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König Ludwig XIV. Die Bedeutung der Selbstdarstellung des Königs für das Historische Lernen

Seminararbeit 2014 16 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

I. König Ludwig
I.I- Versailles im 17. und 18. Jahrhundert
I.II - Kurzbiografie

II. Selbstdarstellung
II.I - Das Gemälde von Rigaud

III. Das Historische Lernen
III.I - Bedeutung für den Geschichtsunterricht
III.II - Exkursion

Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

Ein interessanter und außergewöhnlicher König, der zugleich auch als „Sonnenkönig“ in Erinnerung bleibt. Reichtum und Macht waren in seinem Leben geboten und bedeutungsvoll. Er war eine Legende und schrieb Geschichte. Der absolutistische Monarch und König, mit dem sich zahlreiche Chronisten, Autoren aber auch Kritiker befassen: König Ludwig XIV.

Welche Bedeutung die Selbstinszenierung Ludwigs für das Historische Lernen im Geschichtsunterricht hat, wird die Leitfrage in dieser Hausarbeit sein, auf die eine Antwort gesucht wird. Ein deutlicher Schwerpunkt wird auf dem Sonnenkönig liegen. Im Zusammenhang damit wird seine Lebzeit in Frankreich, vor allem in Versailles, hervorgehoben. Eingegangen wird hauptsächlich auf das Gemälde von Hyacinthe Rigaud. Hier wird genauer untersucht, wie sich der König darstellt und welche Mittel er (dazu) verwendet.

Die Forschungslage zu diesem Thema ist bisher weitestgehend erforscht worden, wobei die Bedeutung der Selbstdarstellung für das Historische Lernen im Geschichtsunterricht gering geblieben ist. Die Hauptquelle dieser Seminararbeit ist das Gemälde „König Ludwig XIV. Gemälde des Hofmalers Hyacinthe Rigaud“ aus dem Jahr 1701. Die Literaturrecherche befasst sich mit den Werken von Kirsten Ahrens „Hyacinthe Rigauds Staatsporträt Ludwig XIV“ und Peter Burke „Ludwig XIV: die Inszenierung des Sonnenkönigs“. Berücksichtigt wurde ebenso die Literatur von Michael Erbe1. Der Schwerpunkt „Historisches Lernen“ wird sich mit der Publikation von Jörn Rüsen „Historisches Lernen. Grundlagen und Paradigmen“ befassen. Entsprechend der Leitfrage ist die Seminararbeit wie folgt aufgebaut: Im ersten Teil wird Versailles und König Ludwig XIV. kurz vorgestellt. Im zweiten Kapitel wird das Herrscherbild analysiert und explizit erläutert und im dritten Abschnitt soll das Historische Lernen, hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile, untersucht werden. Ebenso erfolgt in diesem Abschnitt ein Schulbuchvergleich auf transnationaler Ebene. Im Schlussteil wird die Leitfrage beantwortet und somit der Rahmen der Hausarbeit geschlossen.

I. König Ludwig XIV.

Einer der bekanntesten Könige, der im (Schul-) Alltag immer wieder präsent ist: König Ludwig XIV. Mit ihm lassen sich das Zeitalter des Absolutismus und das Schloss Versailles in Verbindung bringen. Seine Herrschaftszeit zeigt einen Höhepunkt absolutistischer Monarchie in Europa und nennt sich „Le Grand Siècle“2. Um eine Grundlage für die Beantwortung der Leitfrage in dieser Hausarbeit zu schaffen, wird im folgenden Abschnitt Versailles und die Biografie des Königs vorgestellt werden.

I.I Versailles im 17. und 18. Jahrhundert

Versailles war am Anfang das Nichts: Der Begriff stammt aus dem Französischen „verses saillantes“ und bedeutet übersetzt „hervorsprudelndes Wasser“3. Im frühen 17. Jahrhundert war Versailles ein kleines Dorf, welches als Jagdgebiet betrachtet wurde4. Im Jahre 1631 wurde dem französischen König Ludwig XIII.5 Versailles abgebtreten. Er beauftragte Philibert LeRoy ein Schloss zu erbauen, wodurch der Grundbaustein für „Chateau de Versailles“6 entstand. Nach dem Bau lebten vor Ort ca. 25.000 Menschen, darunter Soldaten, Diener und Adlige. Der Hof wurde zum Symbol königlicher bzw. absolutistischer Herrschaft, denn Schloss und Regierung wurden zur Ganzheit. Versailles diente nun zur Kontrolle und Schau von Wohlstand bzw. Reichtum. Mit König Ludwig XIV. wurde Versailles zum Zentrum bzw. Regierungssitz des Landes7 und erhielt eine völlig neue Erscheinung. Im Jahr 1682 zog Ludwig XIV. in das Schloss ein und verdeutlichte seinen Machtanspruch vor allem mit dem französischen Garten: Durch seine strenge Form konnten die Herrschaftsverhältnisse absolutistischer Monarchie abgeleitet werden. Der Garten verschafft generell einen Überblick über die gesamte Schlossanlage und zeigt zugleich, weshalb Ludwig sich als „Sonnenkönig“ betrachtete. Bis zur Französischen Revolution 1789 gab es in Versailles zahlreiche Ereignisse. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts sollte das Schloss abgerissen werden.

Es wurde grundsätzlich anders genutzt und die Rolle Versailles wurde minimiert bzw. abgeschafft. Heutzutage ist Versailles eine Sehenswürdigkeit und ein Weltkulturerbe der UNESCO8.

I.II Kurzbiografie

König Ludwig XIV. wurde am 05. September 1638 als erster Sohn von Ludwig XIII. und Anna von Österreich in Saint-Germain-en-Laye geboren und bekam den Beinamen „Dieu donné“9. Sein jüngerer Bruder war Philipp I. Im Jahr 1643, nach dem Tod seines Vaters, gelang Ludwig, bereits mit vier Jahren, auf den Thron10. Zu diesem Zeitpunkt konnte er die Staatsgeschäfte nicht übernehmen, weshalb er unter der Regentschaft seiner Mutter bzw. des Kardinals Jules Mazarin11 aufwuchs. Aufgrund der Fronde hatte Ludwig schlechte Erinnerungen an Paris und Saint-Germain12, wobei er Versailles als souverän empfand. 1654 wurde Ludwig XIV. zum König gekrönt, wobei Mazarin die Regierungsgeschäfte noch leitete. Sechs Jahre später kam es zur Vermählung zwischen Ludwig und Maria Theresia von Spanien13. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor. Mit dem Tod Mazarins im Jahre 1661 wurde der König nun Alleinherrscher und regierte mit der Maxime „L'État, c'est moi“. Der junge König bestrebte den Alleinanspruch, in dem er zahlreiche Reformen durchführte oder konkurrierende Kräfte beseitigte. Hierzu ließ er sich von dem „Contrôleur général des Finances“ Jean-Baptist Colbert14 beraten. Mit der Ära Ludwigs gab es in Frankreich grundsätzlich einen politischen sowie kulturellen Wandel. Für den König war die Förderung der Kunst wichtig, weshalb sich zahlreiche Akademien entwickelten. In Versailles selbst gründete er ein aufwändiges bzw. luxuriöses Hofleben. Die Selbstdarstellung des Königs sollte nicht nur in der Innenpolitik, sondern auch auf transnationaler Ebene positiv erhalten bleiben. Ab 1713 konnte Ludwig den Staatsbankrott nicht mehr abwenden15. Er regierte 72 Jahre in Frankreich und starb am 01. September 1715 in Versailles16. Sein Urenkel Ludwig XV., Sohn des Duc de Bourgogne, wurde sein Nachfolger, wodurch das „Gesetzt der Salischen Erbfolge“17 gebrochen wurde.

II. Selbstdarstellung

Der 05. und 06. Juni 1662 wird als Geburtsdatum des Sonnenkönigs festgehalten, da an diesen Tagen das erste Hoffest Ludwig XIV. stattfand18. Der „carrus soli“19 wurde zur Metapher: Ludwig XIV. verstand sich als Sonnenkönig, da er mit dem „Wagen der Sonne“ die Erde umkreiste. Die Selbstdarstellung Ludwigs als Sonnenkönig war zum einen auf die Arroganz des Monarchen, sowie die „[…]Disziplinierung des Adels[…]“20 zurückzuführen. Er wurde als göttlicher König gesehen, war unberührbar und stand im Mittelpunkt des Staates - genau wie die Sonne.

Um seine Machtposition zu demonstrieren, lies sich Ludwig XIV. auf Gemälden, Münzen oder Medaillen abbilden. Das Gemälde von Rigaud aus dem Jahr 1701 verdeutlicht die Macht, die Stellung und das Ansehen des Monarchen. Nach der Beendigung des Gemäldes wurden viele Kopien „[…] in den Schlössern seines Hochadels verbreitet[…]“21. Besonders Versailles galt als Ausstellungsort seiner Bilder. Ludwig sah sich als Einzigartig. Seine Inszenierung betrifft hierbei nicht nur die Kunst, sondern vielmehr das alltägliche Leben: Die Repräsentation gegenüber anderen europäischen Monarchen war von immenser Bedeutung. Das drückte sich an erste Stelle durch das Schloss, sprich den Hofstaat, Wohnräume oder das Personal, sowie durch die kulturelle Vielfalt22 aus. In Bezug auf das Seminarthema soll fortführend das Herrscherbild Ludwigs erläutert werden. Dabei wird die Bildquelle aus 1701 verwendet23.

II.I Das Gemälde von Rigaud

Das Gemälde von Hyacinthe Rigaud entstand im Jahr 1701. Zu diesem Zeitpunkt war König Ludwig XIV. 63 Jahre alt. Das Staatsporträt ist 2,77 Meter hoch und 1.94 Meter breit. Es befindet sich im Musée du Louvre in Paris.

[...]


1 Erbe, Michael: Versailles. Glanz und Elend am Hof des Sonnenkönigs, Darmstadt 2012.

2 Burke, Peter: Ludwig XIV. Die Inszenierung des Sonnenkönigs, S. 10

3 Erbe, Michael: Versailles. Glanz und Elend am Hof des Sonnenkönigs, S. 9

4 Ebd. S. 9

5 Ebd. S. 11

6 Ebd. S. 11

7 Burke, Peter: Ludwig XIV., S. 69

8 Erbe, Michael: Versailles, S. 139

9 Schultz, Uwe: Der Herrscher von Versailles, S. 19

10 Burke, Peter: Ludwig XIV., S. 9

11 Erbe, Michael: Versailles, S. 12 ; Jules Mazarin (1602 - 1661)

12 Ebd. S. 12

13 Schultz, Uwe: Der Herrscher von Versailles, . 66

14 Erbe, Michael: Versailles, S. 15 ; Jean-Baptiste Colbert (1619 - 1683)

15 Burke, Peter: Ludwig XIV., S. 142

16 Ebd. S 9

17 Ahrens, Kirsten: Hyacinthe Rigauds Staatsporträt Ludwigs XIV., S. 57

18 Schultz, Uwe: Der Herrscher von Versailles, S. 97

19 Ebd. S. 99 ͖ carrus soli bedeutet „der Wagen der Sonne“

20 Erbe, Michael: Versailles, S. 42

21 Schultz, Uwe: Der Herrscher von Versailles, S. 323

22 Kulturelle Vielfalt meint die höfischen Feierlichkeiten, wie Theater, Oper, Dichter (͙)

23 Siehe Anhang

Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668185630
ISBN (Buch)
9783668185647
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319261
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Historisches Institut
Note
2,0
Schlagworte
Selbstdarstellung Kunst Kunstgeschichte Französische Revolution
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Titel: König Ludwig XIV. Die Bedeutung der Selbstdarstellung des Königs für das Historische Lernen