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Der Einfluss von elterlicher Scheidung auf das spätere Partnerschaftsverhalten der Trennungskinder

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 10 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Hintergrund
2.1) Ehescheidungen
2.2) Familienformen

3.) Hypothesen zum Partnerschaftsverhalten

4.) Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

Während des Seminars „Einführung in die Familiensoziologie“ wurde neben verschiedenen anderen Themenbereichen das Thema „Trennung und Scheidung“ besprochen. Hier ging es besonders um Partnerschaftsstabilität und um gesellschaftliche Konsequenzen von Trennungen. Eine elterliche Scheidung hat aber auch Konsequenzen für die Kinder der aufgelösten Familie, deshalb stellte sich mir die Frage, inwieweit sich eine solche Scheidung auf das Partnerschaftsverhalten der Kinder im späteren Erwachsenenalter auswirkt.

Auch angesichts des sozialen Wandels der Familienformen in Deutschland lassen sich dieser Fragestellung große Wichtigkeit und Aktualität zuordnen: Die Scheidungszahlen sind in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen und die Heiratsneigung bei der deutschen Bevölkerung sinkt. Dieser gesellschaftliche Hintergrund wird deshalb in Abschnitt 2.1) „Ehescheidungen“ genauer betrachtet, während sich Abschnitt 2.2) mit den in Deutschland anzufindenden Familienformen auseinandersetzt, um den Einfluss von unkonventionellen Nach-Scheidungsfamilienformen besser verstehen zu können. Durch die folgenden Ausarbeitungen sollen dann einige mögliche Folgen einer elterlichen Scheidung betreffend der eigenen Kinder dargestellt und in der resümierenden Schlussbetrachtung wiederholt veranschaulicht werden.

2.) Hintergrund

Im Folgenden werden die genauen Daten von Ehescheidungen in Deutschland und die Bedeutung einer Scheidung in familiärer Hinsicht aufgezeigt. Weiterhin werden bestehende Familienformen genau definiert und anschließend wird der Wandel dieser Formen untersucht.

2.1) Ehescheidungen

In Abbildung 1) ist die sinkende Anzahl von Eheschließungen anhand des rotfarbenen Graphen über die Jahre hinweg zu sehen, welches demnach auf die verringerte Heiratsneigung in der Gesellschaft schließen lässt. Im Gegensatz zu Abb. 2) gibt Abb. 1) einen differenzierteren Überblick über Ehelösungen, da hier zwischen dem Tod eines Ehepartners und einer tatsächlichen Ehescheidung unterschieden wird. Aber auch die in Abb. 2) zusammengefassten Ehescheidungsziffern zeigen einen deutlichen Anstieg. Betrachtet man jedoch die Zahlen der letzten Jahre so erkennt man eine relativ stabile Ehescheidungsquote bzw. sogar einen geringen Rückgang der Scheidungszahlen. Dies ist zu erklären mit der verminderten Heiratsneigung sowie mit der Zunahme von nichtkonventionellen Partnerschafts- und Familienformen, welche in Abschnitt 2.2) dargestellt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1): Eheschließungen und Ehelösungen in DeutschlandAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2014a

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2): Scheidungsziffern der Ehen in DeutschlandAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2015

Wie sehr elterliche Scheidungen auch die Kinder treffen, zeigen außerdem die Zahlen des Statistischen Bundesamts (Quelle: 2014b): In etwa die Hälfte aller geschiedenen Ehepaare im Jahre 2014 hatten gemeinsame Kinder unter 18 Jahren. Genauer gesagt waren von 166.199 Ehescheidungen in diesem Jahr rund 134.803 minderjährige Kinder betroffen. Eine Scheidung hat extreme Auswirkungen auf die gesamte Lebenssituation eines Kindes. So scheint eine Scheidung direkt auf mehrere Lebensbereiche großen Einfluss zu nehmen: Finanzen, Sorgerecht, Wohnbedingung, Rollen und Beziehungen innerhalb der Familienmitglieder bzw. der Kontakt zu dem jeweils anderen Elternteil usw. (Vgl. Walper & Schwarz 2002: 12). In diesen konfliktbehafteten Prozessen bekommt das Kind oft weniger Aufmerksamkeit als zuvor und ist so stark auf sich allein gestellt wie nie zuvor, was die Situation eines Kindes nochmals verschlechtert. Mit dem Ausziehen eines Elternteils verliert das Kind zusätzlich noch eine seiner Vertrauenspersonen. Außerdem muss ein Kind meist mehr als nur eine neue Familienform durchlaufen: nach einer Scheidung bleibt das Kind vorerst bei einem Elternteil, welcher damit die Rolle des Alleinerziehenden einnimmt. Da aber knapp 90% der Väter und 66% der Mütter im Laufe der Zeit eine neue Partnerschaft eingehen (Vgl. Alt 2002: 144) lernt das Kind meist noch die Konstellation einer Stieffamilie kennen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668173866
ISBN (Buch)
9783668173873
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318158
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Soziologie
Note
2,5
Schlagworte
Familiensoziologie Scheidung elterliche Scheidung Konsequenzen von Scheidung Partnerschaftsstabilität Ehe Partnerschaft

Autor

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