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Förderkonzept für einen Schüler mit sozial-emotionalen Förderbedarf

Forschungsarbeit 2015 22 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Anlass und Fragestellung

2 Individualbeschreibung
2.1 Anamnese und Kind-Umfeld-Analyse
2.2 Sozialverhalten und Emotionalität
2.3 Lern- und Arbeitsverhalten
2.4 Potenziale

3 Unterstützungsressourcen
3.1 Schulische Angebote
3.2 Außerschulische Angebote

4 Förderplanung

5 Reflexion

6 Genutzte Informationsquellen

7 Anhang

Umfeldanalyse mit Justin (nach dem „Diagnostischen Mosaik“ von Hinz und Boban)

Biografische Analyse mit Justin (nach dem „Diagnostischen Mosaik“ von Hinz und Boban)

Erarbeitung der Förderziele

Kindgerechter Förderplan

Unterrichtseinheit „Konflikte“

1 Anlass und Fragestellung

Justin ist ein willensstarker, selbstbewusster, humorvoller Schüler, der gemeinsam mit elf anderen Schülern die 4. Klasse der XXX Schule besucht. Die Klasse wird seit Oktober 2014 von der LAA zwei Stunden in der Woche in Ethik unterrichtet. Der Anlass für die vorliegende individuelle Förderplanung für Justin findet sich in seinem unangemessenen Konfliktverhalten sowie seiner unaufmerksamen, teilweise verweigernden Arbeitshaltung während des Ethikunterrichts. Justin benötigte in der Vergangenheit intensive, individuelle Zuwendung und Begleitung, um seine Konzentration auf den Lerngegenstand zu fokussieren und die Ziele des Unterrichts zu erreichen.

Aus diesem Anlass setzt sich das vorliegende Förderkonzept vornehmlich mit dem für Justin relevanten Förderbereich der sozial-emotionalen Entwicklung sowie dem Lern- und Arbeitsverhalten auseinander. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen Justin unterstützen könnten dem Ethikunterricht konzentriert zu folgen und angemessene Konfliktlösestrategien anzubahnen.

Geeignete Fördermaßnahmen und Ergebnisse werden im Förderplan dokumentiert.

Die Angaben, die zur Darstellung des Schülers genutzt wurden und der daraus erstellte individuelle Förderplan, entstammen eigenen Unterrichts- und Pausenbeobachtungen, Informationen aus der Schülerakte (Zeugnisse, Entwicklungsberichte, sonderpädagogisches Gutachten) sowie aus informellen Gesprächen mit Justin, der Klassenlehrerin, der pädagogischen Mitarbeiterin sowie den Fachlehrern. Des Weiteren wurden eigene informelle Testverfahren und diagnostische Materialien genutzt, um Justins Entwicklungsbedürfnissen gerecht zu werden.

2 Individualbeschreibung

Name, Vorname: Justin

Geburtsdatum:

Geburtsort und –land:

Alter zum Zeitpunkt der Gutachtenabfassung: 10,10 Jahre

Nationalität: deutsch

Schule: Schule mit Ausgleichsklassen

Schulart: Förderschule mit dem Förderschwerpunkt: sozial-emotionale Entwicklung

Klasse: 4

Untersuchungszeitraum: März 2015 – Mai 2015

2.1 Anamnese und Kind-Umfeld-Analyse

Justin wurde am XXX in XXX geboren. Die Schwangerschaft von Justin verlief nach Angaben der Mutter ohne Komplikationen. Wegen einer Nierenbeckenentzündung erhielt sie Medikamente während der Schwangerschaft. Die Geburt verlief normal. Die Entwicklung Justins verlief nach Angaben der Mutter sowohl im Säuglings- als auch im Kleinkindalter ebenso ohne weitere Auffälligkeiten.

Im Alter von einem Jahr besuchte Justin die Kinderkrippe „Bummi“ in XXX. Ab dem 4. Lebensjahr besuchte er regelmäßig die Kindertagesstätte „Sputnik“ in XXX die sonderpädagogische Gruppe „Regenbogen“, welche von zwei Heilpädagoginnen betreut wird. Bereits in dieser Zeit zeigte Justin schon Trotzreaktionen, war sehr streitsüchtig und verwendet häufig unangemessene Redensarten. Die Familie wird in dieser Zeit von einer Familienhelferin des Jugendamts und der Caritas unterstützt.

2010 wurde Justin schulpflichtig. Er wurde aber aufgrund großer Defizite in den Bereichen Kognition, Wahrnehmung, Sprache, Konzentration, Aufmerksamkeit und Sozialverhalten ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt und verblieb in der Kindergartengruppe. Ein Jahr darauf wird Justin in die Grundschule „XXX“ (Förderschwerpunkt Lernen) eingeschult. Nach Justins Aussagen, wurde schnell klar, dass er „zu schlau für diese Schule sei“ aus diesem Grund wechselte er nach einem Schulhalbjahr in die „XXXSchule“ in XXX. Dort wurde er schnell wegen aggressiven Verhaltens gegenüber seinen Mitschülern und den Lehrern auffällig. Aufgrund dieser erheblichen Verhaltensauffälligkeiten wurde Justin 2012 zur Probebeschulung in die zweite Klasse der Schule mit Ausgleichsklassen überwiesen. Nach einer Beobachtungsphase wurde im Sonderpädagogischen Gutachten festgehalten, dass ein Förderschwerpunkt im Bereich emotional-soziale Entwicklung besteht und die Beschulung an der Förderschule mit Ausgleichsklassen empfohlen wird. Justin verließ somit 2013 die Regelgrundschule und besuchte fortan die Schule mit Ausgleichklassen in XXX Hier wird er nach dem Regelschullehrplan gemäß dem Klassenlehrerprinzip unterrichtet. Nachmittags besucht Justin eine Tagesgruppe.

Nach Justins Angaben lebt er derzeit mit seinem Bruder Pascal (7 Jahre), seiner Schwester Sandra (17 Jahre), seiner Mutter und seinem Onkel in einer Wohnung in XXX. Der ältere Bruder Oliver (13 Jahre) ist derzeit im Heim und und die Schwester Sarah (14 Jahre) lebt in einer Pflegefamilie. Die Mutter ist gelernte Gärtnerin und derzeit arbeitssuchend. Zum Vater besteht kein Kontakt. Zu seinen Schwestern und dem kleinen Bruder Pascal hat Justin ein gutes Verhältnis. Große soziale Probleme zeigen sich zu seinem Bruder Oliver.

In seiner Freizeit spielt Justin am Liebsten mit seiner Katze Nicki, die nach seinen Angaben das wichtigste für ihn ist. Außerdem sieht er viel fern und spielt mit anderen Kindern draußen. In der Schule hat er eine enge Freundschaft zu seinem Mitschüler Justin aufgebaut.

Während seiner Kindheit befand sich Justin mehrmals in ärztlicher Behandlung. 2004, 2005 und 2006 befand er sich jeweils zwei Mal im Krankenhaus aufgrund einer Bronchienerkrankung. 2008 lag er eine Woche wegen Durchfall im Krankenhaus. 2010 wurde er wegen eines Loch im Kopfes behandelt. Außerdem befindet er sich seit 2010 wegen Enuresis/Enkopresis (Ursache laut Akten: Gendefekt) in urologischer Behandlung. Im Schulalltag geht Justin damit diskret, aber nicht schamhaft um und spricht offen darüber. Die Erkrankung wird auch von den Mitschülern nicht thematisiert. Justin gibt an, dass es ihm jedoch peinlich ist, „wenn ich einpullere“ (Satzergänzungstest). Seine größte Sorge ist es, „wenn mein Arm gebrochen ist“ (Satzergänzungstest) und er zurück in ein Krankenhaus müsse.

2.2 Sozialverhalten und Emotionalität

Justin ist ein willensstarker, selbstbewusster, humorvoller Schüler. Justin kennt die bestehenden Klassenregeln, testet aber ihre Grenzen gerne neu aus. Durch konsequente Interventionen versucht er jedoch sein Verhalten entsprechend der Klassenregeln zu regulieren. Durch die Verhaltensauswertung am Ende jeder Stunde gelingt es Justin vermehrt sich realistisch einzuschätzen. Gegenüber den Pädagogen zeigt er sich in der Regel freundlich und gesprächsbereit.

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Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668188938
ISBN (Buch)
9783668188945
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319559
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für das Lehramt an Grundschulen und für das Lehramt an Förderschulen
Note
1,5
Schlagworte
förderkonzept schüler förderbedarf

Autor

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Titel: Förderkonzept für einen Schüler mit sozial-emotionalen Förderbedarf