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Gesundheitliche Vor- und Nachteile der direkten Einwirkung von Sonnenlicht auf Menschen in Mitteleuropa

Hausarbeit 2015 9 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorteile einer direkten Einwirkung von Sonnenlicht auf die menschliche Gesundheit

3. Nachteile einer direkten Einwirkung von Sonnenlicht auf die menschliche Gesundheit

4. Abwägung und Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Vordergrund steht die Beantwortung der Frage, ob eine direkte Einwirkung von Sonnenlicht in Mitteleuropa gesundheitlich eher vorteilhaft oder nachteilig ist. Zunächst wird dargelegt, wie die Sonnenstrahlen den Menschen beeinflussen. Dies geschieht durch eine Klassifizierung der positiven und negativen Effekte der Sonnenstrahlen auf den Menschen. Darauf aufbauend erfolgt eine Abwägung der Vor- und Nachteile im abschließenden Fazit.

2. Vorteile einer direkten Einwirkung von Sonnenlicht auf die menschliche Gesundheit

Die von der Sonne emittierte Strahlung wird als Solarstrahlung bezeichnet und enthält Infrarot- Strahlung, sichtbares Licht und ultraviolette Strahlung, welche unter dem Oberbegriff der optischen Strahlung als Teil der Sonnenstrahlung zusammengefasst werden können.1 Neben dem sichtbaren Licht nehmen Menschen vor allem die Infrarot-Strahlung als Wärme wahr, wohingegen die ultraviolette Strahlung jedoch nicht durch menschliche Sinneswahrnehmung erfasst werden kann. „Die ultraviolette (UV-) Strahlung, die den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer (nm) bis 400 nm umfasst, ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung.“2 Dabei erfolgt eine Unterteilung der UV-Strahlung in:

-UV-A-Strahlung (400-315 nm),
-UV-B-Strahlung (315-280 nm) und
-UV-C-Strahlung (280-100 nm).

In der Stratosphäre absorbiert die Ozonschicht UV-C-Strahlen dabei restlos, während eine Schwächung der Intensität von UV-A- und UV-B-Strahlen durch die Ozonschicht nur teilweise erfolgt.3 Klimatische Verhältnisse sowie der Sonnenstand beeinflussen ebenfalls die Strahlenintensität.

Dabei absorbieren oder reflektieren aufziehende Wolken ebenso wie Schnee oder Wasser die eintretende Strahlung. Zusätzlich nimmt der Sonnenstand Einfluss auf die Intensität, da Sonnenstrahlung Jahres- und Tageszeit abhängig ist. So ist das Ausmaß hautwirksamer Strahlung im Sommer zurzeit des Zenits um ein Vielfaches höher als im Winter.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 zeigt dabei die Intensität der Strahlung in Relation zur Tageszeit der jeweiligen Jahreszeit.

So ist die „Lichtarmut“ in Wintermonaten vor allem für eine Reihe von Prozessen verantwortlich. Ein Ausbleiben der Lichteinwirkung verhindert die Aktivierung des Eiweißes Melanopsin, welches sich in den Fotorezeptoren des Auges befindet.4 „Melanopsin [hemmt] die Ausschüttung des Hormons Melatonin [...]“.5 Folgen dieser chemisch-biologischen Prozesse äußern sich vorrangig in Müdigkeit, Konzentrationslosigkeit und einem Absinken der Stimmungslage. Eine derartige Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit kann zur Diagnose von „Seasonal Affective Disorder“ (kurz: SAD) führen. Das Sonnenlicht ist unabdingbar zur Kontrolle der „inneren Uhr“ und „[…] hält zudem die saisonal bedingte Depression (SAD) sowie die Depressionsrate in Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) niedrig.“6

Neben vermehrter Sonneneinstrahlung auf den Menschen ist besonders im Sommer auch eine erhöhte Vitamin D Synthese für eine Verbesserung der Stimmungslage zuständig. Die UV-B- Strahlung der Sonne beeinflusst das Provitamin D3 und löst eine Kette von chemischen Reaktionen aus, welche eine Veränderung der chemischen Struktur zur Folge haben. Dabei entsteht Calcitriol (1,25(OH)2D3)7 als aktive Form des Vitamin D, welche ihren biologischen Effekt erst durch eine spezifische, chemische Struktur innerhalb der Zellen aktiviert. Der Haupteffekt des Hormons besteht in der Absorption von Calcium und Phosphor in den Eingeweiden.

„Now we know that vitamin D is not only involved in the absorption of calcium and phosphorus from the intestines, but also plays an important role in the normal functioning of every system in the body, such as regulation of cell growth, differentiation of cells into specialized cells and eventually cell death, regulation of immune, cardiovascular and musculoskeletal systems, and insulin metabolism.“8

Durch die Sonne als primäre Quelle für Vitamin D9, trägt eine direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den Menschen zu einer allgemeinen Verbesserung der Gesundheit bei, indem sich sowohl psychische als auch Knochengesundheit verbessern. Hinzugefügt sei, dass Sonnenlicht eine positive Wirkung auf arterielle Hypertonie besitzt und somit ebenfalls die Herzgesundheit heraufsetzt.10 Ferner ist eine Korrelation von Vitamin D mit der Pathogenese verschiedener Autoimmunerkrankungen nachweisbar. „So zeigen Studien einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und dem Typ I Diabetes […] und Rheumatischer Arthritis.“11

Zusätzlich sinkt das Risiko der Pathogenese einer multiplen Sklerose durch erhöhte Sonneneinstrahlung im Kindesalter.12 Einfluss nimmt das Hormon jedoch nicht nur auf Autoimmunerkrankungen, sondern auch auf bestimmte Krebsarten. Eine verminderte Bildung von Vitamin D über die Haut, sorgt in größeren Breitengraden für ein signifikant häufigeres Auftreten unterschiedlicher Krebsarten (wie z.B. Dickdarm-, Prostata- und Brustkrebs).13

[...]


1 vgl. Bundesamt für Strahlenschutz (2015): http://www.bfs.de/DE/themen/opt/einfuehrung/einfuehrung.html

2 Bundesamt für Strahlenschutz (2015): http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/einfuehrung/einfuehrung_node.html

3 vgl. Universität Kiel, Institut für medizinische Klimatologie: http://www.uni-kiel.de/med-klimatologie/uvinfo.html Abb. 1: Strahlenintensität in Relation zur Zeit entnommen aus: http://www.uni-kiel.de/med- klimatologie/uvinfo.html

4 vgl. Zeit-Online (2015): http://www.zeit.de/studium/2012-10/Lichtmangel-verringert- Leistungsfaehigkeit

5 Zeit-Online (2015): http://www.zeit.de/studium/2012-10/Lichtmangel-verringert-Leistungsfaehigkeit

6 Michael F. Holick, Ph.D., M.D., Schützendes Sonnenlicht, S.12

7 Sarfraz Zaidi, M.D., Power of Vitamin D, S. 17

8 Sarfraz Zaidi, M.D., Power of Vitamin D, S. 17

9 Sarfraz Zaidi, M.D., Power of Vitamin D, S. 23

10 Michael F. Holick, Ph.D., M.D., Schützendes Sonnenlicht, S.12

11 Universität Saarland, Jörg Reichrath; Michael Friedrich, entnommen aus: http://www.uni- saarland.de/verwalt/presse/campus/2002/2/29-Vitamin-D-f.html

12 US National Library of Medicine: “Past exposure to sun, skin phenotype, and risk of multiple sclerosis: case-control study” entnommen aus: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC169645/ (31.07.2015)

13 Michael F. Holick, Ph.D., M.D., Schützendes Sonnenlicht, S.12

Details

Seiten
9
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668203938
ISBN (Buch)
9783668203945
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320967
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik
Note
1,3
Schlagworte
Sonnenlicht Vitamin D Einwirkung advers Mitteleuropa UV-Strahlung; UV-B UV-A UV-C Sonnenexposition Sonne Exposition Strahlenschutz Schützendes Sonnenlicht Schichtdicke Dosis Intensität

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Titel: Gesundheitliche Vor- und Nachteile der direkten Einwirkung von Sonnenlicht auf Menschen in Mitteleuropa