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Die Apokalypse und die Weltanschauung Adolf Hitlers. Inwieweit steht die Apokalyptik als "Redeform" im Vordergrund seiner Schriften?

von J. A. C. (Autor)

Seminararbeit 2016 20 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930

3. Hitlers Politische Religion und Weltanschauung
3.1. Hitlers Apokalyptik: Anna Neumaier
3.2. Analyse: „Wiener Lehr- und Leidensjahre“
3.3. Analyse: „Volk und Rasse“

4. Fazit

1. Einleitung

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem […]. [1] Die Zeit ist nahe! […] Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, Herr Jesus!“[2]

Dieses Zitat zeigt den Anfang und das Ende der Offenbarung des Johannes.

Es beschreibt einen „Untergang“ des Himmels und der Erde und eine darauf folgende „heilige Stadt“ ein „neues Jerusalem“.[3]

In ihr wird eine Apokalypse beschrieben, welche sich über die Jahrhunderte hinweg auch auf andere Texte und Schriften beziehen lässt.

In der vorliegenden Seminararbeit soll es vor allem um die „Apokalypse“ Adolf Hitlers gehen, sowie dessen Weltanschauung, die damit einhergeht.

In der Seminararbeit soll, exemplarisch an zwei Kapiteln aus Hitlers Buch Mein Kampf, der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Apokalyptik als „Redeform“ in seinen Schriften im Vordergrund steht.

Die Seminararbeit ist in sechs Teile unterteilt. Zu Beginn soll die Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930 skizziert werden, um einen kurzen Überblick über die „Entwicklung“ der Apokalypse zu geben. Daran anschließend wird Hitlers Weltanschauung und Politische Religion dargestellt, um im Anschluss sechs Kriterien der Apokalyptik als „Redeform“ von Anna Neumaier vorzustellen. Diese sechs Kriterien sollen als Grundlage für die Analyse der beiden Kapitel „Wiener Lehr- und Leidensjahre“ und „Volk und Rasse“ aus Mein Kampf dienen.

Abschließend wird ein Fazit auf Basis der Bearbeitung der Leitfrage, gezogen.

2. Die Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930

Im folgenden Kapitel soll der Schwerpunkt auf der Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930 liegen. Dies dient als Hintergrundinformation, Einleitung und zum Verständnis von Hitlers apokalyptischer Weltanschauung, welche in einem späteren Kapitel aufgegriffen wird. Um sich ein Bild über die Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930 machen zu können, müssen zunächst zwei Fragen erläutert werden: 1. Was ist die sogenannte Apokalypse? 2. Wo fand die Apokalypse ihren Anfang?

Der Begriff der Apokalypse bedeutet „Offenbarung“, „Enthüllung“, „Aufdeckung“.[4]

Unter der Apokalypse wird häufig der Weltuntergang verstanden, wobei dies auf die letzte Schrift des Neuen Testaments, nämlich die Offenbarung des Johannes, zurück zu führen ist.[5] Dort wird auf bildkräftige und wortreiche Weise der vollständige und unwiderrufliche Untergang der Welt geschildert, wobei der Weltuntergang nicht den Schlusspunkt der Johanneischen Erzählung darstellt. Nach diesem Weltuntergang folgt der – zumindest aus christlicher Sicht – wichtigste Teil, nämlich die Herrschaft Gottes in vollkommen neuer Weise.[6]

Hierbei handelt es sich um die neue Welt, welche „vollkommen“, eine Welt „des Glücks“, „der Freude“ und „des Lebens“ ist und die alte Welt „voller Elend“, „Schmerz und Tod“ ablöst. Dieser sogenannte Dualismus bestimmt das Gefüge der Handlung und wirkt sich zeitlich aus: Er konstruiert ein „Vorher“ und ein „Nachher“, zwischen dem es keine Vermittlung, sondern nur den radikalen Umschlag der „Wandlung“ gibt, die umfassende Erneuerung durch die Vernichtung des Alten.[7]

Meist liegt dieser Wandlung ein Zustand einer Extremsituation vor, in welcher die Dringlichkeit zu handeln entsteht.[8]

Um die Apokalypse in Deutschland zwischen 1900 und 1930 beschreiben zu können, muss außerdem etwas zum historischen Hintergrund zu dieser Zeit gesagt werden, damit „diese Apokalypse“ verstanden werden kann.

Klaus Vondung gibt in seinem Buch „Die Apokalypse in Deutschland“, welches 1988 in München erschienen ist, einen ähnlichen historischen Hintergrund, wenn es in seinem achten Kapitel um „die Geburt des Nationalismus aus dem Geis der Apokalypse“ geht.

„Die Geschichte der Deutschen, ihr Leben und ihre Erfahrungen in den ersten eineinhalb Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, in denen die ersten Grundlagen eines modernen Deutschland gelegt worden sind, steht unter seinem überwältigenden Einfluß. Die Politik war das Schicksal, und sie war seine Politik: Krieg und Eroberung, Ausbeutung und Unterdrückung, Imperium und Neuordnung.“[9]

Hieraus, und aus den Bewegungen Napoleons und seiner Politik, aus welcher der Nationalismus entstanden ist, schließt Vondung, dass der politische Nationalismus in Deutschland von seiner Geburtsstunde an von apokalyptischen Vorstellungen durchsetzt und geprägt gewesen ist.[10]

Er erklärt seine These mit der Begründung, dass es bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts kein deutsches Nationalbewusstsein in einem dezidiert politischen Sinn gab.

Napoleon machte sich zu seiner Zeit die traditionelle Methode zu Nutzen:

„Die traditionelle Methode, eine bestimmte Situation apokalyptisch zu deuten, besteht darin, apokalyptische Stellen der Bibel, vor allem der Offenbarung Johannis, fundamentalistisch auf die Situation zu beziehen, deren ‚Sinn‘ oder ‚eigentliche Bedeutung‘ man sich versichern will.“[11]

Dass er dadurch eine gewisse Dynamik in Gang setze zeigt sich am folgenden Zitat, welches Vondung aus dem Werk „Deutschland unter Napoleon in Augenzeugenberichten“ von Eckart Kleßmann, aufführt: „Hier indessen liest jetzt alle Welt die Offenbarung Johannis, wie sie von Bonaparte alles haarklein vorausprophezeit findet.“[12]

„Bis zum Beginn des 19. Jahrhundert gibt es kein deutsches Nationalbewußtsein in einem dezidiert politischen Sinn.“[13]

Erst 1914 zeigte sich der Volksgeist wieder in seiner apokalyptischen Gestalt.[14] Der Krieg zu dieser Zeit wurde als „Heilsereignis“[15] bezeichnet und „so war die Schlussfolgerung konsequent und systemlogisch, daß nun im Kriege- da dieser apokalyptisch gedeutet wurde – Deutschland siegen muß und wird […].“[16]

Ein weiterer Grund, warum der Volksgeist in der Geschichte des deutschen Nationalbewusstseins so erfolgreich gewesen ist, lag an dem Ausbleiben anderer Symbole zu dieser Zeit.[17]

Jedoch erläutert Vondung im Weiteren:

„Erst wenn wir die Sinnbedeutungen auf motivierende Erfahrungen beziehen, kommen wir der gesellschaftlichen Rolle, die der Volksgeist im Ersten Weltkrieg tatsächlich spielte, und der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Apokalypse von 1914 auf die Spur.“[18]

Hiermit ist gemeint, dass man sich diejenigen näher anschauen muss, die die apokalyptischen Deutungen überwiegend produziert haben: nämlich die Angehörigen des gebildeten Bürgertums. Da die Angehörigen dieser Schicht durch Wort und Schrift gesellschaftliche Breitenwirkung entfalten konnten, dominierten ihre apokalyptischen Deutungen die öffentliche Meinung. Außerdem ist interessant, dass die Apokalypse von 1914 ein Massenphänomen gewesen ist, bei welchem die Grenzen zwischen diesen Produzenten und deren Rezipienten verschwammen. Ein Beleg dafür ist, dass der Sinn, den die Deutungen vermittelten, von vielen Menschen akzeptiert wurde und dadurch weit verbreitete Bedürfnisse befriedigt wurden.[19]

Hierbei stellt man sich die Frage, wieso, grade hundert Jahre nach dem ursprünglichen Anfang des Volksgeistes und dem apokalyptischen Ausbruch, eine neue apokalyptische Mission kreiert wurde.[20]

Zum einen lag dies daran, dass man sich nun vom Krieg erhoffte, dass er als gesellschaftlicher Integrationsfaktor wirken sollte und dies bestätigte sich ja auch anfänglich.[21]

Vondung erklärt die deutsche Apokalypse von 1914 wie folgt:

„Die deutsche Apokalypse von 1914 war einer der letzten großen Versuche des verunsicherten alten Bildungsbürgertums, in dieser Symbolform die Quintessenz seiner Erfahrungen und Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen, wobei die Vision einer Erlösung der Welt durch den Geist konsequenterweise – auch wenn dies nicht direkt ausgesprochen wurde – die gesellschaftliche Rekonstitution der Repräsentanten des Geistes mit einschloss.“[22]

Darüber hinaus ist von besonderem Interesse, wie sich die Apokalypse zur Zeit der Weimarer Republik verändert, denn zu dieser Zeit findet eine Politisierung der Apokalypse statt, da nämlich die Unterscheidung der Immanenz und Transzendenz in einen Bereich übertragen wird, in dem diese Unterscheidung sonst nicht verwendet wurde, nämlich in den Bereich des Politischen.[23]

Hierbei liegt die Unterscheidung von Transzendenz und Immanenz in doppelter Hinsicht zugrunde. Zum einen in der Erzählung von der Vernichtung der immanenten Welt ( „alten Welt) und vom Triumph der Transzendenz („neue Welt“), zum anderen als textorganisierendes Prinzip, das die Form der eigenen Rede bestimmt.[24]

Dass es sich bei Hitlers Texten um eine weitere Variante der apokalyptischen Redeform handelt, wird an anderer Stelle erneut aufgegriffen.[25] Denn:

„Hitler spricht nicht nur über die Apokalypse, die seiner Auffassung nach in Kürze in der politischen Wirklichkeit stattfinden soll, sondern er reklamiert für seine Texte auch das, was […] alle apokalyptischen Texte bisher für sich in Anspruch genommen haben: selbst die Apokalypse zu sein.“[26]

Zwar spielte der Geist in Hitlers apokalyptischem Weltbild keine Rolle, wie sie es 1914 beispielsweise noch gespielt hat, jedoch wies das apokalyptische Szenario, welches Hitler entwarf, die übliche Struktur und viele einschlägige Symbole auf.[27]

An die Stelle des Geistes war in Hitlers apokalyptischen Szenario als Protagonist das Blut getreten, das seinerseits den Rang eines heiligen Absoluten einnahm. Das Blut verkörperte sich wie der Geist im deutschen Volk.[28]

Hitlers apokalyptische Weltanschauung wird im vierten Kapitel dieser Hausarbeit erneut aufgegriffen und ausführlich skizziert. Des Weiteren werden noch einige „alte“ Strukturen der Apokalypse in diesem Kapitel in Zusammenhang mit Hitlers apokalyptischer Weltanschauung gebracht. Dies wird bewusst erst im vierten Kapitel beschrieben, da es ansonsten zu Wiederholungen kommen würde.

3. Hitlers Politische Religion und Weltanschauung

Im Folgenden wird zunächst Adolf Hitlers Politische Religion und seine damit verbundene apokalyptische Weltanschauung skizziert, um im Anschluss zwei Kapitel aus „Mein Kampf“ in Hinblick auf dessen apokalyptische Weltanschauung zu analysieren.

Hitler verwendet den Begriff des Glaubens nicht allgemein im Sinne von Sicherheit, Wahrscheinlichkeit oder festem Vertrauen auf irgendetwas, sondern in Bezug auf Religion.[29] Hitler kommt es auf die „Unumstößlichkeit“ des Glaubens an,[30] denn nach Hitler „trägt“ der „Glaube“ auch zur „Festigung und Sicherung“ der „Existenz“ des Menschen bei.[31] Für ihn ist das Attribut „religiös“ die Unzerstörbarkeit der Seele, die Ewigkeit des Daseins und die Existenz eines höheren Wesens.[32] „Vor allem aber glaubt er an die Konnexität zwischen eigenen Taten und der „Zustimmung der Vorsehung“[33] und daran, dass die „Arier“ „Gotteskinder“[34] und „Vollstrecker des Göttlichen auf Erden“[35] sind und es somit das Ziel ist: „Ebenbilder des Herrn zu zeugen“.[36]

Hitler sagt außerdem: „Politik ist nichts Pragmatisches, sie ist vielmehr etwas Hohes, Großes oder ‚das geschichtliche Handeln der Gegenwart.‘“[37] „Dementsprechend muss Politik der Umsetzung einer Idee bzw. Weltanschauung gewidmet sein.“[38]

Es zeigt sich, dass Hitler von seiner Idee nicht nur überzeugt ist, sondern diese als „Auftrag“ umsetzen möchte. Er fungiert in seinen Augen jedoch nicht nur als „Politiker“[39], sondern auch als „Prophet“.[40]

„Das bedeutet, dass er visionär das große Ziel vor Augen hat und es zugleich in praktische politische Maßnahmen zu übersetzen vermag, und zwar in der Bereitschaft, notfalls sein Leben dafür einzusetzen.“[41]

Hitler macht sich zu seinem Ziel, welches er durch eine „Vorsehung“ durch Gott bekommt, die „deutsche Rasse“ zu retten, indem er anstrebt, die „Juden“ „zu vernichten“. Es zeigt sich, dass er jedoch in Wahrheit in den „Juden“ versucht eine Geisteshaltung zu bekämpfen.[42] Er kommt zu dem Entschluss, dass er zwei Mal auf das Phänomen der Lüge gestoßen ist, nämlich zum einen Mal, dass die Juden vorgeben, eine Religionsgemeinschaft zu sein, aber tatsächlich eine völkische Gemeinschaft sind und zum anderen Mal, dass der Marxismus vorgibt „für die Freiheit und Menschenwürde zu streiten, [dieser] aber Hass und Zwietracht [sät], um die Revolution zu forcieren, nach der alle eine strukturlose und damit leicht zu knechtende Masse bilden werden.“[43]

Hitler entwickelt ein „apokalyptisches Szenario“, indem er die Zukunft Deutschlands in „düsteren Farben“ skizziert und das Schicksal der Deutschen mit dem der gesamten Menschheit verknüpft.[44] Er entwirft ein Szenario, in welchem der „Feind“, der „Jude“ vernichtet werden muss, um die Rettung und die „vollkommene Welt“ in Zukunft herbeizuführen. Er geht sogar so weit, dass er behauptet, dass ein „Sieg der Juden über Deutschland und die restliche Welt“ das „Ende der Menschheit“ bedeuten würde.[45] „Aus der Vorstellung, daß die ‚Juden‘ ein definitives Ende der Menschheit herbeizuführen drohen, leitet nun Hitler seine Überzeugung ab, daß es mit diesen ‚kein Paktieren, sondern nur das harte Entweder-Oder‘ geben kann.“[46]

„Deshalb sieht er [Hitler] sich zu einem Kampf herausgefordert, der im Namen der Menschheit auszufechten ist.“[47] Um den Kampf jedoch nach Hitler führen zu können, bedarf es einer „inneren Geschlossenheit der kämpfenden Gruppe“[48] und somit entwickelt er eine strikte „Freund-Feind Unterscheidung“[49]. Interessant ist, dass er ein klares Bestimmungsmerkmal zur Einteilung in ein „Freund-Feind Unterscheidung“ sucht, indem er die Sprache (welche man erlernen kann), die Nationalität (welche man wechseln kann) und die Religionszugehörigkeit ( welche man wählen kann) ausschließt.[50] „Alleine das ‚Blut‘ ist etwas Vorgegebenes, nicht vom Menschen Veränderbares.“[51]

Zunächst muss Hitler jedoch bewirken, dass „der Glauben Berge versetzt“[52], und somit steht für ihn an erster Stelle: „auf den Willen der Menschen einzuwirken, sie zu Glaubenden zu machen.“[53]

„Das gelingt am besten durch den unmittelbaren Kontakt Führer – Masse, also durch das gesprochene Wort.“[54] Hierauf wird an anderer Stelle erneut ausführlich eingegangen.

Hitler versucht zunächst die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, was ihm durch „Massenkundgebungen, Straßenschlachten und Provokationen“[55] gelingt. „Die Masse musste formbar gemacht werden, durch einen Glauben geeint.“[56]

Der Weg dorthin sieht wie folgt aus:

„1. Eugenik, also die Züchtung rassereinen und körperlich gesunden Menschenmaterials durch Verhinderung erbkranken Nachwuchses, besondere Anreize zur Geburtenförderung rassereiner Volksgenossen etc., 2. Forcierte körperliche Erziehung der Jugendlichen, vor allem zur Steigerung der Willensstärke, 3. Seelisch-geistige Erziehung im Sinne einer Erziehung zu Nationalstolz, Opferbereitschaft, Treue, 4. Soziale Durchlässigkeit gemäß dem Grundsatz der Bestenauslese ohne Ansehen der Herkunft, 5. Aufwertung bisher gering angesehener, aber gesellschaftlicher notwendiger Tätigkeiten, 6. Ein neues Staatsbürgerrecht auf rassischer Grundlage.“[57]

Unter anderem gelingt es Hitler die Massen zu bewegen, weil nach den „Erfahrungen des Mangels und Verlustes in den verschiedenen Lebensbereichen“[58] die Menschen „zu einem Gefühl existentieller Sinnleere und Orientierungslosigkeit verdichteten.“[59] Doch: „Nicht nur die Prophezeiung der apokalyptischen Wandlung und Erlösung schlug die Gemüter in Bann, auch die Art und Weise, in der sie zum Ausdruck kam.“[60] Die Menschen schöpften Hoffnung auf eine „neue Existenz“[61] und eine „vollkommene Welt“.[62]

Jürgen Brokoff hat es in seinem Werk Die Apokalypse in der Weimarer Republik in seinem sechsten Kapitel über Adolf Hitlers apokalyptische Weltanschauung auf den Punkt gebracht, indem er sagt, dass es nicht allein die Vorstellungen eines drohenden Weltuntergangs sind, die Hitlers Weltanschauung einen apokalyptischen Charakter verleihen.[63]

„Es sind jedoch nicht allein die Vorstellungen eines drohenden Weltuntergangs und die gegen den Untergang gesetzte Forderung nach einer „restlose[n] Vernichtung“ des ‚Juden‘, die Hitlers Weltanschauung einen apokalyptischen Charakter verleihen. Und auch die Kennzeichnung des ‚Juden‘ als endzeitlicher ‚Widersacher‘, als ‚Todfeind‘ und ‚Vernichter‘ ‚der arischen Menschheit und des gesamten Christentums‘, durch die in Hitlers Augen ein ‚apokalyptischer Endkampf‘ unausweichlich erscheint und in der einige Forscher Satans- und Antichrist-Motive erkannt haben, ist nur ein Element von dessen Apokalyptik.“[64]

Er erklärt dies wie folgt damit, dass die Unterscheidung der „geistigen Introszendenz“ des „Ariers“ und der „geistigen Extramanenz“ des „Juden“ die Grundlage für den „letzten Kampf“ ist.[65]

[...]


[1] Klaus Vondung: Die Apokalypse in Deutschland, München 1988, S.20.

[2] Ebd. S. 20f.

[3] Vgl. ebd. S. 20f.

[4] Jürgen Brokoff: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 7.

[5] Vgl. ebd. S. 7.

[6] Vgl. ebd. S. 7.

[7] Vgl. Klaus Vondung: Die Apokalypse in Deutschland, München 1988, S.22.

[8] Vgl. ebd. S.24.

[9] Klaus Vondung: Die Apokalypse in Deutschland, München 1988, S. 152f.

[10] Vgl. ebd. S. 153.

[11] Vgl. ebd. S. 155.

[12] Vgl. ebd. S. 155.

[13] Ebd. S. 153.

[14] Vgl. ebd. S. 190.

[15] Ebd. S. 190.

[16] Ebd. S. 191.

[17] Vgl. ebd. S. 191.

[18] Ebd. S. 192.

[19] Vgl. ebd. S. 193.

[20] Vgl. ebd. S. 197.

[21] Vgl. ebd. S. 198f.

[22] Ebd. S. 205.

[23] Vgl. Jürgen Brokoff: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 10.

[24] Vgl. Jürgen Brokoff: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 11.

[25] Vgl. ebd. S. 13.

[26] Ebd. S. 13.

[27] Vgl. Klaus Vondung: Die Apokalypse in Deutschland, München 1988, S. 207.

[28] Ebd. S. 208.

[29] Vgl. Bärsch, Claus-Ekkhard: Die politische Religion des Nationalsozialismus. Die religiösen Dimensionen der NS-Ideologie in den Schriften Dietrich Eckart, Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler, München 2002, S. 278. (Im Folgenden zitiert als: Bärsch, Claus-Ekkhard: Die politische Religion des Nationalsozialismus, München 2002.)

[30] Ebd. S. 279.

[31] Ebd. S. 280.

[32] Vgl. ebd. S. 279.

[33] Ebd. S. 287.

[34] Ebd. S. 296.

[35] Ebd. S. 308.

[36] Ebd. S. 307.

[37] Zehnpfennig, Barbara: Adolf Hitler: Mein Kampf. Studienkommentar, München 2011, S. 251.

[38] Ebd. S. 251.

[39] Bärsch, Claus-Ekkhard: Die politische Religion des Nationalsozialismus, München 2002, S. 281.

[40] Ebd. S. 281.

[41] Zehnpfennig, Barbara: Adolf Hitler: Mein Kampf. Studienkommentar, München 2011, S. 251.

[42] Zehnpfennig, Barbara: Adolf Hitler: Mein Kampf. Studienkommentar, München 2011, S. 234.

[43] Ebd. S. 235.

[44] Brokoff, Jürgen: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 142.

[45] Vgl. ebd. S. 143.

[46] Ebd. S. 143.

[47] Zehnpfennig, Barbara: Adolf Hitler: Mein Kampf. Studienkommentar, München 2011, S. 237.

[48] Ebd. S. 239.

[49] Ebd. S. 239.

[50] Vgl. ebd. S. 239f.

[51] Ebd. S. 240.

[52] Zehnpfennig, Barbara: Adolf Hitler: Mein Kampf. Studienkommentar, München 2011, S. 252.

[53] Ebd. S. 252.

[54] Ebd. S. 252f.

[55] Ebd. S. 254.

[56] Ebd. S. 255.

[57] Ebd. S. 256.

[58] Vondung, Klaus: Die Apokalypse in Deutschland, München 1988, S. 218.

[59] Ebd. S. 218.

[60] Ebd. S. 261.

[61] Ebd. S. 341.

[62] Ebd. S. 341.

[63] Vgl. Brokoff, Jürgen: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 143.

[64] Brokoff, Jürgen: Die Apokalypse in der Weimarer Republik, München 2001, S. 143f.

[65] Vgl. ebd. S. 144.

Details

Seiten
20
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668194977
ISBN (Buch)
9783668194984
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320221
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Nationalsozialismus als politische religion politische religion apokalypse apokalyptik weltanschauung adolf hitler

Autor

  • J. A. C. (Autor)

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Titel: Die Apokalypse und die Weltanschauung Adolf Hitlers. Inwieweit steht die Apokalyptik als "Redeform" im Vordergrund seiner Schriften?