutsche immer über den Sowjets standen. In scharfem Kontrast zu allem, was Deutsche in den vorherigen drei Jahrzehnten erfuhren, „lohnte“ es sich wieder, deutsch zu sein.

Weiterhin litten die russischen Kriegsgefangenen unter einer katastrophalen Ernährungslage, die im Vergleich zum Poleneinsatz eine erhebliche Verschärfung darstellte. Die Berichte der Industriebetriebe gaben den verheerenden Zustand der Arbeiter wieder: Bereits nach wenigen Wochen zeigten sie Anzeichen von Unterernährung, und die Fälle von Flecktyphus stiegen an. Die Industrie schlug daher frühzeitig Alarm und verlangte eine Besserung der Behandlung, doch die Senkung der Rationen für die deutsche Bevölkerung am 6. April 1942 führte zu Beschwerden über die „zu gute“ Verpflegung der Ausländer. Das Regime, das stets um die Ruhe an der „Heimatfront“ besorgt war, reagierte daher nicht auf die Beschwerden aus der Industrie.

Seit seinem Amtsantritt als GBA setzte sich Sauckel vehement für eine Verbesserung der Ernährungslage vor allem der Ostarbeiter ein. Da der Ernährungsengpaß in Deutschland überproportional auf die Fremdarbeiter abgewälzt wurde, schlug Sauckel bereits Anfang September 1942 vor, die Ernährung der ausländischen Arbeitskräfte an die Arbeitsleistung zu koppeln und produktive Ostarbeiter zumindest nicht schlechter zu versorgen als schwache Italiener oder Holländer. Damit wandte Sauckel sich faktisch gegen den Grundsatz der rassischen Hierarchisierung.[22]

Auch die soziale Integration der sowjetischen Arbeiter in den Betrieben stieg naturgemäß mit der Dauer ihres Einsatzes. Allerdings wurden viele Versuche zur Besserung ihrer Lage von den alliierten Großangriffen ab Ende 1942 zunichte gemacht. In den Wohnlagern offenbarte sich der Gegensatz zwischen politischer Intention der Regimeführung und den Realitäten des Alltags am deutlichsten: Korruption, Faustrecht und Bestechung bestimmten das Leben weit mehr als die Erlasse von Sauckel, der Gestapo oder der Betriebsleitung.[23] So kam es bald zur Bildung einer Substruktur unter den Ostarbeitern, die sich zwar ebenso wie das deutsche Repressionssystem auf nationale und soziale Hierarchisierung, Gewalt und Korruption stützte, den Sowjets aber bei der Beschaffung von Lebensmitteln und Kleidung behilflich sein konnte.

6.5. Steigerung der Effizienz

Die hohe Besteuerung der Ostarbeiter-Löhne machte jeden Leistungsanreiz von vornherein zunichte. Die im Januar 1942 erlassene „Ostarbeitersteuer“ ging davon aus, daß Ostarbeiter die gleichen Löhne wie Deutsche bekommen, doch diese wurden dann so weit heruntergesteuert, daß im Monat nicht mehr als 50 Reichsmark übrig blieben, von denen noch Verpflegung und Unterkunft bestritten werden mußten. Je höher die Arbeitsleistung und damit der Grundlohn der Sowjets lag, desto höher fiel die Steuer aus – alles über 17 RM wöchentlich wurde vollständig weggesteuert. Zudem wurde der auszuzahlende Betrag oft in „Lagergeld“ ausgegeben, das nur in der Werkskantine oder in ausgewählten Geschäften galt, um zu verhindern, daß zusätzliche Kaufkraft auf den noch freien Teil des Marktes floß.

Sauckel gab im Juni 1942 zunächst einen Erlaß heraus, indem es hieß, daß Ausländer grundsätzlich nicht zu günstigeren Lohn- und Arbeitsbedingungen als deutsche Arbeiter beschäftigt werden dürften. Erst als diese Voraussetzung geschaffen war, wurde die Entlohnung der Ostarbeiter am 30. Juni neu geregelt – höhere Arbeitsleistungen wurden weit stärker berücksichtigt als zuvor. Ab Oktober waren die Betriebe bereits zum Anlernen von Ostarbeitern verpflichtet, und man begann mit der vollständigen Umstellung auf das Akkordlohnsystem, was den Wechsel von extensiver zu intensiver Ausbeutung der Arbeitskraft markierte.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Durch die bessere Nutzung des Potentials der Ostarbeiter stiegen die Anforderungszahlen aus den Betrieben, hinzu kam die massive Unterstützung Hitlers für die Forcierung des Russeneinsatzes. Bei einer Besprechung mit Speer erklärte Hitler, „daß die Frage der Arbeitskräftebeschaffung in jedem Fall und in jedem Umfang gelöst werden könne und daß er Gauleiter Sauckel dazu ermächtige, die dazu notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Er wäre mit jeder Zwangsmaßnahme einverstanden, falls diese Frage auf freiwilliger Basis nicht durchzuführen sei, und zwar nicht nur für den Osten, sondern auch für die besetzten westlichen Gebiete.“[24] Sauckel wurde im September 1942 mit erweiterten Kompetenzen ausgestattet, vor allem mit der Generalvollmacht für alle Anwerbungsangelegenheiten in den besetzten Ost- und Westgebieten.

6.6. Russische Dienstmädchen

Sogleich dehnte Sauckel die Aushebungen auch auf junge sowjetische Frauen aus, die als Dienstmädchen nach Deutschland kommen sollten. Die Belastung deutscher Frauen war schon immer ein ideologischer Brennpunkt gewesen, der einen großen Widerspruch zwischen nationalsozialistischer Weltanschauung und kriegswirtschaftlicher Realität offenbarte. Zwar war die Beschäftigung russischer Dienstmädchen schon Bestandteil von Sauckels „Programm“ vom 20. April 1942, aber erst im September fiel der Entschluß, 500.000 „hauswirtschaftliche Ostarbeiterinnen“ nach Deutschland zu holen. Etwaige rassische Einwände fegte Hitler mit der Aussage vom Tisch, „daß wir unser schulmäßiges Wissen um die Völkerwanderung revidieren müssen“, weil sich nämlich in der Ukraine so viele blauäugige und blonde Menschen befänden, daß es sich um „bäuerliche Nachkommen seßhaft gebliebener germanischer Stämme handeln könne.“ Die hauswirtschaftlichen Ostarbeiterinnen sollten daher „bei Bewährung eingedeutscht“ (!), in kinderreiche Familien auch in den Städten gebracht und wie die deutsche Zivilbevölkerung ernährt werden.[25] Abgesehen von der Tatsache, daß Hitlers Aussage einen tiefen Einblick in die Plausibilität nationalsozialistischer Rassenideologie gewährt, steht sie in gewaltigem Widerspruch zu den Diskussionen, die noch wenige Monate zuvor geführt wurden. Als der Einsatz der Ostarbeiter in geschlossenen Kolonnen noch eine Selbstverständlichkeit war, wäre es vollkommen undenkbar gewesen, sowjetische Frauen „einzudeutschen“, sie in deutschen Familien leben zu lassen und genauso zu ernähren wie Deutsche. So ist Sauckels Erlaß vom 10. September auch als ein weiterer Ausdruck des wachsenden Selbstverständnisses Deutschlands als Kolonialmacht, da die Beschäftigung eines russischen Hausmädchens nicht zuletzt auch eine Frage bürgerlichen Prestiges war.

6.7. Ausweitung auf Frankreich

Die Anwerbungen im Westen waren weit weniger erfolgreich als die im Osten. Ein Grund ist die Tatsache, daß die meisten Westarbeiter befristete Arbeitsverträge, meist über sechs oder zwölf Monate, abgeschlossen hatten und viele nach deren Ablauf zurückkehren wollten. So schlug Sauckel den Betrieben oftmals vor, „abkehrwillige“ ausländische Arbeiter durch die Arbeitsämter dienstverpflichten zu lassen. Von dieser Möglichkeit ausgenommen waren nur Arbeitskräfte aus verbündeten oder neutralen Staaten.[26] Damit konnte selbst beim Abschluß eines Arbeitsvertrags nicht mehr die Rede von einer „freiwilligen“ Arbeitsverpflichtung sein, da hier eine bewußte Irreführung vorlag.

Dennoch blieben die Rückkehrerzahlen hoch, bis mit dem Dienstverpflichtungsgesetz vom 4. September 1942 für die Franzosen und vom 6. Oktober für die Belgier generell unbefristete Arbeitsverträge abgeschlossen wurden. Die Fluktuation war für das Regime außerdem problematisch, weil die Berichte der Rückkehrer sich höchst negativ auf die Anwerbungszahlen in den besetzten Ländern auswirkten. Das Regime geriet dadurch in eine Zwickmühle: Bei einem Verzicht auf Dienstverpflichtungen würden die Arbeiter in Scharen wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, doch wurden sie zwangsweise festgehalten, war mit freiwilligen Meldungen nicht mehr zu rechnen.

Seit Ende 1941 versuchten daher zahlreiche zivile und militärische Stellen in Deutschland durch Lockerung der Behandlungs- und Bewachungsvorschriften die Lebensverhältnisse der Franzosen zu verbessern. Dies war schon deshalb notwendig, weil die deutsche Rüstungsindustrie in besonderem Maße auf französische Facharbeiter angewiesen war. So hatte Sauckel in seinem „Programm“ vom April 1942 erklärt, daß ein Viertel des Gesamtbedarfs an ausländischen Arbeitskräften aus den besetzten Westgebieten bestritten, insbesondere aber 150.000 französische Facharbeiter ins Reich geholt werden sollten. Daher wurde die Freiwilligen-Anwerbung auch auf die unbesetzten Gebiete Frankreichs ausgedehnt. Als sich der Erfolg noch immer in engen Grenzen hielt, befahl Sauckel mit der „Anordnung Nr. 10“ vom 22. August 1942 den deutschen Behörden in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, sofort gesetzliche Regelungen für Zwangsmaßnahmen zu erlassen.[27]

Als Ausgleich gingen die deutschen Behörden auf den Vorschlag des Chefs der französischen Vichy-Regierung, Pierre Laval ein, für neu angeworbene Zivilarbeiter Kriegsgefangene zu entlassen. Hitler stimmte am 6. Juni 1942 der Entlassung von 50.000 französischen Kriegsgefangenen aus der Landwirtschaft gegen den Einsatz von 150.000 französischen Zivilarbeitern zu. Dies war der Beginn der sogenannten Relève.[28] Der Übergang zu Zwangsaushebungen im Westen paßte insofern in das Bild der bisherigen NS-Arbeitspolitik, als das eine freiwillige Anwerbung französischer Arbeitskräfte weitere Verbesserungen der Lage der Franzosen im Reich vorausgesetzt hätte, was wiederum die politische Loyalität der deutschen Bevölkerung gefährdet hätte. Zudem hätte selbst dies die Zahl der freiwilligen Meldungen wohl kaum erhöht, da die politische Repression stets spürbar war. Durch die Anwendungen von Zwangsmaßnahmen landeten die deutsche Regierung allerdings in einem Teufelskreis, denn die Opposition in den besetzten Gebieten wurde, was wiederum mehr Sicherheitskräfte band.

7. Die „Arbeitserfassungen“ von 1943/44

7.1. Die arbeitsmarktpolitischen Folgen des Stalingrad-Fiaskos

Nach der Vernichtung der sechsten Armee in der Schlacht von Stalingrad wurden neue Einziehungen deutscher Arbeiter zur Wehrmacht notwendig, was zu gewaltigen Bedarfszahlen auf dem deutschen Arbeitsmarkt führte, die für März 1943 von der Zentralen Planung auf 560.000 beziffert wurden.[29] 400.000 Arbeitsplätze sollten sofort durch Ausländer besetzt werden, und Sauckel behauptete, bis Mai eine bis eineinhalb Millionen neuer Arbeitskräfte beschaffen zu können. Diese aber sollten angesichts der Tatsache, daß aus den Ostgebieten nur noch mit rund 150.000 Arbeitskräften gerechnet wurde, aus den Westgebieten beschafft werden.

Die Niederlage bei Stalingrad veranlaßte Goebbels zudem dazu, im Zuge der Kampagne zur „Totalisierung“ des Krieges die europäischen Völker zur Mitarbeit im Kampf gegen den Bolschewismus aufzurufen. Im April 1943 gab der RMVP gemeinsam mit dem RSHA-Chef ein Merkblatt über die „allgemeinen Grundsätze“ zur Behandlung ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland. Darin wurde die Bedeutung des Sicherungsauftrags der SS zwar bestätigt, aber auch, daß sich den Erfordernissen des Krieges „alles unterzuordnen“ habe. Die Behandlungsmaximen des GBA wurden zur Leitlinie erklärt, die „für alle Organisationen, Dienststellen und Einzelpersonen bindend“ sei[30] – die politische Führungsposition des GBA beim Ausländereinsatz wurde damit bestätigt.

7.2. Frankreich

Sauckel erhöhte zu Jahresbeginn 1943 den Druck auf die Vichy-Regierung und forderte die Bereitstellung von 250.000 Arbeitskräften. Als Gegenleistung sollten für drei neue Arbeiter zwei Kriegsgefangene beurlaubt und ein dritter in den Zivilarbeiter-Status überführt werden. Diesem Vorschlag stimmte Laval am 12. Januar zu, so daß am 16. Februar ein Erlaß über die obligatorische Arbeitspflicht, durch den die Jahrgänge 1920 bis 1922 für zwei Jahre zum Arbeitsdienst verpflichtet wurden, die Anwerbung im großen Stil einläutete. Im April meldete der GBA Hitler den Erfolg der „2. Sauckel-Aktion“: Insgesamt seien im ersten Quartal 250.000 französische Arbeitskräfte, darunter 150.000 Facharbeiter, eingesetzt worden.[31] Im Mai und Juni war im Rahmen der „3. Sauckel-Aktion“ die Aushebung weiterer 220.000 französischer Zivilarbeiter geplant, doch zum ersten Mal konnten die Vorgaben nicht erfüllt werden: Es kamen nur 150.000 Arbeitskräfte zusammen. Hauptgrund war die gestiegene Aktivität der Widerstandsgruppen, die durch die deutschen Zwangsmaßnahmen ständig wachsenden Zulauf erhielten. Dennoch stieg die Zahl der in Deutschland eingesetzten Westarbeiter stark an:[32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im August 1943 sollte die „4. Sauckel-Aktion“ stattfinden und durch Umschichtungen 500.000 französische Zivilarbeiter nach Deutschland bringen, dazu 150.000 weitere aus Holland und Belgien. Doch der Widerspruch zwischen der Intensivierung der Produktion in Frankreich und dem immer größer werdenden Entzug von Arbeitskräften trat jetzt deutlich zutage.

7.3. Die Speer-Sauckel-Kontroverse

Die „3. Sauckel-Aktion“ hatte die Leistungsfähigkeit der französischen Betriebe stark beeinträchtigt. Albert Speer wollte vor allem Güter für den zivilen Bedarf in Frankreich herstellen lassen und erkannte, daß zusätzliche Aushebungen in Frankreichs Betrieben der deutschen Kriegswirtschaft mehr schaden als nutzen konnten. Sauckel setzte eher auf Masse statt auf Effektivierung, doch Speer wirkte weiteren Aushebungen mit der Einführung von „S-Betrieben“ (Sperrbetrieben) entgegen, die von Arbeiterrekrutierungen geschützt waren. Das System der S-Betriebe wurde später auch in Belgien, Holland und Italien eingeführt. Nach Angaben Speers waren Anfang April 1944 bereits 2,7 Mio. Arbeitskräfte in den besetzten Westgebieten in S-Betrieben beschäftigt.[33] Speers Ziel war eine europäische Produktionsplanung, die Verwirklichung der Idee einer „europäischen Großraumwirtschaft“, während für Sauckel als einem Mann der Partei die Ausbeutung Frankreichs und die Unterwerfung von Franzosen unter das deutsche Diktat konkrete Formen annehmen mußte.

Am 4. Januar 1944 wurde die Kontroverse offen in der Reichskanzlei ausgetragen. Hitler entschied folgendermaßen: Sauckel sollte „mindestens vier Millionen neue Arbeitskräfte aus den besetzten Gebieten beschaffen“, ohne sie aber der Rüstungs- und Zulieferungsindustrie der besetzten Gebiete zu entnehmen.[34] Damit war gar nichts entschieden, und zudem war Hitlers Forderung nach vier Millionen Arbeitskräften unsinnig, da weder ein solcher Bedarf vorlag noch Unterbringungsmöglichkeiten für eine solche Zahl von Arbeitern existierten. Mittlerweile hatte Speer allerdings durch die Einrichtung von rund 14.000 Sperr-Betrieben in Frankreich bereits vollendete Tatsachen geschaffen, während Sauckel sich nun an die Erfüllung von Hitlers Vier-Millionen-Forderung begeben mußte. Tatsächlich wurden in Frankreich von der im GBA-Programm vom 5. Januar 1944 geplanten Zahl von 500.000 Arbeitskräften nur 36.000 bis 50.000 ins Reich überführt[35] – die „4. Sauckel-Aktion“ war gescheitert.

7.4. Sowjetunion und Polen

Nach der Niederlage von Stalingrad gab es drei Hauptprobleme bei den Aushebungen in den Ostgebieten: Durch den Rückzug der deutschen Truppen waren die Organisationsstrukturen derart durcheinandergeraten, daß eine effektive Aushebung oft nicht mehr möglich war. Problem Nummer zwei war der Widerstand der Bevölkerung, der sich schon seit Mitte 1942 unangenehm bemerkbar machte, und drittens beanspruchte die Wehrmacht sowjetische Arbeitskräfte für ihre eigenen Zwecke. Dennoch stieg die Zahl der Ostarbeiter in Deutschland zwischen Ende November 1942 und Dezember 1943 von 1,1 auf 1,8 Millionen.[36] Der Grund war die Taktik des Heeres, das beim Rückzug die arbeitsfähigen Bewohner zwangsweise in die rückwärtigen Gebiete mitnahm.

Die Methoden waren entsprechend brutal – mitunter wurden die Bewohner ganzer Landstriche verschleppt, Greise, Kinder, Kranke und Schwangere wurden nicht verschont. Goebbels „Europa-Gedanke“ galt im Osten als bloße Philosophie, während der SD begann, die „Panikstimmung“ in der Bevölkerung und das daraus resultierende Erstarken der Partisanenbewegung zum Anlaß für verhaltene Kritik zu nehmen.[37]

Allerdings spielte die Sowjetunion angesichts der erheblichen Gebietsverluste in Sauckels „Programm“ für die zweite Hälfte des Jahres 1944 kaum noch eine Rolle. Dennoch stieg die Zahl der Ostarbeiter im Reich in diesem Jahr noch einmal um 362.553, so daß im Herbst insgesamt 2.174.644 Zivilarbeiter und knapp 700.000 Kriegsgefangene in Deutschland beschäftigt waren.

7.5. Italien

Der Sturz Mussolinis löste in Deutschland eine tiefgreifende psychologische Krise aus, die nach Stalingrad feststellbare politische Resignation in der Teilen der Bevölkerung und der Führung verstärkte sich zusehends. Doch die politischen Geschehnisse in Italien brachten den deutschen Behörden auch einen gewaltigen Zuwachs an neuen Arbeitskräften: Von den 600.000 italienische Soldaten im Reich wurden zwei Drittel in den Zwangsarbeitsprozeß einbezogen. Politisch indifferente Italiener oder Anhänger der Badoglio-Regierung wurden interniert und erfuhren eine ähnliche Behandlung wie die Sowjets 1941. Der deutsche Volkszorn entlud sich mit voller Wucht über den Italienern, die in der Hierarchie des populären Rassismus schon immer weit unten angesiedelt waren, was aber durch das Bündnis Deutschlands mit Italien nie zutage trat.[38] Zudem wurden die Italiener von Polen, Sowjets und Franzosen eher als ehemalige Feindmacht denn als Mitgefangene angesehen. Sie rangierten in der rassischen Hierarchie noch unter den Sowjets, die Behandlung war entsprechend.

Sauckel wollte in seinem „Programm“ für die zweite Jahreshälfte 1944 denn auch den größten Teil der Fremdarbeiter aus Italien beziehen. Allein zwischen Januar und April sollten monatlich 250.000 (!), von Mai bis Dezember insgesamt 500.000, alles in allem also 1,5 Millionen Arbeitskräfte ausgehoben werden. Die Realität sah freilich anders aus: Bis Ende April konnte der GBA nur 23.000 Italiener rekrutieren, von April bis Mitte Juni 19.000. Im Sommer kam die Anwerbung, nicht zuletzt wegen der starken Widerstandsbewegung, praktisch zum Stillstand.

8. Leistungsmaximierung durch Zugeständnisse

8.1. Verbesserungen in der Behandlung von Fremdarbeitern

Nach der Stalingrad-Niederlage setzte sich das Primat der Leistungsmaximierung immer deutlicher durch. Aufschluß über die Leistungshöhe der Ostarbeiter sollte eine Studie des Arbeitswissenschaftlichen Instituts (AWI) der DAF geben, die im Mai 1943 vorgelegt wurde.[39] Demnach leisteten Sowjets bei Gruppenarbeit im Zeitakkord 80%, im Einzeleinsatz 70% des Pensums eines vergleichbaren deutschen Arbeiters. Zudem wurde ein enger Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung, Lebensbedingungen und der Qualität des Anlernprozesses unterstrichen.

Im Frühjahr 1943 startete parallel dazu eine Kampagne des GBA und der DAF, die laut GBA-Erlaß vom 1. April 1943 die „Leistungssteigerung durch zweckvollen betrieblichen Einsatz und richtige Betreuung“ zum Ziel hatte. Schwerpunkt der Aktion war eine bessere Qualifikation der Ausländer durch systematische Schulung und umfangreiche Anlernmaßnahmen; auch sowjetische Arbeiter wurden mit einem theoretischen Grundwissen ausgestattet. Dadurch wurde implizit die Überzeugung, aus der Volkstumszugehörigkeit eines Arbeiters Rückschlüsse auf dessen Leistungsvermögen schleißen zu können, revidiert. Die Arbeitsbehörden verfolgten somit drei Aufgaben: Den qualifizierten Einsatz und höhere Produktivität, die Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Ost- an die Westarbeiter und den Wegfall oder die Modifizierung der diskriminierenden Sondervorschriften, vor allem der Kennzeichenpflicht für Polen und Ostarbeiter.

8.2. Die „Kennzeichen-Frage“

Die erste der oben genannten drei Aufgaben wurde seit dem Frühjahr 1943 tatsächlich in Angriff genommen, aber die Punkte zwei und drei blieben im Regime umstritten. Dabei erhielt die Debatte um die Kennzeichnung der Polen und Sowjets eine Schlüsselfunktion für den Gesamtkomplex der Vorschriften über die Lebensführung. Das RSHA gab in diesem Punkt zum ersten Mal nach: Es gestattete, daß besonders leistungsstarke Ostarbeiter das Kennzeichen statt auf der Brust auf dem Ärmel tragen durften. Der GBA verband mit dieser Unterscheidung von zwei „Leistungsklassen“ eine deutliche Besserstellung der leistungsstarken Ostarbeiter, die sich in Sonderzuteilungen an Rauchwaren, Schinken, Kleidung und anderem manifestierte. Mit der „Anordnung Nr. 10“ vom 23. Juli 1943 kündigte Sauckel aufgrund der „hervorragenden Bewährung“ der Ostarbeiter die Begrenzung der Beschäftigungszeit auf zwei Jahre (ab dem 1. August 1942) an. Als Prämien sollten nach dem ersten Jahr 20%, nach dem zweiten Jahr 30% und nach dem dritten Jahr 50% des auszuzahlenden Betrages gewährt werden, zusätzlich sollte es Urlaub nach dem dritten Jahr geben.

Dies war unter anderem die Folge eines Aufweichens des rassistischen Feindbildes auf Seiten der Deutschen, was nicht zuletzt durch die Wlassow-Armee und die zahlreichen „landeseigenen Verbände“, die in der Sowjetunion auf deutscher Seite kämpften, mitgetragen wurde. Am 19. Juni 1944 ordnete eine Polizeiverordnung des RMI die Kennzeichnung nach sowjetischen Nationalitäten: Ukrainer, Weißruthenen und Russen erhielten unterschiedliche Kennzeichen, ehemalige „Hilfswillige“ und Angehörige der landeseigenen Verbände durften einen Ärmelstreifen tragen. Die pro-sowjetische Propaganda nahm danach immer groteskere Züge an: Sauckel wollte besonders verdiente ausländische Arbeiter mit der „Bronzenen Verdienstmedaille zum Deutschen Adlerorden“ auszeichnen[40], bevor beschlossen wurde, ausländische Arbeitskräfte nach zwei- bis fünfjähriger Bewährung im Arbeitseinsatz mit einem „Diplom“ auszuzeichnen – „der Diplom-Zwangsarbeiter war geboren“, wie Herbert dies beschreibt.[41]

8.3. Neuerungen und Kontinuitäten

Die Neuerungen in den Lebensbedingungen der ausländischen Arbeitskräfte in der letzten Kriegsphase spielten sich vor allem im betrieblichen Alltag ab. Am 25. März 1944 schlug Sauckel der Reichskanzlei eine leistungsgerechte Entlohnung der Ostarbeiter vor, woraufhin das Gehalt der Sowjets auf das Niveau des Polengehalts heraufgesetzt wurde sowie die Zahlung von Prämien und Zulagen möglich wurde. Auch die Verpflegungssätze wurden gesteigert: Am 21. August 1944 trat die Neuregelung in Kraft, wonach sowohl die Ostarbeiter als auch die sowjetischen Kriegsgefangenen die gleichen Nahrungsmengen bekommen sollten wie die Kriegsgefangenen anderer Nationalitäten. Weiterhin wurden die Ausgehbeschränkungen und das Verbot der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel abgemildert und die Möglichkeiten zur Eheschließung verbessert. Die Prügelstrafe gegen Ostarbeiter wurde von Sauckel per Erlaß vom 25. Juni 1942 verboten; Mitte 1943 wies der GBA gar die Arbeitsämter an, in Fällen von „Mißhandlungen“ ausländischer Arbeitskräfte unverzüglich Strafanzeigen zu erstatten.[42] Schließlich wurde ein umfangreicher Forderungskatalog von General Wlassow, der die Gleichstellung der Ostarbeiter mit den anderen Ausländern, die Abschaffung der Abzeichen und die Einrichtung einer Interessenvertretung beinhaltete, Mitte Dezember 1944 von den obersten Reichsbehörden weitgehend akzeptiert.[43]

Damit waren die letzten Sondervorschriften für Ostarbeiter faktisch fallengelassen worden. Nach Beginn der sowjetischen Offensive im Januar 1945 fanden keine Verhandlungen mehr über den Status der Ostarbeiter und Polen statt. Allerdings fanden die Behandlungsverbesserungen nur im ökonomischen Freiraum statt, außerhalb der Betriebes blieb die soziale und juristische Diskriminierung bestehen. Die Kennzeichen blieben bis Kriegsende, die Polen- und Ostarbeiter-Erlasse waren nur modifiziert worden und bestanden in allen Kernpunkten – Sonderstrafrecht, Lohnabzüge und niedrige Rationen – weiter. Der GBA ordnete sich damit keinesfalls einer Forderung des RSHA unter. Vielmehr war es auch im Interesse Sauckels, daß die SS Vergehen von Ausländern mit Terrormethoden bestrafte, denn die Leistungsfähigkeit der Ausländer hing aus Sauckels Sicht sowohl von der Ökonomisierung ihres Einsatzes als auch von der Disziplinierung ab.

9. Fazit: Der Ausländereinsatz – Erfolg oder Irrweg?

Was mit dem Poleneinsatz zögerlich begann, endete in einer gewaltigen, europaweiten Organisation der massenhaften Zwangsarbeit. Weder handelte es sich dabei um Vorgänge innerhalb normaler europäischer Arbeitermigrationen, noch um ein langfristig geplantes Sklavenarbeitsprogramm, sondern eher um die Realisierung einer rassisch hierarchisierten Gesellschaft und dem Versuch der Behebung kriegswirtschaftlicher Sachzwänge. Als der Ausländer-Einsatz unumgänglich für die kriegswirtschaftlichen Ziele des Regimes war, wollte das Regime aus der Not eine „Tugend“ machen: Sie veranschaulichten mit der schlechten Behandlung und Ausbeutung der Fremdarbeiter ein europäisches Machtgefüge, wie es nach einem deutschen Endsieg aussehen sollte. Damit erfüllten Diskriminierung und Demütigung der Ausländer eine Doppelfunktion: Sie sollten die hauptsächlich von der SS-Führung vorgebrachten ideologischen und sicherheitspolitischen Gefahren ausgleichen und auf der anderen Seite der Bevölkerung eine Zukunft demonstrieren, die durch die militärische Lage unerreichbar geworden zu sein schien.

Als aber der arbeitsmarktpolitische und vor allem militärische Druck auf das Regime größer wurden, wuchsen auch die Bemühungen um einen extensiven Einsatz sowjetischer Arbeitskräfte. Die Wirtschaftstechnokraten erkauften die Zustimmung des Regimes schließlich mit noch härteren Repressionen als den Polenerlassen, was vor allem eine katastrophale Ernährungslage unter den Sowjets zur Folge hatte. Um die Frage der Behandlung von Fremdarbeitern bildeten sich zwei Interessenblö>Zwischen diesen beiden Machtblöcken stand der GBA als politische Vermittlungsstelle ohne nennenswerte Entscheidungskompetenzen, und es lag vor allem am politischen Fingerspitzengefühl und Verhandlungsgeschick Sauckels, daß er nicht zwischen den beiden Interessengruppen aufgerieben wurde. Er integrierte die mittleren Führungsschichten von Staat und Wehrmacht, vor allem aber die Partei auf Gauleiter-Ebene, in die Organisation des Ausländer-Einsatzes und erzielte damit einen ähnlichen Erfolg wie gegenüber der deutschen Arbeiterschaft: Durch die aktive Einbeziehung dieser Gruppen in den Ausländereinsatz brach er viele Widerstände oder ließ sie erst gar nicht aufkommen.

Neben diesem politischen Erfolg konnte Sauckel erstaunliche Rekrutierungszahlen vorweisen. Die Zahl der ausländischen Zivilarbeiter und Kriegsgefangenen in Deutschland entwickelte sich folgendermaßen:[44]

September 1941: 3,6 Mio. Mai 1942: 4,0 Mio. November 1942: 5,4 Mio. November 1943: 7,2 Mio. August 1944: 7,6 Mio. Januar 1945: 6,6 Mio.

Insgesamt gesehen war der Ausländereinsatz in seiner Durchführung ein Erfolg, doch ob er an sich die richtige Wahl war, ist zumindest fraglich. Denn in den Industrien der besetzten Gebieten machte sich die massive Entnahme von Arbeitskräften schnell negativ bemerkbar: Viele Betriebe arbeiteten während des Krieges unter ihrer eigentlichen Kapazität, und die Arbeitskräfte wurden in den besetzten Gebieten wegen der steigenden Nachfrage teurer.[45] Die Betriebe waren gezwungen, auf gar nicht oder schlecht ausgebildete Arbeitskräfte zurückzugreifen, was die Effektivität zusätzlich herabsetzte.

Die mangelhafte Koordinierung zwischen staatlichen Investitionsprioritäten und Fremdarbeiter-Politik reduzierte zusätzlich die Brauchbarkeit eroberter Industrien, was sich im Streit zwischen Speer und Sauckel offenbarte – Kapital floß von Deutschland ins Ausland, Arbeitskräfte vom Ausland nach Deutschland. Speer hingegen hatte eine arbeitsteilig funktionierende europäische Großraum-Wirtschaft im Auge, mit den westlichen Ländern als Produzenten und dem besetzten Osten, Südosten und seit Hebst 1943 auch Süden Europas als Rohstoff- und Arbeitslieferanten. Wäre das Kapital in Deutschland geblieben, um dort zu rationalisieren und die Produktivität zu steigern, hätte dies wiederum den Bedarf an Fremdarbeitern reduziert und die Industrien in den besetzten Gebieten mit einer angemessenen Zahl von Arbeitskräften belassen, die dort wesentlich effektiver und berufsrichtiger eingesetzt worden wären als in Deutschland.

Andererseits hätte dies wohl kaum kurzfristig Erfolg gehabt, denn die Industrien in den besetzten Gebieten erfüllten die deutschen Aufträge oft nur zu geringen Teilen, wobei neben Rohstoffmangel besonders der Widerstand der Bevölkerung als Grund zu nennen ist, der durch die Verschlechterung der Kriegslage für Deutschland immer mehr Nahrung fand. So hätte Speers Gedanke einer „europäischen Produktionsplanung“ wohl nur bei einer permanenten Okkupation den gewünschten Effekt gehabt.

Aus diesem Blickwinkel war Sauckel zwar eine hervorragende Besetzung für das Amt des GBA, denn der Ausländer-Einsatz sicherte die Funktionsfähigkeit der deutschen Industrie nach 1941, und der quantitative Arbeitskräftemangel wurde behoben. Doch Sauckel war zu gut: Wären mehr Arbeiter in ihren heimischen Betrieben geblieben und unter ähnlich strenger Kontrolle gehalten wie in Deutschland, hätte aus wirtschaftlicher Sicht die deutsche Kriegswirtschaft wahrscheinlich den größeren Nutzen gehabt.

10. Abkürzungsverzeichnis

DAF Deutsche Arbeitsfront GBA Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz OKW Oberkommando der Wehrmacht RAM Reichsarbeitsminister(ium) RdErl. Runderlaß REM Reichsernährungsministerium RFSS Reichsführer SS RMBuM Reichsminister(ium) für Bewaffnung und Munition RMI Reichsminister(ium) des Inneren RMO Reichsminister(ium) für die besetzten Ostgebiete RMVP Reichsminister(ium) für Volksaufklärung und Propaganda RSHA Reichssicherheitshauptamt ZP Zentrale Planung

[...]


[1] Zur Begriffsdefinition nach U. Herbert: „Ausländische Arbeitskräfte“ ist der neutralste Begriff und meint alle Personen nichtdeutscher Nationalität, die in deutschen Betrieben beschäftigt waren. „Fremdarbeiter“ ist ein Quellenbegriff, der in erster Linie zivile, umgangssprachlich aber alle ausländischen Arbeitskräfte umfaßte. „Ostarbeiter“ wurde als juristische Definition für zivile Arbeitskräfte aus den „ehemals sowjetischen Gebieten“ gebraucht.

[2] Herbert, Ulrich. Fremdarbeiter. Politik und Praxis des Ausländereinsatzes in der Kriegswirtschaft des Dritten Reichs. Berlin, Bonn: Dietz 1985. S. 38.

[3] Volkmann, Hans-Erich. „Die NS-Wirtschaft in Vorbereitung des Krieges“, in: Deist u.a.: Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik. Das deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Bd. 1, Stuttgart 1979. S. 301. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 43.

[4] Nach: Rolf Wagenführ. Die deutsche Industrie im Kriege, 1939 - 1945. Berlin 1955, S. 139 ff. Tabelle bei Herbert, „Der Ausländereinsatz“, S. 52.

[5] Herbert, Ulrich. „Der Ausländereinsatz“, S. 18.

[6] Richtlinien Franks vom 25. 1. 1940, Zit. bei Herbert, „Der Ausländer-Einsatz“, S. 19.

[7] Herbert, Fremdarbeiter , S. 132.

[8] ebenda, S. 133.

[9] Herbert, Fremdarbeiter, S. 134.

[10] Herbert, Fremdarbeiter, S. 137.

[11] ebenda, S.93.

[12] Naasner, Walter. Neue Machtzentren in der deutschen Kriegswirtschaft 1942 - 1945. Boppard am Rhein: Boldt 1994. S. 94.

[13] Eichholtz, Dietrich. Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft. Band 1: 1939-1941, Berlin 1969, Band II, 1941-43, Berlin 1985. Bd. 1, S. 89.

[14] Zahlen nach den Berichten Mansfelds, Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz im Vierjahresplan. an Görings Staatssekretär Körner vom 13. 12. 1941 und 10. 2. 1942, und den Kriegsgefangenen-Statistiken in: Der Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, Jgg. 1941 und 1942. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 149.

[15] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 100.

[16] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 102.

[17] Overy, Richard. War and economy in the Third Reich. Oxford: University Press 1994. S. 219.

[18] Herbert, Fremdarbeiter, S. 153.

[19] RMO, Verordnung über die Einführung der Arbeitspflicht in den besetzten Ostgebieten, 19. 12. 1941. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 157.

[20] Herbert, Fremdarbeiter, S. 160.

[21] Programm des GBA, 20. 4. 1942, in: Handbuch des GBA, S. 27 ff. Zit. bei Herbert, S. 169.

[22] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 105.

[23] Herbert, Fremdarbeiter, S. 219.

[24] Besprechung Speers mit Hitler, 10. - 12. 8 .1942, BA R 3/1505, Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 175.

[25] Vermerk über Sitzung beim GBA am 3. 9. 1942. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 176.

[26] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 116.

[27] Anordnung des GBA Nr. 10 betr. den Einsatz von Arbeitskräften der besetzten Gebiete v. 22. 8. 1942 und Durchführungsbestimmungen v. 29. 10. 1942, in: Handbuch des GBA, S. 97 ff. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 183.

[28] Herbert, Fremdarbeiter, S. 184.

[29] 33. ZP-Sitzung, 16. 2. 1943

[30] Schreiben des Kommandeurs der Sipo und des SD und des Sonderkommandos 4a der Einsatzgruppe C, Christensen, an die Kommandoführer der SD-Außenkommandos vom 19. 3. 1943. Zit. bei Naasner, Kriegswirtschaft, S. 110.

[31] Bericht Sauckels an Hitler, 6. 4. 1943.

[32] Der Arbeitseinsatz im Großdeutschen Reich, Jg. 1942-1944. Tabelle bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 252.

[33] Schreiben Speers an Hitler vom 5. 4. 1944. Zit. bei Naasner, Kriegswirtschaft, S. 123.

[34] Besprechung bei Hitler am 4. 1. 1944. Zit. bei Herbert, S. 254.

[35] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 124.

[36] Der Arbeitseinsatz im Großdeutschen Reich, Jg. 1942-1944. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 256.

[37] Herbert, Fremdarbeiter, S. 257.

[38] Herbert, Fremdarbeiter, S. 260.

[39] „Arbeitseinsatz der Ostarbeiter in Deutschland“, hg. vom AWI der DAF, Berlin, Mai 1943. Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 263.

[40] RdErl. des GBA vom 15. 8. 1944, Zit. bei Herbert, Fremdarbeiter, S. 266.

[41] ebenda.

[42] Naasner, Kriegswirtschaft, S.108.

[43] Herbert, Fremdarbeiter, S. 268.

[44] Naasner, Kriegswirtschaft, S. 129.

[45] Overy, War and Economy in the Third Reich, S. 340.

Details

Seiten
27
Jahr
1997
ISBN (eBook)
9783668171886
ISBN (Buch)
9783668171893
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317918
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Fakultät für Geschichtswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Drittes Reich Ausländer Sauckel Arbeitseinsatz Weltkrieg Nationalsozialismus NSDAP

Autor

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Titel: Kriegswirtschaft im Nationalsozialismus. Der "Ausländer-Einsatz" im Dritten Reich und die Politik Fritz Sauckels