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Schülervorstellungen zu geographischen Fragestellungen

Hausarbeit 2013 10 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung und allgemeine Informationen zum Thema

2. Die konstruktivistische Sicht und affektive Aspekte

3. Konsequenzen für den Unterricht

4. Unterrichtsstrategien
4.1. Schritte
4.2. Kennzeichen erfolgreichen Unterrichts

5. Bildliche Beispiele

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturangabe

1. Einleitung und allgemeine Informationen zum Thema

Wenn man, umgangssprachlich oftmals tituliert als „normaler Mensch“, Dinge verstehen möchte und, vielleicht bezugnehmend auf eigenes Handeln, auch selbstreflektiert agieren will, muss man wissen, wie Prozesse ablaufen und Sachen zu verstehen sind - logisch. Dies ist ein Vorgang, bei dem wir Informationen und Daten aufnehmen und aus einem großen Datenstrom selektieren, somit reduzieren und denen wir eine individuelle Bedeutung verleihen.1 Bei Schülern im Lernprozess läuft dies ebenso ab.

Mit Hinblick auf die den Unterricht aktuell einflussnehmenden geographischen Fragestellungen, wie beispielsweise die globale Erderwärmung, rücken Schülervorstellungen für die Schülerinnen und Schüler (SuS) und für die Lehrkraft in den Mittelpunkt. Zumal die nachfolgenden Generationen, bezogen auf das obere Beispiel, maßgeblich die Entwicklung mitbestimmen können/müssen und entsprechendes Handeln mit Vorstellungsweisen und Prozessverständnis verknüpft ist. Darüber hinaus gelten diese Fähigkeiten und Fertigkeiten als Schlüsselkompetenzen.2

Zitate Diesterwegs - „Ohne die Kenntnis des Standpunktes des Schülers ist keine ordentliche Belehrung desselben möglich“3 und Ausubels „Der wichtigste Faktor, der das Lernen beeinflusst ist, was der Lernende schon weiß. Man berücksichtigt dies und lehre entsprechend.“3 zeigen auf, dass den Lehrerinnen und Lehrern (LuL) eine zentrale Aufgabe der Berücksichtigung von Schülervorstellungen zukommt. Grund hierfür ist die durch die Zitate offensichtlich starke Korrelation zwischen Schülervorstellungen, Fachwissen und Lernfortschritten.

Dieser Hausarbeit soll einen kurzen Überblick über diese Zusammenhänge darlegen, wobei neben der konstruktivistischen Sicht und den affektiven Aspekten, auch Hinweise für Lehrkräfte in Form von Unterrichtsstrategien aufgeführt werden und bildliche Beispiele den Forschungsstand exemplarisch aufzeigen.

2. Die konstruktivistische Sicht und affektive Aspekte

Lehrkräfte wissen im Allgemeinen zwar, dass Vorwissen 4 für den Lernprozess essentiell ist, dass dieses jedoch im Rahmen von Vorstellungen mitgebracht wird und Besonderheiten mit sich bringen, meist nicht.5 Um die Wichtigkeit von Schülervorstellungen für den aktiven Lernprozess deutlich zu machen, müssen die konstruktivistische Sicht und die affektiven Aspekte näher betrachtet werden.

Zentrale Aussage bezüglich der konstruktivistischen Sicht ist, dass ein Lernfortschritt bei den SuS als ein aktives Anlernen von Fachwissen auf Grundlage bereits vorhandenen Wissens zu definieren ist und kein passiver Vorgang stattfindet. Duit erwähnt hier die treffende Aussage: „Jeder ist seines Wissens Schmied“6. Die Fülle von Informationen in einer Unterrichtsstunde, hier wäre meiner Meinung nach das Beispiel Frontalunterricht zu nennen, und die damit verbundenen Sinneswahrnehmungen werden vom Gehirn zunächst aufgenommen, auf die für den jeweiligen Schüler essentiellen Aspekte reduziert und verarbeitet. Bei der Verarbeitung verleiht der Lernenden den Informationen eine subjektive Bedeutung, wobei sowohl die Reduktion der Daten, als auch die Bedeutung der verarbeiteten Daten bedingt sind durch individuellen Vorstellungen, Bedürfnisse und Interessen. Es ergeben sich somit vielfältigste Interpretationsmöglichkeiten der Daten. Diese aufgenommenen Informationen sind somit nie von Grund auf als objektiv zu sehen.

Diese unterschiedliche Deutung von Wissen oder auch Signalen einer Lehrkraft kann im Unterricht mehrfach zu Konflikten führen. Der Lehrer schreibt einen Satz an die Tafel (mit eigenen Erwartungen) und die SuS antworten mit einer eigenen Interpretation des Satzes (mit ihren Vorstellungen). Die LuL interpretieren die Antwort wiederrum anders als es gemeint war. Ein weiteres anschauliches Beispiel für diese Unterschiedlichkeit in der Interpretation von Informationen zeigt das Heranziehen eine topographische Karte.

[...]


1 Vgl. Duit, R. (2008), S.3.

2 Vgl. Reinfried, S. et al. (2010), S. 251f.

3 zit. nach Duit, R. (2008), S. 2)

4 Vgl. Duit, R. (2008), S.3f

5 Vgl. Duit, R. (2008) S.3 und Reinfried (2008), S.8

6 zit. nach Duit, R. (2008), S.3.

Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668180697
ISBN (Buch)
9783668180703
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318724
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Schlagworte
Geographieunterricht Schülervorstellungen

Autor

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Titel: Schülervorstellungen zu geographischen Fragestellungen