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Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen

Forschungsarbeit 2016 18 Seiten

Germanistik - Didaktik

Leseprobe

INHALT

Abstract

Einführung

Wissenschaftliches Wissen und Alltagswissen

Sprache der Wissenschaft

Literatur

Abstract

Die vorliegende Forschungsarbeit beschäftigt sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen. Hauptanliegen der Arbeit ist es, Merkmale und Ansprüche des Alltagswissens und des wissenschaftlichen Wissens aufzuzeigen. Ferner wird der wissenschaftlichen Sprache, die eng mit dem wissenschaftlichen Wissen verbunden ist, zugewandt. Die Arbeit soll des Weiteren einen Beitrag zur Förderung vom wissenschaftlichen Schreiben leisten.

Einführung

Im Studium sind die Studierenden und Lehrenden mit der Aufgabe konfrontiert, wissenschaftliche Texte zu schreiben bzw. zu lesen. In diesem Zusammenhang sollten sie nicht zwischen wissenschaftlichem Wissen und Alltagswissen verwechseln, denn jedes Wissen hat seine eigenen Charakteristika und Anwendungsbereiche. Vor diesem Hintergrund strebt die vorliegende Arbeit an, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen aufzuzeigen. In einem ersten Schritt wird versucht, die verschiedenen Untersuchungen und Forschungsmeinungen zum Thema „wissenschaftliches Wissen und Alltagswissen“ darzustellen. Es geht unter anderem um UMBERTO, ECO (1993), KRUSE, OTTO (2007) und BIEKER, ROLF (2011, 50). In einem weiteren Schritt wird auf die wissenschaftliche Sprache eingegangen, die eine übergeordnete Rolle spielt, um wissenschaftliches Wissen darzustellen bzw. zu vermitteln. In diesem Sinne wird das wissenschaftliche Wissen durch die Wissenschaftssprache festgehalten und konkretisiert.

Wissenschaftliches Wissen und Alltagswissen

Nachfolgend wird auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen wissenschaftlichem Wissen und Alltagswissen eingegangen. In diesem Sinne geht BARDMANN, T. M. (2015, 25)[1] davon aus, dass Alltagswissen mit dem wissenschaftlichen Wissen zusammenhängt. Alltagswissen findet seinen Ursprung in der Wissenschaft. In diesem Sinne gilt das Forschen laut BARDMANN, T. M. (2015, 25) als eine Tätigkeit, die sehr alt ist. Die Forschung strebt an, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Allerdings hat wissenschaftliches Wissen Ansprüche, die beim Alltagwissen nicht notwendig sind.

Wissenschaftliches Wissen kennzeichnet laut KRUSE, O. (2007, 61)[2] durch Systematisieren, Reflektieren, Prüfen und schriftliches Festhalten. Dieses Wissen ist auch begründet im Vergleich zum Alltagswissen.

In diesem Zusammenhang führt UMBERTO, E. (1993, 40ff.) vier Kriterien für die Wissenschaftlichkeit aus:

„1. Die Untersuchung behandelt einen erkennbaren Gegenstand, der so genau umrissen ist, daß er auch Dritte erkennbar ist. []
2. Die Untersuchung muß über diesem Gegenstand Dinge sagen, die noch nicht gesagt worden sind, muß Dinge, die schon gesagt worden sind, aus einem neuern Blickwinkel sehen. []
3. Die Untersuchung muß für andere von Nutzen sein. []
4. Die Untersuchung muß jene Angaben enthalten, die es ermöglichen, nachzuprüfen, ob ihre Hypothesen falsch oder richtig sind, sie muss Angaben enthalten, die es ermöglichen, die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit fortzusetzen.“[3]

Bei BÜNTING, K.-D., u.a. (2008, 12)[4] finden sich die Überlegungen, dass wissenschaftliche Texte sich nach einem bestimmten Ziel und nach einer gewissen Methodik orientieren. Wissenschaft gelte als eine Grundlage für wissenschaftliche Texte. In diesem Sinne führen BÜNTING, K.-D., u.a. (2008, 13)[5] Folgendes aus:

„Wissenschaftliche Texte beruhen auf Wissenschaft, d.h. sie verarbeiten wissenschaftliche Erkenntnisse anderer, indem sie diese wiedergeben, zueinander in Beziehung setzen, kommentieren und zur Grundlage eigener Erkenntnisse machen.“[6]

Wissenschaft basiert auf Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Quellen, Ergebnisse und Methodik sind erkennbar und deutlich. So BÜNTING, K.-D., u.a. (2008, 13)[7]. In den Wissenschaften hat das Schreiben laut BÜNTING, K.-D., u.a. (2008, 14) verschiedene Funktionen:

1. Dokumentation: Einen Gegenstand oder eine Theorie darzustellen.
2. Analyse: Das Aufzeigen von Eigenschaften bzw. dessen Bezug zueinander
3. Argumentation: Das Anführen von Gründen und Gegengründen.
4. Interpretation: Die Deutung von einem Text.

Um wissenschaftliche Erkenntnisse in den Wissenschaften vorzustellen, können laut KRUSE, O. (2007, 63) folgende Zwecke möglich sein:

„Wissen nicht einfach zu postulieren, sondern zu begründen, seine Entstehung glaubwürdig nachzuvollziehen oder nachzuzeichnen, die unterschiedlichen Quellen, aus denen es stammt, zu dokumentieren, alle Wissensvoraussetzungen, Argumente und Belege kritisch zu bewerten, alternative Denkformen und rivalisierende Wissensbestände einzubeziehen, das Wissen in einen systematischen Kontext einzubetten, es so darzustellen, dass es klar und missverständlich ist. “[8]

KRUSE, OTTO (2007, 61) vergleicht in diesem Sinne das wissenschaftliche und alltägliche Wissen wie folgt:

Tabelle 1: Wissenschaftliches und alltägliches Wissen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: KRUSE, OTTO (2007, 62): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu völlig bearbeitete Auflage. Frankfurt am Main, New York. Campus Concept. (Nach Hierdeis/ Hug (1997)[9], leicht modifiziert)

In diesem Zusammenhang führt KRUSE, O. (2007, 63) aus, dass wissenschaftliches Denken auf Zweifel und Kritik zu anderen Erkenntnissen basiert. Des Weiteren bezieht sich das alltägliche Denken auf das Finden von Sicherheit beim Handeln.

Das Alltagswissen bezieht sich laut KARMASIN, M., RIBING, R. (2006, 79)[10] auf Erlebnisse und persönliche Erfahrungen aus dem Alltag. Aus Erfahrungen können unzulässige Verallgemeinerungen entstehen. Sie gilt nicht als eine wissenschaftliche Theorie. Alltagstheorien sind subjektiv und unterscheiden sich von einer Person zu anderen. Alltagswissen basiert laut BIEKER, ROLF (2011, 50)[11] nicht auf Kriterien wie Zuverlässigkeit, Überprüfbarkeit, Gültigkeit, Objektivität, Befragung, sprachliche Präzision, wissenschaftlicher Diskurs usw.

BIEKER, ROLF (2011, 50)[12] führt folgende Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen aus:

Tabelle 2: Gemeinsamkeiten zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIEKER, ROLF (2011): Soziale Arbeit studieren. Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten und Studienorganisation. Stuttgart: Kohlhammer. In: BARDMANN, THEODOR M. (2015): Die Kunst des Unterscheidens. Eine Einführung ins wissenschaftliche Denken und Arbeiten für soziale Berufe. Mit Denkplakaten von Klaus Hansen. Wiesbaden. Springer Fachmedien. Seite 26

Tabelle 3: Unterschiede zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIEKER, ROLF (2011): Soziale Arbeit studieren. Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten und Studienorganisation. Stuttgart: Kohlhammer. In: BARDMANN, THEODOR M. (2015): Die Kunst des Unterscheidens. Eine Einführung ins wissenschaftliche Denken und Arbeiten für soziale Berufe. Mit Denkplakaten von Klaus Hansen. Wiesbaden. Springer Fachmedien. Seite 26

Bei BERGER und LUCKMANN (1969)[13] finden sich die Überlegungen, dass das Alltagswissen die Verhaltensweisen der Menschen im Alltag regelt. Zudem brauche das Alltagswissen keine Überprüfung, denn es werde als selbstverständlich und natürlich betrachtet. Alltagswissen sei weiterhin gesellschaftlich strukturiert und zwar nach Wichtigkeit. Wissenschaftliches Wissen zeichne sich dadurch, dass jede Aussage verifiziert werde. Die Vorgehensweise bei dieser Verifizierung hänge ferner vom wissenschaftlichen Gebiet ab.

In der Wissenschaft argumentiert man dennoch mit wissenschaftlichen Aussagen und Theorien. So KARMASIN, M., RIBING, R. (2006, 79).

Wissenschaftliche Aussagen haben laut KARMASIN, M., RIBING, R. (2006, 80) folgende Charakteristika:

„Wissenschaftliche Aussagen sind in der Realität überprüfbar, die Art und Weise, wie wissenschaftliche Aussagen gewonnen werden, ist wiederholbar.

Wissenschaftliche Aussagen besitzen einen Erklärungswert.

Wissenschaftliche Aussagen sind allgemeingültig bzw. beanspruchen Allgemeingültigkeit bzw. treffen mit einer angegebenen Wahrscheinlichkeit zu.

Wissenschaftliche Aussagen sind objektiv und intersubjektiv nachvollziehbar.

Wissenschaftliche Aussagen werden systematisch durch wissenschaftliche Methoden gewonnen, das methodische Vorgehen ist geplant und organisiert.

[...]


[1] BARDMANN, THEODOR M. (2015): Die Kunst des Unterscheidens. Eine Einführung ins wissenschaftliche Denken und Arbeiten für soziale Berufe. Mit Denkplakaten von Klaus Hansen. Wiesbaden. Springer Fachmedien.

[2] KRUSE, OTTO (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu völlig bearbeitete Auflage. Frankfurt am Main, New York. Campus Concept

[3] ECO, UMBERTO (1993): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Heidelberg. (Erste Auflage 1988)

[4] BÜNTING, KARL-DIETER/BITTERLICH, AXEL/ POSPIECH, ULRIKE (2008): Schreiben im Studium: mit Erfolg Ein Leitfaden. Cornelsen Scriptor. Berlin

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] KRUSE, OTTO (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu völlig bearbeitete Auflage. Frankfurt am Main, New York. Campus Concept.

[9] HIERDEIS, HELMWART/ HUG, THEO (1997): Pädagogische Alltagstheorien und erziehungswissenschaftliche Theorien. Bad Heilbrunn, 2. Aufl.

[10] KARMASIN, MATTHIAS, RIBING, RAINER (2006): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor, - Master und Magisterarbeiten sowie Dissertationen 6. aktualisierte Auflage 2011. Erste Auflage 2006. Wien. Facultas WUV. UTB

[11] BIEKER, ROLF (2011): Soziale Arbeit studieren. Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten und Studienorganisation. Stuttgart: Kohlhammer

[12] BIEKER, ROLF (2011): Soziale Arbeit studieren. Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten und Studienorganisation. Stuttgart: Kohlhammer

[13] BERGER, P.L., LUCKMANN, TH. (1969): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Frankfurt a. M.: Fischer

Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668190306
ISBN (Buch)
9783668190313
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319574
Institution / Hochschule
University of Oran – Fremdsprachen
Schlagworte
gemeinsamkeiten unterschiede alltagswissen wissen

Autor

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Titel: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen