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Fouqués Undine als Figur zur Darstellung des Mythisch-Weiblichen

©2014 Hausarbeit 14 Seiten

Zusammenfassung

Seinen erfolgreichsten literarischen Ausdruck hat der Mythos der Wasserfrau als Natur- und Elementarwesen in Friedrich de la Motte Fouqués 1811 veröffentlichter Erzählung "Undine" gefunden. Sie wurde von zahlreichen Zeitgenossen, darunter Goethe und Dorothea Schlegel, gelobt und fand auch außerhalb des deutschen Sprachraums eine weite Verbreitung. Aufgrund der, auch in unserer modernen Welt, nicht abreißenden Faszination am Wasserfrauenmythos, und insbesondere an Fouqués Werk, soll in der vorliegenden Hausarbeit aufgezeigt werden, was das Besondere an Fouqués Undine, als Hauptfigur im gleichnamigen Werk, ist und inwieweit sie das Mythisch-Weibliche verkörpert.

Dafür werden zunächst Undines Wesen und ihr äußeres Erscheinungsbild beschrieben und analysiert. Inwieweit sie sich nach der Beseelung verändert hat, und welche Auswirkungen diese Veränderungen haben, ist Inhalt des folgenden Kapitels. Weiterhin soll das Mythisch-Weibliche an Undine im Kontrast zur Figur der Bertalda herausgearbeitet werden. Ihre außergewöhnliche Verbindung zur Natur ist ebenfalls prägend für ihr Verhalten und ihren Charakter und soll daher näher betrachtet werden. Im abschließenden Fazit wird schließlich, mit Rückblick auf die ursprüngliche Fragestellung, ein Resümee gezogen.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 3

2 Das Mythisch-Weibliche an Fouqués Undine ... 4
2.1 Wesensbeschreibung und Erscheinungsbild ... 4
2.2 Veränderung durch Beseelung ... 6
2.3 Bertalda als Kontrast zu Undine ... 7
2.4 Undines Verbindung zur Natur ... 10

3 Fazit ... 12

Literaturverzeichnis ... 13

1 Einleitung

Wasserwesen, insbesondere die weiblichen, haben die Menschen seit jeher fasziniert und beschäftigt. Häufig sind die Mythen und Legenden über diese bezaubernd schönen Wesen aus einer unerforschten Parallelwelt die Produkte männlicher Phantasien, Wünsche, Träume, Hoffnungen aber auch Ängste gegenüber dem, ihnen zuweilen als fremd anmutenden, weiblichen Geschlecht. Dieser Zwiespalt äußert sich dadurch, dass Wasserfrauen zwar einerseits, durch ihre unglaubliche Schönheit und ihre Verbindung zum Element Wasser, die Verkörperung der weiblichen Fruchtbarkeit darstellen, andererseits durch ihre Seelenlosigkeit jedoch auch gefährlich und todbringend sein können. In der Literatur tauchen diese übersinnlichen Wesen in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Gattungen, wie beispielsweise Nymphen, Nixen, Sirenen, Meerjungfrauen, Melusinen und Undinen, auf.

Seinen erfolgreichsten literarischen Ausdruck hat der Mythos der Wasserfrau als Natur- und Elementarwesen in Friedrich de la Motte Fouqués 1811 veröffentlichter Erzählung Undine gefunden.1 Sie wurde von zahlreichen Zeitgenossen, darunter Goethe und Dorothea Schlegel, gelobt und fand auch außerhalb des deutschen Sprachraums eine weite Verbreitung.2 Aufgrund der, auch in unserer modernen Welt, nicht abreißenden Faszination am Wasserfrauenmythos, und insbesondere an Fouqués Werk, soll in der vorliegenden Hausarbeit aufgezeigt werden, was das Besondere an Fouqués Undine, als Hauptfigur im gleichnamigen Werk, ist und inwieweit sie das Mythisch-Weibliche verkörpert.

Dafür werden zunächst Undines Wesen und ihr äußeres Erscheinungsbild beschrieben und analysiert. Inwieweit sie sich nach der Beseelung verändert hat, und welche Auswirkungen diese Veränderungen haben, ist Inhalt des folgenden Kapitels. Weiterhin soll das Mythisch-Weibliche an Undine im Kontrast zur Figur der Bertalda herausgearbeitet werden. Ihre außergewöhnliche Verbindung zur Natur ist ebenfalls prägend für ihr Verhalten und ihren Charakter und soll daher näher betrachtet werden. Im abschließenden Fazit wird schließlich, mit Rückblick auf die ursprüngliche Fragestellung, ein Resümee gezogen.

2 Das Mythisch-Weibliche an Fouqués Undine

2.1 Wesensbeschreibung und Erscheinungsbild

Bei Undines erstem Auftreten in der Erzählung fallen vor allem ihr kindisches, impulsives und launenhaftes Verhalten auf. Obwohl sie bereits 18 Jahre alt ist, treibt sie allerlei Schabernack, widerspricht ihren Eltern und macht vor allem der alten Fischersfrau durch ihr ungezügeltes Verhalten und ihr Desinteresse an häuslichen Tätigkeiten das Leben schwer.3 Dem Ritter Huldbrand gegenüber charakterisiert der Fischer seine Pflegetochter jedoch auch als „von ganzem Herzen gut“4 und betont, dass man ihr am Ende doch nicht böse sein kann.5

Undine zeigt sich wenig an gesellschaftlichen Etiketten und angemessen damenhaftem Verhalten interessiert. Völlig unbefangen und ohne jede Scheu umgarnt sie den Ritter sofort und stellt ihm alle möglichen Fragen. Dieser ist von solch einem Verhalten überrascht und irritiert und kann kaum „die Augen von ihr wegbringen“.6 Dies liegt jedoch nicht nur an ihrem Verhalten, sondern auch an ihrer äußeren Attraktivität. Undine wird beschrieben als „wunderschönes Blondchen“7, von „holder Gestalt“8, mit „lieblichen Zügen“9, „schönen Arme[n]“10, „zierliche[n] Füßchen“11 und „hellen Augen“12. Undines Flucht in die Nacht hinaus unterstreicht einmal mehr ihren temperamentvollen Charakter. Die ihr durch die Fischersleute angediehene Erziehung scheint wirkungslos an ihr abzuprallen. „Als ob dich Heiden und Türken erzogen hätten, […] du ungeratenes Kind“13, ruft der Fischer einmal in seiner Verzweiflung über Undines Verhalten aus. Als der Ritter von Bertalda erzählt, beißt sie ihn sogar mit ihren „Perlenzähnen“14, um ihren Unmut auszudrücken. Wenig später „gaukelt [sie] scherzend neben den Männern her“15. Wenn der Ritter mit einer Beute von der Jagd zurückkehrt schimpft sie ihn und weint weil „er den lieben, lustigen Tierchen oben im blauen Luftmeer so feindlich ihr fröhliches Leben stehle“16. Kehrt er jedoch mit leeren Händen zurück, ist es ihr auch nicht recht.

[...]


[1] Vgl. Stephan, Inge: Weiblichkeit, Wasser und Tod. Undinen, Melusinen und Wasserfrauen bei Eichendorff und Fouqué. In: Weiblichkeit und Tod in der Literatur. Hrsg. Von Renate Berger und Inge Stephan. Köln/Wien: Böhlau Verlag 1987. S. 117–139. S. 130.

[2] Vgl. Max, Frank Rainer: Undinenzauber. Geschichten und Gedichte von Nixen, Nymphen und anderen Wasser frauen. Stuttgart: Reclam 1991. S. 9.

[3] Vgl. De la Motte Fouqué, Friedrich: Undine. Eine Erzählung. Durchgesehene Ausgabe 2001. Stuttgart: Reclam 2001. S. 11.

[4] Ebd. S. 11.

[5] Vgl. Ebd. S. 11.

[6] Ebd. S. 12 f.

[7] Ebd. S. 11.

[8] Ebd. S. 11.

[9] Ebd. S. 11.

[10] Ebd. S. 12.

[11] Ebd. S. 12.

[12] Ebd. S. 25.

[13] Ebd. S. 34.

[14] Ebd. S. 24.

[15] Ebd. S. 29.

[16] Ebd. S. 30.

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668184503
ISBN (Buch)
9783668184510
Dateigröße
814 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erscheinungsdatum
2016 (März)
Note
1,3
Schlagworte
fouqués undine figur darstellung mythisch-weiblichen

Autor

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Titel: Fouqués Undine als Figur zur Darstellung des Mythisch-Weiblichen