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Einführung in die Literaturwissenschaft. Der Discours in Erzähltexten

Protokoll

von Helena Bergquell (Autor)

Vorlesungsmitschrift 2013 8 Seiten

Literaturwissenschaft - Allgemeines

Leseprobe

Inhalt

1. Kurze Wiederholung der vorangegangenen Sitzung: Semantische Räume
1.1 Das 3-Phasen-Modell

2. Thema Discours
2.1 Beschreibung Discours in Erzähltexten
2.2 Parameter
2.2.1 Zeit
2.2.2 Modus

1. Kurze Wiederholung der vorangegangenen Sitzung: Semantische Räume

1.1 Das 3-Phasen-Modell

Die semantische Raumordnung lässt sich mit Hilfe eines 3-Phasen-Modells beschreiben. Hier am Beispiel Der Runenberg näher erläutert. Die zentralen Merkmale des Erzählmodells der Initiationsgeschichte und die semantischen Räume werden aufgezeigt. Das Erzählmodell der Initiationsgeschichte kommt in der Gattungen Novelle, Erzählung und Roman (Bildungsroman) vor. Die Fixierung auf die Jugend trat besonders in der Epoche der sog. 'Goethezeit‘ (ca. 1770–1830) auf.

Zentrale Merkmale:

- Lebenslauf eines jungen Helden.
- Grenzüberschreitung der Figur von einen in einen anderen semantischen Raum.

Semantische Räume:

(1) sozialer Raum, integriert in Gesellschaft, Herkunftsfamilie
(2) außersozialer Raum, nicht-integriert (z.B. Reise)
(3) reintegriert in Gesellschaft (Ehe, Familie, Beruf)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Das 3-Phasen-Modell

Eine narrative Struktur besteht in einem Ereignis (z.B. einer ereignishaften Zustandsveränderung: 'arm --> reich', 'glücklich --> unglücklich' etc.), welches sich mit Lotman als Überschreitung/Transgression der Grenze zwischen zwei semantischen (Teil)Räumen (als welche z.B. die genannten sozialen/psychischen/etc. Zustände einer Figur definiert werden können) auffassen lässt. Nicht nur die Literatur, auch zahlreiche Kulturmodelle operieren dabei mit räumlichen (topographischen und/oder topologischen) Vorstellungen und semantisieren diese (z.B. religiöse Narrative wie 'Himmelfahrt' oder 'Höllensturz').

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 Räumliche Vorstellung

2. Thema Discours

2.1 Beschreibung Discours in Erzähltexten

Discours, speziell in Erzähltexten, beschreibt die Präsentation einer Geschichte durch verschiedene Erzähltechniken. Hierbei steht die Frage “Wie wird erzählt?“ im Vordergrund. Eine Geschichte kann in verschiedenen Medien (Literatur, Film, Cartoon, Bild), aber auch im selben Medium, in unterschiedlicher Form präsentiert werden. Realisierung von unterschiedlicher Form im selben Medium kann z.B. durch Umstellung der Geschehensabfolge, durch verschiedene Perspektiven der Wahrnehmung oder durch einen unterschiedlichen Fokus vorgenommen werden.

2.2 Parameter

Folgende Parameter sind zur Bestimmung des Discours von Bedeutung.

2.2.1 Zeit

a) Reihenfolge: Chronologisch-linear vs. nicht-chronologisch / nicht-linear Chronologisch-linear wird erzählt, wenn nach der realen zeitlichen Abfolge auf ein Ende hin erzählt wird. Nicht-chronologisch und nicht-linear wird erzählt, wenn die zeitliche Abfolge anders wiedergegeben wird, z.B. durch Verwendung einer Analepse (Rückblick) oder einer Prolepse (Vorwegnahme).
b) Dauer/Tempo: Die Relation zwischen der erzählten Zeit und der Erzählzeit. 'Erzählzeit' bezieht sich auf die Dauer des Erzählens auf der Ebene der Sprechsituation und meint die Zeit, die benötigt wird, um die Handlung zu erzählen. Sinnvoll ist diese Kategorie nur als relationale, d.h. in Relation zur jeweiligen erzählten Zeit.

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Details

Seiten
8
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668174160
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317951
Note
1,5
Schlagworte
einführung literaturwissenschaft discours erzähltexten protokoll

Autor

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    Helena Bergquell (Autor)

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Titel: Einführung in die Literaturwissenschaft. Der Discours in Erzähltexten