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Der deutsche Spracherwerb von Migrantenkindern in den Kindertagesstätten

Hausarbeit 2013 23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theorien des Zweitspracherwerbs

2. Sprachförderung im Kindergarten
2.1 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte
2.2 Die Berücksichtigung der Lebenssituationen der Migrantenkinder beim Spracherwerb
2.3 Die Bedeutung des Dialoges beim Spracherwerb
2.4 Die Bedeutung des Spiels für die Förderung der Zweitsprache

3. Die Bedeutung der Muttersprache

4. Sprachförderung – eine Aufgabe für interkulturelle Pädagogik

5. Die deutsche Sprache – Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration

Literaturverzeichnis

Einleitung

In Deutschland leben wir in einer Einwanderungsgesellschaft. „Knapp 10% der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland sind Ausländer“ (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2006). „Schätzungsweise werden jährlich 50000 ausländische Kinder hierzulande geboren und insgesamt haben etwa 30% der nachwachsenden Generation einen Migrationshintergrund“ (Belke & Conrady, 2005) „und davon wachsen 20% zweisprachig auf“ (Belke & Conrady, 2005). Das macht deutlich, dass die Migrantenkinder eine große Gruppe ausmachen.

Sie haben alle individuell unterschiedliche Herkunftsgeschichten, die es bei einer interkulturellen Pädagogik zu beachten gilt. Manche von diesen Kindern sind mit ihren Eltern nach Deutschland eingewandert, oder deren Eltern sind Migranten, auch wenn das Kind selbst in Deutschland geboren ist oder einen deutschen Pass besitzt. Somit steigt auch die Anzahl der Migrantenkinder in den deutschen Kindertageseinrichtungen, die meistens keine oder sehr wenige Kenntnisse in der deutschen Sprache haben. Sie benötigen die deutsche Sprachfähigkeit als Schlüssel, um die Tore der für sie neuen Gesellschaft zu öffnen und in dieser Handlungsfähig sein zu können. Nur so können sie erfolgreiche Schritte zur Integration leisten.

„Leider scheint dieser Schlüssel nicht für die deutschen Schulen zu passen“ (Stanat & Christensen, 2007). „Die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA aus den Jahren 2000 und 2003 sind alarmierend. Sie belegen, dass Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland schlechtere Schulleistungen erbringen als deutsche Kinder und somit bildungsbenachteiligt sind“ (Stanat & Christensen, 2007).

Die fehlenden Kompetenzen in der deutschen Sprache können zu Schulversagen führen, wozu die Sonderschulen ein Beispiel dafür sind. Ein hoher Anteil der Sonderschüler sind Kinder mit einem Migrationshintergrund. Da die Probleme bereits vor Schuleintritt beginnen, ergibt sich die Aufgabe nach einer früh-zeitigen Sprachförderung im Elementarbereich. Diese stellt seit der PISA-Studie auch ein anerkanntes Bildungsziel dar. Der sprachlichen Förderung im Vorschulalter kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil sie die Chancen unterstützt, den späteren schulischen Anforderungen zu entsprechen und die Entwicklungsmöglichkeiten sowie die soziale Integration der Kinder deutlich zu verbessern.

Der Kindergarten ist für die meisten Migrantenkinder die erste Institution, in die sie ohne jegliche deutsche Sprachkenntnisse eintreten. Aufgrund der zu Hause herrschenden herkünftlichen traditionellen Lebensbedingungen haben die Migrantenkinder keinen oder wenigen Bezug zu der deutschen Kultur, wie z. B. ihrer Sprache. Mit dem Eintritt in den Kindergarten eröffnet sich den Emigrantenkindern eine neue Welt, in der sie mit der deutschen Kultur und Sprache konfrontiert werden. Sie müssen sich mit den neuen Einflüssen auseinandersetzen und ihre deutsche Sprachfähigkeit entwickeln. Sprachförderung ist eine Bildungsaufgabe der frühen Kindheit, weil sie die Voraussetzung für Chancengleichheit ist.

Die Sprache ist ein wesentliches menschliches Kommunikationsmittel. Sie ist der Schlüssel zur Welt und die pädagogischen Einrichtungen, wie Kinderkrippen oder Kindertageseinrichtungen die erste Institution, wo sie gefördert werden kann. Das Fehlen der Sprachfähigkeit kann zu Behinderungen und Beeinträchtigungen der sozialen Teilhabe führen, denn sie spielt eine entscheidende Rolle beim Erlangen von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten und für die Erweiterung dieser Eigenschaften. Migrantenkinder ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse sind daher in ihrer ganzen Bildungslaufbahn benachteiligt. Der Kindergarten sollte Möglichkeiten für den Erwerb der deutschen Sprache bieten. Pädagogische Fachkräfte haben hier die Aufgabe, die Migrantenkinder in ihren deutschen Sprechvermögen zu fördern. Sie übernehmen die erste Vorbildrolle als Sprachvermittler in der deutschen Sprache. Im Kindergartenalltag (z. B. beim Spielen, Singen, Basteln, Frühstücken etc.) können Migrantenkinder sehr schnell die deutsche Sprache erlernen.

Da der deutsche Spracherwerb der Immigrantenkinder meist im Kindergarten beginnt, müssen die pädagogischen Fachkräfte hierfür besonders kompetent ausgebildet werden, denn sie können mit ihrer Spracherziehung die weitere Lebenslaufbahn dieser Kinder beeinflussen. Um eine effektive Sprachförderung leisten und positive Ergebnisse erzielen zu können, brauchen sie diese Ausstattung. Die hier erworbene Sprachfähigkeit ist ein grundlegender Baustein für die zukünftige Laufbahn und Integration in die deutsche Gesellschaft.

Die Zweisprachigkeit, die in Deutschland migrationsbedingt ist, wird in Zukunft notwendig sein, denn die zunehmende Globalisierung der Welt bedingt diese. Mehrsprachigkeit sollte als Reichtum angesehen werden, da sie eine Schlüsselrolle in der Welt übernimmt. Zudem wird durch die Globalisierung immer mehr von kultureller Vielfalt gesprochen, welches dazu auffordert die Mehrsprachigkeit als Bereicherung zu begreifen.

1. Theorien des Zweitspracherwerbs

„Der Zweitspracherwerbsprozess ist ein überaus komplexer Vorgang. Forschungsergebnisse von Einzeluntersuchungen müssen zusammengetragen werden, um mosaikartig ein Bild davon zu entwerfen, wie der Erwerb einer zweiten Sprache abläuft. Die Zweitspracherwerbsforschung liefert dabei immer nur Teilantworten, die immer dann falsch werden, wenn sie für das Ganze gehalten werden". (Merten, 1997, S.90f.)

Es bestehen drei weit bekannte Hypothesen, diese sind:

die Kontrastiv-Hypothese (Lado)

die Identitätshypothese (Dulay und Burt)

die Interlanguagehypothese (Selinker)

Die Kontrastiv-Hypothese von Lado und die Identitätshypothese von Dulay und Burt stellen Gegensätze dar, wobei Selinker mit seiner Interlanguagehypothese versucht einen Kompromiss einzugehen. Aus diesen größten Hypothesen sind noch weitere entwickelt worden, die sich allerdings gegenseitig widersprechen.

1.1 Kontrastivhypothese:

Diese Theorie wurde 1947 von Fries initiiert und von 1957 Lado weitergeführt. Sie ist die erste Theorie, die zum Zweitspracherwerb entwickelt wurde. Sie wurde an die behavioristische Spracherwerbsforschung angesetzt. Hiernach bedeutet Kontrastiv die Gegenüberstellung von zwei Sprachen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ermitteln. Diese Theorie besagt, dass beim Zweitspracherwerb die Regeln und Elemente leichter und fehlerfrei erlernbar sind, wenn sie denen der Muttersprache ähnlich sind. Die weitere Entwicklung der Muttersprache erfolgt parallel zur erlernten Zweitsprache, wobei die Muttersprache den Zweitspracherwerb beeinflusst. (Rieken, 2010, S.7)

1.2 Identitätshypothese:

Sie wurde von Ervin-Tripp um 1974 entwickelt geht davon aus, dass der Zweitspracherwerb im Wesentlichen, wie der Erstspracherwerb verläuft. Sie basiert auf die Chomsky-Hypothese, welche von dem natürlichen Spracherwerbsmechanismus (LAD) ausgeht, den jeder Mensch besitzt. Dank diesem Spracherwerbsmechanismus ist jede Sprache zu jedem Zeitpunkt erlernbar und der Ablauf eines Erst- und Zweitspracherwerbs ist gleichartig. Jede Sprache wird mit seinen eigenen Strukturen erworben und es ist daher irrelevant, ob vorher eine Sprache erlernt wurde oder nicht und ein Transfer von der Grundsprache ist zudem auch nicht nötig. Nach dieser Hypothese verlaufen Zweitspracherwerbsprozesse nach universalen kognitiven Prozessen ab, wobei der Lerner eigene Methoden zum Erwerb der Besonderheiten einer Sprache bildet bzw. die zweitsprachlichen Materialien verarbeitet (Hergert 2008).

1.3 Interlanguage-Hypothese:

Diese Hypothese besitzt eine differenziertere Perspektive auf den Zweitspracherwerb, als die vorherigen Zwei. Sie wurde zuerst im Jahr 1967 von Corder vorgeschlagen und im Weiteren von Selinker im Jahr 1972 geprägt. Nach dieser Hypothese konstruiert der Lerner sich sein eigenes Sprachsystem (Interlanguage), welches durch die Kombination der Mutter- und der Zweitsprache erfolgt. Hierdurch entwickelt sich eine Zwischensprache, die ihre eigenen Regeln und Besonderheiten hat. An ihre Nutzung ist eine hohe Flexibilität gebunden, da der Sprecher operieren muss. Da die Kontrastiv- und Identitätshypothese wegen ihren Defiziten mittlerweile beide in ihrer Absolutheit wiederlegt gelten, versucht die Interlanguage-Hypothese die sozialpsychologischen Faktoren einzubeziehen. Außerdem macht die Interlanguage-Hypothese darauf aufmerksam, dass es zu einer ,,Fossilierungen" kommen kann. Der Lerner beschäftigt sich hiernach nicht mehr mit seinen Fehlern, die er verbessern sollte, da er der Ansicht ist, die Sprache zu beherrschen, weil er gut kommunizieren kann. Der Zweitspracherwerber benutzt aus diesem Grund lieber die Zwischensprache (vgl. Bauer, 2007, S. 11).

2. Sprachförderung im Kindergarten

Der gesundheitliche Zustand wie, intaktes Gehör, ist die Voraussetzung zum erfolgreichen Spracherwerb. Das erreichte Sprachniveau der Kinder hat zudem auch starke Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein. Die Sprechfähigkeit und das Handeln sind abhängig voneinander, wobei das Denken – Sprechen – und Handeln als unzertrennbar verstanden werden sollte (vgl. Herm, 2006, S. 420-422). In diesem Kontext gehört die Sprachförderung zum Alltag der Kindertageseinrichtungen, denn sie ist eine elementare Bildungsaufgabe für sie. Für die Spracherfahrungen der Kinder im Kindergarten ist der kommunikative Alltag elementar, denn sie lernen am besten in Alltagssituationen. Sie handeln nach ihren eigenen Bedürfnissen. Eine angenehme und anregende Gestaltung des Kindergartenalltags ist daher von großer Bedeutung. Außerdem sind die benötigten Rahmenbedingungen, wie kleine Gruppen, regelmäßige Angebote, ausreichend Zeit, Freiraum und qualifizierte Fachkräfte für eine effektive Sprachförderung notwendig.

Eine Sprachförderung von Anfang sollte besonders in Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Migrantenkindern etabliert sein. Des Weiteren können diese Kinder eine intensivere Sprachförderung vor dem Schuleintritt benötigen, welche in einem erweiterten Bildungsverständnis vorhanden sein sollte.

2.1 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte

Die pädagogischen Fachkräfte sollten sich über die Zweitspracherwerbstheorien auskennen und diese bei der Sprachförderung in pädagogischen Einrichtungen, wie Kindergarten berücksichtigen. Darüber hinaus sammeln sie natürlich auch in ihrer pädagogischen Arbeit mit Kindern weitere eigene Erkenntnisse, die sie mit den vorhandenen Hypothesen vergleichen und sie aus der Perspektive der Praxis überprüfen und beurteilen können.

Das Sprachverhalten der pädagogischen Fachkräfte spielt bei der Spracherziehung ebenso eine wichtige Rolle. Sie sollten ihr eigenes Sprachverhalten Reflektieren, das Sprachverhalten der Kinder kontinuierlich beobachten und den aktuellen Stand, sowie die Entwicklungsschritte ihrer Sprachfähigkeit dokumentieren. Zudem ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Kindern und der Fachkräfte beim Spracherwerb der Kinder ausschlaggebend. Die Erzieher/innen sollten durch ein unterstützendes und motivierendes Handeln versuchen, die Sprechfreude bei den Kindern zu erwecken. Sie sollten versuchen die Kinder zum Nachdenken über ihr Sprechen zu bringen. Zudem sollten die pädagogischen Fachkräfte die unterschiedlichen Lebenssituationen der Kinder kennen und Rücksicht auf ihre Kulturen nehmen.

Da Kinder besser in Gruppen lernen, sollten die pädagogischen Fachkräfte durch regelmäßige Angebote in Kleingruppen versuchen, individuell auf die Fähigkeiten und Fortschritte der Kinder einzugehen. Zudem sollten sie versuchen dabei die Interessen der Kinder herauszufinden, um diese in die methodische Arbeit aufnehmen zu können. Die Einrichtungen sollten hierfür ihren pädagogischen Fachkräften reichlich Fachmateriealien und Zeit zur Verfügung stellen, damit sie den Kindern nützliche Lernangebote machen können. Die ständige Reflexion dieser Schritte gehört ebenso zur qualifizierten Förderung.

Bei der Umsetzung der vorschulischen Sprachförderung sollten die pädagogischen Fachkräfte folgende Punkte berücksichtigen: Die heterogenen Gruppen, Kinder auf unterschiedlichen Spracherwerbsniveaus, die Vielzahl unterschiedlicher Herkunftssprachen der Kinder, die unterschiedlichen Kompetenzen in der deutschen Sprache, besondere Stärken und Schwächen (vgl. Koch 2003, Wendt 2005). Die individuelle Beobachtung ist notwendig, um diese Punkte herauszufinden und dementsprechend zu Handeln.

Im pädagogischen Alltag sollten die Fachkräfte versuchen, Sprachfördersituationen zu gestalten, wobei sie folgende Punkte beachten sollten: Eine vertrauensvolle Atmosphäre für eine Kommunikationssituation schaffen; Alltagsnahe Situationen nutzen; Sprachlerngelegenheiten eröffnen; Förderangebote Thematische einbinden; Die Möglichkeit geben, mehrmals über gleiche Situationen zu sprechen, damit Kinder gelernte Wörter nutzen können; Handlungssituationen, wie Begrüßung, Spiele, Spiellieder und Rituale für die aktive Sprachverwendung nutzen; Die Kinder für die Sprachverwendung unterstützen; Auf den Einsatz der eigenen verbalen und nonverbalen Kommunikation achten (vgl. Bürki 1998).

Die Kinder müssen von den pädagogischen Fachkräften als aktive Mitgestalter ihrer Lernprozesse angesehen werden. Kinder erwerben die Sprache auch durch: Körpererfahrungen, soziale Rollenspiele und die Auseinandersetzung mit Symbolen z.B. in Bilderbüchern. Besonders das Rollenspiel ist bedeutendes Mittel der Symbolbildung, welche eine grundlegende Voraussetzung für den Spracherwerb ist. Kinder verarbeiten während des Spiels die Eindrücke ihrer Umwelt, woraus zu erkennen ist, dass die Spiele im Kindergartenalltag wichtige sprachfördernde Aspekte beinhalten (vgl. Bürki 1998).

Das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuches und der dabei entstehende Dialog zwischen den Kindern oder zwischen den Kindern und der pädagogischen Fachkraft, sind für den Erwerb der Sprache von großer Bedeutung. Sie können viele Handlungen aus den Bilderbüchern mit den ihrer vergleichen und ihre Fantasie fördern zudem ihren Wortschatz erweitern. Da Kinder sich meistens mit den Figuren aus den Büchern identifizieren, können hieraus wichtige Gesprächsthemen angeregt werden, welche für die Sprachförderung bedeutend sind.

Zu einer effektiven Sprachförderung gehört auch die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, denn sie sind die Experten und die wichtigsten Kommunikationspartner ihrer Kinder. Aus diesem Grund ist eine Erziehungspartnerschaft mit ihnen hierbei unumgänglich.

2.2 Die Berücksichtigung der Lebenssituationen der Migrantenkinder beim Spracherwerb

Ein Hintergrundwissen über das Leben der Migrantenkinder ist für die interkulturelle Arbeit eine wichtige Voraussetzung und hilft zu einem verständnisvolleren Vorgehen der Sprachförderung. Die familiäre Situation, der Wohnort, der Freundeskreis und die sozio-ökonomische Situation, in der das Kind sich befindet sind wesentliche Faktoren, die die pädagogischen Fachkräfte für eine effektive Sprachförderung wissen müssen. Die Herkunftsgeschichte jedes Kindes kann anders sein und sie unterschiedlich geprägt haben. Zudem können sie unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, denn es gibt Kinder, die hier geboren sind und es gibt Kinder, die erst seit Kurzem mit ihrer Familie immigriert sind. Manche lernen schnell und manche eher langsamer die deutsche Sprache, die evtl. eine größere Unterstützung brauchen. Jedes Kind sollte mit ihren Eigenschaften und Fähigkeiten als eine einmalige Persönlichkeit angenommen werden.

Um eine effektive Sprachförderung bei den Immigrantenkindern zu erreichen, ist daher das Hintergrundwissen über die Lebenssituation der Migrantenkinder notwendig. Sie leben zwischen zwei Welten und benötigen verständnisvolle Bezugspersonen (Erzieher/innen), die ihnen vertrauensvoll entgegenkommen. Die Erzieher/innen können in multikulturellen Kindergruppen die Kompetenzen der Kinder herausfinden und sie so fördern, sodass jedes Kind voneinander profitieren kann. Dieses betont auch die Autorin Donata Elschenbroich. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Migrantenkinder meistens ohne „ein Wort Deutsch“ sprechen zu können, in den Kindergarten kommen. Die Migrantenfamilien müssen zunächst die deutschen Kindergärten entdeckten. Ihrer Ansicht nach ist die Sprachförderung im Hinblick auf die Migrantenkinder im Laufe der Zeit besser geworden. Sie betrachtet den Entwicklungsprozess der pädagogischen Fachkräfte positiv, die sich von Ausländerpädagogen zu Integrationsexperten entwickelten (vgl. Elschenbroich, 1991, S. 158-173).

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Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668185845
ISBN (Buch)
9783668185852
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Erscheinungsdatum
2016 (April)
Note
1,3
Schlagworte
Sprachförderung Migrant Kindergarten Sprachfähigkeit
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Titel: Der deutsche Spracherwerb von Migrantenkindern in den Kindertagesstätten