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Ganzheitliche Moderation

von Britta Daniel (Autor) Hans-Peter Tonn (Autor)

Hausarbeit 2004 33 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Lernumgebung
1.1 Raumform
1.2 Beleuchtung
1.3 Farben und Strukturen
1.4 Klima
1.5 Einrichtung und Material
1.6 Pausenzone und Sinnesaktivierung

2. Gesundes Lernen
2.1 Ernährung und Bewegung
2.2 Biorhythmus

3. Der Lernprozess
3.1 Pädagogische Aspekte
3.2 Lernrhythmus
3.3 Passives und offenes Lernen
3.4 Pausen

4. Lernmethodik
4.1 Soziales interaktives Lernen
4.2 Multisensorisches Lernen
4.3 Erfahrungsorientiertes Lernen
4.4 Musik und Düfte

5. Fazit

6. Anmerkungen

7. Quellen

Einleitung

Ganzheitlichkeit ist ein wieder in Mode gekommenes Schlagwort. Dahinter verbirgt sich die Philosophie, dass der Mensch mehr ist als ein kopfgelenktes Lebewesen. In unserer abendländischen, christlichen Kultur wurde der Körper lange Zeit verteufelt. Der Mensch sollte ein vernunftgeprägt sein, der Kopf galt als Zentrum des Lernens und Denkens. Die Einheit von Körper, Geist und Seele ist wichtig für gesundes Leben und effektives Arbeiten. Das wußten bereits die alten Römer, die das Sprichwort prägten: „Mente sana in corpo sano“ (lat.: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper). Einige Reformpädagogen des frühen 20. Jahrhunderts sahen das genauso und bezogen diese Denkweise auf die Pädagogik. Pestalozzi sprach vom Lernen mit „Herz, Kopf und Hand“. Andere große Denker wie Plato und Aristoteles, Descartes, Leibnis, Spinoza, Robert M. Hutchins und Mortimer Adler waren ebenfalls Vertreter dieser Denkrichtung. Sie alle waren Vorreiter einer ganzheitlichen, humanistischen Pädagogik.

Lernen fordert nicht nur den Intellekt sondern den Lernenden als Ganzes. Es gibt keine rein kognitives Lernen. Lernen ist immer auch affektiv. Auch ein informatives Referat ist affektiv. Die psychomotorische Entwicklung spielt ebenfalls in allen Phasen des Lernens eine wichtige Rolle. Dies kann zum Beispiel durch Rollenspiel oder Simulation gefördert werden.

Für einen Moderator und Lehrenden ist es wichtig zu wissen, wie ganzheitliche Pädagogik wirkt. Mit Hilfe dieses Wissens und wenigen, einfachen Mitteln kann er seine Moderation und seine Seminare wirkungsvoll ganzheitlich gestalten. Das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer werden dadurch gesteigert und die Teilnehmenden werden ausgeglichener. Davon profitiert auch der Moderator. Er fühlt sich ebenfalls wohler und kann konzentrierter und effektiver seiner Arbeit nachgehen.

In dieser Studienleistung wollen wir einige wichtige Bereiche ganzheitlichen Lernens vorstellen.

In Kapitel eins gehen wir auf die grundlegenden räumlichen Voraussetzungen ein, die notwendig sind, um ganzheitliches Lernen zu ermöglichen. Der Körper muss sich wohlfühlen und die Lernumgebung muss positiv und vertrauenserweckend sein. Dann kann sich der Mensch auch ganz dem Lernprozess widmen.

Kapitel zwei geht auf die physischen körperlichen Bedürfnisse ein. Für geistige Höchstleistungen muss der Körper, ähnlich wie bei sportlichen Höchstleistungen, auch fit sein. Dazu gehören eine gesunde, bewusste Ernährung und viel Bewegung. Nur wenige Menschen wissen, dass der Körper einen eigenen Biorhythmus hat, der die Leistungsfähigkeit des Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten stark variieren lässt. Ignoriert man diesen Biorhythmus, wirkt sich das negativ auf den Lernprozess sowie auf das gesamte körperliche Gleichgewicht aus.

In Kapitel drei geht es um verschiedene Lernformen wie offenes und passives Lernen. Passives Lernen ist im Gegensatz zum aktiven Lernen kaum bekannt. Kreative körperlich-künstlerische Formen werden in dieser Phase des Lernens genutzt, um dem Gehirn eigene Möglichkeiten zu geben, sich den Lernstoff anzueignen.

Kapitel vier beschreibt die Effektivität verschiedener Lernformen. Interaktives Lernen in der Gruppe und erfahrungsorientiertes Lernen eignen sich besonders gut, um sich Lehrstoff anzueignen. Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden, desto schneller und besser prägt sich das Gelernte ein. Phantasien sind ebenfalls eine effektive Lernmethode, da sie beide Hirnhemisphären miteinander verbinden. Der gezielte Einsatz von Musik und Düften zum Lernen klingt, zumindest für Westeuropäer, ungewöhnlich. In Studien wurde jedoch nachgewiesen, dass Musik helfen kann, sich an bestimmte Seminarinhalte besser zu erinnern. Düfte können die Hirnwellentätigkeit positiv beeinflussen.

1. Lernumgebung

Die Gestaltung des Lernumfeldes hat Auswirkungen auf die Intensität des Lernens. Das wies der Amerikaner Rosenzweig in Versuchen mit Ratten nach. Seine Versuche zeigten, dass die Gestaltung des Umfeldes sich auf Gehirnvolumen, Vernetzungsgrad und Übertragungsgeschwindigkeit der Impulsübertragung der Neuronen auswirkte.

Das Lernumfeld wird positiv oder negativ beeinflußt von Architektur, Ergonomie, Licht, Farbe, Klima, Material und Ort des Lernens (vgl. Neuland 1995, 6ff).

Die Lernumgebung sollte nicht an schulisches Lernen erinnern sondern zum Wohlfühlen und zu spaßerfülltem Lernen animieren. Die Lernumgebung sollte funktionell und lernunterstützend gestaltet werden. Ästhetik ist dabei ebenfalls von Bedeutung. Nahezu alle Menschen reagieren von Geburt an auf Klang, Form, Farbe und Rhythmus. Diese Fähigkeit wird auch „Erste ästhetische Ordnung“ genannt. Es gibt weitere Formen ästhetischer Wahrnehmung. Das menschliche Gehirn verfügt über eine allgemein identische Grundstruktur eines Bewusstseins für die Harmonie von Tönen, Räumen und Farben (vgl. Neuland 1995, 273).

1.1 Raumform

Es gibt verschiedene Arten von Räumen wie Plenar- und Seminarräume, Gruppenarbeitsräume, Pausenräume oder Werkstatträume von unterschiedlicher Größe. Am besten eignen sich Seminarräume in Form eines Quadrates. Interaktive Gruppenaktivitäten können darin, je nach Aufgabe, an unterschiedlichen Stellen stattfinden und bleiben in ausreichender Entfernung zum Moderierenden1. Auch sechs- oder achteckige Räume eignen sich, regen durch ihre außergewöhnliche Form zu Kreativität an und bleiben dennoch durch gerade Wandflächen funktional.

Rechteckige Räume sind dagegen desto ungünstiger, je weiter die Seitenflächen voneinander entfernt sind. Sie ermöglichen weniger Variationsmöglichkeiten bei den Gruppenaktivitäten. Eine Bestuhlung im Halbkreis wird schwierig, da sich die Teilnehmenden in der Mitte und an den beiden äußeren Enden nicht optimal sehen können.

Um die optimale Größe des Seminarraums zu wählen, rechnet man mit einem Wert von am besten 6 m² pro Teilnehmer, mindestens jedoch 5 m². Die Größe ist aber auch abhängig davon, ob noch zusätzliche Räume zur Verfügung stehen. Wenn zum Beispiel Gruppenarbeiten geplant sind, muß der Seminarraum groß genug sein, um ihn zu unterteilen. Dafür sollten bis zu 8 m² pro Teilnehmer zur Verfügung stehen. Wenn statt dessen zusätzliche Räume gewählt werden, sollten diese wenigstens einer Größe von 2,5 m² pro Teilnehmer entsprechen. Die Anzahl der Räume ist auch abhängig von der Teilnehmerzahl. Bei Gruppengrößen von mehr als 12 Personen werden zwei weitere Arbeitsräume benötigt.

Für den Moderierenden spielt nicht nur die Form sondern auch die Funktionalität der räumlichen Architektur eine Rolle. Die Wände sollten nicht rundum mit Fenstern ausgestattet sein. Für Plakate und Pinnwände müssen ausreichend Stell- und Hängeflächen zur Verfügung stehen. Durch Plakate unmittelbar vor Fenstern können Teilnehmerinnen und Teilnehmer geblendet werden (vgl. Neuland 1995, 271ff).

1.2 Beleuchtung

Licht ist wesentlich für die Gestaltung eines Seminars, da ohne Licht kein Sehen möglich ist. Außerdem beeinflusst es das Wohlbefinden von Menschen. Es gibt verschiedene Arten von Licht:

a) Tageslicht

Dies ist das qualitativ wertvollste und für den Menschen angenehmste Licht. Es sollte, wann immer möglich, für jeden Seminarraum genutzt werden, in dem genügend Fensterflächen vorhanden sind. Zur Regulierung der Lichtintensität sollte ein Sonnenschutz, eine Verdunklungsanlage oder Vorhänge vorhanden sein.

b) Tageslicht-Ergänzungs-Beleuchtung

Bei morgendlicher wie abendlicher Dämmerung, in den dunkleren Wintermonaten und bei schlechtem Wetter muss Tagesergänzungslicht eingeschaltet werden, um das natürliche Tageslicht zu unterstützen. Auch bei größeren Räumen, die nicht ausreichend durch Fenster beleuchtet werden, ist eine Hinzuschaltung von Licht unbedingt nötig. Diese sollte mindestens 500 Lux betragen. Die Beleuchtung sollte durch Dimmschalter und verschiedene Stromkreise den jeweiligen Lichtverhältnissen und Aktivitäten angepasst werden können. Zum Beispiel sollte bei einer Vortragsbeleuchtung die Grundbeleuchtung auf 80 Lux gedimmt werden. Für Entspannungs- und Meditationsübungen sollte eine geringe Beleuchtungsstärke mit gemütlichem, warmem Licht gewählt werden. Aktionslicht, die Beleuchtung von aktiven Arbeitsflächen wie Pinnwänden und Schreibmagnettafeln, sollte hell und gleichmäßig sein. Licht sollte, je nach Bedarf, zu- und weggeschaltet werden können. Die Arbeitsbeleuchtung sollte eine gleichmäßige, helle Ausleuchtung ermöglichen, die nicht blendet. Wird Leuchtstofflampenlicht als alleinige Beleuchtung genutzt, wirkt es schnell eintönig und ermüdend. Es lässt sich nur schlecht dimmen und wirkt dann fahl. Außerdem leuchtet es nicht brillant wie das Licht von Glühlampen. Allein durch seine Optik strahlt es eine technische, ungemütliche Atmosphäre aus.

c) Kunstlicht

Gemäß der DIN 5053 müssen folgende technische Werte erreicht werden:

- Nennbeleuchtungsstärke 300 – 500 Lux
- Lichtfarbe neutral/ warmweiß
- Stufe der Farbwiedergabe: 11
- Güte der Blendungsbegrenzung: 11

Bei der Wahl von Kunstlicht muss beachtet werden, dass das Lichtspektrum ähnlich dem von natürlichem Tageslicht ist. Glühlampen sollten gegenüber Halogenlicht bevorzugt eingesetzt werden, können aber in gewissem Maß auch mit Halogenleuchten kombiniert werden. Ideal wäre der Einsatz von Spezialleuchtmitteln, die die licht- und farbspektralischen Eigenschaften von Tageslicht besitzen (vgl. Neuland 1995, 274f).

1.3 Farben und Strukturen

Farben können ästhetisch beurteilt werden. Sie beinflussen Menschen aber auch auf physiologischer und psychologischer Ebene. Farben wirken auf Menschen zum Beispiel leicht oder schwer, warm oder kalt, nah oder fern. Räume in entsprechenden Farben können dadurch als hoch, eng oder weit empfunden werden. Farben spielen also bei der Gestaltung der Lernumgebung eine wesentliche Rolle. Für die Gestaltung von Farben in Lernräumen gibt es keine ideale Lösung, da jeder Raum anders ist. Himmelsrichtung, Beleuchtung und Lage im Gebäude beeinflussen den Raum. Um Harmonie durch Farben zu erzeugen, ist eine methodische Vorgehensweise wichtig. Für die Farbgestaltung müssen folgende Kriterien beachtet werden:

1) Die Raumsituation
a) Himmelsrichtung

Seminarräume, die nach Osten, Süden und Südwesten mit Fenstern ausgestattet sind, sind reich an Sonne. Dies stimmt die Lernenden glücklich. Räume mit wenig Lichteinfall stimmen dagegen depressiv.

b) Lichteinfall bei Tag

In tageslichtarmen Räumen sollten auf jeden Fall helle, leichte Farben eingesetzt werden.

c) Künstliche Beleuchtung

Durch ungeeignete, künstliche Beleuchtung kann ein bei Tageslicht harmonisch wirkender Raum negativ verändert werden.

2) Die Einrichtungsgegenstände

Das bereits vorhandene Mobiliar wie Bodenbelag, Teppich, Vorhänge, Holzarten muss in seinen Farben und Eigenschaften (Größe, Form) bei der Farbwahl berücksichtigt werden.

3) Die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien

Die vorhandenen und neu hinzukommenden Materialien haben eigene Strukturen und Oberflächen, die bei der Farbgestaltung eine Rolle spielen.

4) Physiologische Anforderungen

Blendungen, Spiegelungen, fehlende und zu harte Kontraste sollten vermieden werden. Sie können zu Irritationen, Sehstörungen und Ermüdungserscheinungen führen.

5) Psychologische Anforderungen

Bei der Farbwahl für Fußboden, Wände und Decke sollte berücksichtigt werden, dass ein natürliches Helligkeitsgefälle entsteht, welches Wohlbefinden erzeugt. Die Farbe für den Fußboden sollte daher stets dunkler als die Farben für Wände und Decke gewählt werden. Dadurch wird Verunsicherungen vorgebeugt.

Je nach Lernsituation, bei stiller Konzentration, angeregter Kommunikation oder schöpferische Entspannung, sollte ein modern gestalteter Seminarraum ein entsprechendes Lernumfeld bieten. Dabei sollte, wie bei der Dramaturgie und Kulissentechnik üblich, der Raum farbpsychologisch auf die jeweilige Lernsituation angepasst werden können. Dazu ist es wichtig, die Wirkung der einzelnen Farben zu kennen:

Gelb

Gelb wirkt freundlich, heiter und kommunikativ. Es sollte allerdings nicht zu intensiv genutzt werden. Diese Farbe eignet sich sehr gut für Seminarraumwände, als Tuchbespannung für Pinnwände oder Dekostoff in Fensternähe. Helle warme Farben wie Gelb und Gelborange hellen den Raum auf und ersetzen fehlendes Sonnenlicht.

Rot und Orange

Rot und Orange betonen die jeweiligen Gegenstände und Materialien. Sie können zum Beispiel für Metallrahmen oder Beschläge eingesetzt werden. In Maßen eingesetzt wirken diese Farben anregend, aktivierend und belebend. Warme Farben wie Orange lassen den Raum kleiner wirken.

Blau

Blau wirkt auf Lernende konzentrationsfördernd. Hellblau kann großflächig beim Deckenanstrich eingesetzt werden. In Räumen mit viel Tageslicht kann auch ein blauer Teppich gelegt werden. Auch Stuhlbezüge, Pinwände, Rahmenelemente oder Tisch- und Stuhlbeine können in blau gewählt werden. Helle, kalte Farben wie Hellblau, erweitern den Raum und lassen ihn größer wirken. Dunkle, kalte Farben wie Dunkelblau lassen die Raumbegrenzungen stark spürbar werden. Sie können dazu führen, dass Räume als „Loch“ empfunden werden.

Grün

Grün kann großflächig in Räumen eingesetzt werden, da es eine ausgleichende, beruhigende Wirkung hat. Grüne Bodenbeläge und Teppiche empfinden Menschen als weich, trittfreudig und erholsam. Kräftiges Grün kann eingesetzt werden, um bestimmte Elemente im Raum, wie Rahmen, Tisch- und Stuhlbeine zu betonen.

Der menschliche Organismus und die menschlichen Bedürfnisse werden durch Tageszeit, Wetter und Jahreszeit beeinflusst. Im Sommer wirken kühle Farben angenehm erfrischend. Im Winter dagegen werden warme Farben bevorzugt, weil sie mit wohliger Wärme und Geborgenheit verbunden werden.

In Seminarräumen können verschiebbare Wandelemente und varriable Beleuchtungsmöglichkeiten das Spiel der wandelbaren Farbstimmungen ermöglichen.

Auch die Struktur der Wände unterstreicht Farbwirkungen und ist für das Wohlbefinden bedeutsam. Weiße Wände wirken auf den menschlichen Betrachter oft zu grell. Sie erzeugen Stress, weil das Auge auf glatten Oberflächen keinen Halt findet. Strukturierte Oberflächen, insbesondere Naturanstriche, werfen dagegen Schatten und unterstützen das Auge dabei, zur Ruhe zu kommen (vgl. Neuland 1995, 275ff).

1.4 Klima

Das Raumklima wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Die Verbesserung einzelner Faktoren kann entscheidend zu einer positiven Veränderung beitragen.

Temperatur

Für das Wohnklima ist nicht der Celsiusgrad der Lufttemperatur entscheidend. Statt dessen sind die unterschiedlichen Behaglichkeitsstufen von Lufttemperatur und Oberflächentemperatur von Bedeutung. Strahlungswärme im Infrarotbereich wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus, Konvektionswärme mit Luftumwälzung, wie sie bei Klimaanlagen vorkommt, wirkt dagegen negativ auf den menschlichen Körper.

Der Körper des Menschen ist ein Wärmetauscher, der Energie vor allem über Wärmestrahlung nach außen abgibt. Wenn die Raumumgebung durch ungünstige wärmeleitende Eigenschaften diese Körperstrahlung schnell und stark ableitet, statt sie zu reflektieren, fühlt sich der Mensch schnell unwohl. Um dies zu verhindern, sollten also in Seminarräumen wärmeabstrahlende Oberflächen und Strahlungsheizungen eingesetzt werden, wie beispielsweise Fußbodenheizungen. Damit können für optimale Bedingungen Raumtemperaturen mit relativ geringer Lufttemperatur um ca. 18 °C und hohen Oberflächentemperaturen um 20 bis 22 °C geschaffen werden.

Luftfeuchtigkeit

Der menschliche Organismus gibt, abgesehen von Wärmestrahlung, auch Wärme durch Konvektion, insbesondere durch die Atmung, nach außen ab. Aus diesem Grund muß die absolute Luftfeuchtigkeit gering gehalten werden. Der relative Wert sollte bei 40% bis 50% liegen. Bei Heizsystemen mit zu geringem Strahlungsanteil werden diese relativen Luftfeuchtigkeitswerte nicht gehalten. Die Luft wird zu trocken und belastet die Atemwege. Dieses Problem kann nicht durch technische Luftbefeuchter gelöst werden, da diese vor allem die Verbreitung von Krankheitskeimen fördern.

Die umschließenden Wände und Fenster von Seminarräumen spielen eine wichtige Rolle bei der Dauerlüftung. Durch zunehmende Fugendichte der Fenster in den letzten Jahren muß verstärkt gelüftet werden, da die Luft sonst nicht ausreichend zirkulieren kann. Statt eines ein- bis zweifachen Luftwechsels pro Stunde haben Neubauten inzwischen nur noch einen 0,1fachen Luftwechsel. Daher ist der Einsatz atmungsaktiver Wände aus Holz, Ziegel oder Kalk von hoher Bedeutung.

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Details

Seiten
33
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638327398
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31847
Institution / Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen – Fachbereich Sozialpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Ganzheitliche Moderation Moderieren Gruppenprozessen

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Titel: Ganzheitliche Moderation