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Kooperationsspiele in der Freizeitpädagogik. Der Einsatz bei Grundschulkindern

Diplomarbeit 2016 49 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Zielsetzung
1.2. Kapitelübersicht

2. Freizeitpädagogik
2.1. Begriffsdefinitionen und Differenzierung
2.2. Qualitativ hochwertige Freizeitpädagogik
2.3. Informelles Lernen in der Freizeitpädagogik

3. Die Freizeitbetreuung
3.1. Die Rolle der pädagogischen Fachkraft in der Freizeit
3.2. Der Einfluss Gleichaltriger auf Kinder
3.3. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung

4. Das Spiel
4.1. Motivation zum Spiel
4.2. Einige Spielarten / Spielformen
4.3. Kooperationsspiele
4.3.1. Lernen durch Kooperative Spiele
4.3.2. Mit Kooperationsspielen Aggressionen bei Kindern reduzieren
4.3.3. Ziele von Kooperationsspielen

5. Praktischer Teil dieser Arbeit
5.1. Volksschule & NABE Kreativ- und Lernwerkstatt
5.2. Freizeitpädagogische Tätigkeit in der NABE
5.3. Freizeitpädagogisch angeleitete, begleitete und gespielte Spiele
5.3.1. Ball Spiel (ISTOP)
5.3.2. Schokoladenfluss
5.3.3. Pipeline Spiel
5.3.4. Capture the Flag

6. Resümee

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Diese Arbeit soll die Frage klären wie Kooperationsspiele mit Grundschülern in der Freizeitbetreuung gespielt werden und was für Auswirkungen diese Kooperationsspiele auf Kinder im Grundschulalter haben können. Dazu werden Freizeitbetreuungsmöglichkeiten und Spiele aus der Praxis vorgestellt und die Rolle des/der Freizeitpädagogen/in in der Freizeitbetreuung geklärt.

1. Einleitung

In der heutigen Gesellschaft durchlaufen Kinder und Jugendliche Krabbelstuben, Kindertagesstätten, Schulen und verschiedene weiterbildende Einrichtungen und Institutionen. Nach der Familie sind diese die sekundären Sozialisationsinstanzen, die Werte und Normen vermitteln, welche wiederum die Gesellschaft der Zukunft formen sollen. Es wird auf Individualität großen Wert gelegt, bei Einstufungen und Leistungsüberprüfungen jedoch, wird meist problemorientiert statt ressourcenorientiert beobachtet und in Folge dann auch bewertet. Viele Kinder werden so in ih[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]er Pe[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]sönlichkeitse[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]twicklung negativ beeinflusst, da sie auf ihre Fehler reduziert werden und sich ständig mit a[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]deren Kin[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ern in[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]hren Leistung[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n messen mü[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]s[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n. Dies spieg[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]lt sich auc[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]in s[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]hr[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]iel[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n Spielen wieder. Es geht in den meisten Spielen ums Gewinnen oder Verlieren. Dies und der Leistungsdruck durch die Gesellschaft führen dazu, dass an Stelle von Individualität und Kreativität Egozentrismus gefördert wird, was für die Entwicklung von Empathiefähigkeit und Sozialkompetenzen hinderlich sein kann. Damit Kinder wertschätzend miteinander umgehen können, benötigen sie Sozialkompetenzen und Empathiefähigkeit. Ein Kind das sich solche Fähigkeiten und Kompetenzen aneignen kann, hat folgende Eigenschaften:

Das Kind kann Einfluss auf Gleichaltrige nehmen und wird von diesen gemocht. Es kann leicht Kontakt aufbauen, hat keine soziale Angst und kann sich auch in laufende Spielsituationen hineinspielen und mitmachen. Das Kind verfügt über Strategien zur Konfliktbewältigung, kann seine Gefühle angemessen kontrollieren und es kann verhandeln und sich mit anderen auseinandersetzten (vgl. Pfeffer 2012 S.14 zit. nach Pestil 2015, S.33).

In dieser Arbeit versucht der Autor darauf aufmerksam zu machen, dass durch die richtigen Fördermaßnahmen, z.B. Kooperationsspiele im Grundschulalter den Kindern viele Eigenschaften für ihre Persönlichkeitsbildung mitgegeben werden können. Der/die Freizeitpädagoge/in hat die Möglichkeit mit freizeitpädagogischen Methoden den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu nutzen, Interessen zu wecken und zu fördern (vgl. Pestil 2015, S.52). So kann jedes Kind seine Stärken und Schwächen erfahren. In Kooperationsspielen wird nicht leistungsorientiert bewertet, sondern jedes Kind kann seine Ressourcen ins Spiel mit einbringen und die Gruppe als Ganzes nimmt an was der Einz[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]l[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e beiträg[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. Freiz[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]itpädagogen/i[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n sollten d[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]her darauf sc[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]auen welche Koope[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ati[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]nss[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]iele und Freizeitbetreuungsmöglichkeiten sinnvoll einsetzbar sind, um Kinder bei ihrer Entwicklung förderlich zu unterstützen.

1.1. Fragestellung und Zielsetzung

Daraus ergibt sich folgende Fragestellung:

"Wie können Kooperationsspiele in der freizeitpädagogischen Betreuung bei Grundschulkindern eingesetzt werden?"

In dieser Arbeit soll erklärt werden wie Kooperationsspiele auf Kinder in Grundschulen wirken und wie diese Spiele von Freizeitpädagogen/innen umgesetzt werden können.

1.2. Kapitelübersicht

Nach der Einleitung im 1.Kapitel wird im 2.Kapitel auf die Begriffsdefinitionen und Differenzierung von Freizeitpädagogik eingegangen und es wird beschrieben was qualitativ hochwertige Freizeitpädagogik ausmacht. Danach wird erklärt wie informelles Lernen in der Freizeitpädagogik stattfindet. Im 3.Kapitel wird der Begriff Freizeitbetreuung durchgenommen und wie die Rolle der pädagogischen Fachkraft in der Freizeit zu sehen ist. Danach wird auf den Einfluss Gleichaltriger auf die Kinder hingewiesen und dies genauer erklärt. Anschließend werden weitere Möglichkeiten von Freizeitgestaltung und deren Vorteile vorgestellt. Im 4.Kapitel geht es um das Spiel und dessen B[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]d[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]utung in[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]er Kind[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]sentwicklung. N[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ch den Mö[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]l[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]chkeiten wie[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]um Spiel mo[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ivier[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]we[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]den kann, folgen noch einige Spielarten und Spielformen die vorgestellt werden. Zum Ende des 4.Kapitels werden Kooperationsspiele und ihre Wirkungen und Ziele ausführlich bearbeitet. Das 5. Kapitel widmet sich dem Praktischen Teil dieser Arbeit. Hier wird die Nachmittagsbetreuung einer Schule vorgestellt. Nach der Vorstellung wird die Tätigkeit des/der Freizeitpädagogen/in in dieser NABE erwähnt. Anschließend werden die freizeitpädagogisch angeleiteten, begleiteten und gespielten Spiele mit anschließender Reflexion beschrieben. Im 6.Kapitel kommt das Resümee dieser Arbeit.

2. Freizeitpädagogik

2.1. Begriffsdefinitionen und Differenzierung

Freizeit

"Freizeit meint das relative Frei-Sein von Verpflichtungen oder Zwängen. Freizeit ist somit gekennzeichnet durch spontane Eigentätigkeit, Freiwilligkeit, offene Handlungssituationen und Selbstbestimmung. Die Gestaltung der Freizeit kann sowohl eigenständig als auch in organisierter Form, z.B. durch Freizeitpädagogik, erfolgen" (Tenorth et al. 2007, S.261).

Freizeitpädagogik

"Freizeitpädagogik setzt Angebote für die Freizeitgestaltung der Kinder und will damit primär die kindlichen Kompetenzen zur selbstbestimmten Gestaltung ihrer Freizeit stärken" (Kneidinger 2013, S.12).

"Die Freizeitpädagogik möchte Hilfen für sinnvolle Freizeitgestaltung bieten und den Einzelnen befähigen, den Spielraum persönlicher Freiheit gegenüber dem von verschiedenen Mächten und Interessengruppen ausgehenden Konsumzwang zu behaupten" (Hobmair et al. 2012, S.17).

Erlebnispädagogik

Die Erlebnispädagogik befasst sich mit gruppendynamischen Prozessen, die meistens in der Natur stattfinden. Sie soll die Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen entwickeln. Als Unterdisziplin der Pädagogik gilt Erlebnispädagogik, als ganzheitliches Erziehungs- und Bildungskonzept. Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz, Risikobereitschaft und Persönlichkeit nehmen in der Gesellschaft eine zunehmende Rolle ein. Durch Natursportarten und Methoden aus Sozialpädagogik wie Spiel-, Abenteuer-, Theater-, und Freizeitpädagogik werden vielfältige Erlebnisse geboten die zur Entwicklung von Schlüsselqualifikationen beitragen können (vgl. www.wikipedia.org/wiki/Erlebnispädagogik).

Spielpädagogik

Als Unterdisziplin der Sozialpädagogik erfasst die Spielpädagogik die spielerischen Elemente und ihren Einsatz als Medium und Methode innerhalb der sozialen Arbeit. Mit allen Sparten der Pädagogik kann Spielpädagogik kooperieren. Dabei bildet die Spielpädagogik den Schnittpunkt zwischen den drei großen gesellschaftlichen Aufgaben Bildung, Kulturarbeit und Jugendarbeit (vgl. www.wikipedia.org/wiki/Spielpädagogik). Spielpädagogik wird auch als Intervention Erwachsener in das kindliche Spiel gesehen. Es hat das Ziel die Fähigkeiten des Kindes zur selbstbestimmten Spieltätigkeit zu fördern und die Nutzbarmachung des Spiels für die Entwicklungs- und Lernziele des Kindes zu funktionalisieren.

Tabelle 1 entnommen aus: Kneidinger, Lisa (2013): Freizeitpädagogik im Hort. Theoretische Überlegungen und gelungene Praxisbeispiele. Linz: Fachverlag UNSERE KINDER, S. 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Qualitativ hochwertige Freizeitpädagogik

Der Begriff der Freizeitpädagogik wird oftmals synonym mit den damit verwandten Begriffen Spiel- und Erlebnispädagogik verwendet. Dennoch sollten sie aber voneinander abgegrenzt werden, weil diese Begriffe unterschiedliche Schwerpunkte der Sozial- bzw. Hortpädagogik definieren.

Das Ziel der Freizeitpädagogik ist es, Kindern verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufzuzeigen und sie bei der Auswahl zu unterstützen, sodass ein konstruktiver Umgang mit Freizeit später auch ohne die Betreuung durch Erwachsene gelingt.

Qualitativ hochwertige Freizeitpädagogik

soll Gegengewichte schaffen zur Umsetzung der ansonsten nur im schulischen Kontext erlebten Vorgaben, sowie die Vielfalt an Lernmöglichkeiten erfahrbar machen.

hat hohen Freiwilligkeitscharakter.

hat die Absicht, Kindern konstruktiven Umgang mit Freizeit näher zu bringen und die Entwicklung ihrer Interessen zu fördern.

(vgl. Kneidinger 2013, S.12)

2.3. Informelles Lernen in der Freizeitpädagogik

Im Alltag bzw. in der Freizeit oder in der Familie findet das informelle Lernen statt. Diese Art des Lernens kann sowohl intentional - also zielgerichtet - sein, als auch nicht intentional und somit beiläufig. Es ist jedenfalls nicht von außen organisiert, unsystematisch und weitgehend selbstbestimmt. Das informellen Lernen ist durch die aktuelle und in der jeweiligen Situation liegende Herausforderungen bestimmt, was ein wesentliches Merkmal ist. Es entwickelt sich aus unmittelbaren Lebens- und Erfahrungszusammenhängen und wird, weil nicht beabsichtigt, kaum reflektiert. Das informelle Lernen kann als eine Grundform des menschlichen Lernens bezeichnet werden. Im täglichen Leben dient es als Erfah[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]u[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]gslernen[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]unbewussten[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]issens- und Kompe[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]enz[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]rwe[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]terung (vgl. Kneidinger 2013, S.20). Es ist eine, insbesondere auch spiel- und kulturpädagogisch relevante, Konsequenz, dass informelles Lernen, welches nicht strukturiert ist, unterstützt werden kann, in dem anregende Lernumgebungen konstruiert werden und/oder die Fähigkeit zur Selbststeuerung gestärkt wird. Spielerisches Lernen vollzieht sich im Netzwerk der Lebenswelten, der bildenden Wirksamkeit der Wirklichkeit (vgl. Fritz 1991, S.123 zit. nach Zacharias 2011, S.1565).

Weil bei allen geplanten oder ungeplanten Aktivitäten das kindliche Lernen und somit die Verhaltens- und Einstellungsveränderungen der Kinder inkludiert sind, ist das informelle Lernen die in der Freizeitpädagogik dominierende Form des Lernens. Vor allem in selbstbestimmten, von Kindern selbstorganisierten Spielsituationen wird informell gelernt: Die Kinder versuchen jene Herausforderungen zu meistern, die sich im Spielverlauf ergeben ohne ihren Lernprozess als solchen zu strukturieren. Diese können vielfältig sein und etwa den Umgang mit Materialien, aber auch die Bearbeitung eines Konflikts betreffen. Weil Themen wie Gerechtigkeit und Fairness im Alltag ständig präsent sind, ist dies gerade im H[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]r[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]nicht un[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]öhnlich: Kind[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]r beschäfti[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]en si[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]h i[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ten[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]iv damit, warum, wer, in welcher Weise gehandelt hat und wie dieses Verhalten zu bewerten ist. Für das Aushandeln ihrer Position bei Streitigkeiten brauchen Kinder daher auch viel Zeit. Diese Situationen haben ein großes Lernpotential: Für die Kinder sind sie momentan außerordentlich wichtig, was zur Folge hat, dass sie höchst engagiert in diese Aushandlungsprozesse involviert sind. Weil Passivität in der Situation wenig hilfreich wäre, müssen sie sich intensiv an diesen Prozessen beteiligen. Es ist wichtig, sich als Konfliktpartei einzubringen, die eigene Position zu vertreten und mit den anderen deren Ansichten auszudiskutieren. Es steckt ein großes Lernpotential in Konfliktbearbeitung dieser Art, auch w[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]nn für Au[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]stehende die[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ehemenz und Lauts[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ärk[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]di[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ser Auseinandersetzungen nicht immer nachvollziehbar sind: Die Erkenntnis, wie das eigene Engagement auf andere wirkt und dass es sich lohnt, sich einzubringen und seine Position darzustellen, ist als Selbstwirksamkeitserfahrung bedeutsam. In solchen Situationen wird der Selbstwert und das Selbstvertrauen gestärkt: "Mein Einsatz zahlt sich aus, meine Stimme hat Gewicht und ich kann dazu beitragen, dass sich etwas verändert" (vgl. Kneidinger 2013, S.22).

Gerade weil solche Lernziele selbstverständlich nicht intentional im Sinne einer Absicht sind, sind diese Lernsituationen so wichtig - ein wesentliches Argument für die Ausweitung der von Erwachsenen nicht verplanten Freizeit im Hort (vgl. ebd., S.22).

3. Die Freizeitbetreuung

Das Erleben von Gemeinschaft und ein stimulierendes Umfeld spielt, unabhängig vom Alter der Kinder, für sie eine zentrale Rolle in der Freizeit. Eine pädagogische Fachkraft kann auf diese Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit entsprechenden Angeboten eingehen und sie so bei der Entwicklung eines positiven sozialen Verhaltens förderlich unterstützen.

Freizeitaktivitäten schaffen in verschiedensten Bereichen wie Musik, Sprachen, Kultur, Sport, Kreatives Gestalten, usw. viele Gelegenheiten sich selbst zu erfahren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Besuche von Museen, Burgen, Bauernhöfen, Ausstellungen und anderen Tätigkeiten, bietet sich die Möglichkeit die Gemeinschaft in verschiedenen Rahmenbedingungen neu zu erleben (vgl. Schatzl 2011, S.51f.).

3.1. Die Rolle der pädagogischen Fachkraft in der Freizeit

Bei der Entwicklung der sozialen Kompetenzen spielt die Familie als primäre Sozialisationsinstanz eine herausgehobene Rolle. Zugleich nimmt aber mit dem Älterwerden der Kinder und ihrem Besuch von Kindertageseinrichtungen und Schule der Einfluss weiterer Bezugspersonen deutlich zu. Die Beziehung zu diesen Fachkräften ist im Leben der Kinder ein nicht zu unterschätzender Faktor. Aus einer gelungenen Beziehung können sich Gefühle wie Geborgenheit auch außerhalb der Familie, sowie Stolz, Freude und Neugier entwickeln. Der Umgang mit verschiedenen Gefühlen, mit schwierigen Situationen und schließlich mit Bedürfnissen und Konflikten in einer Gruppe können in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hort und[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]außersch[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]l[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]schen Aktivit[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ten gezielt unter[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]tüt[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]t w[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]rden. Für Kinder, die bereits von Zuhause viele Fähigkeiten mitbringen, bedeutet das eine Verfeinerung auf hohem Niveau. Die anderen hingegen können hier wesentliche Basiskompetenzen erlernen. Die pädagogische Fachkraft ist ein Vorbild durch ihr Verhalten (vgl. Pfeffer 2012, S.18f.).

Dabei ist nicht nur wichtig, wie die pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern umgehen, sondern auch, wie sie sich darüber hinaus im Umgang mit Gefühlen, Bedürfnissen und Konflikten verhalten. Wie teilen sie die eigene Gefühlslage mit und in welcher Form vermitteln sie ihre persönlichen Grenzen? Verfügen sie über ein Netzwerk an gegenseitiger Unterstützung oder sind sie eher isoliert? Wie werden Aufgaben im Team abgesprochen, Interessen vertreten und Konflikte geklärt? Haben sie Möglichkeiten, Kraft zu schöpfen und zu regenerieren z.B. durch Hobbys oder im Freundeskreis? Diese Modelle nehmen sich Kinder auch im Umgang mit schwierigen Situationen und für Strategien zur Problemlösung zum Vorbild (vgl[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]bd., S.18[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten].[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. "Kinder und Jugendliche müsse[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Id[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]nti[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ikationen, Leitbilder, Motive und soziale Beziehungen entwickeln und gestützt werden, damit der soziale Austausch gewährleistet ist" (Böhnisch 2012, S.123).

Brooks und Goldstein (2007) zufolge sollten pädagogische Fachkräfte

Empathie entgegenbringen, in dem sie die Sichtweise von Kindern und Jugendlichen zu verstehen versuchen und ernst nehmen,

aktiv zuhören und effektiv mit Kindern und Jugendlichen kommunizieren

Achtsamkeit vermitteln

erkennen, wenn pädagogische Maßnahmen erfolglos sind, und Handlungsalternativen einsetzen,

Kinder und Jugendliche mit all ihren Eigenschaften akzeptieren und respektieren und sie so annehmen, wie sie sind,

Erfolgserfahrungen angemessen und situationsorientiert bestärken,

Fehler als Lernchance und Möglichkeit der Weiterentwicklung sehen,

Verantwortung übertragen mit dem Ziel, Selbständigkeit zu entwickeln, sodass Kinder und Jugendliche das Gefühl entwickeln, das Leben "im Griff zu haben",

Partizipation leben sowie

Regeln aufstellen und deren Einhaltung überprüfen. Daraus entwickeln sich Selbstkontrolle und ein Selbstwertgefühl.

(vgl. Brooks & Goldstein 2007, S.27, zit. nach Böcher 2013, S.495)

3.2. Der Einfluss Gleichaltriger auf Kinder

Die Psychologin Judith Harris stellte vor einigen Jahren die These auf, dass Gleichaltrige die Persönlichkeit (Charakter) eines Kindes mehr beeinflussen als die Eltern. Schon Kleinkinder üben miteinander komplexe Verhaltensweisen, sie teilen ihre Spielsachen und kooperieren, oder sie schließen Kompromisse um nicht alleine spielen zu müssen. Kinder üben Verhaltensmuster im Spielen, sie Schlüpfen in Rollen von Müttern, Vätern und andere. So trainieren sie ihre sozialen und kognitiven Fähigkeiten (vgl. Kirady 2014, S.118). Gleichaltrige und Kinder mit geringem Altersunterschied, die sich hinsichtlich ihrer Kompetenzen auf dem gleichen Entwicklungsstand oder in der Phase zur nächsten Entwicklungsstufe b[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]finden kö[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n sich so for[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ern und för[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ern.[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ies kan[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]für die individuelle Entwicklung und das soziale Spielverhalten entscheidend sein (vgl. Simoni et al. 2008, S.15f.).

Spätestens im Beginn des Schulalters wird der Kontakt zu Gleichaltrigen (Peers) intensiviert und feste Freundschaften werden geschlossen. Das Alter ist für Schulkinder ein wichtiges Statusmerkmal, deshalb grenzen sie sich besonders gegenüber den Jüngeren ab. Viele Kinder verbringen mehr Zeit mit ihren Freunden als mit der eigenen Familie (vgl. Wessel 2008, S.139). Manche Kinder werden dennoch ausgegrenzt. Einige weil sie zu schüchtern sind, um mit anderen in Kontakt zu treten und einige weil sie unbeherrscht und aggressiv agieren. Forscher fanden heraus, dass ausgegrenzte Kinder bei Nichtbeachtung sogar körperlich leiden können. Die schmerzverarbeitenden Regionen im Gehirn werden bei Nichtbeachtun[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]enauso ak[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]i[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]wie bei eine[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Verletzung (vgl. Kir[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]dy[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]014, S.122f.).

Ab dem Alter von zehn Jahren ungefähr ändert sich allmählich der Status von Freundschaften. Wo früher Freunde noch für Spielgemeinschaften befriedigend und noch austauschbar waren, sind diese Freundschaften jetzt mehr zu Bündnissen geworden. Diese werden bewusst eingegangen und von Freunden wird Loyalität erwartet (vgl. ebd., S.122f.). Dieses ist meistens ein Merkmal, für die Gruppe der „peers“, eine Identifizierung mit der peer group sowie die Akzeptanz in dieser Gruppe ist von großer Bedeutung (vgl. Rensing et al. 2006, S.21). "Die Gruppe ist nicht Selbstzweck, sondern zugleich Ort und Medium der Erziehung. Im Mittelpunkt stehen Wachstum, Reifung, Bildung, Heilung und / oder Eingliederung des Ei[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]z[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]lnen" (Ga[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]u[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ke 2013, S.97[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. Freundsch[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ften[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ang[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]n a[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Vertrauenspersonen zu ersetzen. Bei einer Jugendstudie 2010 gaben ungefähr ein Drittel der befragten 12 bis 25 Jährigen an, sich bei Problemen immer an Freunde zu wenden. Dadurch lässt sich Stress häufig abbauen, den "wenn man erzählt, strukturiert man seine Gedanken und sieht das Problem möglicherweise von einer anderen Seite" (Lohaus et al. 2007, S.146). Freunde sind ein "sozialer Puffer" der die Widrigkeiten des Lebens hilft abzufangen. Forschern zufolge können Kinder und Jugendliche mit stressigen Situationen, z.B. aufgrund von Mobbing oder bei familiären Problemen, besser zurechtkommen wenn sie gute Freunde haben. Biologisch wurde nachgewiesen, dass Kinder und Jugendliche, sich bei unangenehmen Erl[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]b[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]issen wen[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]g[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]r belastet fü[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]lten und we[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]iger[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]tre[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]sho[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]mone in Speichel hatten, wenn ihr bester Freund oder ihre beste Freundin in der Nähe war.

Auch das Ansehen eines Kindes und Jugendlichen steigert sich, wenn man einen guten Freund oder eine gute Freundin hat. Die Person wird dann von anderen als besonders reif und sozial kompetent eingeschätzt. Dagegen sind Heranwachsende ohne enge Freundschaften anfälliger für psychische und körperliche Leiden jeglicher Art (vgl. Kirady 2014, S.122f.). Darüber hinaus sind Freundschaften wichtige Sozialisationsinstanzen, sie dem Kind die Möglichkeit der Beobachtung von sozialen Verhaltensweisen und des Handelns mit gesellschaftlichen Regeln ermöglicht. Der Wunsch, so zu sein wie die anderen, ist gerade im Grundschulalter für alle Kinder ein wichtiger Faktor des sozialen Lernens (vgl. Wessel 2008, S.137).

3.3. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung

Die Freizeitgestaltung sollte sich an den Interessen der Kinder orientieren. Die Kinder und Jugendlichen sollen dabei angehalten werden, ihre verfügbare Freizeit sinnvoll und ihren individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen gemäß zu verbringen. Dabei sollte auch soziales Engagement nicht zu kurz kommen. Das Freizeitangebot der Freizeitbetreuung sollte sich natürlich an den Interessen der Kinder orientieren und möglichst für alle, die daran teilnehmen wollen, zur Verfügung stehen. Generell gilt: Je größer und vielfältiger das Freizeitangebot ausfällt, desto größer ist die Chance, dass jedes Kind einen Bereich findet, der seinen Neigungen entspricht. Die Vorbildfunktion des/der Freizeitpäda[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ogen/in i[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]t nicht unwesen[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]lich bei de[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Akze[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]tan[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]de[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Freizeitangebots. Viele Kinder und Jugendliche werden zum Mitmachen animiert, wenn auch Freizeitpädagogen/innen an Spielen und angebotenen Aktivitäten teilnehmen und damit Interesse und Vergnügen signalisieren (vgl. Schatzl 2011, S.39). Laut Hüther (2012) kommt es, wenn bei Kindern und Jugendlichen für ein Freizeitangebot Begeisterung erwacht, im Gehirn zu einer Aktivierung der emotionalen Regionen und zur Freisetzung von Botenstoffen. Diese sind in der Lage, neuronale Netzwerke und Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu stärken (vgl. Hüther 2012, S.28). Merlot (2013) sagt allgemein zu Freizeitaktivitäten, dass sie als Vorbeugung gegen Stress schon bei kleinen Kindern gefördert werden sollten (vgl. Merlot 2013, S.111).

Legt man den Schwerpunkt bei Freizeitangeboten z.B. auf Sport bieten sich viele wertvolle Ansätze, die den Kindern und Jugendlichen gar nicht erst schmackhaft gemacht werden müssen. Der Sport unterstützt den Spaß an der Bewegung und fördert dadurch eine Entwicklung zu einer gesunden, lebenslangen sportlichen Betätigung. Im Laufe des Tages angesammelte Spannungen und Stress werden abgebaut und die Geschicklichkeit wird trainiert. Das Erleben von Gemeinsamkeit und Gruppenidentität bei Mannschaftssportarten wird gestärkt. Darüber hinaus werden auch Regeln, die eine Gemeinschaft tragen, durch soziales Lernen vermittelt (vgl. Schatzl 2011, S.39).

Zusätzlich zu regelmäßig angebotenen Schwerpunkten sollten externe Freizeitangebote der näheren Umgebung berücksichtigt werden, da sie eine willkommene Abwechslung für die Kinder darstellen. Betriebsbesichtigungen und der Besuch von Kulturveranstaltungen, Theater, Ausstellungen und Museen erhalten regen Zuspruch (vgl. ebd., S.40). "Es konnte in einer Studie mit US-Grundschulkindern nachgewiesen werden, dass jene Kleinen, die regelmäßig an Aktionen etwa von Museen teilgenommen hatten, über bessere Problemlösungsstrategien verfügten" (Heinrich 2014, S.56).

Die Kinder und Jugendlichen sollen zur Selbstaktivität und schöpferischer Freizeitgestaltung angeregt werden. Zudem "sollen noch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung aufgezeigt werden. Es soll deutlich werden, dass Freizeit unter anderem als Ausgleich für Stress und Beanspruchung in Schule und Arbeitswelt dient, und dass kreative und sportliche Aktivitäten zu einem positiven Selbstwertgefühl beitragen" (Jugert et al. 2013, S.73). Aber auch Möglichkeiten zur Entspannung sollten durchgeführt werden. Dem/der Freizeitpädagogen/in sind keine Grenzen gesetzt, die passenden Aktivitäten für die jeweiligen Zielgruppen, das einzelne Kind oder den einzelnen Jugendlichen zu entwickeln. Dabei sollte die Lebenswelt der Kinder und Jugendli[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]hen kontinu[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]erlic[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]in den Prozess einbezogen werden (vgl. Schatzl, 2011 S.44).

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Details

Seiten
49
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668187665
ISBN (Buch)
9783668187672
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318919
Institution / Hochschule
Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz – Zentrum für Weiterbildung
Note
2
Schlagworte
Freizeitpädagogik Freizeitbetreuung Kooperationsspiele Interaktionsspiele Grundschulkinder Freizeitgestaltung Freizeit Hort Nachmittagsbetreuung Grundschule Spiele Pädagogik Kinder Erzieher Sozialkompetenzen

Autor

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Titel: Kooperationsspiele in der Freizeitpädagogik. Der Einsatz bei Grundschulkindern